15. Oetober.

Thiermedieinisene Rundschau etec.

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geweihten anziehenden Reiz. Die genannten Präparate waren im bacteriologischen Laboratorium der Militär-Ross- arztschule vom Obör-Rossarzt Hell angefertigt worden. Betreffs der Abtheilung Fuhrwerke wollen wir nur erwähnen, dass dieselbe reichlich mit sehr gutem Material beschickt war. An der Ausstellung von Futtermitteln, Streu-

material und dazu gehörigen Maschinen hatten

sich die Firmen Spratt's Patent mit Salzlecksteinen, Pekert mit gepresstem Heu, Kleie und gequetschten Körnerfrüchten, von Hülsen mit getrockneter Getreideschlempe und getrockneten Bierträbern und Pallas mit Kraftfutter- kuchen betheiligt. Torfstreu hatten 3 und landwirthschaft- liche Maschinen 4 Fabriken ausgestellt

Tagesgeschichte.

In denMünchener Neuesten Nachrichten vom 15. September d. J. finden sich nachstehende Ausführungen:

Weit über die Grenzen Bayerns hinaus ist der Feier des hundertjährigen Bestehens der k. bayerischen Cen- tralthierarzneischule ehrende Aufmerksamkeit gewidmet worden und gelegentlich des Festactes im ehrwürdigen Rath- haussaale zu München hat sich gezeigt, welch grosser Werth der Thierheilkunde beizulegen ist, indem aus ganz

Deutschland, Oesterreich, der Schweiz ete. etc Vertreter

der Wissenschaft zu dem Jubelfeste abgeordnet worden waren. Besonders erfreulich war die Antheilnahme des

Gensralkomités des landwirthschaftlichen Vereins in Bayern

an dem Jubelfeste, denn Landwirthschaft und Phierheil- kunde sind die unzertrennlichsten Schwestern und wie sie sich in Bayern unterstützen und ergänzen, das bringt Generalsekretär, Professor Otto May im Julihefte 1890 der Zeitschrift des landwirthschaftlichen Vereins in Bayern auf Seite 503 in trefflichen Worten zum Ausdruck. Pro- fessor May sagt:

Die Landwirthschaft steht in engster Beziehung zur Thierheilkunde. Wenn der Landwirth Rath und Hilfe des Thierarztes bedarf, so handelt es sich zunächst um die Heilung kranker Thiere, um die Erhaltung des Lebens werthvoller Nutzthiere oder auch um Anordnung und Aus- führung von gesetzlichen Schutzmassregeln gegen Verbrei- tung von ansteckenden Thierkrankheiten und Seuchen. Pie in dieser Beziehung zu erfüllende Aufgabe ist Berufspflicht des Thierarztes. Diese perufliche und amtliche Thätigkeit macht die Wirksamkeit des Thierarztes, namentlich auf dem Lande, äusserst werthvoll und nutzbringend, aber von nicht minderer Bedeutung ist auch der Pinfluss des Thierarztes auf die Zucht der Thiere und auf die Gesunderhaltung derselben.... Anleitung zur richtigen Auswahl der Zucht- thiere und zur entsprechenden Pffege der Viehbestände, Beihilfe zur Erwerbung oder Verwerthung von Zuchtthieren, sachverständiger Beirath bei Musterung und Prämiirung zur Preisbewerbung mit Zuchtthieren, die verdienstvolle Abhaltung von pelehrenden Vorträgen in landwirthschaft-

lichen Vereinsversammlungen, die so schätzenswerthe Mit-

wirkung bei den Bestrebungen und Unternehmungen der

Verwaltungsorgane des landwirthschaftlichen Vereins zur

Förderung der landwirthschaftlichen Interessen... dieser verdienstvollen Thätigkeit noch besondere Anerkennung zu zollen, möchten wir in freudiger Erinnerung an das jüngst gefeierte hundertjährige Jupiläum der k. bayerischen Cen- tralthierarzneischule, nunmehrigen k. thierärztlichen Hoch- schule nicht unterlassen, durchdrungen von dem Wunsche, dass auch bei dem Fluge nach den höchsten Zielen der Wissenschaft ein ferneres gedeihliches Zusammenwirken zum Segen der Landwirthschaft stattfinden möge!

Wenn nun die Landwirthschaft ihre enge Verbindung

mit der Thierheilkunde anerkennt, weun die Landwirthe

den Thierärzten ein so ehrenvolles Zeugniss ihrer viel-

seitigen Inanspruchnahme und verdienstlichen Leistungen auszusprechen in der glücklichen Lage sind, dann müsste man der Meinung sein, dass die Landwirthe auch sicher sind, dass solch tüchtige Thierärzte ihr immer und allzeit

erhalten bleiben. Das ist jedoch in Bayern bis zur Stunde

nicht der Fall und eine Sicherheit für die Erhaltung eines solchen Veterinärpersonals, wie es z. Z. zum Glücke des Landes vorhanden, ist aus dem Grunde nicht geboten, weil die Thierärzte nicht in den Verhältnissen sich befinden, in welche sie unbedingt gebracht werden müssen.

Die bayerischen Bezirksthierärzte beziehen vom Staate als amtliche Thierärzte einen minimalen Gehalt und für die

Besorgung der Seuchengeschäfte ist ihnen ein Aversum ausgesetzt, mit welchem dieselben nicht einmal ihre Baar- auslagen für Reise und bescheidenste Zehrung zu bestreiten

in der Lage sind. Bayerns Bezirksthierärzte, welche im Interesse der Landwirthschaft ihre Gesundheit und ihr Leben

bei Seuchen Hunderte Male in Gefahr bringen, sind in der traurigen Lage, in eine trübe Zukunft zu schauen, wenn sie im Dienste der Landwirthschaft berufsunfähig geworden eind; die Wittwen bayerischer Bezirksthierärzte haben ausser einer Unterstützung von 300 Mk. aus dem hauptsächlich vom Staate geschaffenen Unterstützungsvereine für die Hinterbliebenen bayerischer Thierärzte zu gewärtigen, im Falle von Erwerbsunfähigkeit der öffentlichen Wohlthätig- keit zur Last zu fallen. Nicht einmal die Kreisthierärzte in Bayern haben die Dienstespragmatik, auch sie sind

Funktionäre, lediglich der Landesthierarzt ist pragmatischer

Beamter und hat eine ausgesprochene Rangstelle.

Die Landwirthschaft Kann daher nicht nur konstatiren, dass die Thierheilkunde ihr in vieler Beziehung sehr nütz- lich und nothwendig ist, sondern sie ist auch in der Lage, anerkennen zu müssen, dass die Thierärzte seither es als ihre Fhrenpflicht betrachteten, den Landwirthen sich so entgegenkommend zu zeigen als es nur möglich war und aus diesem Grunde ist es wohl zunächst Pflicht der Land- wirthschaft, in dieser Bezichung ihrerseits eine Ehrenschuld abzutragen und die Kreis- und Bezirksthierärzte in Ver- hältnisse zu bringen, welche im Einklange mit deren Auf- gaben und anerkannten Leistungen stehen. Wenn die Thier-. ärzte sich bis jetzt so anerkennenswerth verhalten haben, so wird es jedenfalls hauptsächlich deshalb geschehen sein, um durch nie erlahmendes Pflichtgefühl den Stand stets ehrenvoll erscheinen zu lassen und zu erhalten; ob aber dieser Ehrgeiz immer sich so allgemein unter den Thier- ärzten äussern wird, wenn sie auch ferner sehen, dass sie es im Leben nie vorwärts bringen, ist doch ungewiss.

Die thierärztliche Hochschule kann nur dann etwas leisten, wenn ihr gute Kräfte zugeführt werden und diese werden nur in dem Falle sich dem thierärztlichen Studium zuwenden, wenn ihnen Aussicht geboten ist, im späteren Leben eine Stellung einzunehmen, welche ihrer Ausbildung und ihrem verantwortlichen Berufe, sowie ihren Leistungen entsprechend ist. Solche Kräfte sich zu sichern, ist für die Landwirthschaft ein Gebot der Selbsterhaltung, denn ohne gut gebildete Thierärzte wird die Landwirthschaft ebenso wenig gedeihen, wie die Thierheilkunde ohne die Land- wirthschaft gedacht werden kann. Gedeiht die Landwirth-

schaft, insbesondere auf dem Gebiete der Thierzucht, dann nehmen auch Handel und Gewerbe Theil an dem Wohl- stande des Landwirthes; hat der Staat tüchtige verlässige Veterinärbeamte, dann wird auch der Arbeiter und Städter Vortheil aus dieser Kategorie von Staatsorganen ziehen, insofern durch eine gute Lebensmittelpolizei viele Schäd- lichkeiten auch vom Menschen ferngehalten werden, welche zahlreiche Opfer forderten, als das Veterinärwesen noch auf einer tieferen Stufe stand wie heute. Die Landwirthe haben im landwirthschaftlichen Vereine, der in Bayern in hoher Blüthe steht und schon so Vieles geleistet hat, ein treffliches Mittel durch Vorstellungen, Seien sie an die Regierung oder an die Volksvertretung

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