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Nr. 7.

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Gießener Zeitung

Erscheint Samstags.

( Gießener Tageblatt)

Bezugspreis 1,50 RM vierteljährlich frei ins Haus. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rüd­dung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert.

Berlegungen erlign. Sahrg.

derausstellung?

Die Wanderausstel Suß und Vorstand der Der Großen Landwin den Fall an den DO Juni 1932 abgehalten - und Hilfsmittel fin

-

Bolitische Rundschau.

Der Reichspräsident empfing am Donnerstag den Arbeits­usschuß der Vereinigten Hindenburg- Ausschüsse und äußerte

gehen in gewohntech dabei über seine Kandidatur. Der Reichsminister des Innern hat am Freitag durch meldung in der Abte Rundschreiben die Landesregierungen gebeten, alle Maßnahmen gend. Eine endgültig ur Durchführung der Wahl des Reichspräsidenten in die Wege nats erhalten, nachdem leiten.

Dem deutsch- amerit

ornien) gelang es für berung der öffentliche von antideutscher He was in den Bereinig es Vorgehen errei

et.

Die Reichstagsfraktion des Zentrums und der Bayerischen Salkspartei haben einen Antrag eingebracht, der die Reichs­regierung ersucht, daß die Mittel der Reichswesthilfe 1931 ra=

her als bisher und in vollem Umfange den ehemals besetzt ge= pesenen Gebieten zuflöſſen.

Am Donnerstagabend hat in Genf eine längere Unterredung zwischen Simon, Grandi und Gibson stattgefunden, in der, wie exlautet, die internationale Schulden- und Tributfrage erörtert

rorden ist.

Im Verlaufe der Donnerstag- Sigung des Hauptausschusses in Genf stellte Tardieu den Antrag, die Bildung der Kommissio­Tem vorzunehmen und außerdem die Bildung eines politischen nkommensteuererklärun Ausschusses zu beschließen, der sich mit den auf die ,, Organisie­ift unglaublich, was i nung des Friedens" bezüglichen Fragen zu beschäftigen habe. heißt es aufpassen, un en gerade zur zichtige " eine ganze popula Für jeden Steuerzahle Eh aller Fragen und -m auf dem Gebiete des lag Spaeth& Line RM. 1,40.

Kurzbriefe"? J parnisje, Steuervort beträgt RM. 2,65 end die Geseze im Steuertermin- Rale Rudolf Lorenz- Verlag

32. Dieser Zeitungs Dor. Ein bedeutendes -Expedition der

dische Pressewesen und eugerdes Dokument b ungsanzeige unter alle Woche". Gebanni ter. Werden die Gr er gegen China? Die neue große Wob des Vierhundert- Mi

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In einem Aufruf, der von 120 Persönlichkeiten des eng­lischen öffentlichen Lebens unterzeichnet ist, wird die Streichung der Kriegsentschädigungen und Reparationen als einziger Weg aus der Weltkrise und zu neuem Wohlstand gefordert.

Die notwendige Zweidrittel- Mehrheit zur Auflösung des Nunmehr Oldenburgischen Landtages wurde nicht erreicht. misz der Vollsentscheid zur Auflösung des Landtages durch­geführt werden.

Die Vereidigung Adolf Hitlers als Beamter der braun­schweigischen Regierung hat Freitagnachmittag 17 Uhr in den Räumen der braunschweigischen Gesandtschaft in Berlin statt­gefunden.

Auf einem Laubengelände in Hagen( Westfalen) wurde tom Polizeibeamten ein Sprengstofflager ausgehoben, das aus trva 10 Kilogramm Sprengstoff, 44 Meter Zündschnur, 52 Schuß Infanteriemunition und einem Trommelrevolver be= tand Zwei der Tat dringend verdächtige Personen wurden festgenommen; einer von ihnen ist ein Funktionär der Kommu­istischen Partei.

Meldungen aus Montevideo zufolge ist das dortige Büro der russischen Handelsvertretung Amtorg" polizeilich geschlos= em worden. Durch eine Haussuchung soll zahlreiches tommu­itisches Propaganda- Material für die südamerikanischen Staa­ter ans Licht befördert worden sein.

Die russische Presse bringt eine Meldung, wonach General Kusmin, der Führer der weißgardistischen Organisation in Charbin, von den Japanern beauftragt worden sei, ein weiß­ja rdistische Division zu formieren.

In der spanischen Hauptstadt läuft ein Gerücht um, daß der berühmte Führer des Rif- Aufstandes, Abd el Krim, von der Jmsel Réunion, wo er interniert war, entkommen sei und einen euen Aufstand gegen die Spanier in Marokko vorbereite.

Die weitaus in der Mehrheit befindliche nationalsozialistische Stadtratsfraktion von Coburg hat beschlossen, Adolf Hitler zum Ehrenbürger der Stadt Coburg zu ernennen.

Unter Würdigung der schwierigen Gesamtverhältnisse haben Die Tarifvertragsparteien im Versicherungsgewerbe sich dahin Derständigt, den Manteltarifvertrag bis zum 3. September 1932 und die geldlichen Leistungen bis zum 30. Juni 1932 zu ver längern.

Der Provinzialverband Schlesien des deutschen Gastwirtever= bandes hat beschlossen, alle erforderlichen Schritte zur Organisa­timn eines Bierstreiks innerhalb der gesamten Provinz zu unter­nehmen.

Das Bädergewerbe Groß- Berlins, die Bädermeister und Brotfabrikanten haben beschlossen, den Broipreis ab Montag, 29 Februar, um 2 Pfennig herauszusetzen.

Drud und Verlag von Albin Klein in Gießen Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526. Postschedkonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. M.

Sonntag, den 28. Februar 1932

Hessische Landtagssitzung.

( Neueste Nachrichten)

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Nummer 8

Der Hefiche Landtag ist am Freitag nach stürmischem die Bedeutung des Handwerks

Ende auf unbestimmte Zeit in die Pause gegangen, die sicher­lich erst mit der Aufnahme der Etatberatungen zu Ende sein wird. Das Hessenparlament hat vorher mit einfacher Mehrheit den nationalsozialistischen Amnestiegesetzentwurf, der inzwischen eine Milderung erfuhr, angenommen. Da die Regierung ver­fassungsrechtliche Bedenken geltend macht, so ist mit der Ver­tündung des Gesetzes nicht zu rechnen, ehe der Staatsgerichtshof, dessen Spruch die Antragsteller anrufen wollen, entschieden hat.

Vernebelungstaktik.

Eine irreführende These in der Abrüstungsfrage.

Die große Debatte auf der Genfer Abrüstungskonferenz hat erneut gezeigt, welche Staaten bemüht sind, die ihnen unbequeme Abrüstung durch diplomatische Schachzüge und juristische Spitz­findigkeiten zu umgehen. Es ist dabei u. a. von Interesse, daß auch in Genf wieder eine seit langem von Frankreich vertretene These hervorgeholt worden ist, eine These, die auch von den fran­zösischen Vasallen, namentlich von Polen, angewendet und vor­aussichtlich bei den kommenden Abrüstungsverhandlungen eine bemerkenswerte Rolle spielen wird: die der ,, Kriegspotentiels" oder der ,, Potentiel de guerre".

,, Potentiel de guerre" ist die Bezeichnung für eine Reihe von Faktoren, die zwar die Kriegskraft eines Landes im Verlauf eines Krieges in irgendwelcher Weise zu beeinflussen vermögen, deren Einfluß auf die militärische Stärke jedoch weder zahlen­mäßig festgesetzt noch einigermaßen genau abgeschätzt werden fann. Zu diesen Faktoren zählen vor allem: die geographische Lage eines Landes und seine Grenzverhältnisse, seine Größe, seine Gestalt; Lagerung und Bodenbeschaffenheit, seine Bündnis­lage und Bündnismöglichkeiten, seine Bevölkerungsverhältnisse, seine wirtschaftspolitische, verkehrs- und finanzpolitische Lage, seine sozialpolitische und staatspolitische Struktur und sein Volks­charakter. Das Gegenstück zu ihnen bilden die sogenannten af­tuellen Faktoren, d. h. die eigentliche militärische Ausrüstung eines Landes, die im Frieden bereits vorhanden ist und für die Kriegsführung sofort nutzbar gemacht werden kann und die dem­entsprechend, im Gegensatz zu den potentiellen Faktoren, auch meßbar ist. Zu den aktuellen Faktoren gehören die Friedens­streitmacht eines Staates zu Lande, zur See und in der Luft und das in ihren Händen befindliche Kriegsmaterial, die aus­gebildeten Reserven und das für sie im Frieden bereitgehaltene Kriegsmaterial, die Organisation der Mobilmachung etc. Für sie hat man im Gegensatz zum ,, potentiel de guerre" die Bezeich= nung ,, potentiel de pair" geprägt.

Das ist die rein grundsätzliche Bedeutung des Potentiel de guerre" und des ,, potentiel de paix". Außer ihr besagen beide Begriffe aber noch etwas anderes ,, Potentiel du guerre" versinn­bildlicht die französische These in der Abrüstungsfrage. Sie be­sagt: dem ,, potentiel de guerre" sei ein weit größerer Wert für die Beurteilung der Kriegslast eines Landes beizumessen als den aktuellen Faktoren. Frankreich vertritt im Zusammenhang da= mit den Standpunkt: Staaten, die in den potentiellen Faktoren

anderen Ländern gegenüber unterlegen sind- so sei beispiels­

weise Frankreich potentiell dem abgerüsteten Deutschland gegen= über unterlegen! vermögen diese Unterlegenheit nur durch eine starke Friedensrüstung und eine im Frieden bereits bis ins Kleinste vorbereitete Kriegsorganisation, d. h. also durch ein startes ,, potentiel de pair" auszugleichen. Dementsprechend müß­ten sie auch das Recht hierzu haben. Es rechnet gleichzeitig da­mit die ausgebildeten Reserven und das für diese bereitgehal­tene Kriegsmaterial zu den potentiellen Faktoren und will sie dementsprechend von einer eventuellen Rüstungsbeschränkung ausgenommen wissen. Hinter dieser These verbirg sich also offenbar die französische Abneigung gegen wirksame Abrüstung.

Diese These ist natürlich gänzlich abwegig. Das Entscheidende der militärischen Macht eines Landes ist nicht das Vorhanden­sein eines starken ,, potentiel de guerre" allein, sondern die Mög­lichkeit, es auch entwickeln und zur Wirkung bringen zu können. Diese Möglichkeit aber hängt ab einmal von der Zeit, die einem Lande im Kriegsfalle hierfür zur Verfügung steht. Sie hängt weiterhin ab von der Lückenlosigkeit des potentiel de guerre",

Die Abstimmung über die Mißtrauensanträge dann aber auch davon, wie weit die Entwicklung des potentiel

im Reichstag.

Die von den Nationalsozialisten, Deutschnationalen, der Deutschen Volkspartei und den Kommunisten eingebrad) ten Mißtrauensanträge gegen die Reichsregierung wurden in ge­meinsamer namentlicher Abstimmung mit 289 gegen 264 Stim­men abgelehnt. Die Mehrheit für das Kabinett Brüning be­trigt also 25 Stimmen.

und Die von den Nationalsozialisten, Deutschnationalen Kommunisten beantragte Reichstagsauflösung wurde mit 299 gegen 228 Stimmen abgelehnt.

Die Räumung des deutschen Konsulats in Schanghai. Schanghai, 26. Febr. Die Räumung des deutschen Konsulats ar Donnerstagabend ist auf die unmittelbare Nähe des japari­jden Konsulats und des an der Reede liegenden japanischen Flaggschiffes Jojumo" zurückzuführen, da die Chinesen jede Nacht eine heftige Beschießung des umliegenden Gebiets durch­

fahren.

de guerre" ungestört erfolgen oder geschützt werden kann. Das Fehlen auch nur einer dieser drei Voraussetzungen kann die ge­samte Wirksamkeit des ,, potentiel de guerre" von vornherein in Frage stellen. Was hilft einem Lande beispielsweise eine hohe Einwohnerzahl, wenn deren wehrfähige Teile militärisch nicht geschult sind und im Kriegsfalle die Zeit fehlt, sie auszubilden! Was das Vorhandensein großer Kohlenvorkommen, was die größte Stahlindustrie einem Lande, das arm an Eisenerzen ist, was die fortgeschrittene Friedensindustrie, wenn ihre Fabriken bereits durch feindliche Luftangriffe zerstört werden können, noch ehe sie überhaupt daran denken konnten, sich auf Kriegsbetrieb umzustellen!

Alles dies sind nur wenige Beispiele für die Unhaltbarkeit der französischen These. Ausschlaggebend für die Kriegskraft eines Landes sind eben nicht die in ihm und seiner Bevölkerung unent­wickelt liegenden, für kriegerische Zwecke vielleicht verwendbaren Kräfte und Möglichkeiten, entscheidend vielmehr ist hierfür in erster Linie das, was tatsächlich im Frieden bereits für den Krieg vorbereitet ist. und dementsprechend für die Kriegführung sofort greifbar ist.

nach dem Enquete- Bericht.

Der Ausschuß zur Untersuchung der Erzeugungs- und Ab­satzbedingungen der deutschen Wirtschaft( Enquete- Ausschuß) hat unlängst durch seinen Vorsitzenden den Schlußbericht zu seinen umfangreichen Untersuchungen vorgelegt. Ueber das Handwerk wird hierin zusammenfassend folgendes ausgeführt:

Auf Grund einer umfangreichen Bestandsaufnahme hat erst der Ausschuß den Nachweis geführt, daß das deutsche Hand­werk innerhalb der gewerblichen Wirtschaft immer noch einen außerordentliche breiten Raum einnimmt und seinen Bestand im Vergleich zur Jahrhundertwende nicht nur behauptet, son­dern sogar durch das Aufkommen neuer Handwerkszweige ( Elektroinstallateure, Mechaniker usw.) gesteigert hat. Für das Jahr 1926 wurden I 307 867 Handwerksbetriebe fest­gestellt, in denen 1 320 515 Inhaber, 1 517 046 Gesellen und Arbeiter sowie 766 666 Lehrlinge tätig waren. Die Zahl der Angestellten und sonstigen Hilfskräfte, für die das Handwerk arbeitsmarktpolitisch zufolge der fortschreitenden Vereinigung vieler Handwerksbetriebe mit Ladengeschäften eine immer größere Rolle spielt, ließ sich nicht einwandfrei ermitteln. Gezählt wurden in den Handwerksbetrieben 109 325 Angestellte und son­stige Hilfskräfte. Rund 29 Prozent der in Industrie und Handwerk beschäftigten Personen( 12 626 776) entfallen also nach den Erhebungen des Ausschusses auf Handwerksbetriebe. Die volkswirtschaftliche Bedeutung des Handwerks kommt durch diese Verhältniszahl nur unvollkommen zum Ausdruck.

Wie die Landwirtschaft ist das Handwerk vor allem ein Tätigkeitsfeld des selbständigen Betriebsinhabers. Von den Selbständigen in Industrie und Handwerk( 1 785 113) sind nicht weniger als 73,9 Prozent selbständige Handwerker. Die Zahl der Berufszugehörigen, die zwar nicht in dem gleichen Maße wie in der Landwirtschaft, aber ebenfalls in benchtlichem Ausmaße als mithelfende Kräfte tätig sind, wurde von dem Ausschuß auf 7,87 Millionen beziffert. Mit Einschluß der Berufszuge hörigen leben rund 12,6 Prozent der deutschen Bevölkerung von der Handwerkswirtschaft, deren volkswirtschaftliche Bedeutung durch die Uebermittlung von Arbeitstechniken und die Ausbil dung von Facharbeitern verstärkt wird. In beider Hinsicht bil­det das Handwerk eine wichtige Stütze der deutschen Verfeine­rungsindustrien. Größtenteils aus dem Handwerk herausge wachsen, haben diese besonders in ihren Klein und Mittelbetrie ben vielfach noch durchaus handwerkliche Züge. Trotz der ver­stärkten Lehrlingsausbildung in der Industrie ist das Handwerk auch das wichtigste Rekrutierungsgebiet für ihre Facharbeiter geblieben. Die Zahl der außerhalb des Handwerks tätigen ya­brikhandwerker wurde vom Ausschuß mit 1 243 640, der Be­triebshandwerker mit I 222 392 angegeben. Unter Berück sichtigung dieser außerhalb der Handwerkswirtschaft stehenden Arbeitskräfte umfaßt der Berufsstand des Handwerks etwas über 6 Millionen gelernte Handwerker oder rund 19 Prozent der hauptberuflich Erwerbstätigen in der deutschen Volkswirtschaft ( 32 009 300).

Im Gegensatz zur vorkriegskapitalistischen Produktions­weise ist das Handwerk heute größtenteils auf die Darbietung von Leistungen konzentriert Von den über 100 Handwerks zweigen, die von dem Ausschuß einer Untersuchung unterzogen wurden, sind nur noch verhältnismäßig wenige ausschließlich mit der Gewinnung, Umwandlung oder Formgebung von Stoffen beschäftigt. Diesen Wirtschaftsbereich mußte das Handwerk mehr und mehr an die industriellen Betriebe abtreten, die sich auf dieser Arbeitsunterlage, die durch die Auflösung hausgewerb­licher Eigenproduktion erweitert wurde, vornehmlich entwickel­ten. Der Verdrängungsprozeß des Handwerks ist in der Pro­duktionswirtschaft noch in vollem Gange, wenn sich auch sein Tempo seit der Jahrhundertwende verlangsamt hat. In der Nachkriegszeit werden von den Industrie und Manufaktur­betrieben besonders das Schneider, Schmiede-, Tischler: und Sattlerhandwerk stärker bedrängt. Andere Handwerkszweige, wie das Schuhmacher und Uhrmacherhandwerk, haben sich von Produktionsgewerben in der Hauptsache zu Reparaturgewerben oder, wie das Klempnerhandwerk, zu Installationsgewerben ent­

wickelt.

Sehr stark ausgebildet ist die Verbindung der Handwerks­betriebe mit Ladengeschäften. Abgesehen von den metallverarbei tenden Handwerkszweigen gibt diese vor allem auch den großen Handwerkszweigen der Fleischer und Bäcker ihre starke Wett­bewerbskraft gegenüber den industriellen Großbetrieben.

Unter dem Einfluß der industriellen Konkurrenz hat sich das Handwerk verhältnismäßig stark auf wenige Handwerks zweige konzentriert. Von den 1307 867 Handverksbetrieben entfallen fast 80 Prozent auf 19 Handwerkszweige, von denen jedoch die mit Arbeitskräften stark besetzten Handwerkszweige, wie B. das Schneiderhandwerk( 437 893), das Tischlerhand­werk( 292 888) und das Schuhmacherhandwerk( 221 225), in starkem Wettbewerb mit industriellen Betrieben stehen.

Z-

Obwohl sich das Großhandwerk, besonders in den Bau­und Baunebenhandwerken, immer stärker entfaltet hat, sind die Träger der Handwerkswirtschaft die Mittel- und besonders die Kleinbetriebe geblieben. Von der Gesamtzahl der Hand­werksbetriebe machen die Allein- und Lehrlingsbetriebe 2,8 Prozent, die Betriebe mit einem Gesellen 21,8 Prozent aus.