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reſpondent eines geſchaͤzten Wiener Blat⸗ tes, des„Humoriſten“, iſt reich an dra— ſtiſchen Ausdrüken. So ſagt er„kurz⸗ weg!“: Eine berühmte Sängerin erfuhr bei ihrem Abſchiede, daß man die Pri— madonna der Reſidenz und in dieſer die Kammerſängerin des angebeteten Kö— nigs“ in des Wortes edelſter, würdigſter Bedeutung“ auszeichnete!!— Derſelbe Korreſpondent ſagt, daß die Würdigung der Kunſtleiſtung dieſer Sängerin nicht „angezettelter Enthuſiaſten⸗ rauſch, nicht ſpezielle Ehren⸗ bezeugungen, nicht fanatiſcher Hyperbeifall“ war, ſondern„das Re— ſultat tiefgefühlter, allgemeiner Vereh—⸗ rung, die das Publikum dem ſcheidenden Geſangsphänomen für ſo viele„Sſee— lengenüſſe“ ſchuldig zu ſein ſich verpflichtet glaubte,„daher die„erſonnenen, hier noch nie dea— geweſenen Auszeichnungen“ Gut erſonnen!— Derſelbe Korreſpon— dent nennt einen würdigen Inſtitutsdi— rektor:„die Herkulesſäule dieſes herz— erhebenden Inſtituts.“— Derſelbe Kor— reſpondert ſagt, daß unter den ar tüſti— ſchen Erſcheinungen gewiſſe Walzer be— ſondere Aufmerkſamkeit erregen.— Der⸗ ſelbe Korreſpondent nennt die Bilder der Kunſtausſtellung 400 Kunſtwerke der „höhern Plaſtik!!“— Derſelbe Korreſpondent verſpricht endlich über die— ſes„erſehnte, zwek volle Inſtitut“ aus— führliche Details mitzutheilen— worauf wir in der That ſehr begierig ſind.— Auf der ganzen Erde ſoll es 3570 ſte— hende und 500 ambulante Bühnen ge— ben.— Die für die königl. Lakaien, Stall⸗Leute u. dgl. beſtimmte Kranken⸗ Anſtalt zu Dresden heißt: die Hofpa— tientenburg. Ein dort befindlicher Kran-
ker unterſchrieb ſich dielaib unter einer.
Bittſchrift: Königlich Süchgeter Hof⸗ patient.— In dieſem Jahre erhielt nach
der Pariſer Kunſtausſtellung ein Maler, der ohne Arme geboren wurde, eine goldene Preismedaille. Er beißt Ducoralt, und kann auf ſeine Kunſt
fußen und ſagen: ſie geht mir gut von ſtatten, da er mit den Füßen malt. — Es ſage noch Einer, daß die Viet und die Begeiſterung für Mozart und Beethoven erſtorben ſeſen! In Kiel wur- de eine Pferd-Lizitation abgehalten, u. „Donna Anna“,„Zerline““,„Leporel⸗ lo,“„Fidelio“,„Rocco“, wurden zu hohen Preiſen verkauft.
Veethoven, Mozart liegen unter'm Pferde,
Das iſt das Loos des Schönen auf der Erde!
Lokal-Zeitung.
Theatrallſches. Dem Vernebmen nach iſt Herr Direktor Schmid in Peſtb auf dem Punkte, das deutſche Theater in Fünfkir⸗ chen zu übernehmen. Das Theater in Temes. var iſt ihm ebenfalls angetragen worden.
— Die rühmlich bekannte Sängerin Dem. Mayer, vom k. kt. Hofoperntheater in Wlen, iſt in Peſth angekommen. Wir machen vor- züglich auf Parthien, wie Adalglſa, Alice de. aufmerkſam, in welchen die geſchäzte Sänge⸗ rin ganz ausgezeichnet iſt.
— Der berühmte Schauſpieler Hr. Wil- helm wird in Peſth erwartet, wo er mlt ſeinem Kollegen Hrn. La Roche zuſammen ſpiclen ſoll.
— Der Dovppelſänger Eröes ſang am 6. d. im ungar. Theater unter andern auch ein Ductt mit Mad. Schodel aus Norma.
— Benefiz.(Ofner Arena.) Als Be⸗ neſiz des braven Schauſpielers Hrn. Grau wird Sonnabend, den 11. d. gegeben:„das Johanniskind, oder Rettung u. Verderben durch des Bergſtro⸗ mes Sturz“, Spektakelſchauſplel v. Treu⸗ bold, Verfaſſer der„Vierzig Räuber“ de. Dieſes mit Tableaux, Einzügen, Gruppirun⸗ gen und einem natürlichen Waſſerfall ausge- ſtattete Stük iſt voll Effekt, und das Inte reſſe wird dadurch geſteigert, daß Dem. Ber— ger u. Hr. Güntber als Gäſte erſcheinen.
Beilage:„Der Schmetterling.“ Nr. 15.
Herausgeber und Verleger Franz Wieſeu.


