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Nr. 34

Cametag, den 27. August 1002.

schmad, sondern auch von einwandfreier Haltbarkeit zu lie­fern. Die Hausfrau ihrerseits hat daher ebenfalls die Pflicht, die Milcherzeugnisse so sachgemäß aufzubewahren, daß ihre Bei der Güte bis zum völligen Verbrauch gewahrt bleibt. Butter sind tiefe Wärmegrade, sowie der Abschluß des Lichtes und der Luft diejenigen Bedingungen, durch deren Erfüllung ihre Haltbarkeit am längsten gewährleistet wird. Die Räume, in denen Butter aufbewahrt wird, sollen möglichst tühl gehal­ten sein. Da die Zersetzung des Butterfettes durch Sauer­stoffaufnahme seitens des Fettes erfolgt, also durch die Ein­wirkung von Licht und Luft gefördert wird, müssen die wirt­samen ultravioletten Strahlen des Lichtes ausgeschaltet wer­den. Dies geschieht am besten durch Aufbewahrung der Butter in verschlossenen Gefäßen, die für Licht nicht durchlässig sind. Wer die Butter gar in der Nähe des Fensters stehen läßt, hat in fürzester Zeit, oft in einem Tage, ein vollständig verdorbenes Fett zu erwarten. Eine derart aufbewahrte Butter nimmt Aussehen und Geschmad von schlechtem Talg an. Beim Duzdahneiden einer älteren Butter wird man finden, daß die äußeren Ränder dunkler gelbgefärbt sind als der innere Kern. Es ist das ein Beweis, daß die Zersetzung von außen nach in­nen fortschreitet, und daß man die Güte einer Butter nur da­durch feststellen kann, wenn man nicht von der äußeren Fläche, sondern von dem inneren Kern Kostproben entnimmt.

Bei der Aufbewahrung der Käse im Haushalt hat man diese hauptsächlich vor Fliegen zu schützen. Die Käsefliege ist eine kleine Fliege, die leicht durch alle Rizzen hindurchschlüpft, um am Käse ihre Eier abzulegen, aus denen sich in wenigen Bei den Sauermilchkäsen ist Tagen die Maden entwickeln. diese Erscheinung weniger anzutreffen wie bei den Weichkäsen. Namentlich die Weichkäse nach Limburger Art üben zufolge ihres Geruches eine große Anziehungskraft auf die Fliegen

aus.

Sauermilchkäse vertragen teine längere Aufbewahrung, sie müssen bald gegessen werden. Weichkäse sollten fühl auf­bewahrt werden, damit sie nicht überreis werden und zu laufen anfangen. Hartkäse, wie die Schweizerkäse und Tilsiter­fäse, werden ab und zu mit Salzwasser abgerieben. Auch werden größere Stüde in mit Salzwasser getränkten Tüchern aufbewahrt. Sind zwei Schnittflächen vorhanden, so wird die eine Fläche, um das Schimmeln zu verhüten, mit Blattzinn bedeckt.

Aus Nah und Fern.

Saasen.

Dienstag brach hier auf dem Grundstück des Landwirts Ludwig Kraft Feuer aus, dem trotz eifriger Arbeit der Feuerwehr die Scheune mit dem gesamten Erntevorrat und die Stallungen vollständig zum Opfer fielen. Die Feuerwehr mußte sich darauf beschränken, das Wohnhaus und die benach­barben Gebäude der anliegenden Grundstücsbesitzer zu sichern.

Sießener Zeitung"

Auerbach a. d. B.

Am Samstag, den 27., und Sonntag, den 28. August, findet in Auerbach a. d. B. das diesjährige hessische Jugendtreffen des Vereins für das Deutschtum im Ausland statt. Ueber 1000 Jugendliche aus ganz Hessen werden sich in mehreren Kundgebungen vereinigen. Bei einer Abend­feier am Samstag um 21 Uhr am Kriegerdenkmal und am Auerbacher Schloß und bei einer Morgenfeier am Sonntagvor: mittag um 11 Uhr im Fürstenlager werden namhafte Führer sprechen.

Homberg. Nachdem die Mitwirkung mehrerer Reit- und Fahrvereine des nördlichen Oberhessen gesichert ist, findet am 24. und 25. September ein großer Reitertag in Homberg( Ober­Hessen) statt.

Lorsch a. d. B. Aus Mangel an Bargeld mußte die Ge­meinde einen Teil der Unterstützungen für die Wohlfahrtse:= werbslosen in Gutscheinen auszahlen, die von den Geschäfts= leuten in Zahlung genommen und demnächst wieder eingelöst werden sollen.

Alsfeld. Das heftige Unwetter am Sonntag hat dazu ge= führt, daß an der Stadtmauer eine eiserne Geschützkugel frei­gespült wurde, die 15 Zentimeter Durchmesser hat und nahezu 30 Pfund schwer ist. Die Kugel stammt aus dem Dreißigjähci­gen Krieg, bei dem die Stadt im Jahre 1646 beschossen wurde und dann einen mehrtägigen Ansturm der Feinde abzuwehren hatte. Der Altertumsfund wurde dem Alsfelder Museum über­wiesen.

Schotten. In den letzten Tagen ist hier die älteste Ein­wohnerin Schottens, Frau Marie Straub, im Alter von über 90 Jahren verstorben. Die Verstorbene war über 40 Jahre als Krankenpflegerin in Schotten tätig.

Der Zeppelin- Besuch in Frankfurt a. M. Frankfurt a. M. Dr. Hugo Edener hat das Programm für den Besuch des Luftschiffes ,, Graf Zeppelin" bei der großen Goethe- Gedächtnisfeier am Sonntag, den 28. 8., in Frankfurt am Main mitgeteilt. Das Luftschiff wird am Sonntag gegen 10.30 Uhr über Frankfurt erscheinen und zunächst einen Lor­beerfranz abwerfen, und zwar auf dem Platz vor dem Schau­spielhaus.

Schotten. Hier konnte in den letzten Tagen der langjährige Feuerwehrinspektor des Kreises Schotten, H. Eberheim, seinen 70. Geburtstag begehen. Die Freiw. Feuerwehr Schot­ten ernannte ihren um das Feuerlöschwesen im Kreisgebiete sehr verdienten früheren ersten Kommandanten zu ihrem Ehren­mitglied.

Wiesbaden. Die Evangelische Weltkonferenz für Glauben und Kirchenverfassung, die hier vom 24. bis 29. August abgehal­ten werden sollte, ist auf das Jahr 1933 vertagt worden.

Bad Nauheim. Bis zum 25. August 1932 betrug der Ge­samtbesuch 19 641 Gäste, darunter 3301 Ausländer. Anwesend waren an diesem Tage 3124 Gäste.

Eltville. Am kommenden Sonntag, den 28. August, wird Eltville, die Wein- und Rosenstadt im Rheingau, das Fest des 600jährigen Bestehens festlich begehen.

20 Verletzte bei den Kundgebungen in Beuthen.

Bei der von der Polizei vorgenommenen Räumung mehre­rer Straßen in Beuthen wurden, wie jetzt bekannt wird, etwa 20 Personen, zumeist Nationalsozialisten, verletzt, einige von ihnen schwer. In der Bahnhofstraße versuchten Arbeitslose ein jüdisches Abzahlungsgeschäft zu plündern. Sie wurden jedoch von uniformierten Nationalsozialisten daran gehindert und der Polizei übergeben.

Friedberg. In der Feldgemarkung des Kreisortes Ossen­heim wurde ein etwa 40 Jahre alter Mann sterbend aufgefun­den. Noch vor dem Transport ins Krankenhaus verschied er. Er war vollkommen abgemagert. Allem Anschein nach befand er sich auf der Wanderschaft.

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Alkoholrückgang infolge Wirtschaftskrise.

Eine nicht unerfreuliche Begleiterscheinung der schweren Wirtschaftskrise ist der starke Rüdgang des Branntweinver= brauchs. Auch der Bierkonsum, der wesentlich breitere Volks­schichten als der Schnapsverbrauch erfaßt, hat einen Tiefstand erreicht, der etwa dem Verbrauch des Jahres 1878 entspricht. Im letzten Vorkriegsjahr 1913/14 wurden runden 69 Millionen Hektoliter Bier in Deutschland abgesetzt. Im Hochkonjunktur­jahr 1929/30 betrug der Bierverbrauch fast noch 58 Millionen Hektoliter. Im Jahre 1931/32( bis Ende März 1932) jank er auf 36 Millionen Hektoliter.

Die sportliche Ausbeute von Los Angeles 20 neue Welt- und 31 Olympische Reforde.

Die NJ3" veröffentlicht in Nr. 35 einige Aufnahmen aus Archiven, welche besonders eindrucksvoll bekannte Filmsterne in früheren Rollen zeigen.

Mit 80 Kilometer den Rhein hinunter! Das sogenannte Gleitboot, das bisher hauptsächlich für Sportzwede benutzt wurde, wird nächstens auch im Passagierverkehr auf Rhein und Donau Verwendung finden. Die ersten Bilder dieses neuen Bootstyps zeigt die Münchner Jllustrierte in ihrer neuen Nummer( Nr. 35).

In Los Angeles wurden, wie eine interessante Statistik zeigt, 20 Weltbestleistungen überboten und 31 Olympische Re­forde gebrochen. Davon entfallen 15 Weltrekorde auf die Leichtathletik, 5 auf das Schwimmen. Auch diese, wie viele andere Aufstellungen, beweist, daß Los Angeles sportlich ein sehr großer Erfolg geworden ist.

Neue Bücher.

Ein Tröster in schwerer Zeit ist der treuherzige alte Lah­rer ,, Hinkende Bote", der wie alle Jahre, auch für 1933 wieder in seinem alten Frack erscheint und sich zu den bedrückten Leu­ten auf die Bank sezen will, um ihnen viele schöne Geschichten zu erzählen. Die ,, Weltbegebenheiten" sagen, wie es hergegan­gen ist im abgelaufenen Jahr, und wissen allerhand fröhliche Lichter auf das dunkle Geschehen aufzusetzen. Man erlebt noch einmal, was man erlebt hat, und man freut sich, daß man's durchgebissen hat! Der ,, Lahrer Hinkende Bote" für 1933 fostet 50 Pfg., der ,, Große Volkskalender des Lahrer Hinkenden Bo­ten" in Leinwand gebunden 1,20 RM.

Das bekömmliche Frühstüd. Das neue Heft der Garten­laube" gibt einige wertvolle Winke für den Frühstückstisch, die der darin vorbildlichen angelsächsischen Küche entstammen.

Filmbilder werden historisch. Heute werden die wert­vollsten Filmstreifen als Ganzes schon in Archiven gesammelt.

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Eröffnungs- Vorstellung

Strassburgers Circus- Festspiele auf dem Oswaldsgarten, Freitag, 2. September, abends 8 Uhr Strassburgers phänomenal. Rekord- Spielplan

mit 40 Programmteilen

in jeder Vorstellung wird auch für Gießen die Sensation des Jahres 1932 bedeuten! Straßburger zeigt in allen Vorstellungen seinen unerreichten, noch nie dagewesenen reichhaltigen Spielplan, bestehend aus nur erstklassigen, inter­nationalen zirzensisch- artistischen Spitzenleistungen, eine auserlesener, epochaler als die andere. Gleich einem monumentalen Filmwert ziehen während dreier Stunden in unaufhörlicher hinreißender Reihenfolge fabelhafte, staunenerregende, fesselnde und farbenprächtige Darbietungen vorüber, uner­hörte Sensationen formen sich zu einem glänzend besetzten Programm zusammen, welches genial zu­sammengestellt und vortrefflich inszeniert eine groß­artige Schau der klassischen sowie auch modernen Zirkuswelt wiedergibt. Die unvergleichliche Voll­endung der Leistungen, all' des Dargebotenen, be­dingt, daß Straßburgers einzig dastehendes Zirkus­programm einen Riesenerfolg aufweisen wird. Straßburgers sensationeller Retordspielplan in einer Manege und einer Riesenrennbahn bedeutet eine vollständige Neuheit für Gießen und das ge­samte umliegende Land. Straßburger bietet in seinem Kulturunternehmen ersten Ranges höchster Qualität das Beste vom Besten. Massen für die Massen. Kommen Sie und nehmen Sie die vielleicht in zehn Jahren nie wiederkehrende Gelegenheit wahr, Straßburgers Wunderwelt in sich aufzunehmen. Sie werden es niemals bereuen. Strassburger in Zahlen!

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