Thiermedicinische Rundschau etec.

1889 o 1

II. Wenn die Untersuchung an einem über 2 km von ihrem Wohnorte entfernten Orte vorgenommen worden ist: die in dem oben erwähnten Gesetze bezw. in der Ver- ordnung vom 17. September 1876(G. S. S. 411§2, II 2 B) bezeichneten Reisekosten, sowie an Gebühren:

für 1 20 Thiere 6 Mk. für 61 70 Thiere 21 Mk.

Neben dieser Vergütung dürfen weder Tagegelder noch besondere Gebühren für die Ausstellung des Befundscheines zum Ansatz gebracht werden, es sei denn, dass ein Vieh- importeur in seinem Interesse die Ausstellung mehrerer Befundscheine beantragt In solchem Falle ist für jeden weiteren Befundschein eine Gebühr nach§ 3 No. 7 des Gesetzes vom 9. März 1872 zu berechnen.

Gehört ein Viehtransport mehreren Besitzern, oder werden ausserhalb des Wohnortes des beamteten Thierarztes an ein und demselben Tage und Orte Untersuchungen im Interesse mehrerer Betheiligter vorgenommen, so sind die zu berechnenden Gebühren, bezw. die Reisekosten auf die letzteren entsprechend zu repartiren.

Tagesgeschichte.

Die Haupt-Versammlung des Thierärztlichen Provinzial-Vereins für Posen findet am 13. October d. J. im Hötel de Rome zu Posen statt. Aus der Tagesordnung: Bericht über die VI. Versammlung des Deutschen Vete- rinärrathes. Beschlussfassung über die Betheiligung des Vereins an der Centenarfeier der thierärztlichen Hochschule in Berlin Beschlussfassung über die Feier des 50 jährigen Thierarzt-Jubiläums eines Vorstandsmitgliedes des Vereins. Ueber die operative Behandlung des sog. Kehlkopfpfeifens

der Pferde(nach Prof. Dr. Moeller-Berlin): Dep.-Thier-

arzt Heyne-Bromberg.

Bücherschau.

Bericht über die Schutzimpfung gegen Rauschbrand und über die entschädigten Milzbrandrälle im Kanton Bern während der Jahre 1886, 1887 und 1888. Im Auftrage der Direction des Innern des Kantons Bern verfasst von E. Hess, Professor der Thierarznei- schule. Bern. Stämpfli'sche Buchdruckerei.

Aus dem interessanten Bericht des bekannten fleissigen

Autors entnehmen wir folgende Angaben. Der Grosse Rath

des Kantons Bern hatte 1884 beschlossen, an Rauschbrand

Amtssit? Heinrichswalde.

gefallene Thiere nur dann zu entschädigen, wenn das Thier

innerhalb der letzt verflossenen 14 Monate mit Rauschbrand- gift geimpft ist. In Folge dessen waren im Jahre 1886 15 356, im Jahre 1887 14890 und im Jahre 1888 13749 Thiere geimpft worden. Es sind nun im Jahre 1886 von 11817 ungeimpften 276, dagegen von 11 304 geimpften nur 63 zu Grunde gegangen; ferner 1887 199 von 12398 ungeimpften, dagegen nur 45 von 10723 geimpften; 1888 gingen 157 von 13 134 ungeimpften Thieren und nur 35 von 9987 geimpften zu Grunde. Bezüglich der Milzbrand- impfungen, welche nach der Methode von Ghauveau aus-

geführt wurden, zeigte sich kein Nachtheil in Folge der Impfung in den betreffenden Stallungen. Es zeigen die Ergebnisse der Schutzimpfungen gegen Rauschbrand und Milzbrand demnach, dass dieselben in Gegenden, wo die Seuchen stationär sind, mit Nutzen angewendet werden können. Im Uebrigen müssen wir auf die Schrift selbst verweisen.

Personalien.

Anstellungen und Ernennungen. Der Kreis-Thierarzt Herz zu Weener zum Kreis-Thierarzt des Kreises Leer. Der Thierarzt Julius Eekardt zu Berlin zum kommis- sarischen Kreis Thierarzt für die Kreise Neuss und Greven- broich. Der Thierarzt Kayser zu Berlin zum kommis- sarischen Kreisthierarzt des Kreises Pr. Stargard. Der Kreisthierarzt Wenderhold zu Siegen zum Kreisthierarzt für die Kreise Lüneburg(Stadt und Land) und Bleckede

und gleichzeitig zur kommissarischen Verwaltung der De-

partements-Thierarztstelle für den Regierungsbezirk Lüneburg. Niederlassungen: Thierarzt Boelke in Beichenau in Sachsen

Offene Stellen.

Offene amtliche Stellen.

Kreisthierarztstelle des Kreises Niederung. Gehalt 900 Mk. Bewerbungen bis 1. October an den Herrn Regiernngs-Präsidenten in Gumbinnen.

Kreisthierarztstelle des Kreises Wittlich. Be- werbungen bis 12. October an den Herrn Regierungs-Prä- sidenten in Trier.

Distriktsthierarztstelle in Egling. Landberg i. Bayern.)

(Bezirksamt

Briefwechsel.

Herrn T. in L. Eine zwar langsame, aber sichere und ungestörte Narkose mit Chloroform wird beim Menschen herbeigeführt durch Anwendung einer Mischung, bestehend aus Chloroform 100,0, Alcoh. abs. Aether sulf. ana: 30,0.

Herrn P. in D. Bisher ist ein solches Buch nicht erschienen.

Herrn B. in D. Wir wollen dieserhalb Erkun- digung einziehen.

.* 6 5 Aur freundichen Beachtung.

Um Verzögerungen zu vermeiden, er- suche ich nochmals, alle Zuschriften, Zusendungen von Tauschexemplaren u. s. w. au mich nicht mehr nach Halle, sondern nach Kiel adressiren zu wollen.

Kiel, Ende September 1889.

Dr. G. Schneidemühl, Docent an der Universität.

Für Badbergen und Gehrde(Han- nover) ist die Thierarztstelle vacant. Offerten beliebe man an(212) E. Wiebold., Badbergen, zu senden.

Thiermedicin. Vorträge. Herausgegeben von Dr. Georg Schneidemühl in Kiel. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen.

Aurich, den 14. September 1889.

Die Stelle des Kreisthierarztes des Kreises Weener, zu dessen Hauptthätigkeit die Untersuchung (ea. 12 000 Stück pro Jahr) gehört, kommt in allernächster Zeit zur Erledigung. Mit dieser Stelle ist ein Jahresgehalt von 600 Mk. verbunden.

Geeignete Bewerber werden ersucht, ihre Bewerbungen unter Beifügung

der Approbation und eines Lebens)aufes innerhalb 6 Wochen bei mir einzureichen.

des aus Hollend eingeführten Rindviehs

Der Regierungs-Präsident. B

Druck und Verlag von Wilhelm Knapp in Halle a. S.