15. August.

Thiermedieinische Rundschau etc.

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derungen allein und längere Zeit existiren können und dass sie übersehen werden bis zu dem Zeit-

punkte, wo sie durch ihre Umfangsvergrösserung

die Nachbarorgane stören. noch wurde das Thier als das gesundeste unter vielen anderen ausgewählt.

Aber auch innere Drüsen können afficirt wer- den, besonders die Bronchial- und Mesenterial- drüsen. à) Hypertrophie der ersteren zeichnet sich

durch Störungen der Respiration und Circulation

(Stauung der Jugularvenen, venöser Puls) etc. ete. aus. eigenartige Indigestion ein Zeichen der Krank- heit, sie erscheint intermittirend: wenn einmal leichte Besserung eintritt, so verschwindet diese wieder nach dem nächsten Futter.

Ich verweise ferner auf die Schlüsse, welche aus dem Zustande des Euters, der Vulva und des Gebärmutterhalses gezogen werden können.

Wenn das Gesagte nochmals kurz zusammen- gefast wird, so geht daraus hervor: Jedes Krank- heitssymptom sollte mit der grössten Sorgfalt untersucht werden.

Es wird bemerkt worden sein, dass ich bis- her noch nicht von der mikroscopischen Unter- suchung und der Cultur aus dem Nasenausfluss und der Drüsenveränderungen gesprochen habe.

Bei der Hypertrophie der letzteren ist die

68 Wochen vorher

fanden.

Ich that dies absichtlich, denn ich denke dass

z. Z. die Mehrzahl der Practiker suchungen noch nicht in der richtigen Weise anstellen kann, obwohl solche Mittel vom Stand- punkte der Diagnose aus nicht zu verachten sind. Der Thierarzt, welcher nach der von mir ange- gebenen Untersuchungsmethode noch Zweifel hegen sollte, kann ja etwas Tracheal-Schleim nehmen, die Drüse probeweise punktiren und die gewonnenen Producte einer kompetenten Persön- lichkeit übermitteln.

Ich bin überzeugt, dass meine Collegen bei aufmerksamer und wiederholter Untersuchung sehr schnell in der Lage sein werden, auf dem ange- deuteten Wege eine grosse Zahl von tuberkulösen Thieren herauszufinden. Allerdings werden auch

nicht soviel, als man glaubt, und ich bin der Ueberzeugung, dass in der Mehrzahl der Fälle die Diagnose der Perlsucht weniger schwierig ist, als es allgemein angenommen wird.

¹) Kürzlich hatten wir bei der Schlachtung eines 1 jährigen Bullens, welcher zur Gewinnung von Vaccine im Karlsruher Schlachthause verwendet worden war, tuber- kulöse Veränderungen in den Bronchialdrüsen gefunden, ohne dass in der Lunge oder anderen Organen ähnliche Producte vorhanden waren. Die verkästen Drüsen beher- bergten zahlreiche Tuberkelbacillen.

(Red. der bad. Th. Mitth. ²)

diese Unter-

scheidewand

Zur Behandlung der Druse. von Kagel.(Zeitschr. für Veterinärkunde Nr. 4)

Verf. hat in den Monaten Juli und August 1888 vielfach Gelegenheit gehabt, die Druse mit laryngealen und pharyngealen Injectionen zu be- handeln. Das Verfahren, welches K. dabei ein- schlug, weicht jedoch von dem sonst üblichen ab, da neben Anwendung der pharyngealen Heil- methode auch Einreibungen des Kehlkopfes statt- Ueber sein Verfahren macht Verfasser folgende Angaben:

Ieh mache die Einspritzungen von den Nasen- höhlen aus. Hierzu benutze ich einen ca. 60 em langen, dickwandigen, mit kleinem Lumen ver- schenen Gummischlauch, wie ähnliche den aus Wien bezogenen KühlapparatenLeiter's Patent beigegeben sind, führe denselben vorsichtig in die Nasenöffnung ein, ihn allmählig die Nasen- entlang weiter schiebend bis zum

oberen Ende der Nasenhöhle, was sich die Pa-

menge(100 g) injieirte,

tienten ruhig gefallen lassen. Indem äich nun den Schlauch in dieser Lage durch einen Ge- hilfen festhalten lasse, führe ich in das untere, freie Ende desselben eine mit einer dünnen Canüle versehene Wundspritze ein und drücke dieselbe schnell aus. Nach erfolgter Injection fliesst ge- wöhnlich ein Theil der Flüssigkeit durch beide Nasenöffnungen wieder heraus; viele Pferde husten wiederholt und werfen grössere Schleimmassen aus und fast alle machen Kau- und Schluck- bewegungen. Nachtheilige Folgen habe ich bei diesem Verfahren bisher nicht beobachtet. Bei 3 Pferden, denen ich eine grössere Flüssigkeits- trat alsbald heftiger Husten und erhöhte Athemnoth ein, Erscheinungen, welche jedoch nach ungefähr 5 Minuten wieder zurückgingen.

Als Einspritzung habe ich bei einzelnen Pferden eine Kochsalzlösung 0,5: 100,0, bei

anderen Sublimatlösung 1: 1000, in der Mehr-

zahl der Fälle aber eine Lösung von Kalium hypermanganicum 1: 300 verwendet. Bezüglich der Wirkung gehen meine Be-

obacht dabin, dass ich dem Kal. hypermangan. schwierige Fälle und Irrthümer unterlaufen, aber. n Ib 8

den Vorzug geben muss. In einzelnen Fällen setzte ich letztgenannter Lösung noch Ferrum sulfurie. 1,0 hinzu, also 1,0 Kal. permanganiec., 1,0 Ferrum suflfuric., 300 350,0 Flusswasser. Meist spritze ich 40 60 g Flüssigkeit ein. Dass bei diesem Verfahren neben den oberen Partien der Nasenhöhle auch sicher die Rachen- höhle von der injicirten Flüssigkeit getroffen wird, lässt sich an dem Ausfliessen derselben aus dem anderen Nasenloch, an dem nachfolgenden Husten und an den eigenartigen Schluck- und Kau- bewegungen. die bei der Mehrzahl der Pferde auftraten, erkennen. Sollten diese Erscheinungen