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907.
Samstag, den 23. Juli 1932
brunten auf dem Römerberg, die die Reden durch Lautsprecherübertragung sich anhörten, Brachen spontan in Beifallsrufe und Händeklatschen aus. In dieser Stimmung fielen die Worte des legten Redners, des Vorsitzenden des Deutschen Sängerbundes, Herrn Geheimrat Dr. Karl Hammerschmidt, auf fruchtbaren Boden, zumal da er neben Goethe den vor zweihundert Jahren gestorbenen Josef Haydn erwähnte, und besonders als er von der Bedeutung der volksdeutschen Kundgebung im Frankfurter Stadion sprach. Noch einmal erhoben sich die Stimmen der Sänger auf dem Römerberg. Anton Brudners machtvoller Chor ,, Das deutsche Lied" brauste über den Platz, und es war, als ob die hehren Töne sich über die ganze Stadt ausbreiteten. Die Bannerübergabe war die würdevolle Eröffnung des Festes. nun gilt es ernste Arbeit: Dienst an der Kunst. Boltsdeutsche Weihestunde des Deutschen Sängerfestes.
Wer am gestrigen Freitagnachmittag in der Frankfurter Festhalle sein durfte, der hat gefühlt und erlebt, daß es ein unzerstörbares deutsches Volf gibt. Bis zum letzten Platz war das Riesenoval der Festhalle gefüllt, als die ,, Hymne" die Weihestunde einleitete. Zehntausende hatten sich eingefunden. Die Sänger waren nicht nur durch einzelne Vertreter, sondern, wie z. B. aus Amerifa, in großen Abordnungen erschienen; und selten hat man wohl in einer Zuschauermenge gesessen, die so aus aller Herren Länder zusammengeführt und nun glüdlich war, die MutterSprache zu sprechen und deutsche Lieder zu hören.
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Besonderer Beifall scholl den Ehrengästen entgegen: Reichsinnenminister v. Gayl, in dem man vorweg den Ueberbringer einer sehnlichst erwarteten Botschaft begrüßte, Reichsminister a. D. Geßler und die als Sprecher bestimmten Auslandsdeutschen. Als dann Freiherr v. Gayl das Wort aussprache, daß man erwartete, daß das Demonstrationsverbot ab Sonntag für Umzüge fünstlerischen Charakters aufgehoben werde und der Festzug wirflich stattfinden könne, war des Beifalls kein Ende. Der Reichs= innenminister fand mehr als ein glüdliches und starkes Wort. Mt erhobener Stimme rief er den Deutschen zu, die in diesen Tagen ,, Gäste in Deutschland" sind:„ Sie gehören zu uns, was auch fommen mag."
Für die Ueberseedeutschen sprach Dr. Gotthard E. Seyfarth, Brooklyn- New York, Präsident des Nordöstlichen Sängerbundes von Amerika. Er sagte u. a.:,,Wohl leben wir unter verschiedenen Regierungen und wenngleich unser tägliches Leben als Resultat der fremdländischen Umgebungen und der Lebensgebräuche dieser Nationalitäten auch in vielen Beziehungen grundverschieden ist, so macht sich dennoch ein Gefühl überall gleich bemerkbar: Die Liebe zu der Heimat unserer Väter und zum deutschen Volke! Wir Sänger haben immer in erster Reihe gestanden, wenn es galt, die Ehre des deutschen Namens zu schützen, für Recht und Freiheit einzutreten und Werke edler Menschlichkeit zu fördern. Die deutsch- amerikanischen Gesang vereine haben unter der Kriegshetze mit am schwersten gelitten, weil ihre Wesensart offenes und lautes Bekennen- denn stillvergnügt fann kein Chor singen! zur deutschen Muttersprache und zum deutschen Lied bedingen muß. Allen Verfolgungen und Anfeindungen zum Trotz sind sie aber ihren selbstgesetzten Jde= alen treu geblieben und habend urch dieses Festhalten den unwiderruflichen Beweis geliefert, daß auch noch heute deutsche Treue Fein leerer Wahn ist.
Die deutschen Volksgruppen in Europa fanden in Landrat Eugen Naumann- Posen ihren Sprecher: Wir Auslandsdeutschen, die wir hineingestellt sind, in fremdes Volkstum, wissen ja, wie jeder Tag an uns die Forderung stellt, für unser Volkstum zu streiten, wissen, daß dieser Streit erbarmungslos seine Opfer
Die Landsknechte
Sportroman von Emil Wöhner.
( 10. Fortsetzung.)
( Nachdruck verboten.)
,, Trotzdem gibt es aber auch Gegner dieser Punktspiele," erwiderte Theo.„ Ich habe neulich mal so einen Artikel in einer Sportzeitung gelesen. Da behauptete jemand unter anderem, daß die Punktspiele zu große Anforderungen an die Nerven der Spieler stellten und sie und das Publikum zu unsportlichem Verhalten erzögen. Ein Fortfall der Meisterschaftskämpfe würde mit einem Schlag den„ Spesen- Amateur" und das sensationshungrige Publikum vom Erdboden verschwinden lassen. Aber in der nächsten Nummer stand schon eine Entgegnung darin. Ich glaube, ich habe die Zeitschrift noch hier. Einen Augenblid inal Hier ist schon der Artikel. Also der Einsender schreibt über den Wert der Punktspiele am Schluß: Wenn die Spieler auch manchmal die Zähne zusammenbeißen müssen, um einer drohenden folgenschweren Niederlage zu entgehen und sie trotz größter Anstrengung vielleicht doch nicht verhindern können, so lernen sie eben, sich zu beherrschen. Und dieses sich selbst besiegen" ist schließlich der Endzwed aller sportlichen Erziehung. Fußballspiel ist Kampf. Ein Meisterschaftsspiel steigert die Rampfbegeisterung naturgemäß noch mehr. Wenn der Siegeswillen sich in erlaubten Bahnen auswirkt, ist ein solches Punktpiel ungleich schöner und interessanter als ein FreundschaftsSpiel. Das beweisen auch die größeren Zuschauermengen bei den Meisterschaftskämpfen. Deshalb wollen und dürfen wir auf die Punktspiele nicht verzichten."
,, Ein ganz vernünftiger Standpunkt," meinten Adolf Müller und Günter Freund.
„ Sicherlich. Ich glaube, wir werden die Zuschauer, die heute zu unserem Spiel herauskommen werden, nicht enttäuschen. Bange ist mir nur etwas um Karl Schäfer. Er läßt sich zu leicht aus der Ruhe bringen. Aber wenn die Gegner nur fair pielen, ist mit unserem Rechtsinnen ganz gut auszukommen. Wir selbst müssen auch alles daran sehen, Adolf, daß uns in der Size des Gefechts keine Entgleisungen passieren. Wellner ist ja, Gott sei Dant, ein ausgezeichneter Schiedsrichter. In dieser binsicht können wir also auch beruhigt sein."
,, Es wird schon klappen, Theo. Mein linker Nachbar, Erich Janßen, Bringhofs Sorgenfind, ist ja auch gut in Form. Also die Aussichten auf einen Sieg sind gar nicht so schlecht. Die
,, Gießener Zeitung"
fordert. Auch wohl so mancher Sänger aus den Reihen der Auslandsdeutschen weiß davon zu erzählen. Und wenn wir auch auf lange Zeit unseres Volfstums nicht sollen froh werden dürfen wir draußen nicht und ihr nicht im Reich und in Desterreich-: Den Stolz auf unser Deutschtum fann uns niemand rauben. Wir empfinden nur die atemraubende Enge. Wir rufen nach Loderung aller jener unnatürlich und widersinnig anmutenden Eisenbänder und Riegel, die die freie Erhaltung unseres Volkstums hemmen und suchen über die Grenzen hinweg bewußte Zueinanderordnung und Handreichung aller Deutschen zu gemeinsamem Dienst am Volk."
,, Für das Volk der deutschen Staaten" nahm als letzter Redner Reichsminister a. D. Geßler das Wort: Wenn jemand vor dem Kriege in die Fremde ging, dann wurde er von der Heimat häufig als eine Art verlorener Sohn angesehen. Jeder Auslandsdeutsche aber, der heute in die Heimat tommt, wird bald erkennen, daß hierin eine große Wandlung eingetreten ist. Der Deutsche aus dem Auslande wird heute durchweg als Volksgenosse angesehen. Immer selbstverständlicher wird die Pflicht empfunden, sich um das Auslandsdeutschum zu kümmern und dort helfend einzuspringen, wo die Not und die Gefahr der Entnationalisierung besonders groß sind. Schon der Weltkrieg hat diesen Gesinnungswandel eingeleitet. Wir Deutsche aus dem Reiche und aus Desterreich, aus den Grenzgebieten des deutschen Volksbodens, aus den rings in Europa umbrandeten Inseln deutscher Sprache und deutscher Lebensgesittung bekennen uns in dieser Stunde mit voller Entschlossenheit zu unserem Schicksal und unserer Aufgabe. Wir erheben unsere Hände und geloben: In deutscher Not und Werfgemeinschaft drinnen und draußen wollen wir den Sinn der Geschichte, die große Aufgabe der Gegenwart, erfüllen als treue Diener am Werke der deutschen Zukunft.
Lokales.
Sonntagsgedanken.
Die Zeit des Wanderns ist da, Ferienzeit. Aus dem Staub und Lärm der Großstadt flüchten die Menschen in die Stille der Dörflein. Aber dort finden sie feine feiernden und ruhenden Leute an, denn das Landvolk ist jetzt in tausend Sorgen um das tägliche Brot. Dort ist kein Achtstundentag und fein Wochenend und oft auch kein Sonntag. Schau' sie nur an die hageren, sonnenverbrannten Gestalten, welchen zähen Kampf sie führen müssen mit dem rauhen, armen Boden unseres Vaterlandes. Und geben doch noch von ihrer Armut jedes Tahr Tausende von Mark an die Notleidenden der Großstadt.
Vergessen wir das nicht, wenn wir jetzt im Sommer als Gäste auf das Land kommen. Vergessen wir nicht, daß unser Landvolk das stärkste Fundament des Staates ist und der unerschöpfliche Jungbrunnen, aus dem gerade die Großstadt Le= ben und Dauer schöpft. Lassen wir die Großstadt und ihre Scheinkultur daheim. Stören wir nicht die heilige Sonntagsstille, die dort draußen so ergreifend über dem Lande liegt. Und schä= men wir uns auch nicht, am Sonntag in der kleinen Dorfkirche neben dem Bauern oder einem alten, gebeugten Mütterchen zu stehen.
Ein hoher Staatsbeamter, der den Sommer in einem Gebirgsdorfe verbrachte, nahm Sonntag für Sonntag am Pfarrgottesdienste teil. Als er dann Abschied nahm, trat ein Bauer zu ihm und drückte ihm die Hand: ,, Vergelt's Gott für das gute Beispiel, das Ihr uns gegeben habt. Oft möchte man meinen, Hauptsache ist, daß unser lieber Torwart seinen Kasten rein hält."
,, Darauf kannst du Gift nehmen," lachte Günter Freund und stand auf.„ Ich glaube, wir müssen uns verabschieden. Frau Bauer hat das Mittagessen sicher schon fertig. Was gibt es denn heute mittag, Theo?"
,, Erbsensuppe mit Frühzündung," sagte Adolf Müller und sah auf die Uhr.„ Was, schon gleich elf? Da ist es höchste Zeit, daß wir aufstoßen und ins Horn brechen. Na, im Klubhaus treffen wir uns ja nachher wieder. Vergiß vor allen Dingen nicht, Theo die Schußstiefel mitzubringen."
,, Wird gemacht," lacht der Mittelstürmer.
Obwohl das Wettspiel erst um drei Uhr nachmittags angesetzt war, strömten schon eine Stunde vorher unzählige Fußgänger zum Sportplatz. Die Elektrischen waren überfüllt; Autos und Motorräder belebten die Zufahrtsstraßen. Das wunderbare Fußballwetter und die Aussicht auf ein interessantes Spiel hatten alle Sportsfreunde auf die Beine gebracht. An den Kassen drängte sich die Menge. Eine Viertelstunde vor Beginn des Spieles waren bereits alle Tribünen- und Sigpläge ausverkauft. Und immer noch mehr Menschen strömten herzu, die gerne mit einem Stehplatz vorlieb nehmen wollten, wenn sie nur dabei sein konnten. Es war ein großer Kassenerfolg und zugleich ein Beweis dafür, daß ein Treffen zwischen den beiden stärksten Vereinen der Großstadt eine gewaltige Anziehungskraft besaß.
In den Umkleideräumen der Spieler ging es lebhaft zu. Von einer Nervosität war nicht viel zu spüren. Augenblicklich hatte gerade Ernst Gehle, der Rechtsaußen, das Wort:
,, Also Kinder, stellt euch vor: Gestern abend habe ich Skat gespielt. Da hatte ich einmal einen wunderbaren Grand ohne zweien. Herz As, Herz Zehn...“
,, Ach du mit deinem Stat," rief Ernst 3ille, der linke Verteidiger, dazwischen ,,, das kannst du deiner Großmutter er= zählen."
,, Du Theo," wandte sich Willi Hoffmann an den Mittelstürmer ,,, wenn du nachher Seitenwahl haben solltest, dann laß uns man mit der Sonne im Rüden spielen. Wind ist ja kaum da und der kommt auch noch von der Seite."
,, Natürlich.. aber erst mal abwarten."
,, Mir hat diese Nacht geträumt, daß wir mit 4: 1 gewinnen würden!" rief Hugo Schmidt. Da bin ich leider aufgewacht, sonst wären es wohl noch mehr Tore geworden."
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die Religion sei bloß für uns Bauern da. Aber Ihr habt uns gezeigt, daß man ein berühmter Mann sein kann und doch glauben und beten fann."
So ein Beispiel ist mehr wert als alles soziale Geschwätz, dem teine Taten folgen. Denn nichts überbrückt so alle Gegenjätze und bringt einander nahe, als wenn Arm und Reich, Hoch Der Sonntagsschreiber.
und Nieder in Demut vor einem Gotte knien.
*
* Amtswechsel. Der seitherige Direktor der Heil- und Pflegeanstalt bei Goddelau, Herr Obermedizinalrat Dr. Schnei der, wurde zum Direktor der hiesigen Heil- und Pflegeanstalt für den in den Ruhestand getretenen Obermedizinalrat Dr. Oẞwald ernannt.
* Von der Universität. Für den nach Leipzig berufenen ordentl. Professor Dr. Rosenberg kommt der Ordinarius an der Universität Greifswald Dr. E. Blen nach hier.
* Von der Reichsbahn. Neuerdings werden auch nach Bad Salzhausen von Gießen aus Mittwoch- Rückfahrkarten ausgege= ben, die bekanntlich im Preise den Sonntagsrückfahrkarten gleichstehen. Weiterhin gibt die Reichsbahndirektion Frankfurt bekannt, daß sie zum 21. Deutschen Feuerwehrtag in Karlsruhe vom 5. bis 8. August von allen Stationen ihres Bereichs aus Sonntagsfahrkarten nach Karlsruhe ausgibt.
* Vom Schöffengericht. Am letzten Montag wurden einige Mitglieder eine Diebesbande, die in der Umgegend von Homberg a. d. Ohm zahlreiche Einbruchsdiebstähle begangen hatten, zu 4, 3 und 2 Jahren Gefängnis verurteilt. Drei weitere Angeflagte wurden aus Mangel an Beweisen freigesprochen.
* Jubiläum. Herr Kanzlei- Oberassistent Otto Purrmann kannte Mitte dieser Woche auf eine 25- jährige Dienstzeit bei der Universitätsbibliothek zurückblicken.
* Liebig- Museum. Am morgen Sonntag hält Herr Geheimrat Sommer im Liebig- Museum um 11.15 Uhr einen Vortrag über„ Die Entwicklung des Liebig- Museums von 1924-1932". Veranstalter ist die Gesellschaft Liebig- Museum Gießen.
Schießsport. Am Sonntag, den 17. Juli, hielt die Schützengesellschaft 1926 Gießen e. V. ihr diesjähriges Königsschießen ab, welches sich einer guten Beteiligung seitens der Schützen zu erfreuen hatte. Es wurde auf 100 Meter eine Adlerscheibe( den Reichsadler mit Zepter und Reichsapfel darstellend) beschossen, und zwar wurde mit dem 238. Schuß der Rest des Adlers von der Stange heruntergeholt. Der glüdliche Schütze war Herr Karl Schneider, Gießen, Marburgerstraße, welcher somit Schüßenfönig für das Jahr 1932 wurde. 1. Ritter wurde Herr Fritz Dewald und 2. Ritter Herr Heinrich Blum, Gießen. Die Schießdauer betrug nur 1½ Stunden und ist die Schießleistung der einzelnen Schützen als eine sehr gute anzusehen, was auch später bei der Königsproklamation durch den Oberschützenmeister Herrn Ed. Gondner lobend in Erwähnung gebracht wurde. Eine von Herrn Friseur- Obermeister Hans Göz gestiftete und von Herrn Malermeister Carl Rau fünstlerisch gemalte Ehrenscheibe wurde von dem Oberschützenmeister Ed. Gondner mit einem sauberen Fleckschuß erschossen.
* Sperrung der Bootshausstraße. Anläßlich der am 30. und 31. Juli 1932 stattfindenden 27. Ruder- Regatta der Gießener Rudergesellschaft 1877 ist die Bootshausstraße von dem Bootshaus der Gießener Rudergesellschaft bis an den Durchgang nach der Ederstraße( Bahnüberführung) am 30. und 31. Juli 1932 von 14 bis 19 Uhr für den Durchgangsverkehr polizeilich geSperrt.
* Straßensperrung. Die Alicenstraße ist Dom 22. bis 23. Juli 1932 zwischen Frankfurterstraße und Ludwigstraße we
,, Na, mit dem Resultat könnten wir auch zufrieden sein," meinte Otto Drees.
,, So ein Pech," schimpfte Frizz Körner ,,, mir ist eben mein Schnürband abgerissen!"
,, Ja," lachte Adolf Müller,„ das sind so Schicksalsschläge, von denen man sich nur schwer wieder erholt."
,, Sag mal, Hans," wandte Ernst Gehle sich an den linken Verteidiger ,,, wieviel Bräute hast du heute eigentlich auf der Tribüne sizen?"
,, Auf der Tribüne sitzen bloß seine Schwiegermütter", meinte Adolf Müller. Und wenn er nicht ordentlich spielt, friegt er nachher' ne Abreibung von ihnen mit dem Sonnenschirm... Aber hab' keine Angst, Hans, wir stehen dir alle bei." ,, Ihr könnt mir alle den Budel runterrutschen!" rief Zille. Wer?" fragte Dr. Bargmann, der eben mit Bringhoff den Umkleideraum betrat.
"
,, Sie nicht, Herr Doktor," meinte Hans Zille etwas verlegen.„ Aber unser Mittelläufer hat mal wieder so'n großes Wort."
,, Dazu kann ich nicht," rief Adolf Müller.„ Das hab' ich von meiner Großmutter geerbt. Die haben sie nämlich aus Versehen mal mit' ner Grammophonnadel geimpft."
,, Die Stimmung der Spieler scheint ja vorzüglich zu sein," wandte Dr. Bargmann sich lachend an den Trainer.„ Na, Herr Hansen, nun sehen Sie zu, daß Sie Ihre Mannschaft zum Siege führen. Es ist ja ein recht starter Gegner, den Sie heute gleich beim ersten Punktspiel vor sich haben, aber bei einigem Glück dürfte es Ihnen nicht schwer fallen, ihm die zwei Punkte abzunehmen. Der starke Besuch ist übrigens sehr erfreulich. Lassen Sie sich nur nicht durch Zurufe aus dem Publikum in Ihrer Handlungsweise beeinflussen. Spielen Sie so, wie Sie es für richtig halten."
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Ein paar Minuten später betraten beide Mannschaften, von den Zuschauern lebhaft begrüßt, den Platz. Nachdem die beiden Spielführer gelost hatten die Gegner hatten Seitenwahl und spielten mit der Sonne im Rüden begann der Kampf. Das Spiel gestaltete sich gleich im Anfang sehr lebhaft. Hin und her wogte der Kampf. Aber bald machte sich eine starfe Ueberlegenheit der Stürmerreihe, die Theo Hansen anführte, bemerkbar. Ihre Angriffe waren geschlossener und schneller. In der zwölften Minute fonnte Theo auf eine schöne Vorlage Adolf Müllers an den Rechtsaußen, die dieser präzise an die Mitte abgab, unhaltbar einsenden. 1: 0! Lauter Beifall durchbrauste den Platz. ( Fortsetzung folgt.)


