Es kommt hier auf Boden, Culturart, Kosten der Bodenrente und Cultur und andere Umstände an. In den besseren Bodenarten würde freilich dieser Eztrag die Kosten des Anbaues nicht decken. Was den Strohertrag anlangt, so nimmt man als Norm an, daß sich derselbe zum Körnerertrage dem Go⸗ wichte nach, wie 100 zu 38 und 42 verhalte; allein man wird von dieser Annahme kein der Wahrheit angemessenes Resultat erhalten, weil Fälle dage wesen sind, wo das Verhältniß wie 60 zu 100 war. Abgesehen von der Verschiedenheit des Stroh ertrages nach Maßgabe der Jahrgänge, ist anzu nehmen, daß der Strohertrag im Verhältnisse um so größer ist, je kräftiger der Boden ist. (Fortsetzung folgt.)

Anekdoten.

Zwei Landsleute aus verschiedenen Gegenden tra⸗ sen sich im Wirthshause und unterhielten sich über ihr Vaterland. Es fragte der Eine:Ist es wahr, daß es bei Euch so viele Schelme giebt?Ja, erwiederte der Andere, ich will bei uns viel eher zwei Schelme, wie bei Euch nur einen ehr⸗ licher Mann finden. i

Als einmal Soldaten durch ein Dorf zogen, fragte einer ein altes Weib, das zum Fenster her⸗ aus sah: Alte Her, was macht der Teufel? Die Antwort war: Er macht Schubkarren, um euch ruchlose Burschen in die Hölle zu führen.

Es ließ sich Jemand portraitiren, und sagte zum Maler:Herr Kunstmann, illuminiren Sie mir doch auch gleich mein Facsimile darunter.

Ein Anderer sagte:Malen Sie mich mit einem Buch in der Hand, laut lesend.

Ein sonst sehr gelehrter Herr, welcher mehrere Katzen, zu denen er große Vorliebe hatte, sich hielt, machte in seine Zimmerthüre ein großes Loch für die alten Katzen, und daneben ein kleines für die Kätzchen. a

Ein Bedienter, der mit seinem Herrn auf Reisen g war, nahm am Abende eine noch stehen gebliebene Flasche Wein mit auf das Schlafzimmer, worin er mit demselben, der auch ziemlich benebelt war, schlief. Als er um Mitternacht einmal aufwachte, fiel ihm dieser Wein ein, worauf er sich denn damit bene that, im Taumel des Schlafes aber das Bett ver⸗ wechselte, und sich zu seinem Herrn hineinlegte. Da die zwei Better mit dem Fußende gegen einander standen, kam er mit seinem Kopfe gerade zu den Füßen seines Herrn zu liegen. Er fühlte den war men Körper, schrie vor Schreck laut auf, und machte eine Bewegung, um seinen lästigen Schlafkameraden zu packen. Von der unsanften Bewegung aufge weckt, und da er sich mit Füßen über's Gesicht fah⸗ ren fühlte, rief er seinem Bedienten. Dieser sagte nun, daß sich Jemand in sein Bett geschlichen habe, worauf er ihn den Kerl rausschmeißen hieß, um ihm beistehen zu können, da er auch Jemand in seinem Bette habe. Nun griff Jeder nach seinem Mann, der Herr, um sich zu halten, und der Bediente, um denselben aus dem Bette zu bringen. Nach langem Kämpfen endlich plumpten alle beide aus dem Bette, und als der Wirth, der seinen Gästen zu Hülfe eilen wollte, mit dem Licht erschien, sahen sich Herr und Bedienter, die sich immer noch festhielten, ver⸗ wundert an, verwünschten die unglückliche Flasche, und legte sich Jeder in sein Bett.

Bei Anlegung eines Bräukellers auf dem Lande wurde ein Leichnam in voller Ruüstung mit Stiefel und Sporen ausgegraben. Als nun die Umstehenden hin und her riethen, auf welche Weise der Gefundene wohl umgekommen sein möge, sagte ein Schalk: ich für meine Person glaube, daß er im Galopp gestorben ist.

Als unter der Regierung des Königs Fried⸗ rich Wilhelm I. von Preußen eine holländische Zeitung meldete: in Potsdam sei der Flügelmann der Garde gestorben; man habe ihn secirt, und kein Herz darin gefunden, ließ der König durch die Berliener Zeitung erwiedern:das Faktum sei richtig, aber Verstorbener sei ein Holländer ge⸗ wesen.

Druck und Verlag der G. D. Brühl'schen Buch⸗ und Steindruckerei in Gießen.