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— Ref. war neulich im Theater, als von den Italienern„I' Elisir d' amore“ gegeben wurde, Augenzeuge folgender Anekdote. Auf einem der Sperrſize der„Tribune“ ſaß ein junges, ſehr ſchönes und, wie es ſchien, gebil—
detes Mädchen, das aber die üble Gewohn—
heit hatte, jede Stelle, die ihm geſiel, laut mitzuſingen. So ſehr dieſes auch ſtörend auf die ganze Umgebung wirkte, ſo wagte es doch Riemand, aus Artigkeit gegen das ſchöͤne Geſchöpf, eine mißfällige Aeußerung laut wer⸗ den zu laſſen. Da hatte ein Herr, der vor ihr poſtirt war, den guten Einfall, ebenfalls laut mitzuſingen. Das nahm ſich denn endlich ein Dritter an und murrte unwillig darüber. „Ob,“ ſagte der mitſingende Herr, mit ei⸗ nem Rükblik auf das Mädchen,„wenn ch jede Stelle zwei Mal bören muß, ſo könnten Sie ſie wohl auch drei Mal bören!““ Man lachte; aber die ſchöne Sängerin ſang nicht mehr.—(Wie oft muß aber das ganze Pu— blikum Stellen zwei oder drei Mal hören, an denen jeder Verſtändige ſchon das erſte Mal genug hatte, und blos darum, well die Gallerie ſagt: car tel est notre plaisir!) Cſ—. ——
Muſikaliſches. Wem iſt nicht das herrliche Capriccio von H. Ernſt„der Kar⸗ neval in Venedig“ noch im friſchen Anden⸗ ten? Dieſes ſo anziehende Tonſtük, das uns den berühmten Virtuoſen vor Allem ſo lieb und werth machte, das bei jeder Gelegen— beit ſo ſtürmiſch verlangt u. wiederholt wer— den mußte, iſt nun als angenehmes Souve⸗ nir für das Forte-Piano im Druk erſchienen. Hr. Kapellmeiſter Erkel ſezte es mit großer Gewandtheit für dleſes Inſtrument, was ſchon ſehr dafür ſpricht, und es iſt nun Jedermann in den Stand geſezt, dieſe einſchmeichelnde Melodie zu ſpielen, oder ſich vorſpielen zu laſſen. Zu haben in Joſ. Wagners Kunſt— handlung, auf dem Servittenplaz, 1 Conv. Münze.
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Verſchledene s. Der akademiſche Ma⸗ ler Mathias Kern aus Wien, der ſich bereits in der Reſidenz durch ſeine teefflichen Lelſtungen, die von wahren Kunſtſtudien zeu⸗ gen, vielfache Anerkennung erworben, befin⸗ det ſich gegenwärtig in peſth und hat ſchon mehrere Proben ſelnes ſchönen Talentes abge— legt. Seine Portraits überraſchen durch die
ſprechendſte Aehn und ſind mit beſonde⸗ rer Feinheit u. lem Fleiße ausgefübrt. Der Künſtler wohnt im Hotel„zum Jäger- horn“, Nr. 55, und kann Jedermann beſtens empfohlen werden.
— Die pPeſther neue Schießſtätte erfreut ſich eines ſehr freguenten Beſuches, das Lo— tale iſt aber auch ſo nett, freundlich einla— dend, daß es nicht nur durch den Nelz der Neuheit beſticht, ſondern auch dauernd zu feſ⸗ ſeln vermag. Der Reſtaurateur Johann Sckl trägt redlich ſein Schärflein zur Zufrie— denheit der Gäſte bel; ein reichliches Sortl— ment gut zubereiteter Speiſen und guter Ge— tränke, ſo wie auch eine gefällige u. ſchnelle Bedienung werden gewiß jeden Wunſch be— friedigen.
— Hr. Joſeph Girſik, ein ausge⸗ zeichneter Portraitmaler u. ein geborner Un- gar aus Arad, Zögling der k. k. Akademie der bildenden Künſte in Wien, iſt ſo eben von einer Kunſtreiſe durch Itallen bis Rom zurükgekehrt. Schon früher ein ſehr beach— tenswerther Künſtler ſeines Faches, hat er auf ſeiner Reiſe noch viele manigfaltige Er— fahrungen und Kenntniſſe geſammelt, und er gedenkt nun die ſchönen Früchte ſeiner Bemü— hungen in der Mitte ſeines Vaterlandes an— zuwenden. Es iſt zu hoffen, daß er, nach ſo reichlich ihm dargebotenen Gelegenheiten zur höhern Ausbildung, den billigen Anforderun⸗ gen aller Kunſtfreunde wird entſprechen kon- nen. Seine Wohnung iſt in Peſth, dem Neu— gebäude gegenüber, im Neuhoffer'ſchen Hau- ſe, Nro. 240.
— Donnerſtag, den 20. d., veranſtaltet Herr Perlaska im Redoutenſaale eine große Akademie, zum Beſten der durch Feuer Ver⸗ unglükten in Baja. 0
— Die rühmlich bekannte Kunſtreiterge⸗ ſellſchaft des Hrn. Dumos iſt hier angekom⸗ men und beginnt Anfangs künftiger Woche ihre intereſſanten Vorſtellungen in dem neu erbauten Cyrkus, an der Eke der Windgaſſe, gegen das Neugebäude.
— Morgen gibt Stuwer ſein erſtes dies- jähriges Feuerwerk im Stadtwäldchen.
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Modenbild. Uro. 34.
Paris, 1. Auguſt. Neueſte Anzüge für Damen.
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Herausgeber und Verleger Franz Wieſen.


