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dem Vermuthen nach nicht ſehr alt ſein, indem Marco Polo, der auch China
bereiſte, gar keine Erwähnung davon macht.
Nteratur.
„Satiriſch-komiſche Wiener Skizzen, Zeitbilder, Humoresken, Novelleten und Phantaſien von A u— guſt Schilling. Wien, 1841, bei Mausberger, Leipzig, bei Baum— gärtner.(Peſth, zu haben in Hart— lebens Buchhandlung.)
Das geehrte Leſepublikum dieſes Blat— tes kennt den rühmlichſt bekannten Herrn Verfaſſer aus vielen ſehr gelungenen Humoresken. Wir können daher von unſerer Seite nur hinzufügen, daß je—⸗ ner lebhafte Geiſt voll Wiz und Feuer, welcher Hrn. Schillings geſammte Produktionen auf das Glänzendſte cha—⸗ rakteriſirt, auch in dieſen launigen Le bens⸗ und Zeitbildern brillant hervor— tritt, und ſich in jeder Zeile durch fei⸗ ne Satyre u. köſtlichen Humor bemerk— bar macht. Es dürfte nach M. G. Sa⸗ phir nicht bald ein vaterländiſcher Sa— tyriſt ſo viele reiche Phantaſie, üppige Darſtellungsgabe und liebliche Anmuth der Diktion beſizen, als Hr. Schilling; daher wir ihn mit Recht in die erſten Reihen feinkomiſcher Schriftſteller der Gegenwart ſtellen. Der größte Theil der in dieſem Vuche enthaltenen No— vellen erſchien in verſchiedenen Zeiträu— men, in dem trefflichen Blatte:„der öſterr. Zuſchauer“, deſſen verdienſtvol— ler Redakteur auch zu dem Werkchen eine ſehr gemüthliche und ſchöne Vorrede ſchrieb; viele andere im„Humoriſten“, in der„Wiener Theater-Zeitung“, im „Sammler“,„Wanderer“, und in dem vorliegenden Blatte.— Von den vor— züglichſten bezeichnen wir:„das Privat⸗ Konzert“—„O ja u. Ah jo!“—„Hu⸗
Anſichten. Urtheile. en
(O. P.)
moriſtiſche Dampfwagenfahrt“—„Ein Monatzimmer zu verlaſſen!“—„Kunſt, in drei Lektionen ein Dichter zu werden“— „Masken⸗Joujou“—„Erinnerungsklän⸗ ge aus Baden“, u.„Wiener Humorpil- len in zwangloſen Phantaſien.“— Was dem gebildeten Leſepublikum bis her noch mangelte, den beliebten Verfaſſer der Wienerſkizzen als Menſch, Dichter und Staatsbeamten*) vollkommen kennen zu lernen, füllt des hochgeachteten Re—⸗ dakteurs des„öſterr. Zuſchauers“, Hrn. J. S. Ebersbergs ſinniges Vor⸗ wort zu Gunſten des Autors liebevoll aus, und zeigt uns die Perſönlichkeit deſſelben in einem humanen, ſittlichen, und die angenehmſten Hoffnungen erre— genden Lichte.— Möge Herr Schilling waker fortſchreiten auf dieſer ſchön be— gonnenen Bahn, um fortan die herr— lichſten Früchte der Rühmlichkeit zu ern⸗ ten. Dr. St.
Literariſches Portfolio. In Leipzig bei Weidmann ſind in den leztern Tagen erſchienen:„Erinnerun— gen aus dem äußeren Leben von Ernſt Moriz Arndt.“ Dieſes Buch muß bei Allen eine günſtige Aufnahme finden, welche deutſche Geſinnung bewahrt ha— ben und mit Stolz auf die Epoche des deutſchen Befreiungskrieges zurükſchauen. — Den kürzeſten Namen in der deut— ſchen Literatur führt der Verfaſier der Buchdrukerkunſt in der von der Verend— ſohn'ſchen Buchhandlung in Hamburg veranſtalteten Volksbibliothek, welche in einer Auflage von 15,000 Exemplaren
*) Herr Auguſt Schilling iſt k. k. Hof⸗ beamter bei dem Oberſtkämmerer⸗ Amte Sr. Maj.


