Bd. VI. No. 1.
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Thiermedicinische
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189192.
Expedition
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Herausgeber Dr. G. Seheidemühl e Berne Wilh. KMäpp's Verlag in Kiel. Halle a. S.
der vergleichenden Pathologie und des gesammten Veterinär-Medicinalwesens.
gleichzeitig Organ ur Vertretung der Iteressen des mierärgtlichen Standes. Neue Folge der im Jahre 1885 begründeten„Rundschau auf dem Gebiete der Thiermediein⸗
„Nachdruck ohne Genehmigung des Herausgebers verboten.“ Reichsgesetz v. 11. Juni 1870.)
An unsere Leser.
Mit dieser Nummer beginnt die„Thiermedici- nische Rundschau“ den VI. Band bezw. den VII. Jahrgang der neuen Folge der im Jahre 1885 begründeten„Rundschau auf dem Gebiete der Thiermediein“. Handelt es sich bei diesem Zeit- abschnitt auch nicht um eine besondere Periode des Bestehens der Zeitschrift, so fällt doch in den verflossenen Zeitraum seit Begründung der Zeitschrift eine Reihe wichtiger Begebenheiten; auch ist augenblicklich aller Grund vorhanden, einmal den gegenwärtigen Standpunkt der wissen- schaftlichen und Standesbestrebungen unseren Lesern und Freunden innerhalb und ausserhalb Deutschlands vorzuführen.
Als diese Zeitschrift im Jahre 1885 begründet wurde, gab es nur eine thierärztliche Zeitschrift im Deutschen Reiche, welche sich der thierärzt- lichen Standesbestrebungen gelegentlich annahm. Durch Begründung unserer Zeitschrift wurde dem immer stärker hervorgetretenen Bedürfniss nach einem zeitgemäss eingerichteten thierärztlichen Fachblatte abgeholfen. Pas Bestreben unserer Zeitschrift, sowohl den wissenschaftlichen An- forderungen gerecht zu werden, wie auch in massvoller und sachlicher Weise die thierärztlichen Standesbestrebungen zu fördern, fand die weiteste Anerkennung von Thierärzten und Nichtthier- ärzten, wie u. A. hoher Staatsbeamten, Reichs- und Landtagsabgeordneten. Nur einzelne Per-
sonen, vornehmlich Lehrer an preussischen thier-
ärztlichen Unterrichtsanstalten, fanden sich durch
die objective Haltung dieser Zeitschrift in ihren Vertreter der thierärztlichen Standesbestrebungen,
Bestrebungen sehr getäuscht. Sie waren gewöhnt, „thierärztliche Standesbestrebungen“ mit ihren
Bestrebungen zu identifieiren und in wissenschaft-
lichen Dingen überall ihren Namen auch da mit grossen Lettern und in erster Reihe genannt zu sehen, wo er wenig oder gar nicht zu nennen
war. So geschab es, dass von dieser Seite zu- nächst heimlich alles Mögliche unternommen wurde, um das Unternehmen zu schädigen. Schliess- lich bekam der unterzeichnete Herausgeber dieser Zeitschrift von einem weniger betheiligten, jedoch diesen Kreisen nahe stehenden Herrn im März 1888 die vertrauliche, aber für die oben erwähnte That- sache sehr charakteristische Mittheilung, dass demnächst ein neues thierärztiches Blatt begründet werden würde. Der Brief schloss mit den Worten: „das haben Sie von Ihrem farblosen Verhalten“. Das diese Zeitschrift als farblos bezeichnet wurde, wird ihr, wie bisher, so auch ferner zur höchsten Auszeichnung gereichen. Was dann im Jahre 1888 geschah, wie plötzlieh ein pensionirter siebzig- jähriger Oberrossarzt als Redacteur der neuen Zeitschrift auftrat und erst später zwei Lehrer der Berliner thierärztlichen Hochschule, von denen Einer als verantwortlicher Redacteur zeichnete, öffentlich als Leiter der neuen Zeitschrift sich nannten, ist den meisten Lesern genügend be- kannt. Dass überhaupt eine Zeitschrift entstand, konnte von Niemand bemängelt werden, sind doch seit dem Jahre 1885 nicht weniger als vier neue thierãrztliche Zeitschriften, alle unter dem Motto: „einem hervorragenden Bedürfniss“ abzuhelfen. ent- standen. Aber wie jene neue Zeitschrift entstand, wie sie sich in die thierärztlichen Kreise einführte, wie sie wissenschaftliche und Standesfragen behandelte, das musste fortgesetzt die Aufmerksamkeit der
thierärztlichen Kreise erregen.
Sehr bezeichnend war es, dass ein so warmer
wie der verstorbene Dr. Schmidt-Mülheim, an-
gesichts solcher Vorgänge sich allmählich um
die Standesbestrebungen gar nicht mehr kümmerte.
Die Verhandlungen des letzten deutschen Veterinär-
rathes zeigten zum Theil wenigstens, wohin wir 1


