15. Juli.
Thiermedieinische
Rundschau ete.
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Württemberg. April 1888. Milzbrand 35, Rauschbrand 13, Rotz 5, Maul- und Klauen- seuche 51, Bläschenausschlag 113, Schaf- räude 2025 Fälle.
Hessen. April 1888. Milzbrand 3 Fälle, Maul- und Klauenseuche im Viehof in Mainz, Bläschenausschlag in 6 und Schafräude in 17 Orten.
Sachsen. April 1888. Milzbrand 13 Fälle, Tollwuth und Lungenseuche je 1 Fall, Maul- und Klauenseuche in 20 Gehöften, Bläschen- ausschlag 13 Fälle.
Viehseuchen im Auslande.
Schweiz. Mai 1888. Rauschbrand 17, Milzbrand 23. Rotz 13, Rothlauf 23 und Schafräude 62 Fälle, Lungenseuche 1 Fall;
Meine Herren! Den sehnigen Apparaten in den Beugern der Glied- massen unserer Pferde ist ein beträchtlicher Theil Arbeits- leistung zugedacht worden und conform dieser physiologi-
schen Thäfigkeit verhält sich auch das Verhältniss der
an Maul- und Klauenseuche sind in 15 Stal-
lungen 156 Stück Vieh erkrankt.
Italien. Vom 9. April bis 6. Mai 1888. Milzbrand 97, Rauschbrand 9, Tollwuth 12. Rotz 24, Lungenseuche 2, Maul- und Klauen- seuche 65, Schafpocken 23; Rothauf 41, Schafräude 1373 Fälle; Beschälseuche 1 Fall.
Frankreich. April 1888. Lungenseuche in 12 Departements(Meurthe-et-Moselle 3 Ge- meinden, 4 Stallungen); Maul- und Klauen- seuche in 15 Departements(Meurthe-et-Moselle 3 Stallungen); Schafräude in 7 Pepartements (Meurtheet-Moselle 1 Heerde), Mil?brand in 11 Pepartements, Rauschbrand in 10 Peparte- ments(Meuse und Doubs je 2 Stallungen, Vosges und Haute-Saòne je 1 Stallung). Rotz in 26 De- partements(Haute-Saone 1 Stallung), Tollwuth in 106 Gemeinden von 37 Pepartements; 329 Hunde, 6 Katzen, 2 Ochsen, 2 Pferde. 1 Kuh und 2 Schweine wurden als tollwüthig getödtet, 26 Personen sind gebissen worden(Meuse 9 Fälle).
Der Landesthierarzt. F. Imlin.
Mittheilungen aus Vereinen und Versammlungen.
— Bericht über die XXII. Hauptversammlung des thierärztlichen Centralvereins für die Provinz Sachsen, den thüringischen und anhaltischen Staaten, welche am 24. April 1888 im grossen Saale des Gasthofes zum„Kronprinzen“ in Halle a. S. stattfand.(Schluss aus No. 17.)
Nach einer kleinen Pause erhielt dann Herr Kreis- thierarzt Peters-Aschersleben das Wort zu seinem Vortrage über die Sehnenkrankheiten der Pferde.
Der Vortragende bat zunächst um Entschuldigung, wenn seine Ausführungen nicht ganz den gehegten Er- wartungen entsprechen sollten, da er durch Krankheit ver- hindert gewesen sei, sich eingehender mit dem Thema zu beschäftigen; die festgesetzte Tagesordnung verpflichtete jedoch den Vortrag nicht gapz ausfallen zu lassen.
Der Vortragende führte aus:
Erkrankung. Besonders sind diese Erkrankungen da Gegenstand thierärztlicher Aufmerksamkeiten, wo die Pferde einer schnellen oder anstrengenden Thätigkeit ausgesetzt sind. Wichtig ist, das Gebiet der normalen Einrichtung der Sehnen und Sehnenscheiden zu kennen und ich gestatte mir dieselben, soweit sie für uns hier in Betracht kommen, in ihr Gedächtniss zurückzurufen:
Die Kronen- und Hufbeinbeugesehne haben in der Knieregion eine gemeinschaftliche Sehnenscheide, welche ca. 10 cm oberhalb der Vorderfusswurzel und unterhalb des oberen Unterstützungsbandes beginnt, an der hinteren Fläche des Vorderfusswurzelgelenks innerhalb des Knie- ringes nach unten beide Sehnen begleitet und in der Mitte des Schienbeins da endet, wo das untere Unterstützungs- band der Hufbeinbeugsehne in letztere übergeht. An der medialen Fläche überzieht die Scheide zunächst die innere Fläche des os accessorium und wird in ihren oberen Ab- theilungen von den Beugern der Vorderfusswurzel bedeckt; ihre hintere Wand füllt den an der hinteren Vorderfuss- wurzel befindlichen Raum aus und endet unterhalb der Vorderfusswurzel.
Die zweite Sehnenscheide an der Vorderfusswurzel ist die des Beugers des Vordermittelfusses. Sie beginnt eine Handbreit über der Vorderfusswurzel, umschliesst den Beuger des Vordermittelfusses und endet über dem Köpf- chen des medialen Griffelbeines.
Die dritte und wichtigste für uns ist die Sehnenscheide des Hufbeinbeugers. Dieselbe beginnt ca. 5 cm über dem Fesselgelenk; sie bedeckt die hintere Fläche des Fessel- beinbeugers, die Sesambeine, das Fessel- und Kronenbein und endet in der Mitte des letzteren. Die hintere Wand dieser Sehnenscheide ist in ihrem ganzen Verlaufe innig mit der Sehne des Kronbeinbeugers verbunden, sie bedeckt also die vordere Fläche des letzteren und verläuft mit der Kronbeinbeugsehne nach unten bis zu deren Theilungsstelle, setzt sich auch nach dieser Theilung noch fort bis zu den Hufknorpelfesselbeinbändern und bildet hier, jederseits eine gesonderte kleine Bursa. Ich pbemerke, dass die Sehnen- scheiden, so auch diese, an ihren Endpunkten nie glatt abgeschnitten sind, sondern dass der eine Theil sich mit einem Gelenk-Bande verbindet, der andere in einer Fascie endet, und dass oft das obere Blatt aufhört und das untere sich allein fortsetzt ete.
Wie alle dort liegenden Sehnenscheiden bildet auch sie einen eylindrischen Sack, dessen äusserste Schicht aus
festem fibrösen Bindegewebe— oder Retinaculum tendi-
neum oder Verstärkungsschicht— besteht. Diese Schicht steht mit ihrer Umgebung— also bei unserer Scheide hinten mit der Kronbeinbeugesehne und vorn mit dem Fesselbeinbeuger— in inniger Verbindung und dient der Scheide als Stütze. Diese Verstärkungsschicht oder fibröse Platte ist nicht immer im ganzen Verlaufe der Scheide vorhanden; fehlt sie in der Mlitte einer Scheide, so heisst eine solche Unterbrechung eine Zwischenpforte, fehlt sie am Ende einer Scheide, so heisst diese eine Endpforte. Eine solche Lücke in der fbrösen Platte hat hier für unsere Beurtheilung eine grosse Bedeutung, denn sie findet sich zu peiden Seiten der Gleichbeine oberhalb des Fessel- gelenks vor; hier fehlt also unserer Sehnenscheide die straffe Stütze, und es wird dadurch ermöglicht, dass Aus- sackungen der inneren Haut der Scheide stattfinden können, welche wir mit unserem vulgären Namen: Fesselgallen bezeichnen.
Die innere Schicht der Scheide bildet die Synnovial- membran(die Schleim- oder seröse Scheide); sie befindet sich nicht nur an der soeben beschriebenen Verstärkungs-


