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Der piegel
für Kunſt, Eleganz und Mode.
Dreizehnter Jahrgang. Halbjähriger Preis à fl., mit Poſtverſendung s fl. Auf Velinpapier mit erſten Kupferabdrüken
5 fl. u. poſtfrei 6 fl. C. M.— Man pränumerlet im Kommiſſtonsamt zu Ofen(Feſtung, außerhalb des Waſferthors), in C. Millers u. J. Wagners Kunſthandl. in Peſth u. ben allen t. t. Poſtämtern.
61. Mittwoch, 29. Juli. 1840. Der fällige Wechſel. (Beſchluß.)
„Nicht wahr, nicht wahr,“ ſprach Vermond weiter und ſprang von ſeinem Size auf,„ich verwunde Sie? Nun denn, ſo gedenken Sie Ihrer eigenen Worte, ſechzehn Jahre ſind's, daß Sie ſie ſprachen. Ich war damals noch ein Kind, mein armer Vater ſtand da, wo Sie jezt ſtehen, Herr. Da kamen Sie zu ihm, wie ich jezt zu Ihnen komme; er erklärte Ihnen ſeine Verluſte, er ſchlug Ihnen ſeine Bücher auf, er demüthigte ſich vor Ihnen, er flehte Ihr Mitleid, Ihre Barmherzigkeit an... Zeit, Zeit war Alles, was er von Ihnen be— gehrte, und Sie, nicht demüthig und höflich wie heute, nein, das Haupt hoch tragend und beleidigende Worte im Munde, Sie beugten meinen Vater unter die Laſt von Beſchimpfungen und wagten, Hohn zur Beleidigung fügend, eine Vergleichung zwiſchen einem Bankrotirer und dem Bewohner der Bagnos anzu— ſtellen: Jener ſei noch ehrlicher als der unredliche Kaufmann, ſagten Sie. Mit welcher Stirn, waren Ihre Worte, will ein Mann, der ſeine Wechſel nicht ein⸗ löſt, von Ehrlichkeit ſprechen? Ein Kaufmann, der ſeine Zahlungen einſtellt,


