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Poſſe mit Geſang in 2 Akten von F. Blum. — Ich liebe die Ofner Arena und ihre Poſ— ſen. Ich weiß nicht, iſt es die Nähe der Lo— talität zu beiden Städten, der ſtaubloſe Weg dahin, die vortheilhafte Bauart des Hauſes, wodurch man auf jedem Punkte recht gut ſieht und hort, oder iſt es endlich das hier ſtets wahrzunehmende gerundete Zuſammenſpiel, das ſich hier am erſten bis zum lezten Indi— viduum zeigt; die Luſt und Liebeg, die alle Mitwirtenden beſeelen, was dieſen Schauplaz jedem Beſuchenden ſo angenehm macht— ge— nug, in der Ofner Arena unterhält man ſich ſtets delizios; ja ſelbſt, wenn man Mach— wecke, wie die oben genannte Poſſe, auftiſcht, verläßt man nicht unvergnügt das Haus. Dieſer„Rochus Vierhorn“ iſt herzlich ſchlecht und ſcheint nur da zu ſein, um eine alte Anekdote von Einhorn, Zweihorn, Dreihorn und Vierhorn vor dem Schlagbaume einer Stadt anzubringen. Die Handlung, die Cha— rattere, die Späße ſind alle abgedroſchen, und dennoch ward von Anfang bis zu Ende herzlich gelacht. Alles ſpielte con amore; Hr. Nogel den ſilzigen Vormund, Hr. Seydl den ſcheimiſchen Diener, dann die H. H. Kurt, Nitſch, Windiſch und Stein ihre ſo unbedeu— tenden Rollen, endlich Mad. Steinfels, Dem. Jaritz und Dem. Klein und auch die übrigen minder Beſchäftigten— Alles ſpielte im be— ſten Einklange, wodurch das uuebelſchme— tendſte genießbar wied, u. nicht nur an dieſem Abend it's ſo, ſondern jedes Mal, wenn eine Poſſe zur Aufführung kommt. Ich liebe da— her die Ofner Arena und ihre Poſſen und lobe ſie immer. Das Publikum wird es ge— wiß auch thun.
— Mad. Seraphine Luftmann, die Athletin, iſt nun ein wahrer Liebling des Publikum geworden. Sie gab am 13. d. im peſther Sommertheater, auf vielfältiges Ver— langen, noch eine Vorſtellung, und hat durch die außerordentlichen Dinge, die ſie mit gro— ßer Leichtigkeit und Anmuth ausfuͤhrte, eine ungemeine Beifallsernte erhalten.— Vorher produzierte Bannholzer ſeine ſehr artigen Dö— blerkunſtſtüte, in welchen er eine beſondere Gewandtheit und Routine bewährt.
— Im ungar. Nationaltheater hat die neue Oper von Szerdahely:„das Feenſchloß“ ſehr gefallen.
— Auf derſelben Bühne gefallen die Ge— ſchwiſter Beauval mit ihsen graziöſen Tän— zen immer mehr.
— Hr. Direktor Schimd hat nun wirk— lich das Theater in Fünfklrchen, unter ſehr vortheilhaften Bedingniſſen, übernommen.
— Benefiz.(Ofner Arena.) Die be— liebte Schauſplelerin Dem. Zettler hat Sonnabend, den 18. Juli, ihre Einnahme. Gegeben wird eine ſehr unterhaltende Novi— tät, betitelt:„Zopf und Titus, oder Jezt u. Roccoco“, tomiſches Gemäl⸗ de mit Geſang in 3 Akten v. F. Blum, Mu— ſit von Hen. Kreuß, bieſigem Wahlbürger. — Es läßt ſich mit Gewißheit eine reiche Theilnahme vorausſagen.
Peſther Salon 1840.
Aller Anfang iſt ſchwer! Wenn daher das erſte Unternehmen unſers Kunſtvereines nicht jene Ausdehnung, jenen Grad des Intereſſes erreichte, wie in andern Städten, wo ſolche Inſtitute ſchon ſeit Jahren gehegt u. gepflegt werden: ſo bleibt es doch immer eine erfreu— liche Erſcheinung, gleich das erſte Beginnen mit ſo ziemlich entſprechendem Erfolge ge— tront zu ſehen und es läßt ſich für die Folge die günſtigſte Prognoſe ſtellen. Nicht bloß die! hieſigen, ſonder auch auswärtge Künſt— ler haben dieſem jezt erſt ins Leben gerufe- nen Unternehmen ihre Thellnahme geſchentt und ess wurden von Wien, Munchen u. ſ. w. recht beachtenswerthe Beiträge eingeſandt— Bemertenswerth iſt kes, daß drei Italiener, Schüler der t. k. Atademie der Kunſte ln Venedig, der Bildhauer Caſagrande, die Maler Schiavoni und Mar aſton (der Erſtere und der Leztere gegenwärtig in Peſth domizilieend) durch Gehalt und Zahl ihrer Leiſtungen ſich beſonders verdient mach— ten, und der venezlaniſchen Schule alle Ehre brachten. Die ausgeſtellten Bildhauerwerkte ſind, mit Ausnahme zweier in Millywachs modellirten Portralls, ausſchließlich von Ca— ſagrande, die ſich alle durch plaſtiſche Gedie— genheit, durch herrliches Ebenmaß der For— men und lebendige Tharakteriſtit auszeich— nen. Schade, daß das Feld der Bildnerel ſo ſpärlich bedacht wurde, und wir können bei dleſer Gelegenheit unſer Bedauern nicht unter drütken, daß unſer berühmte Compatriot Fe— rencozy keinen Beitrag lieferte.— Unter den Gemälden hat ſich unſtreltig Natale Schlavont mit ſeiner„Verſuchung“(245 und 246) die Siegespalme errungen; zwei Gemälde eben ſo genkal in der Auffaſſung wie effektwoll in dex Ausführung— wahre phy—


