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Samstag, den 30. April 1932.

Fern.

,, Gießener Zeitung"

Turnen und Sport.

Alus Stab und an heißen Schalke 04, Boruſſia Fulda und VfL Benrath( Botal­

Großen- Bused. Vom lommenden Sonntag ab werden an der hiesigen Bahnhofsstation Sonntagsrüdfahrkarten nach Gie­Ben ausgegeben.

Allendorf a. d. Lumda. Das Fest der goldenen Hochzeit feierten die Eheleute Landwirt Christoph Keil und Frau Elisa­beth, geb. Kehr. Der Jubilar ist 80 Jahre alt, seine Frau zählt 76 Jahre.

Bad Nauheim. In Bad Nauheim werden über die Pfingst­feiertage vom 14. bis 18. Mai 1932 Pfingst- Kurtarten zum Preise von 5 RM ausgegeben. Diese Karten berechtigen zum freien Besuch des Kurhauses und der Konzerte des staatlichen Kurorche­sters, ferner auch zur Benutzung der Kurmittel für die angegebene Zeit gegen Entrichtung der hierfür besonders festgesetzten Ge­bühren.

Bad Nauheim. Trotz den wirtschaftlichen Schwierigkeiten in Deutschland und in vielen anderen Ländern ist Bad Nau heim, dant seines Rufes als Herz- und Rheumabad, in dieser frühen Jahreszeit schon von zahlreichen Gästen besucht. Bis Mitte April waren 2363 Personen angekommen, worunter fast annähernd 200 Ausländer sind. Auch in diesem Winter wurde an dem weiteren Ausbau des Bades gearbeitet. Diesmal waren es besonders die Technischen Werke, die wichtige Neuanlagen erhielten.

Bad Nauheim. Bis zum 28. April 1932 betrug der Ge­samtbesuch 3052 Gäste, darunter waren 310 Ausländer. An diesem Tage waren 1061 Gäste anwesend.

Bönstadt( Kr. Friedberg). In einem Anfall von geistiger Umnachtung schlug ein hiesiger Arbeiter seine Ehefrau mit einem Maurerhammer nieder und versetzte ihr dann mit einem Messer einen Stich in den Hals. Es ist fraglich, ob die schwer verletzte Frau mit dem Leben davontommen wird.

Gedern( Oberh.) Der hiesige Zweigverein des Vogels­

berger Höhenklubs" als Pfleger und Träger des Heimat- und

Wandergedankens fonnte auf sein 50- jähriges Bestehen zurück­

bliden.

Büdingen. Der Kreistag des Kreises Büdingen hat in seiner ordentlichen Sigung den mit 519 156,51 Mart gegen 604 554 Mart im Vorjahr abschließenden Haushaltsplan des Kreises Büdingen für 1932 genehmigt.

Bingen. Am Freitagnachmittag erschoß sich der Weinguts­besitzer F. P. aus Münster- Sarmsheim während eines Aufent­haltes bei einer ihm befreundeten Familie in Bingen- Büdes­heim. diated

Niederscheld( Dillkreis). Die Gemeinde wird in aller Kürze den Neubau einer Brüde über die Schelde an dem Rathaus vornehmen lassen. Den Bau werden Erwerbslose unter Leitung eines Fachmannes ausführen.

Biedenkopf. Durch die wohlfahrtserwerbslosen Handwerker der Stadt wird gegenwärtig das alte Rathaus, eine Zierde unserer Stadt, gründlich renoviert.

Kassel. Am Ausgang des Dorfes Werl bei Brilon stieß in der Dunkelheit ein Waffenhändler mit seinem Motorrad mit einem entgegenkommenden Motorrad zusammen. Beide Fahrer wurden auf der Stelle getötet. Die auf dem Soziussit mitfah­rende Frau des Waffenhändlers wurde schwer verletzt.

Wegen Landfriedensbruchs verurteilt.

Hersfeld. Das Kasseler Schöffengericht tagte in Hersfeld, um gegen Angehörige der Eisernen Front bzw. des Reichsban­ners wegen schweren Landfriedensbruchs zu verhandeln. Das Schöffengericht verurteilte drei Angeblagte wegen schweren Landfriedensbruchs in Tateinheit mit gefährlicher Körperver­letzung zu je sechs Monaten Gefängnis, einen zu einem Monat Gefängnis.

Sanau. Das Etatsjahr 1931/32 der Stadt Hanau schließt mit einem Defizit von rund 2 Mill. M. ab. An Staatszuschüssen bekam die Stadt im abgelaufenen Jahr rund 400 000 Mark.

Trier. Bei verschschied. Orten der Mosel sind Bergrutsche ein­getreten, die allerdings nicht von so gewaltigem Umfang sind wie der Absturz bei Cochem.

1. Immatrikulation im Sommer- Semester 1932 an der Universität Köln.

Am 15. April fand an der Universität Köln die erste Jm­matrikulationsfeier des Sommer- Semesters 1932 statt. Es waren auf Grund der Anmeldungen rund 500 Studierende dazu geladen, darunter etwa 400 erste Semester. Der Reftor führte u. a. aus, daß sich das Studium jetzt in einer stürmischen ge= fahrvollen Zeit abwickelt. Der akademische Zuwachs fann nicht mehr von den bisher üblichen akademischen Stellen und Aem= tern aufgenommen werden. Er flutet über den bisherigen aka­demischen Stand hinweg. Es wird in Zukunft teinen fest ab­gegrenzten Akademikerstand mehr geben. Wenn an die Stelle der standesmäßigen Formung nun eine geistige Leistungsrichtung tritt, so wird sich die Persönlichkeit des Akademikers zugleich frei machen von den bisherigen nachteiligen Seiten des Standesver haltens. Er wird sich nicht mehr auf Vorurteile, auf unange­messene äußere Ansprüche, nicht mehr auf den Dünfel stellen.

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Die drei westdeutschen Vertreter für die DFB- Meisterschaft

meister). Schalte und Fulda spielen am 1. Mai um die West­deutsche Meisterschaft.

Bayern München und Eintracht Frankfurt bestreiten am 1. Mai in Stuttgart das Endspiel um die Süddeutsche Fußball­meisterschaft. Beide sind aber bereits süddeutsche Vertreter für die DFB- Meisterschaft. Um den dritten Play spielen zunächst 1. FC Nürnberg und FSV Frankfurt. Der Sieger trifft dann auf den Pokalmeister Stuttgarter Riders.

Neue Verbandsmeister wurden in Brandenburg( Tennis­borussia Berlin) und im Baltenverband( Hindenburg Allenstein) ermittelt.

Beden- Audy gewannen das Sechstagerennen in Montreal. Der Deutsche Stübbede schied am letzten Tage aus.

Die Deutsche Waldlaufmeisterschaft fiel im Einzellauf an Rohn- Pol. SV Berlin vor Holthuis- Weener und im Mann­schaftslauf an Polizei Berlin vor Vittoria Hamburg.

Schmelings Schaukampfreise durch die USA. wurden wegen des schlechten Publikumserfolges abgebrochen.

Süd­

Ein Fußballkampf Lothringen Süddeutschland wird am 29. Mai voraussichtlich in Meß zum Austrag tommen. deutschlands Mannschaft soll der Bezirk Rhein- Saar stellen.

Trotz der Not der Zeit hat nach Abzug der Besatzungs­truppen in den Turnvereinen in der Pfalz eine besonders rege Tätigkeit eingesetzt. Es wurden allein im letzten Jahre 15 neue Turnhallen in der Pfalz eingeweiht.

Die Deutsche Sportbehörde für Leichtathletik hat Olympia­marken herstellen lassen, deren Erlös als Zuschuß für die Be­schidung der Olympischen Spiele 1932 durch deutsche Leicht­ichidung der Olympischen Spiele 1932 durch deutsche Leicht athleten bestimmt ist.

Frische Luft verboten!

,, Das Lüften der Schulräume durch Deffnen der Fenster darf nur je einmal am Vormittag und Nachmittag während Betracht einer Pause erfolgen. Welche Pause dafür in tommt, hat der Schulleiter zu bestimmen. Den Lehrern und Schülern ist das eigenmächtige Oeffnen der Fenster zu an­deren Zeiten zu untersagen."

Stellt man die Frage, wann das verordnet wurde, so wür­den wohl die meisten Antworten auf die Zeit nach dem Dreißig­jährigen Kriege lauten. Aber nein, es steht gemäß der Allg. Deutschen Lehrerzeitung in einem Sparerlaß des Oberbürger­meisters der Stadt Oldenburg für die städtischen Schulen aus dem vorletzten Monat.

Also, den Sauerstoff der Luft, das unentbehrlichste Lebens­mittel, zehnmal wichtiger als Brot, Fleisch, Kartoffeln usw., will man beschneiden. Schlimm genug schon, daß entgegen der Daseinsweise aller anderen Lebewesen der so weise Mensch sich in seiner Verblendung durch Mauern, Türen und Glas abschließt gegen die bewegte Luft. Vielfach schlimmer noch, wenn man die ohnehin so färgliche Erneuerung des Sauerstoffs durch Verbot verhindert und die Menschen zwingen will, immer wieder die verbrauchte Luft einzuatmen. Das stundenlange Stillsizen iſt schon ein starkes Opfer für den natürlichen Bewegungsdrang der jungen Menschen. Wie aber muß sich erst die fohlensäure­geschwängerte Luft in den überfüllten Klassenzimmern wirken! Das Blut wird did, der Schädel dumm und schläfrig.

aus=

Wir werden noch manchen Sparerlaß in den kommenden Jahren erleben, den man heute faum für möglich hält. Der vorliegende aber ist ein trauriges Zeichen dafür, wie man die Volksgesundheit einschätzt und wie man, bei all unserem wissen­schaftlichen Düntel, gegen die allernächstliegenden Lebensbedürf­nisse sündigt. Soweit haben wir es in der Entfremdung von Mfr. der Natur gebracht!

Wieder Sparsamkeit am falschen Ort.

Preußens Sportfonds nur noch 250 000 Mart? Dem Vernehmen nach hat die preußische Staatsregierung in den Voranschlag für den Staatshaushalt des Rechnungsjahres 1932 für die Förderung der Leibesübungen nur noch 250 000 RM. im sogenannten ,, Sportfonds" vorgesehen. Damit würde der für 1931 bereits einmal halbierte, an sich schon damals ganz unzureichende Staatsbeitrag für die körperliche Ertüchtigung durch Leibesübungen seit 1930 von einer Million RM. auf ein Viertel dieser Summe herabgesunken sein. Eine Kürzung, die selbst in dieser Zeit schärfster Abstriche eine außergewöhnliche Härte bedeutet.

Charles Hoff plaudert aus der Schule

im Stabhoch

Charles Hoff, der frühere Weltrekordmann sprung, veröffentlicht seine Stellungnahme zum Fall Nurmi, die geradezu eine Blamage für Eklund, den Generalsekretär des internationalen Leichtathletik- Verbandes, darstellt. Hoff, der über die schwedischen Verhältnisse sicher sehr genau informiert ist, stellt fest, daß Eklund selber an die in Schweden startenden Leichathleten gute Spesensätze gezahlt habe. Recht freimütig er­zählt Hoff von der Zeit, in der er selbst noch Amateur war und

An allen Orten

Nr. 17.

in dieser Eigenschaft mit Eklund in sogen. Engagementsverhand­lungen gestanden hat. Ihm seien nicht nur seine Reisekosten an sich, sondern auch andere Spesen vergütet worden, von deren Zah­lung Eklund sehr genau wisse. Er erinnere z. B. nur an einen Start in Siodholm, wo ihm die Spesen in gut aufgerundeter Form im voraus bezahlt worden seien.

*

Verzichtet Schweden auf Los Angeles?

Dem schwedischen Olympischen Komitee ist von maßgebender Seite der Vorschlag unterbreitet worden, mit Rücksicht auf die schwere wirtschaftliche Lage von einer Beteiligung an den Olym pischen Spielen in Los Angeles abzusehen. Maßgebend für diese Forderung war die durch den Zusammenbruch des Kreuger- Kon­zerns besonders in Schweden eingetretene erhebliche Verschlechte­rung der allgemeinen Verhältnisse. In dem Vorschlag wird gleichzeitig gefordert, sämtliche schwedischen Sportverbände an zuweisen, die Olympia- Vorbereitungsarbeiten sofort abzubrechen. Standal um Schmeling

Zu einer feindseligen Demonstration des Publikums gegen den Weltmeister Mar Schmeling fam es in Forstres- Mon­roe, als Schmeling sich weigerte, wegen der ihm zu gering er­schienenen Zahl von Borenihusiasten gegen zwei Partner aus­zutragen. Schmeling soll gesagt haben, er habe seine Unpopu larität satt und dent gar nicht daran, anzutreten. Darauf fin gen die Zuschauer, ungefähr 650 Personen, an, zu johlen und zu pfeifen. Sie stürmten die Kasse und erhielten ihr Eintritts­geld wieder zurüd. Inzwischen hatten die Trainer Schmeling schnell im Auto fortgebracht.

13 Endspiel Teilnehmer ermittelt

13

Vor dem Start zur Deutschen Fußball- Meisterschaft. Von den 16 Mannschaften, die am 8. Mai zur Vorrunde um die Deutsche Fußballmeisterschaft antreten sollen, waren am Abend des 24. April 13 ermittelt. Diese 13 verteilen sich auf die einzelnen Landesverbände wie folgt: Westdeutschland:

Borussia Fulda, Schalke 04 und VfL. Benrath; Süddeutschland:

Bayern München und Eintracht Frankfurt;

Norddeutschland:

Hamburger Sportverein und Holstein Kiel; Mitteldeutschland:

Polizei S.-V. Chemnitz;

Brandenburg:

Tennis- Borussia Berlin und Minerva Berlin; Baltenverband:

Hindenburg Allenstein;

Südostdeutschland:

Beuthen 09 und Breslauer SC. 08.

Es fehlen noch je ein Vertreter aus Süddeutschland( 1. FC. Nürnberg, FERV. Frankfurt oder Stuttgarter Riders), Mittel­deutschland( SBC. Plauen oder VfB. Schönebed) und dem Baltenverband( VB. Königsberg oder Vittoria Stolp). Bon den feststehenden 13 Mannschaften nehmen vier, nämlich Borussia Fulda, Pol.-S.-V. Chemnih, Minerva Berlin und Hindenburg Allenstein zum erstenmale an Endspielen um die Bundesmeisterschaft teil.

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Das Auto in Amerita. Ist die Tatsache, daß jeder fünfte Amerifaner ein Auto besitzt, ein besonders treffender Beweis für Amerika prosperity?. Die neue ,, Woche" beleuchtet einmal ein­gehend diese erstaunlichen Verhältnisse.

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Die Leineweber von Steinhude. Am Steinhuder Meer, Nordwestdeutschlands größtem See, liegt fernab der Welt das Leineweberdorf Steinhude. Noch um die Jahrhundertwende gal ten hier die uralten Regeln der Zunft. Die neue ,, Gartenlaube" erzählt davon mit vielen Photos.

Die belauschte Probe. Wie es hinter den Kulissen zugeht und wie Theater nicht immer nur ,, Theater" ist, davon erzählt eine Serie von 20 Photos im neuen Heft der Münchner Jllu­strierten"( Nr. 18) eine lebendige und drastische Geschichte. Verantwortlich: Paul Christian Klein in Gießen

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