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Samstag, den 23. Januar 1932.

Lokales.

* Gedenkfeier zum 220. Geburtstag Friedrichs des Großen. Am Sonntag, den 24. Januar 1932, jährt sich zum 220. Male der Tag der Geburt Friedrichs des Großen. Der Südwestsunk sendet aus diesem Anlaß 18,40 Uhr eine besondere Gedenkfeier, in der neben Kompositionen für Flöte und Cembalo des großen Preu­Bentönigs, Rezitationen aus seinen Werken zum Vortrag ge­bracht werden.

* Aus dem Stadttheater. Zu ermäßigten Preisen wird am morgigen Sonntag als Fremdenvorstellung Verstehen wir uns?", ein Zeitstüd in 3 Aktien von Peter von Preradovir, ge= geben.

* Obst- und Gartenbauverein. Jm Saale der Gastwirtschaft Faulstich( Bahnhofstraße) findet am Sonntag, den 24. Januar, nachm. 3,30 Uhr, ein Vortrag des Herrn Obstbauinspektors Entler über ,, Qualitätsobstbau" statt.

* Ein Kultur- Großfilm. Ein herrlicher Griechenland- Film ,, Ewiges Hellas" wird am Sonntagvormittag 11.15 Uhr im Lichtspielhaus in der Bahnhofstraße gegeben.

* Deutschnationaler Handlungsgehilfen- Verband. Samstag, den 23. Januar, abends 8,30 Uhr, Jahreshauptversammlung im Heim.

* Schweinepest. Im Gehöfte Marburgerstraße 66, vormals Meistermann, ist die Schweinepest festgestellt. Gehöftsperre ist an­geordnet.

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* Stelldichein der Rassehunde. Am 6. und 7. Februar wer­den anläßlich der 7. Grünen Woche 1932 die Arbeitsgemeinschaft Berliner Rassehundevereine im Dt. Kartell f. H. und die De­legierten- Kommission 1879 Rassehundzüchter und Liebhaber­verband eine große internationale Rassehunde- Ausstellung ab­halten. Der Besitzer jedes ausgestellten Hundes erhält eine ge­schmackvolle bronzene Plakette gratis. Meldeschluß ist der 28. Januar.

,, Gießener Zeitung"

zeichnen, der 20 Prozent beträgt. Jm ganzen hatte das Bad 31 216 Besucher, die in 24 568 Kurgäste und 6648 Pasjanten zu scheiden sind.( 1930: 31 632 Kurgäste, 7183 Passanten.) Als Vergleichszahl aus der Vorkriegszeit ist das Jahr 1913 mit einem Gesamtbesuch von 34 951 Kurgästen und Passanten gegenüber­zustellen. An Ausländern beherbergte Bad- Nauheim 5425; diese Zahl bedeutet gegen 1930 eine Verringerung um 17,6 Prozent. Der Verlust verteilt sich auf fast alle Länder. Ein geringer Zu­gang ist nur bei England und Schweden zu buchen. Die Ueber­nachtungszahlen der Kurgäste und Passanten beziffern sich 1931 auf 730 155 gegen 935 161 im Jahre 1930. Die durchschnittliche Uebernachtungszimmer aller Kurgäste beträgt 29,06 gegen 29 im Vorjahre. Diese unverändert hohe durchschnittliche Aufenthalts­dauer beweist wieder die Bedeutung Bad Nauheims als Heil­bad. Die höchste Zahl der gleichzeitig anwesenden Kurgäste be= trug am 21. Juni= 4979 Personen. Dem Bild der Frequenz entsprechen auch die Bäderzahlen. Im Jahre 1931 wurden 332 584 Bäder abgegeben gegen 426 237 im Jahre 1930. Groß- Gerau. Die Realschule in Groß- Gerau feiert 7. und 8. Mai ihr hundertjähriges Bestehen.

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Die Landwirtschaftliche Woche in Hessen. Darmstadt. In Darmstadt begann am Mittwoch die dies jährige Hessische Landwirtschaftliche Woche mit einem gemein­samen Vortragskurs der Landwirtschaftskammer. des Landwirt­schaftlichen Instituts der Universität Gießen, der hessischen iand­wirtschaftlichen Genossenschaften und der Raiffeisen- Verbände Frankfurt und Ludwigshafen.

Herborn. Beim Abtragen von Steinen an der alten Her= borner Stadtmauer wurde ein eiserner Kochtopf gefunden, der 75 Goldmünzen und etwa 150 Silbermünzen aus dem 16. und 17. Jahrhundert enthielt. Die Goldmünzen sind zum größten Teil Dukaten holländischer und deutscher Herkunft.

Biedenkopf. Schwerer Schaden entstand einem Landwirt in Wolzhausen dadurch, daß im Stalle zwei wertvolle Kühe mit der Lichtleitung in Berührung famen. Die Tiere wurden durch den elektrischen Strom getötet.

Handwerkerversammlung in Gießen. Vergangenen Donnerstag, den 21. Januar, hatte der Orts­gewerbeverein Gießen alle Vorstände der Gewerbevereine, In­nungen und Fachvereinigungen von Stadt und Kreis Gießen nach dem Saal im Restaurant ,, Hindenburg" eingeladen. Es galt Stellung zu nehmen gegen die nicht mehr aufzubringenden Steuern und öffentlichen Lasten; es sollte in gemeinsamer Aus­sprache eine bessere Belebung auf dem Arbeitsmarkt versucht wer­den und vor allen Dingen wollte man den Vertretern des Fi­nanzamtes, der Bauämter, des Kreisamtes und der Stadt klar legen, in welch großer Not der selbständige Handwerker und Gewerbetreibende sich zurzeit befinden. Keine Arbeit, nir­gends etwas zu tun, also keine Einnahmen und dem gegenüber dieselben hohen Ausgaben an Steuern und sozialen Lasten ür Reich, Stadt, Gemeinde, Krankenkassen, Berufsgenossenschaf= ten und dergleichen. Der Verlauf der sehr gut besuchten Ver­sammlung, die von Bäderobermeister Löber geleitet wurde, war ein eindrucksvoller. Sie stand unter der Signatur: Das Recht zu leben, geht vor Steuer zahlen" und der Ruf: Wer­heute Geld hat, ist verpflichtet, solches auszugeben für Arbeits­leistungen und Warenlieferungen seitens der Mitmenschen. Nach der Begrüßung durch den Versammlungsleiter hielt Syndikus Röhr einen Vortrag über Die derzeitige wirtschaftliche Lage des Handwerks", der eine umfangreiche Aussprache auslöste. Die Handwerksmeister Schreinermeister Lenz, Schlossermeister Schmidt- Lich, Maurermeister Schäfer- Lang- Göns, Schlosserober­meister Kreiling, Bädermeister Deibel u. a. griffen Material aus dem werktätigen Leben heraus, so daß der zweite Redner, Syndikus Dr. Lindemann von der Handwerkskammer Darm­stadt in seinem sehr wertvollen Steuer- Vortrag viele Winke geben konnte, wie und bei welchen Steuern und Gebühren der Handwerksmeister Ersparnisse erzielen kann. Nach kurzer Aussprache waren es die Herren Reg.- Rat Braun vom Kreisamt Gießen, Oberbaurat Kuhlmann vom Staatlichen Hochbauamt und Baurat Gravert vom Städtischen Hochbauamt, die alle drei versicherten, daß sie für die gegenwärtige Not im Handwerk volles Verständnis haben und gern helfen wollen, wenn für Arbeiten Gelder in den Kassen sind. Reg.- Rat von Schent vom Finanzamt Gießen sagte größtmöglichstes Entgegenkommen zu allen denen, die durch die Not ihrer steuerlichen Ver­pflichtungen nicht pünktlich nachkommen können. Zum Schluß wurde eine Kommission gewählt, die weiter beraten soll, wie bessere Verhältnisse für die Handwerker im Stadt- und Land­freis Gießen zu schaffen möglich sein kann.

Aus Nah und Fern.

Altenkirchen. Der Geschäftsführer der hiesigen Landbund­genossenschaft hat sich bei der Berliner Polizei gemeldet und zugegeben, 5000 Mark veruntreut zu haben.

Ein städtischer Etat schließt mit Ueberschuß ab. Siegen. In der letzten Stadtverordneten- Sitzung konnte der Stadtverordneten- Vorsteher, Redakteur Beckmann, die be= achtenswerte Mitteilung machen, daß der Haushaltungsplan für 1930 wieder einen Ueberschuß von 70 000 Mark ergeben habe.

Grüningen. Im Alter von 92 Jahren ist hier die älteste Einwohnerin des Dorfes, Anna Elisabeth Hubeler, gestorben. Die Kurzeit 1931 in Bad Nauheim. Durch die Verschlechterung der Wirtschaftslage ist auch in Bad Nauheim ein Rückgang der Besucherzahl gegen 1930 zu ver­

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Sprengunglüd.

Nr. 3.

nach Island in See gegangen, und bisher nicht zurückgekehrt. Von der Reederei wird mitgeteilt, es müsse leider damit gerech net werden, daß das Schiff mit seiner Besatzung von dreizehn Mann untergegangen ist.

Deutscher Abschub aus Elsaß- Lothringen. Saarbrücken, 22. Jan. In der lothringischen Schwerindustrie ( Hüttenwerken und Bergbau) wurden letzter Tage erneut etwa 1500 Ausländer abgebaut und abgeschoben, fast ausschließlich Deutsche, wovon etwa 60 Prozent Saarländer.

Siegen. Auf der tiefsten Sohle der Erzgrube ,, Ameise" bei Eiserfeld ereignete sich ein schwerer Unfall. Zwei Bergleute waren mit dem Anlegen von Sprengschüssen beschäftigt, als ein Schuß losging, bevor sich die beiden Leute in Sicherheit brin­gen konnten. Ein 40jähriger Bergmann aus Eiserfeld wurde lebensgefährlich verleßt, während sein 22jähriger Kamerad mit leichteren Verlegungen davonfam.

zum Verkauf von Saatgut ( Kartoffeln, Hafer, Gerste usw.) zur Frühjahrslieferung db d.Landwirtsch. gut eingeführt sind, gegen hohe Pro­vision gesucht. Zuschr. unt. W. 40 an Thüringer Landbund, Erfurt Seydlitzstrasse 17.

Zwei Tote auf Zeche Zollverein".

Zum 60. Geburtstag von Helene Christaller. Am 31. Januar 1932 feiert Helene Christaller, eine der ge= lesensten Schriftstellerinnen unserer Zeit, in stiller Zurückgezo­genheit ihren 60. Geburtstag. In weitesten Kreisen würde sie erstmals bekannt durch ihr Buch Gottfried Erdmann und seine Frau". Ihm sind eine große Zahl überaus erfolgreicher Bücher gefolgt und bisher sind ihre Werke in einer halben Million über das ganze deutsche Sprachgebiet verbreitet und in viele Sprachen übersetzt worden. Helene Christallers Bücher sind gute, fesselnde, ungrüblerische Lektüre, die jedermann mit Genuß und Gewinn liest.

Essen, 22. Jan. Auf der 12. Sohle der Zeche Zollverein" im Norden im Revier 1 Flöz Anna ist ein Streckenstück zu Bruch gegangen. Dabei kamen zwei gerade anwesende Grubenbeamte zu Tode.

Erstklassiges Marken- Piano

Hannover, 22. Jan. Die Gewerkschaft Florentine der Preußag ist bei Berkhöpen mit einer Bohrung in 1000 Metern Tiefe fündig geworden. Die Bohrung mußte sofort stark ab= gedrosselt werden, da das Del unter hohem, zurzeit noch steigen­dem Drud steht.

Verhaftung des ehemaligen Schahmeisters des Deutschen

Sängerbundes.

Neue Bücher.

Die Einkommensteuer. Was jeder davon wissen muß. Zweite erweiterte und ergänzte Auflage. Bon Obersteuersekre= tär Dr. W. Sinzig. Verlag Wilh. Stollfuß, Bonn. Preis RM. 1,25. Bei vielen Steuerpflichtigen bestehen immer noch häufig Unklarheiten über die Einkommensteuer, sowie über die zulässigen und unzulässigen Abzüge. Ein Sachverständiger hat daher, um unerwünschte Auseinandersetzungen mit den Finanz­behörden zu vermeiden, mit der vorliegenden Schrift einen zu­verlässigen und allgemein verständlichen Ratgeber geschaffen.

Gütersloh, 22. Jan. In Verl, Kreis Wiedenbrück, wurde der ehemalige Schatzmeister des Deutschen Sängerbundes, Ge= richtsassessor Johann Redling aus Berlin- Charlottenburg ver= haftet. Redling hatte als Schatzmeister des Deutschen Sänger­bundes 900 000 Mark unterschlagen.

allerbill. zu verkauf. Händler verbeten. Offert. u. G. Z. 3018 an d. Gießener Ztg.

Die Vermögenssteuer. Was jeder davon wissen muß. Zweite erweiterte Auflage. Von Obersteuersekretär Dr. W. Sinzig. Verlag Wilh. Stollfuß, Bonn. Preis RM. 1,25. Jn furzer und sehr übersichtlicher Form bringt der Verfasser diese praktische An­leitung heraus. Die in dem Gesetz verankerten Grundsätze werden in diese Neuauflage wieder weitesten Kreisen zugänglich gemacht. Bei der Abfassung ist Wert darauf gelegt worden, die wichtigsten Grundgedanken an Hand einfacher Beispiele klar zu legen.

Die Umsagsteuer. Was jeder davon wissen muß. Zweite Auflage. Von Obersteuersekretär Dr. W. Sinzig. Verlag Wilh. Stollfuß, Bonn. Preis RM. 1,25. Auch in der wesentlich ergänzten Neuauflage dieser Schrift hat der sachverständige Ver fasser die vielfach recht unklar gehaltene Gesetzesmaterie in leicht verständlicher Form erläutert unter Berücksichtigung der Aende­rungen der letzten Notverordnung.

Not- Winte für Geschäftserhaltung und Geschäftsfreunde. Un­abhängige Briefe über alles aktuelle geschäftliche, wirtschaftliche, steuerliche und rechtliche Wissen und Vorsorgen. Verlag für Wirtschaft und Verkehr, Stuttgart, Pfizerstraße 20. Monatlich 3 Hefte nur RM. 1,20. Auch das neue Heft 7 bringt wieder recht Beachtenswertes

Das Tanz- ABC müssen auch Sie beherrschen, auch wenn Sie fein prominenter Tänzer sind. Anleitung dazu gibt Ihnen das soeben erschienene neueste Heft der Eleganten Welt", das als Spezial- Nummer herauskommt.

Rettet uns die deutsche Chemie? Die Woche" unterhält sich mit Dr. Bergius, dem Nobelpreisträger und führenden deutschen Chemiker, über die Ausstiegsmöglichkeit der deutschen Volks­wirtschaft durch die Chemie. Lesen Sie das interessante Gespräch der Woche" im neuen Heft.

Das Mutterrecht ist eine der ältesten Formen der sozialen Ordnung der Menschheit. Auch heute noch gibt es das Mutter­recht. Der Berichterstatter der ,, Münchner Illustrierten Presse" hat einen Stamm der Ureinwohner Indiens besucht und hier interessante Aufnahmen von männlichen Frauen und weiblichen Männern gemacht. Wir finden diese Bilder in der neuesten Nummer( Nr. 4) dieser Wochenschrift.

Verantwortlich: Paul Christian Klein in Gießen.

Wichtig für alle Arbeitgeber!

Bezugsp

Redaktionsi

jendung nicht

45.0

Die Durchführungsbestimmungen über den Steuer­abzug vom Arbeitslohn vom 5. 9. 1925, die Durchfüh­rungsbestimmungen über die Krisenlohnsteuer für Lohn­und Gehaltsempfänger vom 17. 6. 1931 und die Ver­ordnung zur Durchführung der Bürgersteuer vom 1. 10. 1931 machen

Riesige Devisenschiebungen aufgedeckt. Berlin, 22. Jan. Ein Fall von Devisenschiebungen, in dem es sich um Millionenobjekte handelt, ist jetzt von Beamten Der Bantier Dr. der Zollfahndungsstelle aufgedeckt worden. Gutherz, Vertreter des Banthauses Singer u. Friedländer, das seinen Stammsiz in London hat, ist verhaftet worden. Es ist damit zu rechnen, daß im Laufe der nächsten Tage weitere Ver- daß ab 1. Januar 1932 die betreffenden Steuerabzüge haftungen von Bankiers und Privatpersonen erfolgen werden.

Ein Fischdampfer mit 13 Mann untergegangen? Wesermünde, 22. Jan. Der Wesermünder Fischdampfer ,, Antonie Wettering" ist am 18. Dezember zu einer Fangreise

DAS ZEICHEN

alle Arbeitgeber zur Pflicht,

in ein besonderes Lohnkonto- Formular verbucht werden müssen. Diese Formulare sind von mir Albin Klein, Gießen. zu beziehen.

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