Der piegel
für Runſt, Eleganz und Mode.
Dreizehnter Jahrgang. Halbjähriger Preis 4 fl., mit Poſtverſendung 5 fl. Auf Velinpapier mit erſten Kupferabdrüken
5 fl. u. poſtfrei 6 fl. C. M.— Man pränumerirt im Kommiſſlonsamt zu Ofen Feſtung, außerhalb des Waſſerthors), in C. Millers u. J. Wagners Kunſthandl. in Peſth u. bet allen t. k. Poſtämtern.
64. Sonnabend, 8. Auguſt. 1840.
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Die harrende Brant. Eine auf Thatſachen gegründete Geſchichte unſerer Tage, on or. Th. R
In einem romantiſchen Thale des ſüdlichen Ungarns, nicht weit von einem auch in der Geſchichte bekannten Dorfe, das zwiſchen hohen, waldbewachſenen Bergen friedlich liegt und der vielen Naturſchönheiten ſeiner Umgegend wegen im Frühling und Sommer von Menſchen aus der Nähe und Ferne häufig beſucht wird, lebte ſtill und einſam Lieschen, die Tochter eines redlichen Landmannes. Von ſchlankem Wuchſe, lieblichem 9 dunklem Haare und feurigen Augen ward ſie von den jungen Burſchen des nahen Dorfes nur das hübſche Thal— mädchen genannt. An den wenigen untagen, an welchen ſie die heilige Meſſe beſuchte und zur Kirche kommen konnte, ſtanden die jungen Leute, ſie erwartend und freundlich grüßend, und Mancher, der dann meinte, eines freund— licheren Bliks als Andere von Lieschen ſich zu erfreuen, bildete ſich darauf nicht wenig ein. Doch ſie war gegen Alle gleich freundlich. Keiner der Burſche ihrer Be— kanntſchaft hatte ihr eine beſondere Neigung eingefloͤßt und allen Bewerbungen derſelben ſuchte ſie durch muntern Scherz oder nekenden Unglauben zu entgehen,


