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220 Agentur.
Ein Handlungshaus des nördlichen Deutsch— lands sucht Agenten für ein Geschäft, welches selbst in den kleinsten Orten mit Vortheil betrie⸗ ben werden kann. Haupt Erfordernisse sind: vielseitige Privat-Bekanntschaft am Platze und
in der Umgegend, Thätigkeit und bekannte Re. lichkeit, wohingegen Caution nicht verlangt wir Das Geschaͤft wird, mit Umsicht geführt, einen beträchtlichen Nutzen für den Agenten abgeben. Reflectirende wenden sich in portofreien Briefen an die Herren
Baagöe& Comp. in Hamburg.
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Miscellen.
Aufforderung zur Vertilgung der Raupen und ihrer Brut.
Nach verschiedenen Untersuchungen an Obst⸗ bäumen hat die Natur dieses Jahr bereits eine große Zahl Insecten und Raupen getödtet, wel⸗ che die Hoffnungen auf einen gesegneten Obster⸗ trag zu vernichten drohten. Die warmen Tage im Februar veranlaßten ein starkes Auskriechen unserer Obstfeinde, welche in Folge der in der zweiten Hälfte dieses Monats eingetretenen Kälte ihren Tod fanden. Doch dürften immer noch Ueberreste derselben vorhanden sein, zu deren gänz⸗ licher Vertilgung künstliche Mittel das Ihrige beitragen müssen. Zu diesem Behufe wird bei dem Beginn dieses Frühjahrs an die Anwen⸗— dung und Benützung bereits bekannter Mittel erinnert, und zwar dürfte 1) das Abscharren der alten Rinde an den Obstbäumen und das Ver⸗ brennen dieser Rindetheile dem Zwecke sehr ent⸗ sprechen, 2) sollte das Abnehmen der vorhande⸗ nen zusammengeschrumpften Blätter, welche ge— genwärtig noch auf den Bäumen hängen und ge— wöhnlich Insectenbrut enthalten, nicht vernach⸗ lässigt werden, 3) bei zunehmender Frühlings⸗ wärme sollten die entstehenden Raupennester in den Astgabeln durch kurze Besen abgeschaart oder mit Handschuhen zerdrückt werden, 4) zur Aus⸗ führung und Anwendung der erörterten Mittel
dürften die saumseligen Baumbesitzer durch obrig⸗ keitliche Ermahnungen aufgemuntert werden; end⸗ lich dürdten 5) besonders die Lehrer an den Volks⸗ Schulen, so wie Eltern, dahin wirken, daß dem in vielen Gegenden stattfindenden Unfuge des Vogelnester-Ausnehmens im Frühjahre ge⸗ steuert werde, so daß dadurch die moglichste Schonung unserer Singvögel bezweckt würde. Mögten diese Wünsche und Aufforderungen ein
geneigtes Gehör und treue Anwendung finden! (Didaskalia.)
Aneldote.
Ein Soldat, dem auf dem Schlachtfelde eine Kanonenkugel einen Fuß weggerissen hatte, rief einen seiner Kameraden:„Du siehst, ich habe nur noch ein Bein, trage mich zum Chirurgus.“ Der bereitwillige Kamerad lud den Verwundeten auf seine Schulter und trug ihn nach dem Zelte des Chirurgen. Unterwegs aber nahm eine Kanonen⸗ Kugel dem Verwundeten auch den Kopf weg, ohne daß es im Getöͤse der Schlacht der Träger ge— merkt hatte. Als er nun mit dem Verstümmel⸗ ten beim Wundarzte ankam, rief er diesem zu: „Hier bring ich Arbeit!“— Aber, was soll ich denn mit einem Menschen, dem der Kopf abge— schossen ist? fragte dieser.— Der Träger sah sich um und fagte unwillig:„Ei, der Teufel! der Kerl sagte mir ja nur von einem Beine, aber nicht, daß ihm auch der Kopf weggerissen war.“
Druck und Verlag der G. D. Brühl'schen Buch- und Steindruckerei in Gießen.
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