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Miscellen.

Die Obstbaumzucht zu eigentlichen land⸗ wirthschaftlichen Zwecken. Von Betzhold, berzogl. Hofgärtner zu Mergentheim in Württemberg.)

(Fortsetzung.) A. Die Samenschule.

Diese müssen nun bei dem Versetzen von dem Samenbeet in die Baumschule sehr stark zu— rück geschnitten werden, und zeigen gewöhnlich, da die Bäumchen eben keine Seitenwurzeln ge— bildet haben, höchst nachtheilige Folgen. In ei⸗ nem Boden aber, welcher nur einen Schuh tief locker ist, erzeugen sich, sobald die Pfahlwurzel den festen Boden erreicht hat, eine Menge ho⸗ rizontal laufenden Seiten-Wuͤrzelchen, welche sich nach allen Seiten hin verbreiten, und so eine gehörige mit dem Stamme des Bäumchens in Verbindung stehende Krone bilden.

Ein solcher so eben angegebener Boden dürfte leicht in der nächsten Umgebung eines jeden Wohnhauses zu finden seyn, in dessen Nahe die Baumschule, wo es nur einiger Massen die Lo⸗ kalitäts-Verhältnisse gestatten, hinzuverlegen ist. Wo dieser aber abgeht, läßt sich jeder Boden sehr leicht durch künstliche Beimischung zur Anlegung der Samenbeete geschickt machen. Der gewöhnliche harte Lehmboden ist eine Mischung von Kalkmergel und recht kurzem Viehdünger. Dem Sandboden muß man aber eine Mischung von Tonmergel oder Lehm geben. Nur vermeide man aber, wie schon oben gesagt ist, daß die Aussaat nicht in frisch gedungten Boden geschieht.

6. 2. Die Gewinnung der Obstkerne, die Aussaat und die Zeit der Aussgat derselben.

Da sich die Anpflanzung oder Anlegung der Baumschule durch Wildlinge, welche man in den Wäldern, Heckeu sucht, nur im Nothfalle anrathen läßt, so habe ich hier blos die Nachzucht der Obstbaum⸗Wildlinge aus Kernen zu erwähnen.

Hier haben nun, wie dieses auch fast bei allen Kulturmethoden der übrigen Zweige der Land— wirthschaft der Fall ist, die verschiedenen Powo— logen verschiedene Ansichten und verschiedene Mei⸗ nungen. Alle diese nun hier anzuführen, wäre nicht nur überflüssig und zwecklos, sondern auch höͤchst nachtheilig, indem dann Mancher mit vielen Versuchen, welche er deßhalb anzustellen sich ver— anlaßt fühlen könnte, oft die traurigsten Erfah— rungen, wohl durch den Rath Anderer, aber zu seinem eigenen Nachtheile machen wird.

Ich beschränke mich deßhalb auch nur auf die sicherste und im größten Umfang höchst leicht ausführbar und minder kostspielige Verfahrungs⸗ art. Dieses ist nun unstreitig die Benuͤtzung der Träber zur Aussaat, so wie sie im Herbste von der Kelter wegkommen Ich muß gestehen, daß mir dieses Verfahren, wenn ich es nicht zum er sten Mal in der Instituts⸗Baumschule zu Hohen— heim gesehen hätte, eben nicht besonders gefallen haben würde, wenn Hohenheim nicht gerade der Ort wäre, von wo uns die deutlichsten Beweise geliefert werden, wie man am Zweckmäßigsten die Bäume behandeln soll.

Namentlich wird die Aussaat der Träber von den Pomologen verworfen, welche dafür ein— genommen sind, daß jede Sorte Kerne besonders gesaͤet, besonders die Stämmchen in die Baum— schule versetzt, und da entweder mit denselben oder doch wenigstens mit einer ihrer Meinung nach dahin gehörigen Sorte veredelt werden müs— sen. Obgleich es sich nicht ganz widersprechen läßt, daß der Unterstamm von einigem Einfluß auf die darauf gepfropfte Frucht entweder in Ansehung der Farbe, oder auch an Größe und Geschmack ist, sogar auf die Festigkeit und Dauer des Stammes hinwirkt, so ist und bleibt dieses doch nur immer die Sache der gelehrten Pomo— logen, und es kann von dem ohnehin mit vielen Geschaͤften überhäuften Landmanne durchaus nicht verlangt werden, daß er sich mit dergleichen Ver⸗