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Zoll diken und zwei Zoll breiten Ta⸗ bakmaſſe konſumirt. Ein Anfänger möch— te große Augen machen, ſähe er bei der erſten Pfeife den Tabak vor ſich, den er noch zu rauchen hat, wenn er 50 Jahre lang der pfeife huldigt.— Der verſtorbene berühmte Arzt Gräve in Berlin ſoll über eine Million Thaler hinterlaſſen haben. Gelungene Speku⸗ lationen ſollen ihm mehr als ſeine Pra— ris dieſes Vermögen zuſammengebracht haben. Ihr Aerzte ſpekulirt!— Agneſe Schebeſt, mit welcher die Schwaben wei— land einen ſo großen poetiſchen Kultus trieben, befindet ſich jezt in Berlin und trat am 5. Juli im„Fidelio“ auf. Sie gefiel ſehr, obgleich ſich die Berliner vorgenommen hatten, ſich nicht für ſie zu enthuſiasmiren und einige Malkon⸗ tente ſich wirklich dem Herausrufen zu opponiren ſuchten.— Alphonſe Royer, eine Pariſer Literaturnobilität, welcher
eine Reiſe nach Konſtantinopel machte, um eine Geſchichte der Janit ſcharen zu ſchreiben, iſt in türkiſche Dienſte getre— ten und Mit glied des öffentlichen Wohl⸗ fahrtsausſchuſſes geworden.— Bei ei⸗ nem von den Beamten der Löſchanſtalt in Detroit veranſtalteten Feſtmahle brachte Einer folgenden Toaſt:„Den Frauen, den gefährlichſten Mordbren⸗ nerinen, die Flammen entzünden, welch e ſich nicht mit Waſſer löſchen laſſen!“
Lokal-Zeitung.
a Theatrallſche 8. Am 22. d. kam auf der Peſther Bühne wieder eine Oper und zwar Roſſinis klaſſiſcher„Barbier“ in die Szene. Dem. Vial gab die Roſina, Hr. Hirſch den Figaro; Hr. Heim den Almaviva; Herr Ranftl den Bartolo; Hr. Rott den Bafilio. Am meiſten ſprach Dem. Vial an. Sie hatte, be— ſonders in der Einlage, viel Verdienſtliches im Geſang und Vortrag.— Hr. Hir ſch war ziemlich lebendig.— Hr. Heim drang nicht ſehr durch.— Hr. Ranftl hat Anlage zum Buffo.— Hr. Rott geſiel wie immer.— Alles in Allem aber unter der Mittelmäßigkeit.— Das Haus war ſchwach beſucht.
— In Ofen gaſtirt die vortbellhaft be— kannte Lokalſängerin Mad. Thoms. Sie ſpielte im Stadttheater in der Poſſe:„24 Stunden ung und 68 Jahr alt“ und in der Arena im „Poſtillon von Stadtl- Enzersdorf.“ Mad. Thoms, früher der Liebling der Bühnen in Ofen und Peſth, und zulezt auch in Wien recht gerne geſehen, erwarb ſich auch jezt durch ihre annehmliche Perſönlichteit, ihr fei⸗ nes und ungezwungene Spiel, ſo wie durch den ſchöͤnen Vortrag der Lieder den einſtim⸗ migſten Beifall. Möge ſie uns noch durch mehrere Rollen recht vergnügte und heitere Abende bereiten!
— In der Ofner Arena erregt Madame Luftmann fortwährend Senſation. Die Spie⸗ lereilen mit den Zentnergewichtern, die gym⸗ naſtiſchen Bewegungen, das Brechen der Huf— eiſen, die Produktion mit der Drehſäule u. vie⸗ les Andere erwarben ihr ſtets vielen Beifall.
— Hr. Bannholzer gab im Peſther Som- mertheater mehrere Vorſtellungen aus dem Gebiete der natürlichen Zauberei, und pro— duzirte mehrere höoͤchſt überraſchende Stute, die um ſo auffallender waren, da ſie das Ta⸗ geslicht nicht ſcheueten, und dennoch nichts an Täuſchung verloren. Auch an tomtſchen Intervallen fehlte es nicht; beſonders mit perſonen, die die Neu- oder Wißbeglerde verleitete, auf den Schauplaz zu erſcheinen.— Das Publitum unterhielt ſich immer gut dabei und ſpendete reichen Applaus.
— Künftigen Sonntag, den 26. d., am Annatlagſe, hat Hr. Direktor Nötzl, zu Ehren der Schönen,„die des Tages Namen führen“, eine beſondere Arena-Vorſtellung im Sinne. Es wird nämlich die mit ſo vlelem Beifall aufgenommene Poſſe:„Tandlerin, Marquis und Schuſter““ gegeben, und damit eine Lotterie verbunden werden. Jeder Ein⸗ tretende erhält ein Loos und kann daher eines der ſchoͤnen oder nüzlichen werthvollen Dinge gewinnen, die zur allgemeinen Anſicht bereits aufgeſtellt wurden. Es werden zehn Treffer ſein, wovon fünf für die erſtern und fünf für die leztern Pläze beſtimmt ſind.
Modenbild. Uro. 31.
Paris, 12. Jull. 1. Organdiekleid mit ſchottiſcher Binde.— 2. Hut mit Federn. Kleid von ſchottiſchem Seidenſtoff.
Herausgeber und Verleger Franz Wieſen.


