Nr. 4
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Aufstieg zum Licht De Holzschnitten von Fran RM. Heinrich Mindens Toman, reich an liebens eschaffen und ausgestalte ldet mit all der innere
ersten Leben quillt. Richard Plattenstei Foffel. Preis geb. 50 Pi
erfreundlich geschriebene
Gießener Zeitung
Erscheint Samstags.
( Gießener Tageblatt)
Bezugspreis 1,50 RM vierteljährlich frei ins Haus. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rüdfendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert.
ngen und jedes Madden 4. ahrg.
Inahme für die Tierwe
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Bänden.( Band 1 Nor
d- West, Band 3 Mitte
nd) gebunden je 8,-
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Bolitische Rundschau.
Das Urteil des Staatsgerichtshofprozesses der Länder PreuMünchen 2 NM.sen, Bayern und Baden gegen das Reich hatte als Ergebnis: land- West der Jro- Aut Zweiteilung der Gewalten in Preußen; die Notverordnung
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des Reichspräsidenten vom 20. Juli besteht zu Recht; die Ein
usstattung dieses Führersehung des Reichskommissars nicht verfassungswidrig; Länder
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minister dürfen aber nur bei Pflichtverlegung abgesetzt werden; die Vertretung eines Landes gegenüber dem Reich, insbeson bere im Reichsrat, darf nicht angetastet werden.
Die Entscheidung über die weitere Gestaltung der künftigen Beziehungen zwischen Reich und Preußen ist am Freitag in einer mehrstündigen Sigung des Reichskabinetts gefallen. Wie aussieht, soll erst am Samstag der Oeffentlichleit mitgeteilt werden. Am Samstag wird der Reichspräsident den Reichslanzler und später mit diesem zusammen den preußischen Ministerpräsidenten Braun empfangen.
Das Reichs beansprucht auf Grund des Prozeßausgangs die preußische Exekutive vollständig für den Reichskommissar, der für die gesamte preußische Verwaltung verantwortlich ist.
Die bayrische Regierung beabsichtigt, wie wir hören, eine neue Klage beim Staatsgerichtshof in Leipzig einzureichen, falls tatsächlich auf dem Verordnungswege eine Zusammenle gung von Reichsministerien mit preußischen Ministerien, sowie eine Aufhebung einzelner preußischer Ministeren vorgenommen werden sollte.
Die Besprechungen über die Einführung der Steuergutscheine an den deutschen Börsen sind, wie wir hören, so weit zum Abschluß gelangt, daß der Börsenverkehr mit den neuen Papieren spätestens in der nächsten Woche beginnen kann.
In Berliner Bankkreisen ist man geneigt, auf Grund der Andeutungen in der letzten Rede des Reichskanzlers mit einer neuen Diskontermäßigung in allernächster Zeit zu rechnen.
Bei einer Jubilarfeier des Krupp- Gruson- Werks beschäftigte fich Dr. Krupp von Bohlen und Halbach in bemerkenswerten Ausführungen mit einigen im Vordergrund stehenden Problemen der Wirtschafts- und Sozialpolitik.
Die deutsche Delegation für die deutsch- dänischen Kontingentierungsverhandlungen ist in Kopenhagen eingetroffen. Die Berhandlungen nahmen bereits im Außenministerium ihren Anfang. Es handelt sich in erster Linie um Schlamivich, Schläch tereiabfälle, Schweinefett und um Käse.
In einer am Donnerstag stattgefundenen Zusammenkunft Der Hamburger Führer der NSDAP., der DNVP. und des Stahlhelms wurde ein Burgfriede geschlossen.
In der Mühlhausener Straße in Hamburg zertrümmerten Kommunisten 25 Fenster von Wohnungen, in denen Nationalsozialisten wohnen. Auch Flaggen mit dem Hakenkreuz wurden heruntergeholt. Es gelang, fünf Täter festzunehmen.
Die Wiener Welthandelshochschule ist gestern wegen Schlägereien, bei denen fünf Studenten verlegt wurden, bis auf weiteres geschlossen worden. Auch an der Technischen Hochschule kam es zu fleineren Reibereien.
Die Wiener Universitäts- Krawalle haben ein diplomatisches Nachspiel gehabt. Da bei den Zusammenstößen auch ein ame= rikanischer Student verletzt worden war, sprach der amerikanische Gesandte in Wien bei Bundeskanzler Dr. Dollfuß vor, worauf sich der Rektor der Wiener Universität bei dem Gesandten wegen der Vorfälle entschuldigte.
Die holländische Regierung hat beschlossen, die Einfuhr von Weizenbrot für die Zeit vom 1. November 1932 bis 1. November 1933 zu kontingentieren.
Die große außenpolitische Debatte in der französischen Kammer, die erste seit vielen Monaten, begann bei auffallender Interesselosigkeit des Publikums mit den Interpellationen über Die Abrüstungskonferenz.
Der türkische Minister des Aeußern und der französische Botschafter haben das endgültige Protokoll über die türkischen und syrischen Güter, sowie eine vorläufige Vereinbarung über die Eisenbahnen unterzeichnet.
Das englische Unterhaus hat am Donnerstag die OttawaAbkommen in zweiter Lesung mit 423: 77 Stammen angenom
men.
Zu schweren Unruhen ist es in Panama- Stadt aus Anlaß von Mietstreitigkeiten gekommen. Unter Führung des Mieterverbandes in Panama versuchte eine große Menge, das Parlamentsgebäude zu stürmen.
Zum Vorsitzenden des Verwaltungsrats des Internationalen Arbeitsamtes ist als Nachfolger des verstorbenen Albert Thomas der Vertreter von Britisch- Indien, Sir Chatterjee, cinstimmig gewählt worden. Vizepräsidenten sind der dänische Finanzminister Pramnas, der belgische Arbeiterdelegierte Mertens und der schwedische Arbeitergebervertreter Ortet.
über
Heute vor zehn Jahren, am 29. Oftober 1922, hat König Bittor Emanuel Mussolini die Regierungsbildung tragen, nachdem die Regierung Facta schon am 27. zurüdgetreten war.
Reichshilfe für Mainz.
Mainz. Der Reichsminister der Finanzen hat für die Stadt Mainz für den Monat Ottober in Anbetracht ihrer Finanznot einen Reichszuschuß von 52 000 Mark bewilligt, um den die Oktoberrate aus dem Reichswohlfahrtshilfsfonds erhöht wird.
Drud und Verlag von Albin Klein in Gießen Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526. Postschedkonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. M.
Samstag, den 29. Oktober 1932
21 Reichswahlvorschläge.
Der Reichswahlausschuß hat am Dienstag den Reichswahlvorschlag für die Reichstagswahl am 6. November festgestellt. Von den 24 Reichswahlvorschlägen, die diesmal nur eingegangen waren, wurden 21 zugelassen, und zwar in folgender Nummernfolge:
1. Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei( Hitler- Bewe
gung).
2. Sozialdemokratische Partei Deutschlands.
3. Kommunistische Partei Deutschlands.
4. Deutsche Zentrumspartei.
5. Deutschnationale Volkspartei.
6. Bayerische Volkspartei.
7.
8. Deutsche Staatspartei.
9. Christlich- Sozialer Volksdienst( Evangelische Bewegung).
10.
11. Deutsche Bauernpartei.
12. Württembergischer Bauern- und Weingärtnerbund( Landbund).
13. 14.
15. Gerechtigkeitsbewegung Meißner.
16. Großdeutsche Mittelstandspartei für Mittelstandsdiktatur. 17. Sozialrepublikanische Partei Deutschlands( Hörsing- Bewegung für Arbeitsbeschaffung).
18. Sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands. 19. Nationale Minderheiten in Deutschland.
20. Großdeutsche Volkspartei( Liste Schmalix) und Nationalsoziale Partei der Mitte( Handel, Handwerk, Gewerbe, Landwirte, Haus- und Grundbesitzer).
21. Freiwirtschaftliche Partei Deutschlands( Partei für krisenfreie Volkswirtschaft).
22. Freiheitsbewegung Schwarz- weiß- rot
( Reichsbund
der
Baltikum, Oberschlesien-, Grenzschutz- u. Freikorpskämpfer). 23. Deutsche Kaiser- Partei.
24. Deutsche Präsidialpartei und
25. Kampfgemeinschaft der Arbeiter und Bauern.
Die Nummern 7, 10, 13 und 14 bleiben frei für die Deutsche Volkspartei, die Wirtschaftspartei, das Landvolk und die Volksrechtpartei, die feine eigenen Reichswahlvorschläge eingereicht, sondern diese mit denen anderer Parteien vereinigt haben. Nicht zugelassen wurden Wahlvorschläge einer Nationalen Kommunistischen Partei", einer„, Christlich- nationalen Deutschen Arbeiterpartei" und einer Partei mit der Bezeichnung Wie spart man Geld?"
Die Wahlkreisvorschläge ** und Verbindungserklärungen
350
im Wahlkreis Hessen.
"
Unter dem Vorsitz des Kreiswahlleiters Ministerialrat Bornemann nahm am Mittwoch der Kreiswahlausschuß des Kreises 33( Hessen- Darmstadt) die Prüfung und Festsetzung der Kreiswahlvorschläge sowie der Verbindungserklärungen mit dem Wahlkreis 19( Sessen- Nassau) vor. Für den Wahlkreis 33 wurden 18 Wahlvorschläge mit 151 Bewerbern zugelassen, und zwar: 1. NSDAP( Lenz- Darmstadt, 20 Bewerber).
2. SPD( Dr. Mierendorff- Darmstadt, 12 Bewerber). 3. KPD( Remmele- Berlin, 19 Bewerber).
4. Zentrumspartei( Dr. Brüning, 15 Bewerber).
5. Deutschnationale Volkspartei( Dr. Hugenberg, 15 Bez werber).
5 a. Radikaler Mittelstand( Mylius- Frankfurt a. M.).
7. Deutsche Volkspartei( Dingelden- Berlin, 8 Bewerber).
8. Deutsche Staatspartei( Dr. Weiner- Offenbach, 5 Bewerber). 9. Christlich- sozialer Volksdienst, ev. Bewegung( Pjarrer Veidt- Frankfurt a. M., 16 Bewerber).
10. Reichspartei des Deutschen Mittelstandes( Prof. Dr. BredtMarburg, 3 Bewerber).
13. Deutsches Landvolk, Christlich- nationale Bauern- u. Landwolfpartei( Fenchel- Oberhörgern).
14. Volksrechtpartei( Bauſer- Stuttgart, 9 Bewerber).
16. Großdeutsche Mittelstandspartei für Mittelstandsdiktatur ( Kehler- Frankfurt a. M.).
17. Sozialrepublikanische Partei, Hörfing- Bewegung( HörsingMagdeburg, 7 Bewerber).
18. Sozialistische Arbeiterpartei( Portune- Frankfurt, 5 Bewerber).
21. Freiwirtschaftspartei, Partei für frisenfeste Volkswirtschaft ( 2 Bewerbern).
25. Kampfgemeinschaft der Arbeiter und Bauern( ShneiderDarmstadt, 7 Bewerber).
26. Kleinrentner, Inflationsgeschädigte und Vorkriegsgeldbesitzer( Behr- Berlin,& Bewerber).
Mit Ausnahme der Nationalsozialisten haben fast alle Parteien mit den gleichlautenden Listen in Hessen- Nassau innerhalb des Wahlkreisverbandes Verbindungserklärungen abge= geben, die ebenfalls einstimmig genehmigt wurden.
( Neueste Nachrichten)
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Nummer 43
Gegen Schwarzarbeit.
Die Reichsregierung will Arbeit schaffen. In ihrem Bestreben, dies zu tun, sollte sie die Unterstützung aller Einsichtigen finden; denn die Ursache unseres Jammers ist ja jene gigantische Zahl derer, die nicht mehr im Prozeß der Gütererzengung stehen. Dem Hausbesitz ist im Rahmen des Bestrebens der Reichsregierung eine überaus wichtige Aufgabe zuteil ge= worden, auf die hinzuweisen als Pflicht erscheint. Es ist dies die Verpflichtung, nach bestem Können Arbeiten, die im Interesse der Erhaltung und Bewahrung des Besitzes liegen, ungesäumt vornehmen zu lassen.
Es ist nicht leicht, derartige Ratschläge zu erteilen, für den der sich bewußt ist, wie schlecht es dem Hausbesitz geht, der täglich schauen muß, welche Not in den Kreisen seiner Leidensge nossen herrscht. Aber trotzdem muß geraten werden, alles gu tun, was getan werden kann, weil es der Ernst der Stunde erfordert.
Das Kabinett Papen hat sich bewußt abgekehrt, von all diesen Regierungsmarimen der Nachkriegszeit, von all den befitfeindlichen Gedankengängen, die uns und unsere ganze Wirtschaft an den Rand des Abgrundes gebracht haben. Es hat aus diesem Grunde eine geschlossene Front all derer gegen sich, die aus mangelnder Einsicht, oder auch weil sie von einer neuen Regierung, die den alten Gedankengängen abhold ist, nichts zu erhoffen haben, gegen den neuen Kurs sind. Wir sollten, da endlich einmal Ansäße gemacht werden, uns einen Teil des Ertrages unseres Besitzes zu belassen, nicht zu der großen Zahl derer gehören, die den Ruf ,, kreuziget ihn" brüllen, ehe wir dem Opfer Zeit gegeben haben, sich durch seine Taten zu rechtfertigen. Wir sollten das Regierungsprogramm, das Wollen der neuen Männer unterstützen, und zwar nicht durch allerhand hochtönende Worte, sondern durch die Tat. Wie vollbringen wir die Tat? Indem wir mithelfen, derzeit Erwerbslose wieder in den Arbeitsprozeß einzureihen, durch Vergebung von Arbeit an Handwerk und Gewerbe.
Es muß mit aller Deutlichkeit ausgesprochen werden, daß jene Arbeiten, die wir im Interesse der Erhaltung unseres Besizes vornehmen sollen, nur dann ihren volkswirtschaftlichen, aber auch ihren besonderen, durch die Not der Zeit bedingten Zweck erfüllen, wenn sie dem Handwerk zugewiesen werden, wenn vermieden wird, die Schäden auf dem Wege der Schwarzarbeit zu beheben.
Ueber die Schwarzarbeit ist soviel gesagt und geschrieben worden, daß jeder Einsichtige eigentlich von der Schädlichkeit jener Art handwerklicher und gewerblicher Arbeit überzeugt sein müßte. Trotzdem aber hat diese Schwarzarbeit einen derarti= gen Umfang angenommen, daß dem Handwerk ernsteste Schädigung hierdurch widerfahren ist. Es darf nicht so weiter gehen, daß ein großer Teil jener Instandsetzungsarbeiten von mehr oder weniger Unberufenen ausgeführt wird, daß Erwerbslose neben der Arbeitslosen- oder Wohlfahrtsunterstüßung noch selbständig sich Nebenverdienste verschaffen, während der reguläre Handwerker, der Steuern, Abgaben usw. zu leisten hat, verzweifelt um Arbeit rennt, und feine bekommen kann.
Einigen wir uns darüber, es ist nicht Schuld des Hausbesitzes, daß die Schwarzarbeit so in Blüte steht, die Schuld ist vielmehr in der uns so ungünstigen Gesetzgebung der Nachkriegszeit zu suchen, die den Hauseigentümer wirtschaftlich so schlecht stellte, daß er gezwungen war, seinen Besitz auf Schleichwegen zu erhalten, auf regulärem Wege war es ihm oft nicht möglich, das zu tun, was notwendig war, um dringende Gefahren hinsichtlich seines Besitzes abzuwenden. Wie sollte ein Hauseigentümer, dem unmögliche aus dem Ertrag zu leistende Steuern die Rendite des Eigentums untergraben hatten, ihm andererseits durch das Wohnungszwangsgesetz auferlegte
Zum Weltspartag 1932
am 29. Oktober
Polizeibericht.
„ Die Beraubte pflegte ihr ganzes Geld, über 3000 RM, ftets mit sich au führen. Sie soll ihr ganzes gespartes Geld, als sie von Inflationsgerüchten hörte, in der Wirtschaftskrise Ende borigen Jahres bei der Sparkaffe abgehoben haben. Die Nachforschungen nach dem mutmaßlichen Täter haben sich bis jetzt als ergebnislos erwiesen."
Hier wird den Leuten, die in unangebrachter Angstlichkeit ihr Geld zu Hause aufbewahren, einmal deutlich vor Augen gerückt, welches Risiko sie durch ihre unsinnige Gelbhamsterei eingehen. Sträflicher Leichtsinn ist es, sein Leben so aufs Spiel zu setzen.
Darum spare bei der
Bezirkssparkasse Gießen


