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Thiermedicinische Rundschau etc.

1890 N0 23

der Pietät deutscher Thierärzte die Weihe zu geben. Er gab sodann ein Bild der Thätigkeit des Denkmal-Comités und würdigte in eingehend gezeichnetem Lebensbild die Verdienste Gerlach's um den thierärztlichen Stand und die thierärzt- liche Wissenschaft.

Auf ein Zeichen des Redners fiel dann die Hülle von dem Denkmal, während Fahnen und Schläger sich senkten und die Häupter sich ent- plössten. Noch cinmal erinnerte der Festredner an die Bedeutung der Thätigkeit Gerlach's für den thierärztlichen Stand. Dann an die Gönner und Förderer des Denkmals sich wendend, dankte der-

selbe Allen, die das Werk gefördert haben und

schloss mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf den deutschen Kaiser.

Nach dem Gesange einer von Musikdirektor Krause componirten HymneSchwinge Dich nahm als Vertreter der thierärztlichen Hochschule der Rektor derselben, Professor Schütz das Wort, um das Denkmal in treue Ophut zu nchmen. Die Hochschule werde das Denkmal stets in Ehren halten. Lehrer und Schüler derselben werden sich beim Anblick desselben stets vergegenwärtigen, was Gerlach dem thierärztichen Stande und der thierärztlichen Wissenschaft gewesen ist. Allen soll das Standbild stets eine Mahnung sein, im Geiste Gerlach's zu streben und zu arbeiten.

Als Vertreter der deutschen thierärztlichen Ver- eine widmete dann der Vorsitzende des Deutschen Veterinärrathes, Oberregierungsrath Dr. Lydtin, dem Andenken Gerlach's tief ergreifende Worte der Anerkennung und legte im Namen der deut- schen Thierärzte einen prächtigen Lorbeerkranz am Denkmal nieder. Selbstlose Pflichterfüllung. eiserner Fleiss, edle und aufrichtige Begeisterung für seinen Beruf und seine Wissenschaft, strenge Wahrheitsliebe seien diejenigen Tugenden Ger- lach's gewesen, die ihn zum hervorragenden

Schriftsteller, unvergleichlichen Lehrer und tüch- Geb. 15. Mai 1811.

tigen, für seinen Stand begeisterten Thierarzt

gemacht hätten. Mögen diese Tugenden, betonte Redner, wohl etwas an gegentheilige gegenwärtige Verhältnisse denkend, auch künftig die Weg- weiser sein, fernere Bestrebungen zu erreichen.

In grosser Zahl traten nunmehr einzelne Per- sonen und Deputationen heran, um Kränze am Fusse des Denkmals niederzulegen, u. A. Professor Esser im Namen des Denkmal-Comités, Professor Berdez aus Bern im Namen der schweizer Thier- ärzte, Professor Krabbe aus Kopenhagen, dann die einzelnen studentischen Deputationen.

Das bekanntlich von Otto Panzner in Dresden entworfene und C. A. Bierling in Dresden in Erz gegossene Denkmal steht auf einem hohen Sockel von rothem Granit, von der Firma Kessel Roehl geliefert. Ohne gesuchtes Pathos in

Kleidung und Geberde hat der Künstler den schlichten und doch energischen Mann in fester, aufrechter Haltung dargestellt. Nur der mit dem Ausdruck concentrirter Geistesarbeit angethane Kopf. dessen stattlicher Schnurrbart vielleicht zu stark militärisch gehalten ist, erscheint etwas geneigt. Das Gesammtbild des Gefeierten zeigt ihn uns in seiner Lehrthätigkeit. Die Linke hält ein Lehrbuch, in das ein Finger derselben gelegt ist und stützt sich mit diesem auf eine zu Seiten der Statue stehende Säule. Die Rechte ist halb erhoben und gleichsam die lehrenden Worte unterstützend nach vorn gestreckt, während der Kopf mit seinen wohlgetroffenen, ausdrucksvollen Gesichtszügen leicht zur Seite geneigt ist. An der Vorderseite trägt der Sockel die WorteAn- dreas Christian Gerlach. Auf der Rückseite findet sich als Widmung:Die deutschen Thier- ärzte Berlin 1890*.

Mit Absingung des Mendelsohn-LiedesZeiten- wende war die Feier geschlossen.

Bei dieser Gelegenheit sei übrigens hervor- gehoben, dass dem Andenken Gerlach's bereits früher ein kleines würdiges Denkmal von seinen Freunden in Berlin gewidmet worden ist. Das- selbe steht an seinem Grabe auf dem Dorotheen- städtischen Kirchhof in der Liesenstrasse, wo um jene Tage der Feier in Berlin manches Zeichen liebevoller Erinnerung niedergelegt wurde. Port erhebt sich ein hoher Sandsteinbau mit Säulen und ornamentaler Krönung, an dessen Vorderseite das lebenswahre Reliefporträt des Verewigten in Bronze gegossen sichtbar ist. Unter dem Bilde befindet sich eine Marmortafel mit der Inschrift:

Hier ruht Andreas Christian Gerlach, Geheimer Medicinalrath und Professor, Direktor der Königlichen Thierarzneischule zu Berlin. Gest. 29. August 1877.

(Schluss folgt.)

Anatomie und Physiologie.

Ueber die insensible Perspiration der Haut.

Von Unna-Hamburg.(Congress für innere Mediein.)

Ueber die Folgen der Hautfirnissung und deren Ursachen herrscht bei den Physiologen noch immer keine Einigung. Da in neuerer Zeit eine Reihe von firnissartigen Bedeckungen Ein- gang in die Dermatotherapie gefunden haben, so ist es Pflicht der Dermatologen sich ebenfalls mit den Folgen der Firnissung der Haut eingehend zu beschäftigen.

Deckmittel, deren Resorption nicht ernstlich in Frage kommen kann, haben das Gemeinsame,