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weit vorgewachsen sind, etwas zugestutzt. Auf diese Art wird der Hochstamm von Jugend auf und so lange beschnitten, bis die Krone nach einer Kessel⸗ oder Kugelform gebildet ist. Alsdann unterbleibt das Beschneiden der Leitzweige, und man nimmt es nur in den unten genannten Fällen bei älteren Bäumen vor. Bei den Steinobstsorten und beson— ders bei den Kirschen und mehreren Pflanmenar⸗
ten, muß das Beschneiden frühe unterbleiben, da
sie den Schnitt nicht wohl ertragen.
Bei dem alljährlichen Llusputzen der Obstbäume müssen vom gesunden Holze glatt weggeschnitten werden:
1) alle kranke, erfrorene und trockene Aseste. Das Wegräumen des Holzes, welches nicht selten noch einen Theil des Saftes nutzloser Weise aufnimmmt, ist allen Deujenigen zu empfehlen, welche noch die in dem harten Winter 1829 erfro⸗ renen Aeste auf ihren Bäumen stehen haben und etwa auch im 5. Jahre die Hoffnung eines Wieder⸗ ausschlagens nicht aufgeben wollten; diese hätten schon im Frühjahr 1830 ihren Bäumen eine Wohl⸗ that erzeugt, wenn sie das erfrorene Holz sorgfäl⸗ tig herabgensmmen hätten.
Zu Abnahme dünner Aeste bediene man sich eines scharfen Messers, bei größern einer guten Vaumsäage; nicht aber, wie ich schon an einigen Orten gesehen habe, gar einer Holzart. Der Säge⸗ schnitt muß hart auf dem grünen Holze geschehen, mit einem Messer glatt geschnitten und sodann mit einer Baumsalbe bestrichen werden.— Eine sehr wohlfeile Baumsalbe wird bereitet aus
einem halben Theile frischen Kuhfladen(Aus⸗
wurf des Rindviehes) und einem halben Theile
Letten oder Lehm.
Man verarbeite dieses gut und menge so viele Kuh⸗
haare darunter, bis das Ganze eine dicke, aber
streichbare Masse bildet. Zu einer solchen etwa 8
Cubikzoll großen Masse menge man nun noch ½ Pfund dicken Terpentin, zerstampfe das Ganze wohl, damit sich alle Theile recht vereinigen, und bewahre
es in einem wohlverschlossenen Topfe auf. Sobald diese Salbe der Luft ausgesetzt wird, trocknet sie schnell ein und erhärtet.
Ferner werden weggeschnitten 2) an den ge⸗ sunden und fruchttragenden Bäumen alle Wasser⸗
schosse. Dieses sind diejenigen Triebe, welche aus dem älteren Holze senkrecht in die Höhe schie⸗ ßen, an welchen die Knospen sehr weit auseinan⸗ der stehen, und meist von festem, aber sehr schmäch⸗ tigem Holze sind. Diese entziehen den ubrigen Aesten den Nahrungssaft, und müssen deshalb in obigem Falle sorgfältig weggeschnitten werden. Bei ältern und abgängigen Bäumen dagegen dienen sie oft zu deren Verjüngung, indem man erkrankte oder an⸗ gefaulte Aeste dicht über den Wasserschossen abwirft.
3) Sind wegzuräumen alle diejenigen Triebe und Schossen, welche gewöhnlich um die Wunden starker abgeschnittener Aeste oder Wurzeln hervor⸗ brechen,
J) alle Stammausschläge unter der Krone,
so wie die Ausschläge der Wurzeln, 5) alle Aeste, welche sich kreuzen, sich an ein⸗
ander reiben, oder auf einander liegen, und durch
oͤfteres Reiben oder Anschlagen Brandflecken erzeugen,
6) alle Aeste, welche namentlich innerhalb der drone zu dicht stehen; überhaupt soll bei jungen, nicht über 10 Jahre alten, Stämmchen darauf ge⸗ sehen werden, daß sie immer eine halbe Krone und nicht über 5 Hauptzugäste haben.
7) Treibt eine Seite des Bäumchens stärker als die andere, oder bleibt ein Ast unverhältniß⸗ mäßig weit zurück, so helfe man dadurch nach, daß
die zurückgebliebenen Aeste auf wenige Augen zu⸗
rückgeschnitten werden, und dieß so lange, bis die vorangerückten eingeholt sind.
8) Aeltere und rückgängige Bäume kann man durch Beschneiden der Zweige, so wie dadurch, daß man im Frühjahre dieselben bis auf die Wurzeln 5 Fuß im Umkreise aufgraͤbt, und mit guter Dün⸗ gererde, umgekehrt eingelegten Nasen oder mit Blut getränkter Gartenerde bedeckt, wieder neu beleben und tragbarer machen.
(Fortsetzung folgt.)
Druck und Verlag der G. D. Brühl'schen Buch⸗ und Steindruckerei.
3u Nr.“
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in Diese Luchssab lassen, C ber bis i mach


