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Sonntag, den 28. Februar 1932.

Gießener Zeitung"

Zwei bis fünf Geſellen beschäftigen 12 Prozent, sechs bis zehn| Massenflucht und Verzicht auf Besitz.

Gesellen 1,9 Prozent der Handwerksbetriebe. Im Vergleich zur Vorkriegszeit ist die Betriebsgröße in den meisten Hand­werkszweigen verkleinert. Die Ursache dieses Rückgangs der Betriebsgröße ist zum erheblichen Teil die stärkere maschinen­technische Ansgestaltung der Handwerkstätigkeit, die bei schwä cherer Besetzung der einzelnen Handwerksbetriebe mit Arbeits­kräften ihre Leistungsfähigkeit erhalten und teilweise gesteigert hat. In vielen Handwerkszweigen wurde die Verkleinerung der Betriebsgröße durch die Verengung des Arbeitsbereiches hervorgerufen. Die hierdurch bewirkte Verschlechterung in der Rentabilitätslage hat z. B. im Schuhmacher, Sattler-, Schneider- und Buchbinderhandwerk eine frühzeitige Freisetzung der ausgebildeten Arbeitskräfte herbeigeführt, die bei der ver­minderten Aufnahmefähigkeit der Industrie für gelernte Arbeiter vielfach zur Eröffnung eines selbständigen Betriebes gezwungen waren. Infolge starker Beschäftigungsverluste ist daher eine Uebersetzung mancher Handwerkszweige eingetreten, die vor allem auch in den Kalkulationsmethoden und in den Kalkula­tionssägen ihren Ausdruck findet. Bei Einkommen selbständiger Handwerksmeister, die häufig unter denen gelernter Industrie arbeiter liegen, lebt teilweise die Idee der ,, Nahrung" und des ,, gerechten Preises" in den notleidenden Handwerkszweigen wie­der auf. Je mehr sie verwirklicht wird, um so stärker wird der Preis der Produkte und Leistungen des Handwerks aus dem Zusammenhang des allgemeinen Preisniveaus gelöst und der An­satzpunkt für den Ersaz handwerklicher Tätigkeit erneut geschaf fen. Diesen Zusammenhang hat der Ausschuß in seinen Einzel­berichten über das Handwerk und die mit dem Handwerk kon­kurrierenden Industriezweige verschiedentlich dargestellt. Be sonders in Erscheinung tritt das Mißverhältnis zwischen Hand werkseinkommen, Handwerkspreisen und Arbeitsmöglichkeiten beim Schuhmacher und beim Buchbinderhandwerk. Für die Ausführung der dem Schuhmacherhandwerk verbliebenen Auf­träge würde nach den Feststellungen des Ausschusses die Hälfte der zurzeit vorhandenen Betriebe ausreichen. Die Hauptstütze des Handwerks ist nach wie vor die Befriedigung eines lokalen Bedarfs.

Reichsverkehrsministerium und Sowjet- Benzin.

Es wird uns geschrieben: Nach einer Mitteilung des Ben­zol- Verbandes in Bochum hat das Reichsverkehrsministerium in einem Schreiben an eine große Reihe von Wirtschaftsverbänden und Kraftverkehrsgesellschaften Veranlassung genommen, die Derop", die russische Absatzgesellschaft für russisches Benzin in Deutschland, zu empfehlen. Soll man es glauben, daß dieser un­erhörte Mißgriff einer leitenden deutschen Behörde in dem gleichartigen Vorgehen des Deutschen Städtetages jogar noch ein würdiges Gegenstück erhalten hat? Die Begründung in beiden Fällen, durch russische Einfuhr werde die deutsche Ausfuhr nach Rußland gefördert, ist derart kurzsichtig, daß man sie nur unbe­greiflich nennen kann. Mit Recht erinnert demgegenüber der Benzol- Verband an die platte Wahrheit", daß Beschäftigung der eigenen Industrie weit mehr Arbeit im Gange halte, als alle Umwege über Jmporte und Exporte.

Es wurde bereits mehrfach in der Presse darauf hinge­wiesen, daß das Verwaltungspersonal von Zentrale und Be­triebsstellen der, Derop" überwiegend kommunistisch eingestellt ist und die Nachrichten von einer indirekten Sondervergütung der ,, Derop" an die Rot- Front- Kraftfahr- Staffeln sind bisher nicht widerlegt worden.( Woher das Verwaltungspersonal stammt, geht aus der Eintragung der Vorstandsmitglieder in das Bres­lauer Handelsregister hervor? Jsai Polonski, Gregorio Acker­mann, Oski Merdinian und Andrej Sawin, sämtlich in Berlin.) Es ist daher auch kaum anzunehmen, daß der Leitung der ,, De­rop" eine Unterstützung kommunistischer Umsturzbestrebungen fernliegt. Warum trotzdem die russische Handelsgesellschaft empfohlen wird, bedarf dringend der Aufklärung.

Rolli, der Stürmer.

Roman von Falt Heldburg.

( 8. Fortsetzung.)

Atemlos war die Menge den Vorgängen, die sich viel schneller abspielten, als sie sich erzählen lassen, gefolgt. Nun brach ein ohrenbetäubender Lärm los. Was Maria Hedemann nicht für möglich gehalten hatte, geschah zwanzigtausend Franzosen jubelten elf deutschen Jungen zu.

Aber mehr und mehr erwiesen sich die Franzosen als stärker: Angriff auf Angriff rollte gegen das bewehrte Tor der Deut­schen. Nur dem hervorragend arbeitenden Schlußmann der Gäste war es zu danken, daß die Pariser nicht zu Erfolgen tamen.

Hin und wieder nur blitzte bei den Deutschen eine technische Glanzleistung auf, aber sonst war ihr Spiel matt und farblos. Die Franzosen lieben Temperament und Begeisterung im Spiel. Hier und da ertönen grelle Pfiffe des Unwillens. Man hatte von den Deutschen mehr erwartet.

Dr. Kurth lief unruhig an der Linie entlang.

Er war verzweifelt. Er fannte den Lichti nicht wieder. Der lieferte ein topfloses, zerfahrenes Spiel wie noch nie. Da­bei schien es, als ob er sich nicht die geringste Mühe gäbe. Jede noch so gut eingeleitete Aktion seiner verzweifelten Nebenleute verpaẞte er.

Immer drückender wurde die Ueberlegenheit der Franzosen. Jeden Augenblick mußte ein Tor fallen.

Dr. Kurth rief einige Worte über den Play. Roland Lichti ging in die Abwehr, der rechte Verteidiger, ein stämmiger, untersetzter Bursche, übernahm die Sturmführung. Nun kam etwas mehr Druck und Geschlossenheit in den deutschen Angriff. Langsam gewannen die Gäste an Boden, kämpften zäh und ver bissen.

Schon wollte Dr. Kurth neue Hoffnung schöpfen, als er zu seinem größten Entsehen sehen mußte, wie der Linksaußen der Pariser aufs deutsche Tor zulief, aber von Lichti zu spät ange­griffen wurde: Der Ball gelangte zu dem französischen Halb­linken- ein Schuß Frankreich führte 1: 0! Ein fürchterliches Getöse setzte ein. Stade Stade Stade!" schrien die Zu­schauer begeistert." Der Pfiff, der die Pause ankündigte, ging im Lärm unter.

Die Mannschaften verließen den Plaz. Aufgepeitscht vom Erleben dieser fünfundvierzig Minuten erwogen die Zuschauer das Für und Wider. Der Endsieg, ein überlegener Erfolg der Einheimischen stand fest.

Maria Hedemann fannte zu wenig vom Fußballspiel. Aber soviel hatte sie doch festgestellt, daß es nicht gut um die Deut schen stand, daß insbesondere Roland Lichti ganz und gar ver­sagte.

Das tat ihr leid. Doch sagte sie sich, daß es nicht schaden fonnte. Nun würde sie etwas zu trösten haben.

In der Rheinisch- Westfälischen Zeitung Nr. 623a( 1931) lesen wir:

,, In der Reihe der Erscheinungen, die kennzeichnend sind für die augenblickliche Wirtschaftslage, macht sich in der letzten Zeit mehr und mehr ein neues Moment bemerkbar: Das ist der freiwillige Verzicht auf den von links gerichteten Kreiſen viel geschmähten Besitz, der sich allmählich zu einer solchen Last auswirkt, daß in einzelnen Fällen von den Eigentümern die ihnen zustehenden Besizerrechte gerne und ohne Aufforderung freige geben werden Vor allen Dingen handelt es sich dabei um Vil len, teils mittleren, teils größeren Umfanges, die wegen der auf ihnen ruhenden Lasten einfach nicht mehr zu halten sind.

So wird aus Süddeutschland ein Fall bekannt, in dem ein Schloß mit ausgedehnten Parkanlagen für den Spottpreis von 25 000 RM. zu verkaufen ist, weil sein Besizer die zwi­schen 30 bis 40 000 RM ausmachenden Steuern nicht mehr aufbringen kann. Aber es findet sich niemand, der 25 000 RM. für das Objekt geben möchte, um Schloßbesizer zu werden, und dafür Steuern zu zahlen, die ihrer Höhe nach zu den großen Einkommen gerechnet werden müssen.

Ein anderer Fall wird aus Hannover berichtet. Hier hat der Besitzer einer großen Villa, die einen Wert von 1 Mill RM. repräsentiert, der Stadt das Objekt zum Geschenk ge­macht; auch weil es ihm nicht mehr möglich ist, die drückenden Grund- und Hauszinssteuern für sein Eigentum aufzubringen

Von dem Notariat 9 in München wird am 23. Dezember eine Besitzung in der Georgenstraße 8 versteigert werden, die eigentlich besiglos ist. Der Besizer hat bereits vor Monaten auf seine Eigentumsrechte verzichtet. Es handelt sich um ein Haus, das 16 Zimmer enthält, ein Rückgebände mit Haus­meisterwohnung, eine Garage, Stallungen sowie eine Garten­laube. Das Objekt wurde 1900 mit einem Kostenaufwand von I Mill Mark erbaut.

Ein noch wertvolleres Besitztum, die Villa Henschel in Kassel, soll auf Antrag ihrer Besizerin sogar niedergerissen wer den. Die Familie hat das Haus bereits vor längerer Zeit ver lassen, um wenigstens die Hauszinssteuer zu sparen Aber auch noch die ganz unabhängig davon fällige Grundvermögensstener ist für die Familie Henschel zu hoch Ge heißt, daß die Abgaben für die Unterhaltung des Gebäudes sich zwischen 80-85 000 RM bewegen Dabei ist zu bemerken, daß die Villa im Jahre 1900 mit einem Kostenaufwand von 4 Millionen erbaut wurde. Wie erheblich die steuerlichen Lasten sind, die auf einem derartigen wertvollen Besiz ruhen, geht aus der Berech= nung der Grundvermögen und Hauszinsstener hervor, die fällig wird bei einem Objekt im Steuerwert von 1,8 Mill. RM. Dabei sind an preußischer Grundvermögenssteuer 4320 RM. zu zahlen. Der 100prozentige preußische Zuschlag erfordert noch­mals 4320 RM. Angenommen, die Gemeinde erhebt auf den Grundbetrag 300 Prozent Gemeindezuschlag, dann ver­mehrt sich die Last um weitere 12 960 R Je nach der Be lastung, die in diesem Falle eine halbe Million beträgt, ergibt sich an Hauszinssteuer ein weiterer Betrag von rund 26 000 RM., wenn man nach dem Steuersenkungsgesetz mit Co5 Prozent Zuschlag rechnet Zählt man die gesamte Belastung zusammen, den Jahresbetrag der preußischen Steuer vom Grund­vermögen einschließlich des 100prozentigen preußischen Zuschla ges, sowie den Gemeindezuschlag und die fällige Hanszinssteuer, dann ergibt sich ohne Unterhaltunaskosten eine Gesamtbelastung von nahezu 48 000 RM Das macht im Monat rund 4000 RM. aus. Wer kann diesen Betrag in der heutigen Notzeit noch aufbringen? Deshalb erscheint die Massenflucht aus den eigenen Besitzungen, die ihre Parallele in dem Tausch von Groß­wohnungen gegen kleinere Wohnungen findet, ständlich.

nur

zu ver­

In ihrer Nähe saß ein elegant gekleideter Herr, der den Südländer nicht verleugnen konnte. Kopfschüttelnd war er den Vorgängen auf dem grünen Rajen gefolgt; erregt zupfte er an seinem Bärtchen, das die Oberlippe zierte.

Im klingenden Spanisch sagte er einen Fluch nach dem an­deren. Er schien restlos enttäuscht zu sein.

Der Fußballtönig.

Das Spiel begann von neuem, ein großartiger Kampf um den Sieg. In immerwährender Bewegung war die Masse; wie

Seine Blide umflammerten den Mittelstürmer förmlich.

magnetische Wellen strömte es über auf die Spieler; rauschte und raunte, flutete und brauste es über den Plaz.

Jetzt änderte sich das Bild: die Deutschen beherrschten mit

Nr. 8.

Wenn man diese Folgen einer überhohen steuerlichen Be lastung unvoreingenommen betrachtet, kommt man immer wieder zu dem zwingenden Schluß: Die kapitalbildenden Steuern, wie Einkommen, Vermögen und Erbschaftsstener, aber auch die Grundbesitzsteuer, müssen herabgesetzt werden. Es ist bereits be tont worden, daß die Neuregelung der Hauszinssteuer, trotz ihrer vermeintlichen allmählichen Senkung bis zu ihrem Fortfall im Jahre 1940, nichts anderes bedeutet, als die ,, Verewigung" einer Last, die bereits Mitte vorigen Jahres in Fortfall kommen sollte. Um so mehr müßte es das Bestreben der Reichsregierung und aller an der Gestaltung der öffentlichen Finanzen interessier ten und dafür verantwortlichen Kreise sein, in den offensichtlichen Fällen von Ueberbesteuerung weitgehende Milderungen eintreten zu lassen! Nur auf diese Weise sind wertvolle Objekte vor dem Verfall und ihre Besitzer vor dem Ruin zu bewahren."

Den Schlußfolgerungen der Rheinisch- Westfälischen Zei tung haben wir kein Wort mehr hinzuzufügen." Db die Reichs regierung nun endlich die notwendigen Konsequenzen ziehen wird? Dder sind dem Reichskanzler Dr. Brüning derartige Fälle, wie sie die Rheinisch- Westfälische Zeitung mitteilt, unbekannt? Wir empfehlen dann die Lektüre!

Lokales.

* Senkung der Preise für Bier und Flaschenbier. Es ist fest gestellt, daß ein großer Teil der Wirte und Flaschenbierhändler die verordnungsmäßige Bierpreissenkung, die schon ab 6. Fe bruar 1932 hätte erfolgen müssen, noch nicht vorgenommen hat. Zur Orientierung der Gäste bzw. der Käufer wird der Aushang eines Preisschildes im Wirtslokal bzw. Verkaufsraum, auf dem der Bierpreis nach dem Stand vom 8. Dezember 1931 und det herabgesetzte Preis vom 6. Februar 1932 ab ersichtlich ist, ge fordert. Die Preisschilder über Bier und Flaschenbier müssen polizeilich abgestempelt sein. Wir weisen die widerstrebenden Wirte und Flaschenbierverkäufer auf die unangenehmen Folgen hin, die ihnen durch Nichtbeachtung der Verordnung entstehen tönnen.

* Senkung der Mineralwasserpreise. Für den Kleinverkauf von Heilwasser, Tafelwasser, künstlichem Mineralwasser( Eel­terswasser und Limonadenwasser) und Solewasser müssen in La dengeschäften und Apotheken die Preisverzeichnisse mit den auf Grund der Verordnung vom 9. Februar 1932 sich errechnenden Kleinverkaufspreisen gut sichtbar aufgehängt werden. Etwaige widerstrebende Verkäufer werden auf die unangenehmen Folgen hingewiesen, die ihnen bei nicht sofortiger Beachtung dieser An­ordnung entstehen können. Auf die diesbezügliche Verordnung vom 9. Februar 1932, veröffentlicht im Amtsverkündigungsblatt Nr. 14 vom 23. Februar 1932, wird hingewiesen.

* Einbruchsdiebstahl. In der Nacht zum Mittwoch wurde in das Anwesen der Firma Geiße eingebrochen. Die Täter hatten es auf die in dem Hofe abgestellten Kraftwagen abgesehen. deren Behältnisse sämtlich durchwühlt waren. Da die Täter von der Straße aus nicht direkt in den Hof gelangen konnten, wähl ten sie ihren Weg durch die Weinertsche Kartonnagenfabrit. n diesem Anwesen überstiegen sie das Hoftor, stiegen nach 3er: trümmerung einer Fensterscheibe in den Fabrikraum ein und ge langten durch ein auf der Rüdseite gelegenes Fenster in den Hof der Firma Geiße. Entwendet wurde, da die Täter in den Kraft­wagen nichts vorfanden, auf dem Rüdwege aus dem Fabrikraum nur ein Karton mit sechs Rollen weißer, grüner und gelber Toi lettenseife.

* Diebstähle. In den letzten Tagen wurde vor dem Arbeits amt eine elektrische Fahrradlampe, gezeichnet B. D., aus einem

Kauft nur deutsche Waren!

ihrem berechneten Zuspiel die Lage, spielten jedoch immer noch vorsichtig und abwartend, als suchten sie die Schwächen des Gegners zu erkennen. Roland Lichti spielte wieder im Sturm, spielte und fämpfte. Er war ein ganz anderer als in der ersten Hälfte das war der alte ,, Rolli", der daheim Tausende be geistert, der seine Elf von Sieg zu Sieg geführt hatte.

Dr. Kurth atmete auf.

Der Herr mit dem kleinen Bärthen rauchte aufgeregt eine Zigaretten nach der anderen. Seine Blide umflammerten den Mittelstürmer förmlich.

,, Ganz große Klasse", murmelte er ,,, die Pariser Luft ist entnervend und gefährlich, aber der Mann hat sich zu seinem Können zurückgefunden."

Wieder einmal lagen die Franzosen im Angriff. Es sah gefahrdrohend aus für die Deutschen. Da lief Roland Lichti zurüd, fämpfte mit einem Franzosen um den Ball, blieb Sieger, umspielte, zwei drei Mann

Gebannt erhoben sich Tausende von den Sitzen. Elegant in der Kurve liegend, den Ball wie mit unsicht barem Faden am Fuße haltend, flog der Mittelstürmer über das Spielfeld. Etwa zwanzig Meter vor dem Tore stoppte er den Ball, eine blizschnelle Wendung täuschte einen Angreifer, hart fegte der Ball über den Boden zu spät warf sich der inter nationale Tormann Frankreichs- Das Spiel stand 1: 1 un entschieden.

Zwanzigtausend Franzosen waren bezaubert vom Spiel der

Deutschen.

Irgendeine französische Sportzeitung hatte erwähnt, daß der blonde Mittelstürmer daheim Rolli" genannt werde. Jekt brüllten diesen Namen zuerst die Landsleute aus der deutschen Kolonie, dann auch einige Pariser.

Hartnädig fämpften die Franzosen um den Sieg. Aber man sah, daß ihre Kraft gebrochen, ihrem Spiel der Schwung

genommen war.

Rol- li! Rol- li!"

Immer lauter flang es über den Platz. Der Botschaftsrat freute sich.

Wieder einmal zwedmäßige Propaganda für Deutschland. Was waren die Sensationen eines Sechstagerennens gegen diesen heroischen Kampf?

Das war Sport, war lodernde Begeisterung! Zweiund­zwanzig, die ihr alles für ihren Club, für ihre Stadt, für ihr Land daransetzten und Tausende mitrissen..

Die Minuten verstrichen. Dr. Karsten saß da, überwältigt von dem Erlebnis. Fabelhaft, diese Energie der elf Deutschen! Für Maria Hedemann versanten die Vorgänge auf dem Spielfeld. Sie sah wie durch einen Schleier nur den einen: Roland Lichti.

Sie war jung, schön und frei. Und das Leben, das herr­liche bunte Leben loďte und lachte.

Fortsetzung folgt.

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