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Samstag, den 24. Dezember 1932.

Aufschub duldende Fälle zur Erledigung bringen zu können, haben wir jedoch an diesem Tage in der Zeit von 11-12 Uhr vormittags für den Verkehr mit dem Publikum einen Eildienst eingerichtet.

* Leseholzsammler. Das Leseholzsammeln in den städti­schen Waldungen ist in den Monaten Oftober bis März ein­schließlich nur von 8 Uhr bis 17 Uhr und nur denjenigen Per­sonen gestattet, die im Besitz einer Leseholzkarte( grüne Farbe) find.

* Evangelisch- kirchliche Nachricht. Durch die Kirchenregie­zu Mainz­rung wurde dem Pfarrer Gustav Hoffmann Mombach die evangelische Pfarrstelle des Matthäusbezirks der Christuskirchengemeinde zu Mainz, Dekanat Mainz, übertragen.

* Die Straßenbahnlinie durch Wiesed wurde am Mittwoch eröffnet. Um 1 Uhr fand die landespolizeiliche Abnahme statt, und um 4 Uhr befuhren der Stadtvorstand, die Vertreter des Elektrizitätswertes und des Verkehrsvereins auf drei festlich geschmückten Straßenbahnwagen die neue Gesamtstrede vom Marktplatz durch die Marburger Straße und Wiesecker Straße bis in die Mitte Wieseds, wo der Gemeindevorstand von Wie­sed unter Leitung des Bürgermeisters Schomber die Gäste und die neue Verkehrsverbindung mit der Stadt herzlich begrüßten.

* Tränengas- und Stinkbomben. Am letzten Sonntag wur­den in drei Gießener Kaufhäusern Stink- und Tränengasbomben geworfen, wodurch die Angestellten und auch das laufende Pub­litum belästigt wurden. Ein 18 Jahre alter SA- Mann aus Gießen und Mitglied der NSBO. wurde als Täter festgestellt. Er hat in einem Warenhaus wegen seiner Einstellung gegen die Warenhäuser Stinkbomben geworfen, um eine Kaufstockung hervorzurufen und das kaufende Publikum zum Verlassen des Geschäftes zu veranlassen.- Verdächtig, Tränengasbomben in zwei anderen Kaufhäusern geworfen zu haben, ist ein zweiter SA- Mann aus Gießen, der sich in Begleitung eines bis jetzt na­mentlich noch nicht festgestellten Mannes befand. Wie uns das Polizeiamt mitteilt, ist ein Strafverfahren eingeleitet.

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50 Jahre Allgemeiner Verein für Armen- und Kranken­pflege. 1882 begann der Verein seine Tätigkeit mit der Er­richtung einer Krippe für Kinder. 1887 wurde das Schwestern­haus in der Lonystraße erbaut, 1889 das sogenannte ,, Miets­patronat" zur Beschaffung gesunder, sauberer Arbeiterwoh­nungen, eingerichtet. Dem folgte die Flick- und Nähschule, 1892 die Haushaltungsschule, 1895 das neue Schwesternhaus mit Kli­nik in der Johannesstraße, 1901 Hospiz und Marthaherberge, 1904 die Säuglingsfürsorge. Ueber dem Krieg bis zur Gegen­wart ein reicher Strom christlicher Liebesarbeit zum Segen vie­ler Tausender!

* Grenze im Osten. Am 28. Dezember, in der Zeit von 20 bis 20,30 Uhr, bringt der Ostmarken- Rundfunk eine bedeutsame Grenzlandsendung von der Weichsel um Marienwerder und Kurzebrad. Die Sendung leitet Ernst W. Freißler. Er sprechen: der Landrat des Kreises Marienwerder, Dr. Ulmer, und Hans G. von der Burchard.

* Straßensperrungsnachricht. Mitgeteilt vom Oberhessischen Automobil- Club E. V.( A. v. D.), Gießen. Die Straßensperre auf der Provinzialstraße Hartmannshain- Gedern ist wieder aufgehoben. Ebenso ist aufgehoben die Sperre der Ortsdurch­fahrt Wiesed im Zuge der Straße Gießen- Altenbused.

* Allg. Ortskrankenkasse. Die Zahlung der für den Mo­nat November 1932 rüdständigen Beiträge zur Krankenkasse, Arbeitslosenversicherung, und die Abgabe zur Arbeitslosenhilfe wird mit Frist bis zum 30. Dezember 1932 gemahnt. Nach die­sem Termin erfolgt Kostenberechnung und Zwangsbeitreibung.

* Sicherung des Vogelsberger Wintersportes. Ueber die Sicherung und den Ausbau des Rettungswesens für den Win­tersport im hohen Vogelsberg fanden in Schotten Verhandlun= gen zwischen dem zuständigen Stiverband und den Vertretern der Arbeitsgemeinschaft Vogelsberger Freiwilliger Sanitäts­tolonnen sowie der Bergwacht" statt. Man tam überein, daß an Sonntagen mit Schneeschuhbetrieb sich ständig drei Sani­täter und zwei Bergwachleute im Sportgelände aufhalten und Mitglieder des Stiverbandes, die sich durch Ausweis legitimie­ren können, freie Behandlung haben sollen. Arzt und Kran­fenauto stehen bei schwereren Unfllen nach vorheriger tele­phonischer Anmeldung beim Rechner des Sti- Gaues, Bopp in Schotten, zur Verfügung. Im Bereiche der ,, Herchenhainer

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* 48. Balneologentongreß. Der 48. Balneologenkongreẞ wird vom 4. bis 8. April 1933 in Baden- Baden tagen. Die Grundthemata des Kongresses sind: ,, Die Bedeutung der Diag­nostik für die Kurortwissenschaft und Stand der Klimakunde". Zugleich mit dem Balneologentongreß tagen in Baden- Baden die Zentralstelle für Balneologie, die Arbeitsgemeinschaft für wissenschaftliche Heilquellenforschung und der der reichsdeutschen Badeärzte.

Standesverein

* ,, Hier sind alle deutschen Sender". In der Silvesternacht vereinigen sich alle deutschen Sender zu einer gemeinsamen gro­Ben Ringsendung, die von 19,30 bis 23,45 Uhr dauern wird und an der die verschiedensten deutschen Sender mit repräsen­tativen musikalischen und literarischen Darbietungen in bunter Reihenfolge aufwarten werden.

Aus Nah und Fern.

Groß- Eichen. In der Dorfkirche fiel am Samstagabend, während die Gemeinde in der Kirche zur Andacht versammelt war, die Glocke beim Schlußgeläute aus dem Kirchturm herab. Als ein Glück ist es anzusehen, daß die Decke des Kirchenschiffs von der Glocke nicht durchschlagen und dadurch ein schweres Unglück für die Kirchenbesucher verhütet wurde. Der Absturz der Glocke ist auf einen Bruch in der Aufhängevorrichtung zu­rückzuführen.

Nidda. Bei lebendigem Leibe verbrannt ist die 60jährige Frau eines Bahnbeamten, die während des Kochens am offenen Herdfeuer hantierte. Plöglich stand die Frau in hellen Flam­men, lief auf die Straße und schrie um Hilfe. Nachbarn löschten die Flammen, die Kleider fielen wie 3under ab. Die Frau hatte so schwere Brandwunden davongetragen, daß sie kurz nach der Einlieferung in die Gießener Klinit starb.

Nidda. In dem Nachbarorte Echzell wurde einem Land­wirt das erste durch strengste Sparsamkeit angesammelte Bacht­geld in Höhe von 1500 Mark gestohlen. Wie der Diebstahl man noch nicht. Der

möglich war und wer der Täter ist, wetbeträge nicht zu

Vorfall ermahnt erneut dazu, größere Hause aufzubewahren, sondern sie zur Kasse zu bringen.

Worms. In verschiedenen rheinhessischen Gemeinden um Gau- Odernheim waren zahlreiche falsche Fünfmarkstücke abge­setzt worden. Einem Geschäftsmann in Osthofen war der Falschgeldvertreiber aufgefallen u. er gab der Gendarmerie eine Personalbeschreibung. So war es möglich, den Gauner festzu­nehmen. Es handelt sich um einen Einwohner aus Herrnsheim bei Worms, der bei seiner Verhaftung noch eine Anzahl Falsi­fitate bei sich trug.

Marburg. In Albshausen wurde ein siebenjähriger Schüler beim Ueberqueren der Dorfstraße von einem Kasseler Leichentransportwagen erfaßt und ein Stüd über die eisbedeckte Straße geschleift. Er erlitt dabei schwere Verletzungen, die

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destheaters. Nach einer längeren Aussprache wurde ein An­trag mit großer Mehrheit angenommen, das Theater mit dem 31. Dezember zu schließen.

Finanzschwierigkeiten.

New Yort, 23. Dez. Die Finanzschwierigkeiten der Stadt New York sind gestern wieder einmal recht augenscheinlich ge­worden, als die Stadt sich außerstande sah, die Entschädigungen in Höhe von 9 Millionen Dollar an Haus- und Grundstücks­eigentümer zu zahlen dneen die Stadt zwangsweise ihren Besitz abgekauft hatte, um Gelände für die Anlage neuer Stadtbahn­linien frei zu bekommen.

Neue Bücher.

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Jugend von heute. Nie war die Zukunft einer Jugend un­gewisser. Die Woche" gibt ihr Weihnachtsheft als Sondernum­mer Jugend von heute" heraus. Sie läßt Tatsachen sprechen und zeichnet in Wort und Bild auf, wie die Jugend sich selbst sieht und wie wir sie sehen. Eine neue große ,, Woche"-Sonder­nummer, die in vielen tausend Familien an diesem Weihnachts­fest Gespräche beherrschen wird.

Wer die Hand an den Pflug legt... Unter diesem Titel sind 35 Andachten von Pfarrer Dr. Bergér, Darmstadt, in einem Heft gesammelt herausgegeben worden. Der Preis des 48 Sei­ten starken Büchleins ist nur 40, Pfg. Bestellungen nimmt der Ev. Presverband für Hessen, Darmstadt, Liebfrauenstr. 6, an.

Aus dem Kind wird noch was! Die Münchner Jllustrierte bringt in ihrer Weihnachtsnummer 60 Bildnisse von Kindern, bei denen die Onkel und Tanten wirklich recht gehabt haben und die wirklich ewas Großes geworden sind.

Das letzte Heft der, Eleganten Welt"( Verlag Dr. Selle­Ensler A.-G., Berlin SD. 16) im Jahrgang 1932 ist soeben er schienen. Wie alle vorangegangenen 25 Ausgaben, so ist auch die Nummer 26 charakteristisch- für das Programm der Elegan

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den sofortigen Tod herbeiführten. 1. Den Kraftwagenführer gart, an die deutsche Frau.

soll teine Schuld treffen.

Dillenburg. Unter Führung des Landrats sind erneut Schritte unternommen worden, um zu erreichen, daß der Bahn­bau Haiger- Gusternhain zur Durchführung gelangt. Den zu­ständigen Stellen in Berlin ist eine weitere Eingabe unterbrei­

tet worden.

Zwangsschulferien.

Wuppertal. Die Finanzlage Wuppertals hat sich so ver­schlechtert, daß eine Gewähr für eine ordnungsmäßige Durch­führung des Betriebes aller Schulen nicht mehr möglich ist, weil die Mittel zur Beschaffung des Heizmaterials fehlen. Die Verwaltung hat deshalb bei den zuständigen Stellen beantragt, die Weihnachtsferien um 14 Tage zu verlängern.

Schließung des Rudolstädter Landestheaters.

Der Stadtrat von Rudolstadt beschäftigte sich mit der Er­haltung des bereits 140 Jahre bestehenden Rudolstädter Lan­

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