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Denn wie der Wurm die Roſe ſticht, So auch das Laſter— Schönheit bricht.

Das Immergrün,— des Heitren Bild,— Ergözt das Auge jederzeit. So auch der Mädchen Scherz erfreut, Wenn er ſich zeiget froh und mild. Drum Heiterkeit geleit' Euch fort Bis zum entfernten, ſichern Vord.

Vergißmeinnicht,— der Treue Vild,— Pflanzt, Mädchen, gern in Euren Herzen! Sie ſchaffte Mancher bittre Schmerzen,

Doch Vieler Weh hat ſie geſtillt.

Wer ſich die Treue ernſtlich wahrt, Deß Glük ſteht feſt auf jede Art.

Die Roſe und das Immergrün, Vergißmeinnicht biet' heute Im Kranz Euch reine Freude

Und mögen immer bei Euch blüh'n!— Habt Ihr der Gabe Sinn gefunden, Hab' ich den ſchönſten Kranz gebunden.

Dr. Th. R.

Anſichten. Urtheile. Vegebniſſe.

Theater.

Peſth.(Neues Trauerſpiel. — Zwei Hofſchauſpieler.) Zum Vortheile der Hrn. La Roche kam am 20. d. Halm's:„Ein mildes Urtheil“ zur erſten Aufführung.— Ein herrlich rührend romantiſches Gemälde hat uns Halm in ſeiner Griſeldis vorgeführt! Auch im„milden Urtheil“ war die Schilderung eines unglüklichen Weibes die Aufgabe des Dichters, aber welch ein Unterſchied iſt zwiſchen Griſeldis u. jener Edith! Griſeldis, die engelreine Seele, mit dem liebewarmen Herzen, die ſich dann erſt gränzenlos unglüklich fühlt, als ſie das beſeligende Gefühl ſelbſt aus ihrem Buſen reißen muß.— Edith, das gefallene Weib, das im Be— wußtſein der eigenen Schuld ſeinen Un— tergang findet, das von Gewiſſens qua— len, von Reue gefoltert, fruchtlos nach Ruhe ringt;— Griſeldis Lebensglük wurde grauſam zertrümmert— Edith hat mit eigner Hand ihr Glük zerſtört,

ſie iſt ſelbſt die Schöpferin ihres Elends; — Griſeldis ſtirbt an ihrer Herzens wunde— Edith findet durch einen Lan— zenſtich ihr Ende;— dort unterlag der ſchwache Leib dem ſtarken Geiſte, hier der ſchwache Geiſt dem ſchwachen Leibe. Percival trieb frevles Spiel mit der Liebe ſeines Weibes, ſein Unglük iſt der gerechte Lohn ſeines Frevels; Godwin liebt ſein Weib, auch als er ſie ſchul— dig findet, er häuft glühende Kohlen auf das Haupt der Sünderin u. wird namenlos elend. Sühnt Edith ihre Schuld? Nein, ſie büßt nur für ihr Vergehen; kann das Sühnung, ſein, wenn ſie ihren Buhlen, deſſen verrä— theriſches Beginnen ſie ſelbſt verachten muß, dem Leben ihres Gatten opfert? Wie erbärmlich ſteht jener Aelmar ge— gen jenen edlen Godwin da; wie ge— mein ſinnlich muß das Weib ſein, das blos der ſchöneren, jugendlicheren Ge— ſtalt das Glük des liebenden Mannes opfert. Griſeldis gewinnt unſere volle Theilnahme, jedes ihrer Leiden iſt ein