15. November.
Thiermedieinische Rundschau ete. 47
Inzwischen wird das Ichthyol durch weitere Versuche, zu denen die gemachten Mittheilungen aufmuntern dürften, ohne Zweifel immer grössere Bedeutung für die thierärztliche Praxis erlangen.
Arzneimittellehre.
Chlorzink als Aetzmittel.
d. Vet. in Sachsen 1886.)
M. empfiehlt in Fällen, wo zur Beseitigung preit aufsitzender Excrescen?en operatives Ein- greifen aus irgend einem Grunde nicht gerathen erscheint, die Anwendung einer Chlorzinkpaste, bestehend aus 5 Zinc. chlor.. 10 Farin. tritic. und 2 Glycerin. Per Teig wird mittels eines Holz- spatels 0,5 em dick auf das zu beseitigende Neo- plasma gebracht. Die Umgebung wird durch die sog. Harzsalbe geschützt. Die Paste kann 24 Stunden bis eine Woche liegen bleiben und dann erneuert werden. Als Schutzverband müssten ev. starke Leinenbinden verwerthet werden.
Von Müller.(Bericht über
Pathologische Anatomie und Pathogenese.
Bemerkungen über das Verhalten des Central- nervensystems bei acuten
heiten. Von Curschmam. Med. Wiesbaden 1886.
Verfasser ist der Ansicht, dass die zu Infections-
krankheiten hinzutretenden accidentellen Affec- tionen des Centralnervensystems eingetheil werden
können in a) aetiologisch absolut anderartige zu
der ursprünglichen Infectionskrankheit mehr oder weniger zufällig hinzugetretene Erkrankungen, Gomplicationen im striktesten Sinne; und b) solche Affectionen des Centralnervensystems, welche auf die Wirkung des der betreffenden Infections- krankheit zu Grunde liegenden Krankheitsgiftes zurückzuführen sind. Um diesen letzteren Zu- sammenhang zu beweisen, müssen die specifischen Infectionserreger in dem abnorm functionirenden Theil des Nervensystems sich nachweisen lassen; ausserdem Reinzüchtung und experimentelle Er- zeugung der Erscheinungen nach Impfung von Versuchsthieren. Verf. hat in einem tödtlich endenden Falle von Typhus des Menschen mit schweren Hirnerscheinungen allen diesen An- forderungen genügen können.
Untersuchungen über den animalischen(bovinen) Ursprung des Scharlachs.(Heutsche Medicinal- Zeitung No. 86, 1887)
In der Sitzung der Pariser Academie der
Wissenschaften vom 17. October 1887 theilte
Pichenet Folgendes mit:
schule zu Kopenhagen lnfectionskrank b 3
(Verh. des Congr. f. inn.
Vor zwei Jahren glaubten die englischen Aerzte erkannt zu haben, dass Scarlatina durch Genuss der Milch solcher Kühe entstehe, deren Euter an von Ucerationen gefolgten Pusteln leide. Die Melker bringen das Secret der Ulcerationen in die Milch, welche eine ausgezeichnete Nährflüssig- keit für die Microben darstelle.
P. beobachtete bei einem Kinde, das immer gekochte Milch getrunken hatte, Scharlach, und zwar nachdem es ein Mal rohe Milch von einer Kuh genossen hatte, von welcher nach P.'s Unter- suchungen in der That der Scharlach der Kinder stammte.
Innere Medicin.
Das Pilocarpinum muriaticum als Heilmittel
gegen acute Rehe der Pferde. von Assistent Dr. S. Friis-Kopenhagen.(Deutsche Zeitschriſt für Thiermed., XIII. Bd., 2. und 3. Heft.)
Verfasser bespricht in ausführlicher Weise 14 Fälle von acuter Rehe beim Pferde, welche in ununterbrochener Reihe an der Thierarznei- mit überraschend gün- stigem Erfolgé mit Pilocarpin behandelt worden sind.
Zur Anwendung kamen, je nach Alter und Constitution der Thiere, 0,4 bis 0,75 Pilocarpin. mur. subeutan. Vor der Injection wurde der ganze Körper der Pferde mit Spir. camphorat. bespritzt, danach stark frottirt, in vier wollene Decken eingehüllt und die Beine vom Knie bis zum Huf mit Flanellbinden eingewickelt. Ausser- dem wurde ein streng diätetisches Verfahren beobachtet.
Auf diese Weise wurden von den 14 an Rehe leidenden Pferden 10 Stück nach einmaliger In- jection in 24— 36 Stunden vollständig ge- heilt; in drei Fällen verzögerte sich die Heilung bis zum dritten oder vierten Tag, während welcher Zeit das Mittel wiederholt applicirt wurde.
Bei einem Pferde, welches an recidivirender Rehe litt, und dessen Hufe bereits Deformitäten aufwiesen, leistete das Mittel nichts mehr.
Ohne das Pilocarpin als Universalmittel gegen Rehe zu empfehlen, zicht Verfasser dasselbe bei genannter Krankheit sowohl des sicheren und schnellen Erfolges als auch der bequemen An- wendung und Billigkeit wegen allen anderen therapeutischen Methoden vor. W.


