173) Folgende Einträge stehen annoch un⸗ gelöͤscht in dem Pfandbuch der Stadt Grünberg, nämlich:
1) über 80 fl. Darlehn, entlehnt von Heinrich Hörle bei der Pietanz Grünberg nach Schuld⸗ urkunde d. d. 14. August 1800, wofür der⸗ selbe seine Hofräthe 12. in Haus, Scheuer und Garten bestehend, verpfändete,
2) über 150 fl. Darlehn, entlehnt von Georg Adam Kreuders Eheleuten bei der Vormund⸗ schaft ihrer Kinder Ir Ehe zu Grünberg nach Schuld- und Pfandverschreibung d. d. 16. Fe⸗ bruar 1816,
3) über 24 fl. Darlehn, entlehnt von Joh. Hein⸗
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rich Schmandt bei der Pietanz Grunberg
nach Schuld⸗ und Pfandverschreibung d. d. 19. December 1791.
Oiese einzelnen Kapitalbeträge sind bereits schon längst zurückgezahlt, da jedoch die deßfall⸗ sigen Originalurkunden dahier nicht zurückge⸗ liefert werden können; so werden alle diejenigen, die aus solchen Ansprüche machen wollen, aufge— fordert, diese sogewiß binnen 4 Wochen dahier anzuzeigen und zu begründen, gegenfalls die deß⸗ fallsigen Einträge in den Pfandbuüchern gelöscht und die verunterpfändeten Immobilien als pfand⸗ frei behandelt werden.
Grünberg den 16. August 1839. Großherzogl. Hess. Landgericht, in Verhinderung des Landrichters Ray ß, Assessor. g
i Migcellen.
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Ueber den Geschmack der Obstfruͤchte. Von Liegel. (Schluß)
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Von den Pfirschen.
Die Pfirschen werden allgemein für die be⸗ sten Obstfrüchte gehalten, der Landmann kennt sie aber kaum den Namen nach und sind mei— stens nur für die Städter und für herrschaftliche Gärten, indem die Erziehung dieser Bäume schwe— rer ist, als alle übrigen Obstgattungen.
Die Pfirsche ist sauer und erhebt sich nie⸗ 1 mals bis zum Neinsüßen. Diese Säure ist aber 1 meistentheils mit so viel Zuckerstoff versetzt, daß „ der Geschmack äußerst lieblich, suß-weinigt oder weinsäuerlich wird, besonders da ihr zartes, fei— 0 0 nes, sehr erhaben, fein bisamartiges Fleisch von solcher Saftfülle strotzt, daß man sie gleichsam ö trinken kann.
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Es gibt davon Früchte mit wolliger und kahler Haut, mit ablösigem und unabloͤsigem Stein. Von allen diesen Abtheilungen gibt es recht gute Früchte. Die meisten lösen sich aber theils ganz, theils nur theilweise vom Stein. Bei der Pfirsche ist es eben kein Fehler, wie bei den Pflaumen, wenn sie sich nicht vom Steine lösen. Es gibt auch von dieser Familie, wie bei allem Obste, die ein mehliges und schmieri⸗ ges, fades, herbesaures Fleisch haben.
Man erzieht aus den Steinen guter Früchte meistentheils wieder gute Früchte, die der Mut⸗ ter entweder ganz gleichen oder doch nicht viel abweichen, was bei den Kirschen nicht der Fall ist. Solche aus Steinen erzogene Pfirschenbäume sind für unser Klima gewöhnlich dauerhafter, als die französischen Sorten, und wenn sie am Stamme erfrieren sollten, so hat man durch ihre Wurzel- Austriebe, die sie zwar sparsam machen, wieder ächte Nachkömmlinge.
(Fortsetzung folgt).
Druck und Verlag der G. D. Brühl' chen Buch- und Steindruckerei in Gießen.
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