Einzelbild herunterladen

Samstag, den 30. April 1932.

worden, als sie nach der Reichsbesoldungsverordnung bean­spruchen durften; dies sei dadurch möglich gewesen, daß bei der Besetzung der Posten eine ausgedehnte Familienpolitit florierte ( Hansmann) ist Schwiegersohn des sozialdemokratischen Regie­rungspräsidenten König in Arnsberg). Und so fort.

Die Sozialdemokratie ist die Hauptträgerin der Kirchenaus­trittsbewegung. Ihre Kreise fördern die Gottlosenbewegung. Die lekte metaphysische Verantwortung", wie sich ein christ licher Gewerkschaftler ausdrückte, ist durch die sozialistische Welt­anschauung in zahlreichen Anhängern der Sozialdemokratie zu einer Lächerlichkeit geworden. Es ist bezeichnend, daß alle die Bonzen, die strauchelten, nicht aus Not gehandelt haben, son­dern um einem Wohlleben zu fröhnen, das in schroffem Gegen­satz sowohl zu ihrer eigenen Vergangenheit wie auch zu der Not der von ihnen angeblich politisch betreuten Volksschichten ſtand. Es scheint also, als wenn es nicht gleichgültig für die sittliche Widerstandskraft des Menschen sei, ob er von einer materialisti­schen oder einer idealistischen Weltanschauung erfüllt ist.

Eine Schlappe der Reichsregierung.

Berlin. Die Reichsregierung erlitt in der gestrigen Gizung des Haushaltsausschusses des Reichstages eine beachtliche Schlappe. Zu verdanten hatte sie diese den Sozialdemokraten, die erstmalig seit langer Zeit die Regierung nicht mehr hundert­prozentig gestützt haben, sondern durch Stimmenthaltung ihre newe Reserve zum Ausdruck brachten. Es ging um eine außer planmäßige Ausgabe aus dem Haushaltsjahr 1930, in dem die Reichstagswahlen stattfanden.

Drei- Mächte- Schritt in Litauen.

Die Vertreter Frankreichs, Großbritanniens und Italiens setzten Donnerstag den Minister des Aeußeren von der Auf­fassung ihrer Regierungen hinsichtlich der Wahlen zum Memeler Landtag in Kenntnis, die folgende Punkte betrifft:

1. Die Ernennung und Tätigkeit der Wahlausschüsse muß unter gerechten Bedingungen gewährleistet werden.

,, Gießener Zeitung"

* Dienststunden des Polizeiamts. Dienststunden des Poli­zeiamts für den Publikumsverkehr sind vom 1. Mai 1fd. Is. ab von 7,30 bis 12 Uhr und von 14 bis 16,30 Uhr. Samstags Don 7,30 bis 12 Uhr. Für Samstagnachmittags ist in der Zeit Don 16,30 bis 17,30 Uhr ein Eildienst eingerichtet, bei dem aber nur Anträge, die unaufschiebbar sind, erledigt werden können. * Radfahrverkehr. In letzter Zeit wurde mehrmals die Beobachtung gemacht, daß Radfahrer beim Bergabfahren und auch dort wo lebhafter Verkehr herrscht oder der Ueberblick über die Fahrbahn behindert ist, oder die Sicherheit des Fahrens durch die Beschaffenheit des Weges beeinträchtigt wird, beide Hände gleichzeitig von der Lentstange wegnehmen. Das Po­lizeiamt macht darauf aufmerksam, daß nach§ 22 der Allgemei­nen Straßenverkehrsordnung vom 21. Oftober 1927 das Frei­händigfahren in den oben angeführten Fällen strafbar ist. Die Radfahrer müssen sich darüber klar sein, daß sie durch diesen Leichtsinn nicht nur sich. sondern auch andere Wegebenutzer in Gefahr bringen. Die Polizeibeamten find angewiesen, streng auf die Befolgung dieser Bestimmung der Allgemeinen Straßen­verkehrsordnung zu achten und im Nichtbefolgungsfalle einzu­schreiten.

2. Das Recht der Abstimmung darf nur Personen gewährt werden, die einen festen Wohnsitz im Gebiet von Memel haben. Während der Wahlen muß Gewähr für Presse- und Versammlungsfreiheit bestehen.

3.

Lokales.

Sonntagsgedanken.

* Maienblasen. Am heutigen Samstag wird das in un­serer Stadt schon eingebürgerte Maienblasen wieder seinen An­fang nehmen, und zwar zur gewohnten Stunde, um 19 Uhr. Das Maienblasen wird wiederum von dem Verein für christliche Musik ausgeführt.

Nun rührt es sich wieder draußen auf dem Ader. Pferde Stampfen und ziehen den Pflug durch die Erde, um das Saat­beet für die Früchte des Feldes zu richten. Die Schollen wer­den aufgewühlt, scharf und ohne Erbarmen reißt der Pflug sie auf. Ohne Klagelaut läßt sich die Erde wieder bereit machen zum Empfangen. Dann kommt der Sämann und streut seinen Samen aus. Und unter dem goldenen Lichte der Sonne bricht aus Broden und Schollen geheimer Segen, ein Strom von Kraft und Leben, urmächtiges Bewegen.

* Bon der Universität. Die Medizinische Fakultät der Uni­versität veranstaltet vom 9. bis einschl. 15. Ottober 1932 für praktische Aerzte einen allgemeinen Fortbildungsfurfus mit fli­nischen Besprechungen und praktischen Demonstrationen. Vor­tragende sind die klinischen Fachvertreter, sowie die Fachvertre= ter für Physiologie.

So ist es Jahr für Jahr. Die Erde ist die Urmutter von Vergehen und Auferstehen. Ewig göttliches Gesetz. Und ewiger Segen vom Himmel, denn das ist der Erde ewiges Ziel: bereit zu sein zum Empfangen, neues Leben zu geben, fruchttragend zu sein und brotgebend. Wenige Wochen werden vergehen und die Scholle strömt dann wieder Segen und Dant aus.

Nr. 17.

bing, der sich Kundgebungen in Marienburg, Königsberg und Danzig anschließen, steht im Zeichen des Bekenntnisses zur oft­deutschen Ausgabe. Der Haupt- Festakt ist am Sonntag, den 15. Mai, der auch durch den Deutschlandsender und den Ostmarken­rundfunt übertragen wird. Auch aus Hessen werden über 150 Teilnehmer, Erwachsene und Jugendliche, die Fahrt nach dem deutschen Osten antreten. Ein Sonderzug wird die Pfingstfahrer am 12. Mai über Berlin nach Stettin bringen, von wo nach bei nahe 24- stündiger Dampferfahrt das Ziel Elbing erreicht wird.

* Aus dem Stadttheater. Als 28. Freitag- Abonnements­Vorstellung findet heute, Samstag, den 30. April, bei gewöhn­lichen Preisen die Aufführung des 1. Teils der Goetheschen Tragödie Faust" statt. Anfang 7,30 Uhr.

Mutter Erde! Lehre mich, dein Kind, gleich dir zu dulden und zu tragen, wenn das Leben Opfer fordert. Gib uns wieder das tiefe Genügen und den gläubigen Sinn, daß wir säen und ernten, pflanzen und pflügen. Erdwärts gerichtet und dennoch himmelan. In dieser braunen Adererde ruhen die Mühen und Beschwerden unserer Väter. Hüte auch du den Kindern bas alte, heilige Land!- Der Ader ist heilig für alle Zeiten. Wehe denen, die an die Erde rühren.

Der Sonntagsschreiber.

Bedeutsame Wahlen

in der deutschen Geschichte.

Ein historischer Rückblick.

* Desterreichischer Heimatabend. Am kommenden Donners: tag, um 21.20 Uhr, veranstaltet der Südwestfunt im Anschluß an den vor kurzem gegebenen Länderquerschnitt Desterreich einen ,, Desterreichischen Heimatabend", der in einer literarisch- musikali­schen Hörfolge österreichisches Wesen und österreichische Kunst zu fassen sucht.

Der Mittelwestdeutsche Stenographen b und Stolze­Schren, der Hessen, Hessen- Nassau und Walded umfaßt, hält anläßlich der 50- jährigen Jubelfeier des Frankfurt a. M.­Bodenheimer Stenographenvereins Stolze- Schren seinen 46. Bundestag vom 30. April bis 2. Mai in Frankfurt a. M.- Bocken­heim ab.

* Schafflers Wettervorhersage f. Mai 1932. Bis etwas über die erste Dekade, mit Unterbrechung um den 7. Mai, schönes, warmes, nicht ganz trodenes Frühlingswetter. Am 4., 5. Mai Gewitter zu erwarten. Zur Eismännerzeit merkliche Abkühlung. Ab 19. Mai Südströmung, wieder wärmer, 26. Mai Gewitter­neigung, Monatsende günstig.

Die ADAC.- Reichsfahrt führt durch Gießen.

Deutsches Geld

-

Deutsche Ware!

-

Dr. P. Lteb, Landwirtschaftslehrer und Wirtschaftsberater. Der Mahnruf Deutsches Geld Deutsche Ware" hatte noch in feinem der vergangenen Jahre eine solche Berechtigung gehabt, erhoben zu werden wie in diesem. Die Welle der Ar. beitslosigkeit ist bereits über die 6. Million empargeschlagen und droht weiterhin neue Bevölkerungsfreise zu erfassen. Hand in Hand mit der Arbeitslosigkeit steigt in weiten Schichten des Volles bie Verarmung, und entsprechend der zunehmenden Verelendung steigt auch die Verarmung der Staatsfinanzen. Eine notwendige Auswirtung dieses Vorganges ist und muß eine erneute und verschärfte Ueberprüfung der Produkte sein, die aus dem Aus. lande eingeführt werden, und die durch gleich gute deutsche Ware mühelos ersetzt werden können. Das gilt vor allen Dingen für Fertigfabritate, bei denen also nicht nur das unveredelte Roh. produkt eingeführt wird, sondern bei denen der ausländische Ar. beiter durch den Ankauf erneute Verdienstmöglichkeiten erhält. Was hier für die industrielle Einfuhr. turz angedeutet ist, gilt in ver stärktem Maße für die agrarische Einfuhr, Unsere hochentwil telte Landwirtschaft ist in der Lage, fast den gesamten Nah. rungsbedarf des Volles zu decken und die Produkte in quali tativer Weise zu vervollkommnen, daß fie jedem auch dem ver. wöhntesten Geschmad Rechnung tragen können.

Die Reichsfahrt des Allgemeinen Deutschen Automobil­Clubs ist zur größten innerdeutschen Automobil- Zuverlässigkeits­fahrt geworden. Trok allen Wirtschaftshemmungen wird der ADAC auch in diesem Jahre vom 9. bis 14. Mai seine große im Jahre 1921 begründete Reichsfahrt für Kraftwagen, Motor­räder und Beiwagenmaschinen durchführen. Gießen wird am 13. Mai von den Reichsfahrern erreicht. Die Stunde des Durchfahrens der Reichsfahrt- Kolonne werden wir noch mit­teilen.

Der blaue Wimpel im ostdeutschen Grenzland. Pfingsttagung des Vereins für das Deutschtum im Ausland.

Während im vergangenen Jahre die große volfsdeutsche Pfingstfundgebung von Aachen gleichzeitig ein Befenntnis der Dankbarkeit für die Treue des Rheinlandes war, pflanzt der V. D. A. in diesem Jahr seinen blauen Wimpel des Volksgedankens über den ostdeutschen Grenzlanden auf. Die Tagung in E1=

nig ausgerufen( 14. April 919). Einhundert Jahre nach dieser Wahl erfolgte eine weitere, die in der Erinnerung unseres Vol­tes lebendig blieb.

Der fromme Kaiser Heinrich war gestorben, Des sächsischen Geschlechtes letzter Zweig,

-

Gamstag,

Berli

Die Bör allgemein fd trugen gegen Bon Einfluß befondere die

Berhält märtte. B waren Scharf Gdhwantunge hinaus.

Den Bemühungen des Landwirtes und des deutschen Garten. baues gegenüber hat der Staat die sittliche Verpflichtung, durch ausreichenden 3ollschuß abwehrend auf die Ueberflutung deutschen Marktes mit ausländischen Produkten hinzuwirken und damit die Bemühungen des Landwirtes die Versorgung des ei genen Marktes zu sichern ausreichend zu unterstützen. Noch nie ist die Frage von so einschneidender Bedeutung gewesen wie jetzt. Ungünstige Finanzlage des Staates und der Volkswirt schaft verbieten jede unnüße Einfuhr, und ein Versagen der deutschen Ernte muß zur schwersten Ratastrophe führen. Die Landwirtschaft selbst sollte ich aber darüber flar sein, daß auch fie bei der Auswahl der ihr zur Verfügung stehenden Produk tionsmittel nicht wahllos Dinge greifen sollte, die ihr in aus. ländischer Ware angeboten we.ven, während die Produkte deutscher Arbeit in gleich guter Qualität zur Verfügung stehen. Es set hier an ausländische Düngesorten gedacht, die vor dem Kriege vielfach verwendet wurden, die auch heute noch im Handel an geboten werden, die man aber ablehnen sollte, weil sie in gleicher Qualität durch deutsche Erzeugnisse zu ersetzen sind. Mehr denn je muß Stadt und Land bei der Auswahl der Ware das deutsche Erzeugnis bevorzugen. Deutsches Geld Deutsche Ware!

-

Schöne weiße Zähne

Schon nach einmalig. Putzen mit der herrl. erfrisch. schmedenden Chlorodont Bahnpaste", schreibt uns ein Raucher. Tube 50 Pf. und 80 Pf.

Devi

in Reich

New Yort Buenos Aires

London Amfterdam Ropenhagen. Stocholm.

Delo

Stalien Schweiz.. Baris Brüffel Brag... Wien...

"

***

"

Spanien

Bank Brüffel 3% Oslo 6, Pa New York 3.

August 1125) versammelten sich die Völker und Fürsten Deutsch lands wiederum an den Ufern des Rheins zwischen Mainz und Worms, um auf fränkischer Erde, wie es die Ueberlieferung gebot, zur Königswahl zu schreiten. Der geschickten Diplomatie der Kirche, besonders der beiden päpstlichen Kardinal- Legaten Gerhard u. Romanus sowie des Erzbischofs Adalbert von Mainz gelang es, dem Hohenstaufen den schon fast sicheren Sieg zu entreißen. Lothar von Sachsen wurde zum König gewählt. Ein furchtbarer Bürgerkrieg, der zehn Jahre lang Süddeutschland zerfleischte, war die Folge dieses Wahlganges. Erst im Jahre 1135 zehn Jahre später kam die Aussöhnung zwischen dem Hohenstaufen und dem Kaiser Lothar zustande Lothar starb am 3. Dezember 1137 zu Breitenwang bei Reutte in Tirol, auf der Rüdkehr von einem Römerzuge, auf dem der Hohen staufe, Herzog Konrad, sein Reichs- Bannerträger gewesen war. Herzog Konrad war der Nachfolger Lothars in der Königstrone, die von nun an schier hundert Jahre im Hause der Hohen staufen blieb. Konrads Neffe, Friedrich, der spätere Kaiser Barbarossa, wurde am 5. März 1152 mit seltener Einhelligkeit auf einem Reichstag zu Frankfurt a. M gewählt und vier Tage später zu Aachen gefrönt. Mit Kaiser Friedrich 2, der am 13. Dezember 1250 zu Fiorentino in Unteritalien starb, schließt die Reihe der Hohenstaufenkaiser. Die, kaiserlose, die schreckliche Zeit" folgte. Jm Oftober 1273 wurde Rudolf von Habsburg in Frankfurt a. M. gewählt und am 24. Oftober in Aachen durch den Erzbischof von Köln getrönt Von da ab ist von wenigen Ausnahmen abgesehen, die Kaisertrone bis zur Auf lösung des alten heiligen römischen Reiches teutscher Nation im Hause Habsburg geblieben. Auch heute noch ruhen die Reichs fleinodien, trotz der Umgestaltung der Staatsform, in der Schaktammer der Hofburg zu Wien. Ein Bild von Kaiser Rudolfs Wahl hat uns Schiller in seinem bekannten Gedicht gezeichnet:

Das glorreich ein Jahrhundert lang geherrscht". Es handelt sich hier um Kaiser Heinrich 2., den Heiligen, der von 1002 bis 1024 geherrscht und als der letzte Kaiser aus dem sächsischen Hause im Juli 1024 auf Burg Grona bei Göt­tingen starb Am 8. September 1024 fand zu Kampa in der Rheinebene zwischen Mainz und Worms die Wahl statt. Dort lagerten sich unter freiem Himmel, da weder Haus noch Stadt sie fassen konnte, Sachsen, Schwaben, Franken und Bayern auf der rechten, die Rheinischen Franken und die Lothringer auf der linken Seite des Stromes. Lange schwankte die Wahl; end­lich wurden zwei erforen: Herzog Konrad von Franken und Konrad, ein Graf aus Franken, der Salier" genannt. Beide waren Vettern, demselben Geschlechte angehörig, beide Urenkel des tapferen Herzogs Konrad, der in der Schlacht auf dem Lech­feld den Tod gefunden hatte. Der Berichterstatte: über diese Königswahl im Jahre 1024 ist Wipo, Kaplan Kaiser Konrads 2., ein gelehrter und zuverlässiger Beobachter, von dem uns außer lateinischen Gedichten eine Lebensbeschreibung Kaiser Konrads 2. erhalten ist. Der Inhalt seines Berichtes lautet zusammengezogen etwa: ,, Lange fonnte man sich nicht ent­scheiden, wem von beiden die Krone gebühre. Da trat der äl­tere Konrad zu dem jüngeren und stellte ihm vor, wie es ihm zieme, die ihrem Stamme wiederfahrne Ehre nicht zu ver­scherzen; zugleich versprach er, wenn man den jüngeren, den Grafen, wähle, zuerst den Treuschwur zu leisten. Dasselbe versprach nun auch Graf Konrad. Als die beiden edlen Män­ner, allen sichtbar, ihre Uebereinkunst durch Umarmung und Bruderkuß besiegelt hatten, schritt man zur Wahl. Der Erz­bischof Aribo von Mainz gab laut und fröhlich seine Stimme dem älteren Konrad. Die anderen geistlichen Großen stimmten

Wie oft hat in den vergangenen Jahrhunderten heißer Wahlkampf um das Reichsoberhaupt in unserm Vaterlande ge= tobt. War doch das alte heilige römische Reich deutscher Nation" eine Wahlmonarchie! Schon in grauer Vorzeit haben unsere germanischen Vorfahren ihre Könige und Fürsten ge= wählt. Es würde zu weit führen, hier in die Geschichte der germanischen Monarchie einzudringen Eine gemeinsame Mo­narchie über alle deutschen Völker hat bekanntlich nur zur Zeit der Ottonen, Salier und Staufen bestanden. Diese Monarchie stammte ab von der stärksten, die es unter den Germanen gab, von der fränkischen Die Königswahl war feine freie Wahl, sondern eine sogenannte Erbwahl, eine eigenartige Verbindung von Erblichkeit und Wahl. Die Königswürde war erblich in einem königlichen Geschlecht, nur bestand keine feste Thronfolge­ordnung wie in der neuzeitlichen Monarchie, wo ein bestimmter Angehöriger des Fürstenhauses nach dem Hausgesetz oder der Verfassung zur Thronfolge berufen ist, sondern das Volt wählte jeweils unter den Mitgliedern des Königsgeschlechts den Tüch tigsten aus. Eine Königswahl fand unter den kraftvollen Merowingern bereits nicht mehr statt Aber das Geschlecht der Merowinger verdarb und an ihre Stelle traten die Hausmeier der Frankenkönige In drei aufeinander folgenden Generatio= nen vollzog sich ihre Erhebung. Die Hausmeier Pippin und Karl der Hammer, sowie König Pippin der Kurze waren Vor­gänger Karls des Großen. Dem letzten Merowinger wurden seine Königsloden geschoren und statt des Königsmantels hängte man ihm eine Mönchskutte um, Pippin der Kurze wurde zum König gesalbt, zugleich mit ihm seine jüngeren Söhne Karl und Karlmann Karl der Große hat selbst seinem Sohne Lud­wig und später dieser seinem Sohne Lothar zu Aachen die Krone aufgesetzt. Mit Ludwig dem Kind, der, faum 18 Jahre alt, im Jahre 911 zu Regensburg starb, erlosch das Geschlecht der deutschen Karolinger. Bei dem loderen Zusammenhang in wel­chem die fünf Völkerstämme der Franken, Sachsen, Lothringer, Schwaben und Bayern zu einander standen, lag die Gefahr nahe, daß das Reich in seine einzelnen Herzogtümer zerfallen würde Zum Glüd lebte der Gedanke der Reichseinheit noch in den fräftigsten deutschen Stämmen, in den Franken und Sach­sen, fort, und man beschloß, wieder einen König zu wählen. Zu Forchheim an der Regni traten die Fürsten des Reiches zu­sammen und trugen auf den Rat des Erzbischofs Hatto von Mainz dem mächtigen Herzog von Sachsen und Thüringen, Otto dem Erlauchten, die Königswürde an. Otto lehnte jedoch seines hohen Alters wegen ab und schlug den fränkischen Grafen Kon­rad vor. Dieser aus dem Geschlecht der Konradiner, in weib­licher Linie den Karolingern nahe verwandt, wurde erforen und folgte als Konrad 1.( 911 bis 918). Bekannt ist, daß der Sterbende König Konrad 1 die Reichsinsignien an seinen Geg­ner, den Sachsenherzog Heinrich, den Sohn Ottos des Erlauch­ten, übersandte, den er dadurch zu seinem Nachfolger bestimmte. Der sterbende König erteilte im Testament von Weilburg" sei­nem Bruder Eberhard den Befehl Sage dem Herzog Hein­rich, daß ich ihn zu meinem Nachfolger empfohlen habe, ihn, der am tüchtigsten und würdigsten ist, über alle deutsche Völter zu herrschen" Bei Frizlar an der Eder in Hessen hat Herzog Eberhard, in edler Selbstverleugnung den eigenen Ansprüchen entsagend, den Sachsenherzog Heinrich vor allem Volte zum Kö­

ihm bei. Als nun die Reihe an die weltlichen Fürsten tam, erhob sich Graf Konrad der Jüngere, gab vor allem Volke seinem älteren Vetter die Stimme und führte so die Entschei dung herbei. Die übrigen Fürsten folgten, das ganze Volk stimmte freudig ein, in feierlichem Zuge ward der neue König nach Mainz geführt und dort getrönt". Damals, im Jahre 1024, fehrte die Herrschaft, welche über hundert Jahre bei den Sachsen gewesen war, zu einem fränkischen Herrschergeschlecht zurück, und hundert Jahre behauptete das Haus der Galier unter harten Kämpfen mit der Kirche und den Gegenkönigen die Königskrone. Als nun im Jahre 1125 nach dem Tod Kaiser Heinrichs 5. im Hause der Salier fein Königssohn mehr vor= handen war, galt der Neffe des Kaisers, Friedrich von Hohen­staufen, Herzog von Schwaben, im Volte als der nächste An­wärter auf die Krone. Herzog Friedrich stand damals im 35. Lebensjahr, er war mit Jutta, der Tochter des mächtigen Her­zogs Heinrich von Bayern, vermählt. Aus dieser Ehe entsproß jener Hohenstaufe, der einst als Kaiser Friedrich Barbarossa zu den größten Erscheinungen der deutschen Geschichte gehören sollte. Des Hohenstaufen Wahlgegner war der Herzog Lothar von Sachsen. Der Süden: Schwaben, Bayern, Franken, Defter­reich, Lothringen schien dem Hohenstaufen sicher, außerdem waren im Norden für ihn alle Feinde seines Wahlgegners. Herzog Friedrich war ein Feind der kirchlichen Herrschsucht und ein Gegner des höchsten firchlichen Würdenträgers, des Erz bischofs Adalbert von Mainz. Lothar dagegen war als Feind der Salier und der Hohenstaufen der Kirche ein willkommener Anwärter auf die Kaiserkrone. Am Bartholomäus Tag( 24.

Zu Aachen in seiner Kaiserpracht, Im altertümlichen Saale,

Saß König Rudolfs heilige Macht, Beim festlichen Krönungsmahle.

Die Speisen trug der Pfalzgraf des Rheins,

Es schenkte der Böhme des perlenden Weins,

Und alle die Wähler, die sieben,

Wie der Sterne Chor um die Sonne sich stellt, Umstanden geschäftig den Herrscher der Welt, Die Würde des Amtes zu üben."

Getreide- Preis

Darlt Ger

ott Be

W

Berlin 72­Le Borie 72­284 ind Ba

Se

Stea Lepre Borle

284

74

70

Breslau

LeeBorie 71­284

7

68

пе

aud

Konigsa P. Borie 68 264 71

anfa

Qo

Ge

ango

Das Kurfürsten- Kollegium" wird zuerst im Sachsenspiegel ( um 1230) erwähnt: An des Kaisers Wahl soll der erste sein der Bischof von Mainz, der nächste der Bischof von Köln und der dritte der Bischof von Trier. Unter den Laien- Fürsten ist der erste an der Wahl der Pfalzgraf beim Rhein, des Reiches Truchseß, der andere ist der Herzog von Sachsen als des Reiches Marschall. Der dritte ist der Markgraf von Brandenburg als des Reiches Kämmerer. Der vierte, der Schent des Reiches, ist der König von Böhmen. Der hat keine Stimme bei der Wahl, darum, daß er nicht teutsch ist" Durch das Reichsgeseh der Goldenen Bulle" vom 23. Dezember 1356 wurde die Zahl der Wähler endgültig auf sieben festgesetzt. Als Wahlort wurde Frankfurt am Main; als Krönungsstadt Aachen bestimmt. Seit Ferdinand 1.( 1556 bis 1564) fand die Kaiserkrönung regel mäßig in Frankfurt am Main statt. Am 14. Juli 1792 ward der letzte Kaiser, Franz 2., in Frankfurt am Main gefrönt; am 6. August 1806 sant das alte heilige römische Reich teutscher Nation, das Wahlkämpfe oft so heftig erschüttert hatten, nach mehr als tausendjährigem Bestehen ins Grab

Dr. Ludwig Roth.

Lente brie

nom

Magoeburg 7 10­aus

264

Glerwitz

Rep Bore D

204

7

7

Yo

D. E

71.

Achen

BRLD 28. 4. L

יון

BeBrebor 72-1 21.4

Mannueim L

LD 28. 4.

CenteBor e 21.4

TUBA

Nürnberg

Lo 28.4. 71­

Benies T 21.4 ausid

Ertur

по

Rio 28.4.

Br

Men

Ded

Hamburg 71-7

214

LD 28 4.

27..

Dortmund

Be

D.28.4. midi 8e. 21.4.6 Breslau T. Lo 28.4 Jul Wu Be Boue Sep 27.

War Bereinzelt Buffentogg

Mohrrüben.gem

Galat, Treibhau

Spinat.

100 R

Epinat, thein., 5

Blatt:

Rohlrabi, Sreib

baus.. Gd

Champign. Erbh

Dihabarber, Trei

"

Freil