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Breslau-Lutzer-Revolution wäre auch nicht zu verachten, und Breslau ſi⸗ ren auch kein übler Ausdruk.)
Etwas von Allem. Mad. Scho⸗ del ſang am 5. Auguſt zu Brünn die Lucrezia Vorgia(zweiter Akt) und am 6. die Donna Anna in„Don Juan“ als lezte Gaſtrolle.— Die von London zurükgekehrte deutſche Operngeſellſchaft, darunter Mad. Stökel-Heinefetter, Hr. Wild u. Hr. Staudigl, trat bereits am 1. Auguſt zu Mainz in der Oper„Jeſ— ſonda“ auf. Am 2. gab ſie daſelbſt „Don Juan“ und am 3. die„Iphige⸗ nie.“— Das Dampfboot ſagt:„Der Mann iſt beſtändig untreu, das Weih unbeſtändig treu.“— Die Ernte fällt nicht nur in Ungarn, ſondern ſo weit die Berichte gehen, auch in Deutſch—⸗ land recht ergibig aus.— In den Ber— liner Zeitungen beehrt ſich Jemand, den Tod ſeiner Gattin anzuzeigen. Man muß geſtehn, manche Leute haben ganz ſonderbare Begriffe von dem, was man Ehre nennt!— Das zweiaktige Luſt— ſpiel:„Die Vormundſchaft“ von W. A. Gerle und Uffo Horn iſt zu Hanno— ver mit günſtigem Erfolge zum erſten Male auf die Bretter eingewandert, ſo die Welt bedeuten.— Die türkiſche Schazkammer ſoll noch einen ſolchen Werth in ſich faſſen, daß damit ſo ziem— lich alle Schazkammern der andern Staa— ten erkauft werden könnten; ob das viel ſagen will, wiſſen wir nicht, da wir den Inhalt der Schazkammern nicht kennen.— Im Bagno zu Breſt ſollen ſich jezt 3000 Sträflinge befinden, wo— bei 1100 auf Lebenszeit. Darunter ſind vierzehn Vatermörder. Hu! den armen Toms friert!— Der Dr. Spiker, Re⸗ dakter der Spenerſchen Zeitung in Ber— lin, hat ein Einkommen von 34 bis 36,000 Thalern jährlich.— In Spa⸗
nien iſt ein neues Stük:„Der dike Mann“ ſehr im Gange. Auf die Titel- rolle reiſt, von einer Stadt zur andern, ein Schauſpieler, der kaum fünf Fuß hoch, doch 450 ſpaniſche Pfunde wiegt.
Lokal-Zeitung.
Theatrallſche ns. Im ungar. Thea⸗ ter gab man am 8. d. zum erſten Male„BA tori Marias, große Oper in 2 Akt. Text von Egreſſy, Muſik vom Kapellmeiſter E r— kel. Wir melden vorläuffig, daß der Sue— ceß der Oper vollſtändig war. Die Muſik hat durch und durch einen national-charakteriſtl— ſchen Anſtrich, viele Schönheiten, worunter beſonders die Chöre, das Quartett in der Ju— troduktlon, das erſte Finale de. de. zu rech— nen ſind, eine treffliche Inſtrumentirung und andere Vorzüge. Die Exequirung war lobens— werth. Dem. Felber, die junge, anmuthige Sängerin, die die Titelparthie in ſehr kurzer Zeit ſtudirte, ſang mit allem Aufwande ihrer ſchönen Stimme, und war beſonders in den höhern Tonlagen ausgezeichnet. Sie erhielt großen Beifall und ward mehrere Mal geru— fen Nächſt ihr waren die Herren Konti und Erkel die beſten Stüzen dieſer Oper, die von dem vollen Hauſe alle Anerkennung fand.
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Verſchledenes. Hr. Emmerling, bisheriger Pachter des Gaſthofes„zum Pa- latin“, übernimmt zu künftigem Michaell das großartige Etabliſſement„zum Jägerhorn.“ Es iſt zu erwarten, daß dieſes Hotel unter ſeiner energiſchen u. umſichtigen Leitung wie⸗ der ſelne vorige Berühmtheit erlangen werde.
— Die Bierhalle„zum Gambrinus“ hat einen neuen Wirth erhalten, man hofft nun daſelbſt zum guten Biere auch elnen guten Imbiß zu erhalten.
— In peſth zeigen ſich jezt eine junge Franzöſin aus Lyon und eine junge Mährin, aus Kremſier, beide ohne Hände geboren, in zwei verſchledenen Lokalitäten, und produzi— ren ihre Kunſtſtüke mit den Füßen. Dleſe Rlvalinen werden ſicherlich auf gutem Fu— ße leben und in kein Handgemenge ge⸗ rathen.
— Nach einer neuen Anordnung müſſen unſere Fiaker, um recht kennbar zu ſein, mit größeren Ziffern ihre Wagen bezeichnen. Wle glauben, unſere Fiaker ſind ſchon hinlänglich kennbar an ihren Manieren und an ihren Forderungen.
Herausgeber und Verleger Franz Wieſen.


