Thiermedicinische

Bd. III. No 23. 188889.

Herausgeber a Expedition Dr. B. Ichleidenühl Wilh. IIadp's Verlag in Kiel. Halle a. S.

der

vergleichenden Pathologie und des gesammten Veterinär-Medicinalwesens.

Bleichaeitig Organ zur Vertreiung der Interessen des ihierärztlichen Standes. Neue Folge der im Jahre 1885 begründetenRundsehau auf dem Gebiete der Thiermediein«.

2 Die Rundschau erscheint alle 14 Tage in der Beiträge für den redactionellen Theil wolle man Stärke von 1 ½ Bogen. Der Abonnementspreis pe- direct an den Herausgeber, Annoncen u. Correcturen trägt 2,50 Mk. pro Viertelſahr und ist dieselbe durch Den 1 September 1889. an den Verleger senden. Inserate werden mit 20 Pf. Wilhelm Knapp in Haile a. S. und durch jede die 3 gespaltene Petitzeile berechnet. Bei Wieder- Buchhandlung zu beziehen. holungen hoher Rabatt. Beilagen nach Pberatuntt

Inhalt. Plessow: Ein pustulöses Exanthem der Schafe. Schreiber: Fine Entropiumoperation beim Hunde. Hoffmann-Wellendorf: Enthält die Expirationsluft gesunder Menschen ein flüchtiges Gift? Wyssokowitsch:

Ueber die Durchgängigkeit der Lungen für Bakterien. Afanassieff und Schultz: Ueber Actinomycosis. Stift: Versuche über den Einfluss des Saccharins auf die Verdauung. Müller: EFinige neuere Ersatzmittel für Jodoform. Rasskin: Zur Frage über die Aetiologie des Scharlachs. Auszug aus dem Bericht der XV. Generalversamm- lung des thierärztlichen Provinzial-Vereins für Posen. Auszug aus dem Bericht der XXII. Generalversammlung des Vereins kurhessischer Thierärzte, abgehalten zu Cassel am 30. September 1888. Kleine Mittheilungen. Tages- geschichte. Personalien. Offene amtliche Stellen. Offene nichtamtliche Stellen. Anzeigen.

Nachdruck ohne Genehmigung des Herausgebers verboten. (Reichsgesetz v. 11. Juni 1870.)

Ein pustulöses Exanthem der Schafe.

Von Fritz Plessow, pract. Thierarzt in Wansen, Schles.

Am 26. Juni cr. wurde ich nach einem in der licher, theils mehr runder Form. Dieselben sind Nähe meines Wohnortes liegenden Dominium ge- bräunlich glänzend, trocken und treten aus ihrer rufen, um über eine in grösserem Umfange unter Umgebung schildförmig hervor. Die grösseren den Schafen ausgebrochene Krankheit meine Mei- reichen mehr oder weniger weit auf die Fläche nung zu äussern. Der Director, der mehrere der Opber- und Unterlippe hinauf. Entfernt man Güter umfassenden Herrschaft, welcher sich die besagte Krustenbildungen von der Unterlage, so kranken Thiere vor meiner Consultirung angeschen Leigt sich eine etwas unebene Fläche. welche mit hatte, äusserte mir gegenüber den Verdacht auf einem schmierigen, grünlichgelben, faulig riechen- Pocken. Die kranken Schafe waren einige Tage den Fiter bedeckt ist. Die Lippen und die nächst- nach Ausbruch der Krankheit vom Inspector in gelegene Maulschleimhaut sind nur wenig ge- einen besonderen aber von den benachbarten schwollen und geröthet. Ausfluss aus Augen und Schafen nur durch eine Gittervorrichtung getrenn- Nase pesteht nicht, ebenso wenig wird Speichel ten Raum gebracht worden. Fine gegenseitige beobachtet. Am liebsten nehmen die Thiere Hafer Berührung war dadurch noch immer leicht mög- zu sich, stengeliges Heu und Stroh wird wegen lich. Sämmtliche kranke Schafe, etwa 40 an der Schmerzen, welche deren Aufnahme verur- der Zahl, sind vor einigen Wochen geschoren; sacht, verschmäht. sie haben ohne Ausnahme eingefallené Hunger- Ganz dieselben Krankheitserscheinungen hatte gruben. In ihren Bewegungen, ihrem Blick ete. ich pereits Gelegenheit im Winter auf einem an- zeigen sie dagegen die gewöhnliche Munterkeit. deren Dominium derselben Herrschaft zu beobach- Die Mastdarmtemperatur sowohl wie die Puls- ten. Damals hatte sich jedoch die Krankheit, da frequenz ist nur pei wenigen etwas erhöht. Um schnell hinreichende Separationsvorkehrungen ge- die Maulspalte herum und zunächst dem Rande, troffen waren und eine Behandlung eingeleitet welcher die äussere Haut von der Maulschleim- wurde, etwa auf 10 Schafe beschränkt. haut trennt, aufsitzend, bemerkt man erbsen- pis Die Beantwortung der Frage nun, zu welcher haselnussgrosse Krustenbildungen in theils läng- bereits in Lehrbüchern peschriebenen Krankheit

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