1609

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Anwendung der gefrornen Aepfel und Birnen.

Herr Briet zu Gueret in Frankreich hat durch wiederholte Versuche gefunden, daß gefrorne Aepfel und Birnen eben so regelmäßig gährenden Cider geben, wie nicht gefrorne, und daß es daher unrecht ist, wenn man sie wegwirft oder verderben läßt. Sie müssen zerrieben und aus— gepreßt werden, wenn sie anfangen aufzuthauen

Man kann sie auch, nach seiner Erfahrung,

noch abbacken und zu Compote und Marmelade benutzen, nur darf man nicht warten, bis sie wieder von selbst aufgethaut sind.

Ueber Duͤngung der Obstbaͤume.

Keinem Obstbaume sind stark olige oder fette

Dünger dienlich, weder für seine Gesundheit, noch

fuͤr seine Früchte; seiner Natur entsprechen mehr salpetrige, oder salzige Theile.

Daher muß man den Mistdünger vorher ver⸗ wesen lassen, mit Erde vermischen, und sparsam und klug damit umgehen.

Selbst Aepfelbäume, die sonst einen frischen guten Boden lieben, sind sehr empfindlich auf

ölichten Dünger, und bekommen durch Uebermaß

leicht den Brand.

Birnbäume ertragen ihn noch weniger. Kirsch⸗ baͤume gar keinen. Am Meisten erträgt ihn der Pflaumenbaum.

Ein weiteres Beförderungsmittel für den Obstbaum ist das Knochenmehl. Es bietet jenen Baumfreunden, welche eine kleine Auslage

nicht scheuen, ein sicheres Mittel dar, die Bau, me nicht nur in ihrem Wachsthume, sondern auch durch diese Erkräftigung in ihrer Tragbarkeit zu erhöhen, ohne dabei befürchten zu muͤssen, daß manche Obstgattungen dadurch zu nachtheiligen Krankheiten geneigt gemacht würden.

Im Spätjahre oder auch gegen das Früh⸗ jahr werden die Bäume aufgegraben, und je nach Verhältniß der Staͤrke des Baumes das Knochenmehl an die Wurzeln gelegt, und wieder

mit Erde bedeckt. Z. B. ein Baum von 3 Zoll

Durchmesser möchte mit uz Sester schon genug haben, wenn er kräftig genug erstarkt ist; im Gegentheil müßte freilich etwas mehr zugesetzt werden. N

Es sind Proben gemacht worden, daß Aepfel⸗ bäume, welche mehrere Jahre fast keine Som⸗ mertriebe mehr machten, durch dieses Mittel nicht nur zu einem freudigen Wachsthume emporkamen, sondern sogar in Mißjahren ausnehmend schönes Obst trugen, und die geringe Auslage, welche auf sie verwendet wurde, reichlich ersetzten.

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Anekdoten.

Ein Frauenzimmer, das bei einer Kaffee⸗ Gesellschaft den Kaffee nach ihrem Geschmack fand, sagte ganz ernsthaft zur Dame des Hauses:

„Dießmal haben Sie ihn mir ganz nach meinem Temperament eingeschenkt.“

Einer sah einst große Kanpnenkugeln und sagte: dazu gehört gewiß auch großes Pulver.

Ein Londoner Kaufmann machte neulich durch die Zeitungen bekannt, daß er einen Komptoir⸗ bedienten suche, welcher an eine eingezogene Le⸗ bensart gewöhnt sey. Hierauf meldete sich unter

andern einer bei ihm, welcher 7 Jahre im Ge⸗

fängnisse gesessen hatte.

Druck und Verlag der G. D. Br ühl'schen Buch und Steindruckerei in Gießen.