26 Thiermedicinische Rundschau ete.

nöthig, feste Normen für die Ausführung der Impfung aufaustellen und das Verfahren unter Controlle des Staates zu stellen.

Herr Pütz-Halle bemerkt in einem Schlusswort, dass man in der Hauptsache einig sei. Die unzeitige Ausführung der Nothimpfung hätte gewiss viel zur Discreditirung der Impfung beigetragen. Weiter empfiehlt Redner bei den nach der Impfung häufig eintretenden Schwellungen der Schweifrübe die Geschwulst mit einer Mischung von Theer und Terpenthin zu gleichen Theilen zu pestreichen. Was die Wirksamkeit der Impfung betreffe, so dürfte dieselbe empirisch auf über ein Jahr zu berechnen sein.

Die Versammlung erklärt sich schliesslich mit der

von Herrn Pütz vorgeschlagenen Resolution als Grundlage

für die Berathung in der Section einverstanden: Eine fachgemässe Lungenseucheimpfung könne die Rinder vor der Seuche schützen. Auszuführen sei die Impfung jedoch nur in dauernd bedrohten Seuchegegenden mit grossen Vichbeständen. Da die Ansichten der Sachverständigen üpber den practischen Werth der Impfung noch getheilt seien, Methode der Impfung, Lymphgewinnung und Aufbewahrung noch sehr der Vervollkommnung bedürfen, so sei die Unter- stützung des Staates für weitere Versuche dringend er- forderlich.(Fortsetzung folgt.)

Kleine Mittheilungen. Verordnung betr. Schlachten von Kälbern. Für das Fürstenthum Schwarzburg-Rudolstadt ist eine alte

Verordnung von 1836 bezw. 1838 betr das Schlachten

von Kälbern durch eine neue Bestimmung von diesem Jahre ersetzt worden. Dieselbe lautet:Mit Geldstrafe bis zu 50 Mk. oder mit Haft wird bestraft, wer Fleisch von Kälbern, die beim Schlachten nicht mindestens Zehn Tage alt gewesen sind, feilhält oder verkauft.

Zur Behandlung der Acne wird in den therapeut. Monatsheften, Heft2, von Sendner empfohlen: Kalii jod 3,0 4,0, Aqu. Menth. pip. 200,0, M. D. S. täglich 3 bis 4 mal je einen halben Esslöffel.

Holzwolle als Verbandmittel. Müller hat bei Behandlung von Wunden häufig die sog. Holzwolle statt der Karbolwatte benutzt und gefunden, dass dieselbe wegen ihrer eminenten Aufsaugungsfähigkeit sehr günstig wirkt.

Zur Conservirung von Alkaloidlösungen em- pfiehlt Prof. Staadt die Anwendung von Kampferspiritus, den man mit gleichen Theilen Wasser verdünnt; ½000 Kampfer genüge für alle Alkaloide mit Ausnahme des Atropin. Für letzteres ist eine gesättigte Kampferspiritus- lösung nothwendig.

Ueber die schädlichen Einwirkungen auf Pleisch durch Fütterung von Fleischmehl und PLein- samensaatmehl erstattete Herr W. Gassmann auf dem 3. Thüringer Bezirkstag folgendes Referat. Per Genaante hob hervor, dass die Fütterung von Fleischmehl insofern schädlich auf das Fleisch wirke, als nach den gemachten Erfahrungen das Fleisch und dessen Produkte nicht allein aller Haltbarkeit entbehre, sondern auch durch den Genuss schädlich auf die Gesundheit der Menschen wirken könne,

indem eine Garantie nicht vorliege, wonach das Fleisch- mehl ausschlieslich von gesundem Vieh präparirt sei. Die reellste Fütterung sei stets die von tüchtigen Mästern an- erkannte und seit alter Zeit auch schon erprobte Methode unserer eigenen Futtermittel: Schrot, Kartoffeln, Rüben, Schlempe etc. Von Professor Dr. Märker-Halle ist schon längst auch auf die schädliche Einwirkung bei der Fütterung von Leinsamensaatmehl hingewiesen. Trotzdem in landwirthschaftlichen Vereinen und Zeitungen zu öfteren Malen auf die Gefährlichkeit einer solchen Fütterung aufmerksam gemacht worden sei, wird der Verkauf des Fſeisch- und Leinsamensaatmehls durch Agenten betrieben. Es scheint daher geboten, dass die Fleischer resp. Vieh- händler die Herren Mastviehproducenten hierauf aufmerk- sam machen und durch Veröffentlichung in den betreffenden Zeitungen gewarnt werden müssen. Wenn der Mastvieh- producent entsprechende Preise für sein mit vieler Mühe und Kostenaufwand zum Verkauf gestelltes Vieh mit Recht beanspruche, so könne auch der Fleischer resp. Händler gegen zu zahlende hohe Preise reelle Mastung verlangen. Auch der Landwirth habe mit grossen Schwierigkeiten zu kämpfen, wolle er sich auf der Oberfläche erhalten; ein guter Viehstand sei noch die einzige sichere Ergänzungs- quelle seiner immer mehr versiegbaren Einnahmen aus den Körnern des Ackerbaues. Man müsse daher bekannte, reelle Mäster gegen unsichere bevorzugen, ebenso wie der Frucht- händler für bessere Waare auch höhere Preise anlegt. Deutsche Fl.-Ztg.

Tagesgeschichte.

Herrn Geh. Rath Dr. Dammann in Hannover wurde aus Anlass der Feier seines 25 jährigen Poctor- jubiläums von früheren Schülern, Freunden und Fach- genossen aus der Provinz Hannover ein Ehrengeschenk überreicht. Dasselbe, ein silberner Tafelaufsatz wurde Ende vorigen Monats von einer Deputation, bestehend aus den Herren Professor Kaiser, Docent Geiss und Thier- arzt Hagemann, übergeben.

Aus Inowrazlaw berichten die Zeitungen, dass da- Selbst Trichinose bei 20 Personen ausgebrochen sei, in Folge von Genuss trichinösen Entenfleisches 60)

Graf Finsiedel, welcher sich um die Förderung des rationellen Hufpeschlages viel Verdienste erworben hat, ist im vorigen Monat im Alter von 77 Jahren gestorben.

Bezüglich der Beurtheilung der Geniessparkeit des Fleisches perlsüchtiger Thiere hat jüngst der Herr Cultusminister unter Abänderung der Verfügung vom 25 Juni 1885 pestimmt, dass eine gesundheitsschädliche Beschaffenheit des Fleisches von perlsüchtigem Rindvieh in der Regel anzunehmen ist, wenn das Fleisch Perlknoten enthält oder ohne solche das Thier bereits abgemagert ist. Dagegen sei das Fleisch solcher Thiere zum Genusse zu gestatten, wenn die Thiere gut genährt sind und die Perl- Rnoten ausschliesslich in einem Organ vorhanden sind, oder im Falle bei mehreren Organen, diese nur einer Körperhöhle angehören und mit einander direct oder durch Lymphgefässe oder durch solche Blutgefässe verbunden sind, welche nicht dem grossen Kreislauf, sondern dem Lungen- oder Pfortader-Kreislauf angehören. Ein Ver- Kauf des Fleisches der letzreren Beschaffenheit darf auf Schlachthöfen nur unter Aufsicht und mit ausdrücklicher Angabe des krankhaften Zustandes erfolgen. Der Ber- liner Magistrat hat bereits den Erlass dem Kuratorium