85) Montag den 25. April d. J., Nachmittags 1 Uhr, und an den folgenden Tagen findet die Versteige⸗ rung des Nachlasses des in Königl. Großbritta nischen Diensten gestandenen Hauptmanns A ppe lius, gegen baare Zahlung Statt. Die vorkom menden Gegenstände sind: Gold, Silber und plat tirte Sachen; gute Meubles von Mahagoni und Nußbaumholz, hohe Spiegel mit Consols, einige Kronleuchter, Porzellan und Glassachen, Herrn Kleidungsstücke, Leib- und Tischleinen, Gemälde und Kupferstiche, Fenster Gardinen und Bettstellen mit Vorhängen. Sehr gut gehaltene Feldmeß

instrumente. und dergl.

Vorzügliche Jagdgewehre, Pistolen

Marburg den 6. April 1842. 5 Joh. Fr. Möller.

Feilgebotene Sache.

81) Formularpapier nach der Verordnung die Abhaltung der Feldrügegerichte betreff., verkauft per Buch 24 kr.

A. Balser, Buchbinder in Gießen.

Migcellen.

(Fortsetzung.) 5

Der Tabak ist eine vorzügliche Vorfrucht des Rog gens und die ser gedeihet um so besser, je leichter der Boden ist. In bindigem Boden hat man keinen zweckmäßigeren Umlauf, als Tabak und Waizen, in leichtem als Tabak und Noggen. Der Klee ge hört ebenfalls unter die dem Noggen günstigen Vorfrüchte, und mehr im leichten als im gebundenen Boden. Es ist jedoch Bedingung, daß der Klee bei Zeiten umgebrochen und das Land genugsam zum Roggen vorbereitet wird, wenn dieser gera then soll. Den Roggen nach Klee auf eine Furche zu säen und diese erst im Herbst nicht lange vor der Saat zu geben, hat niemals einen günstigen Erfolg, wenn der Boden nicht ganz leicht und thätig ist. Die ursache davon mag wohl darin liegen, daß der Boden nach dem Klee zu sehr ge schlossen ist, als daß er für den Roggen nöthige Lockerheit durch eine Furche erhalten sollte, und daß sich die Kleestoppeln bei dem spätern Umbruch nicht genugsam zersetzen, um dem Roggen als Nah rung dienen zu können. Der im bindigern Boden auf eine Furche nach dem Klee gesaͤete Roggen giebt zwar gute und mehlreiche Körner; aber steht gewöhnlich dunn und der Ausfall an Stroh wird nicht durch die Gute der Körner gedeckt. Wo man den Klee im mehr bindigen Boden so lange als moglich zu Futter zu benutzen gendthigt ist und sein Umbruch nur spät erfolgen kann, ist es gerath ner, nach ihm eine andere Frucht und nach dieser

erst Roggen folgen zu lassen, indem sich dann die Kleestoppeln genugsam zersetzt haben um dem Roggen als Nahrung zu dienen. Wird jedoch der Klee im Frühjahre stark mit Kalk gedüngt, so kann eher nach ihm eine Furche Roggen folgen. Die Bohnen sind, wenn sie in nicht zu bindigem Boden gebaut werden, eine gute Vorfrucht des Roggens, gewöhn⸗ licher werden sie aber als eine Vorfrucht des Wai zens betrachtet. Die verschiedenen andern Hülsen früchte, besonders Erbsen und Wicken, werden allgemein für günstige Vorfrüchte des Roggens ge halten, und man hat daher in neueren Zeiten vor zugsweise diesen Früchten ihren Platz in der Brache angewiesen und läßt meistens Roggen auf sie folgen. Wenn diese Früchte in einem mehr leichten und in guter Cultur stehenden Boden gebaut werden, dabei zeitig zur Ernte gelangen, so mag dieß allerdings gelten, indem sie einen mürben, lockern, von Unkraut reinen Boden hinterlassen, der unmittelbar nach ihrer Aberntung umgebrochen werden muß, wenn er nicht verwildern soll, und wo dann Zeit genug übrig bleibt, um denselben zum Roggen genugsam vorzubereiten. Ist dieß aber nicht der Fall, so wird der Roggen auch in einem mehr reichen Boden stets einen nicht unbeträchtlichen Rückschlag gewähren. Selbst, wenn diese Früchte in einen mehr bindigen Boden als Gemenge gesäet werden, und man den zeitigen Umbruch derselben verabsäumt, schlägt der Roggen nach ihnen, gegen den in der Brache ge säeten, merklich zurück.

(Fortsetzung folgt.)

Druck und Verlag der G. D

Brühl'schen Buch- und Steindruckeren in Gießen.