10 Thiermedicinische Rundschau etc.

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Insekt nicht unbeträchtliche Verluste, weil bei den von der Dasselfliege heimgesuchten Rindern durch den in der sog. Dasselbeule sich vollziehenden Eiterungsprocess der Fleischansatz bezw. die Milchproduktion beeinträchtigt wird. Ich bin daher der Frage nähergetreten, ob es Mittel zur Bekämpfung des Insekts giebt, deren Anwendung den Vieh- haltern empfohlen werden könnte. Nach dem Gutachten der angehörten Sachverständigen ist zwar eine gänzliche Vertilgung der Dasselfliege nicht zu erreichen; aber es würde zur wesentlichen Verminderung derselben beigetragen werden können, wenn die Rinder vor dem Auftrieb auf die Weide im Frühjahr, etwa im Monat April, auf das Vor-

handensein von Dasselbeulen untersucht und in der Jahres-

zeit, während welcher das Insekt schwärmt, also von Juni bis September mit der Kartätsche häufig abgeputzt würden. Die bei der Untersuchung der Rinder gefundenen Larven des Insekts müssen aus den Beulen ausgedrückt und sorg- fältig vernichtet werden. Das Abputzen der Rinder mit der Kartätsche würde wöhrend der Monate Juni bis September möglichst an jedem Morgen vorzunehmen sein, um dadurch die etwa an den Haaren der Rinder klebenden Eier der Dasselfliege zu entfernen, bevor die Larven aus ihnen aus- kriechen und sich in die Haut einbohren können. Da durch die Bearbeitung mit der Kartätsche auch Staub und Schmutz von der Haut entfernt und deren Thätigkeit belebt wird, so wird hiermit gleichzeitig die Milchsekretion ge- steigert und das Wohlbefinden der Thiere gebessert werden.

Bezüglich der Anwendung alter Eserinlösungen fand Albrecht ebenso wie Jungers, dass längere Zeit auf- bewahrte Eserinlösungen oft von viel stärkerer Wirkung sind, als frisch bereitete.

Bändigungsmittel für Pferde. Um störrige Pferde zum Amiehen zu bewegen, soll oft genügen, wenn man ihnen ein Brocken Erde ins Maul steckt. Die Auf⸗ merksamkeit wird dann hierauf gelenkt und das Thier setzt sich leicht in Bewegung.

Als Excitantien bei Collapsus empfiehlt Zuelzer Aether sulphuricus, Oleum camphoratum(Camph. 1 Th., Ol. provenc. 9) und ätherische Campherlösung(Aether suf. mit Campher gesättigt). Aether und ätherische Campher- lösung können subeutan in grossen Dosen angewendet werden. Die Schmerzhaftigkeit ist nicht sehr erheblich. Man injicirt am besten von reinem Aether in die Haut etwa 1 ce. und darüber, im Ganzen also 45 cc.

(Der praktische Arzt 1887.)

Pie Nmphomanie bei Stuten behandelte Be- zirksthierarzt Imminger häufig mit gutem Erfolge durch Verabreichung von Kalium bromatum. 60,0 wurden täg- lich längere Zeit fort gegeben und Wiederbrauchbarkeit der sehr heruntergekommenen Thiere erzielt.

(Wochenschr. für Thierh. und Viehz. 1888.)

DPiarrhos der Kälber behandelte Bezirksthierarzt Imminger mit Resorcin. 8 12 g wurden in ½ Liter lauem Wasser gelöst und in 3 4 Stunden verabreicht. Ebenso wurde die Tympanitis der Kälber geheilt, indem man 8 15 g in 38 Liter Wasser gelöst in die Trokar- öffnung mittels Trichter infundirte. Wichtig ist, dass das Präparat rein ist. Die Thiere müssen nachher mit gekoch- ter Milch ernährt werden.

Cacaoschalen als Futtermittel für Pferde empfiehlt Zipperer Geitschrift für Pferdekunde und Pferde- zucht No. 7, 1888). Im Jahre 1886 wurden in Deutsch- land 73722 Ctr. Roh-Cacao eingeführt. Der Preis von 50 kg Cacaoschalen beträgt jetzt 68 Mark. Der Preis kommt denjenigen Futtermitteln, welche eine ähnliche Zu- sammensetzung zeigen(Hafer) durchaus gleich. Wichtig ist für die Bedeutung als Futtermittel, dass in den Cacao- schalen das Alkaloid Theobromin enthalten ist, das in Cacao und Chokolade geschätzt wird. Z. hält eine Gabe von 1 kg pro Tag als Beifutter unter den Hafer gemischt,

in zwei Abtheilungen am Tage gegeben, für angezeigt. Wegen der erregenden Wirkung des Theobromins auf Centralnervensystem und Herzthätigkeit verspricht sich Z. günstige Erfoige von der Beigabe der Cacaoschalen in Pällen, wo(bei Mannöver, Krieg) hohe Ansprüche an Kraft und Ausdauer an die Pferde gestellt werden. Das Futtermittel verdirbt weder durch längere Aufbewahrung noch durch Nässe.

Tagesgeschichte. Die Section für Veterinirmedicin in der dies- jährigen Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte hat den Erwartungen durchaus entsprochen, welche man für die diesjährige Versammlung hegte. Es haben sich etwa 40 Mitglieder eingetragen. Ueber die Verhand- lungen der Section für Veterinärmedicin werden wir in nächster Nummer berichten.

Pie nächste Sitzung der Centralvertretung der thierärztlichen Vereine Preussens soll am 17. Noy. in Berlin stattfinden. Von Gegenständen der Tagesordnung heben wir hervor: Die Errichtung eines Gerlach-Denkmals: Ref Dr. Steinbach-Münster. Die Einrichtung von Ehren- gerichten in den thierärztlichen Vereinen Preussens: Ref. Prof. Dr. Esser-Göttingen. Der Rang des Kreisthierarztes

gef. Dr. Albrecht-Berlin und die Stellung des Militär- thierarztes im deutschen Heere: Bef. Dr. Steinbach- Münster.

Pie Versammlung des Vereins schlesischer Thierärzte findet am 14. October d. J. in Breslau im Logenhause statt. Aus der Tagesordnung: Besprechung über die Gewährleistung beim Vichhandel nach dem Ent- wurfe des deutschen bürgerlichen Gesetzbuches. Die Stellung der Schlachthausthierärzte.

Per deutsche Juristentag hat bei seiner dies- jährigen Versammlung in Stettin in Bezug auf die Frage: Welche Bestimmungen empfehlen sich zur Auf- nahme in das Allg. bürgerl. Gesetzbuch bezüg- lichder Gewährleistung für Viehmängel folgenden Antrag angenommen:

Der Juristentag wolle beschliessen, es nicht für angemessen zu erachten, die Gewährleistung für Mängel bei einzelnen Hausthieren auf bestimmte, gesetzlich oder durch Verordnung festzustellende Hauptmängel zu be- schränken und die Gewährleistungspflicht an die Voraus- setzung zu knüpfen, dass diese Hauptmängel innerhalb bestimmter, gesetziich oder durch Verordnung fest- zustellender Fristen zum Vorschein kommen, vielmehr es für wünschenswerth zu erachten, dass die allgemeinen Grundsütze des Entwurfs über die Gewährleistung bei Mängeln im Wesentlichen auch auf die Veräusserung von lebenden Thieren Anwendung finden.

PDie Rönigliche Regierung in Gumbinnen hat im Amtsplatt eine Belehrung über den Rothlauf der Schweine erlassen. Für die Pesinfection wird Sublimat- lösung(1: 500) und Kupferyitriollösung(: 500) empfohlen. Ist auch das Fleisch rothlaufkrank gewesener Schweine, heisst es in der Bekanntmachung,so lange diese noch nicht in hohem Grade erkrankt waren und sogar dann, in umähligen Fällen, von Menschen ohne nachweisbaren Nachtheil für ihre Gesundheit verzehrt worden, so hat es doch in sehr vielen Fällen zur Verbreitung des Rothlaufs unter Schweinen beigetragen; es muss daher mit demselben ausserordentlich vorsichtig umgegangen werden, darf ebenso- wenig, wie Abfälle von krank gewesenen Schweinen, Ein- geweiden derselben u. s. w. mit gesunden Schweinen irgendwie in Berührung kommen. Luch Spülwasser, in dem Fleisch abgewaschen worden ist, muss völlig unschädlich gemacht, mit kochendem Wasser gemengt oder nachdem

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