ziehenden sogenannten Roͤdger Weg rechts gelegenen Privatwiesen ausdehnen lassen, und sieht man sich des⸗ halb veranlaßt, da nach Vollendung der staͤdtischen An⸗ lage ohne Beiziehung der uͤbrigen Wiesen eine besondere Bewaͤsserung fuͤr diese nur mit großen Schwierigkeiten moͤchte geschehen koͤnnen, die Besitzer der genannten Privatwiesen aufzufordern, sich daruͤber baldigst zu er⸗ klaͤren, ob sie gesonnen sind, an der staͤdtischen Anlage Theil zu nehmen, widrigenfalls sie bei Ausführung derselben unberuͤcksichtigt bleiben müssen.

Gießen, den 10. April 1834.

Der Buͤrgermeister C. Silbereisen.

38) Bei den hiesigen Nentereien werden aus vorjähriger Erndte Gerste, Erbsen und Hafer, guter Qualität, in großen und kleinen Quantitäten und zu den jetzigen Marktpreisen verkäuflich gegen baare Zahlung abgelassen, welches Kaufliebhabern zur Nachricht dient.

Marburg den 11. April 1834. Kurf. Hess. Amts⸗Fruchtrenterei und Ordensrenterei.

Würthen. Barkhausen.

39) Unterzeichneter reist bis den 22. April von hier ab, wird aber jährlich zweimal, im Früh- und Spät jahre, in hiesi- ger Stadt erscheinen, was das Anzeigeblatt alsdann näher melden wird.

Sein Wohnort ist in der Residenz Darmstadt. 5

Jos. Galette, Sohn.

Theater⸗- Anzeige.

Sonntag den 20. April:

Toni, oder der Ausstand der Neger auf 8 St. Domingo.

Schauspiel in 3 Akten, von Theod. Körner.

Vorher: b

Die Rosen des Herrn von Malesherbes.

Lustspiel in 1 Akt von A. v. Kotzebue. Montag den 21. April:

(Mit aufgehobenem Abonnement.)

Lenore, oder das Ende des 7 jaͤhrigen Krieges.

Vaterländisches Schauspiel mit Gesang in 3 Abthl. von C. v. Holtey. Musik von M. Eberwein.

40)

Mittwoch den 23. April: (Auf allgemeines Verlangen.) Das Kaͤthchen von Heilbronn.

Großes romantisches Nitterschauspiel in 5 Akten, nebst einem Vorspiele: 5

Das heimliche Gericht. Von H. v. Kleist, bearbeitet von F. v. Holbein. Freitag den 25. April: i

Hans Sachs. Nomant. Schausp. in 4 Akten v. Deinhardstein.

Sonntag den 27. April. Letzte Vorstellung. (Abonnement suspendu.)

Das Turnier zu Kronstein, oder die drei Wahrzeichen. Romant. Nitter⸗Lustspiel in 5 Akten v. Holbein, Verfasser des Käthchens von Heilbronn.

Hierauf: Epilog, gesprochen von A. Friese. Gießen den 16. April 1834. A. Friese.

Miscellen.

Untersuchungen uͤber die Kleie und uͤber die Schale des Getreides.

Von Herrn Herpin.

(Fortsetzung.)

Das Gewicht der auf diese Weise abgelösten Hüllen oder Ninden belief sich nicht auf 5 Procent von dem ursprünglichen Gewichte der Körner. Zu bemerken ist hierbei, daß die Kleie durch das Aus⸗ waschen noch nicht alles kleberigen Stoffes entledigt worden, indem dieselbe beim Trocknen einen thie⸗ rischen Geruch von sich gab.

Man kann daher hieraus mit aller Sicherheit schließen, daß die Kleie oder die Rindensubstanz nicht über 5 Procent oder nicht über den zwanzigsten Theil des Kornes beträgt. Man sieht daher, daß also selbst die vollkommenste unserer gegenwärtigen Mahlmetho— den nichts weniger als bis zu einer vollkommenen Ab⸗ scheidung der Kleie von dem Mehle gediehen ist, in⸗ dem dieselben immer noch 20 Procent Kleie geben.

E. Wenn man den inneren Theil der Kleie mit dem Mikroskope untersucht, so zeigt sich, daß dieselbe mit einer dicken Schichte Satzmehl und einer Sub⸗ stanz überzogen ist, die der im Inneren des Kornes befindlichen ähnlich ist.

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