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für Kunſt, Eleganz und Mode.
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Dreizehnter Jahrgang. Halbſähriger Preis 4 fl. mit Poſtverſendung s fl. Auf Velinpapler mit erſten Kupferabdrüken
5 fl. u. poſtfrei 6 fl. C. M.— Man vränumcrirt im Kommiſſionsamt zu Ofen Feſtung, außerhalb des Waſſertbors), in C. Millers u. J. Wagners Kunſthandl. in Peſth u. ber allen k.k. Poſtämtern.
55. Mittwoch, s. Jull. 1840. — 2586——
Eine Uegerverſchwörung auf einer franzöſiſchen Kolonie.
(Beſchluß.)
Es war eine furchtbare Nacht. Auf den einſam liegenden Pflanzungen, aller Hilfe entbehrend, fanden viele unglük lichen Kreolen ihren Tod. Viele, dle noch nicht zur Ruhe gegangen, oder durch den wüſten Lärm gewekt waren, der immer einer Meutererſchaar voraus eilt, wie ſehr ihr auch Stille zur Erreichung ihrer Zweke nothwendig ſein mag, ſuchen umſonſt nach ihren Gewehren da, wo dieſe ſonſt zu hängen pflegten: mit Einbruch der Nacht waren die Waffen von den Negern im Hauſe geſtohlen worden. Einige Koloniſten warfen ſich in der Todesangſt auf ungeſattelte, ungezäumte Pferde. Wie die Aufrührer kamen, öffneten ſich alle Negerhütten, und, was die Waffen tragen konnte, ſchloß ſich ihnen an. Kein Weißer konnte in dieſen ſchreklichen Augenbliken auf einen Ne— ger vertrauen: Diener, die es im Hauſe am beſten gehabt, waren die Erſten, ſich wider ihre Herren zu empören. Der Beſizer einer Pflanzung war ein Greis, der, kinderlos, ſeine ganze Liebe einem Negerknaben zugewendet hatte, und ihn ver bätſchelte, wie man nur einen geliebten Sohn verhätſcheln kann; an ſeinem Tiſche


