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Samstag, den 20. Februar 1932.

Steuergelder für Auslandsbaustoffe. Troy Devisenknappheit für Berliner Straßen auf 5 Jahre Auslandsbaustoffe vorgeschrieben.

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Gießener Zeitung"

deutung ,, weil mit der Güte der Fahrbahn der im Bau und Betrieb billigere Leichtwagen eine größere Verbreitung erfahren kann und dadurch wieder eine Belebung der heimischen Kraft­wagenherstellung erzielt wird, die von ungeheurer volkswirt­schaftlicher Bedeutung ist, wie aus der Tatsache hervorgeht,

Der Berliner Magistrat hat für Mitte Februar die Ver­gebung der Erneuerungs- und Unterhaltungsarbeiten der Asphalt straßen ausgeschrieben und dabei für einen Zeitraum fon 5 Jahren wiederum die Verwendung von ausländischem Asphalt angeordnet. Für dessen Beschaffung sollen trotz der Devisen­knappheit jährlich fast i Mill. RM. ins Ausland geschickt werden, während bewährte deutsche Baustoffe nur ungenügenden Absatz finden und 6 Mill. Deutsche arbeitslos sind. Auf Ber­liner Straßen liegen im ganzen 5,9 Mill. Quadratineter Asphalt; davon sind aus Deutschland sage und schreibe nur 700 000 Quadratmeter bezogen worden, aber 5,2 Mill. Quadratmeter aus dem Ausland. Dieser als ,, Rutschasphalt" überall bekannte Belag hat sich für den Verkehr nicht bewährt. Trotzdem wird zu seiner Erneuerung wiederum Asphalt in einer noch unbewährten Form vorgeschrieben, obwohl genügend deutsche Baustoffe zur Verfügung stehen, die rauhe Straßen­decken ergeben. Bei der Aufranhung der Berliner Asphalt: straßen haben sich z. B. Teerüberzüge vorzüglich bewährt. Anch in London, wo das Glattwerden der Asphaltstraßen durch die feuchte Luft besonders gefördert wird, sind mehrere Millionen Quadratmeter Straßen geteert worden. Troßdem ist in der Berliner Ausschreibung deutscher Straßenteer nicht einmal er­wähnt worden, sondern man bestimmt die Verwendung von Aus landsbaustoffen, statt durch Stärkung des Binnenmarktes für die Beschäftigung unserer Arbeitslosen zu sorgen. Außerdem erscheint es gewagt, bei den dauernden Fortschritten der Straßen­bautechnik sich für fünf Jahre an ein Verfahren zu binden.

Das deutsche Straßennek.

Ueber die Bedeutung eines guten Straßennekes kann heute weniger denn je ein Zweifel bestehen, denn der riesige auf sie angewiesene Verkehr bedarf ihrer zur Entfaltung und Erhaltung der Wirtschaft.

daß im Vorjahr der Gesamtkraftverkehr Deutschlands zum Gesamt­Umsatz die Summe von fast 5 Milliarden RM. beigetragen hat, wenn alle Aufwendungen eingerechnet werden, die der Kraft­wagenverkehr im Gefolge hat.

Da 90 Prozent unseres Straßenneges eine tägliche Verkehrs­belastung von weniger als 1500 Tonnen auszuhalten haben, so genügt für sie eine Befestigung der Straßendede mit Ober­flächenteerung, zu der wir den Stoff bekanntlich in ausreichen­der Menge im Lande haben, ohne der fremden, noch immer ver­wendeten Teere zu bedürfen. Trotz dieser verhältnismäßig bil­ligen Bauweise sind für den Ausbau eines automobilfähigen deutschen Straßennezes 4 bis 5 Milliarden Mark erforderlich, und die Geldknappheit wirkt sich vorläufig daher als schweres Hindernis aus.

Razzel betont, daß Deutschlands Entwicklung im Mittel­alter z. T. deswegen so langsam vor sich gegangen sei, weil es ein wegearmes Land war. Bei den Erschließungen von Neu­ländern und Kolonien ist immer eine der ersten Maßnahmen einer verständigen Verwaltung, Wege zu bauen, um den unge­hinderten Fluß der Güter zu ermöglichen. Die Eisenbahnen haben, wie fast überall, so auch in Deutschland, zu einer gewissen Vernachlässigung des Straßenbaues geführt, die der Krieg noch verstärkt hat, bis der Kraftwagen mit seinen hohen Anforderun= gen die Straße wieder in ein ganz neues Licht rückte. Je besser heute die Verkehrswege sind, desto billiger vollzieht sich der ihnen zufallende Güterumsatz, und desto größer ist infolge Verminde= rung unwirtschaftlicher Kosten der wirtschaftliche Nutzen.

Nr. 7.

Vertreter der christlichen Gewerkschaften als Mitkämpfer im Kampf um die Sozialisierung der Betriebe begrüßte. Es kenn­zeichnet den Inhalt der Rede des Abg. Imbusch, daß sogar das kommunistische ,, Ruhrecho" von einer von radikalen Tönen strotzenden demagogischen Rede schreibt und weiter bemerkt, daß weder in den ökonomischen und politischen Forderungen noch in den Redewendungen auch nur der geringste Unterschied zwischen Husemann und Imbusch zu entdecken war. Die Kölnische Zeis tung" spricht von einer gegenüber den Unternehmern maßlos un­gerechten Rede. Zur Sache selbst müsse man bemerken, daß die Darlegungen Imbuschs über Verstaatlichung und Vergesellschaf= tung der Betriebe wie über eine Entschädigung der Unternehmer reichlich verworren seien. Dagegen seien seine Angriffe gegen das Unternehmertum desto einseitiger; sie hielten sich von jeder Einsicht in die Folgen der schädlichen Lohnpolitik der Jahre 1926 bis 1929 frei. Eine Auseinandersetzung mit Jmbusch über diese Fragen sei auf dem Niveau, auf das er die Dinge herab­ziehe, unfruchtbar. In einem Artikel des Organs der Ruhr­handelskammern ,, Ruhr und Rhein" wird auf die Ausführengen von Stegerwald, dem Vorgänger von Imbusch als Vor­sitzender des deutschen Gewerkschaftsbundes, am 30. 9. 1030 hin­gewiesen, in der Stegerwald ausführte ,,, daß man drei Jahre lang in einem Irrgarten herumgewandelt sei. Die deutschen Arbeitnehmer ständen auch ohne Lohnerhöhungen in den Jahren 1928 und 1929 in ihrer realen Kaufkraft bestimmt nicht schlechter da, als es gegenwärtig der Fall sei und wir hätten bestimmt we­niger Arbeitslose als jetzt." Das bedeute nichts mehr und nichts weniger, als daß im Endeffekt die Arbeitgeber sozial, die Ge­werkschaften unsozial gehandelt hätten. Der jezige Vorsitzende des christlichen DGB. drohe den Unternehmern mit schärfsten Ge­waltmaßnahmen, wenn sie seine Reformarbeit ablehnen würden, während sein Vorgänger Stegerwald den Unternehmern beschei­nige, daß ihr Widerstand gegen diese ,, Reformarbeit" berechtigt gewesen sei.

Nach der diesjährigen Zusammenstellung des Handelsdepar­tements zu Washington hat Deutschland ein Straßennez von 350 000 Kilometer Länge. Man muß annehmen, daß es sich bei dieser Angabe um für Kraftwagen benutzbare Straßen handelt, da die letzte deutsche Reichsstatistik von 1927 darüber für das Jahr 1925/26 an Kreis- und Provinzialstraßen etwa 390 000 Kilometer ausweist und außerdem 10 000 Kilometer Kunststraßen und rund 80 000 Kilometer Gemeindewege. Daß diese amerika­nische Ausstellung, so begrüßenswert sie an sich ist, noch die An­ordnung nach einheitlichen Gesichtspunkten erstreben muß, geht schon daraus hervor, daß Japan mit einem viel größeren Straßennetz als Deutschland erscheint, nämlich mit einer Million Kilometer, von denen aber nur 57 000 automobilfähig sind.

Das größte Netz zeigt das auch an Kraftwagen reichste Land der Erde, die Vereinigten Staaten, mit fast 5 Millionen Kilo­meter Länge, während Kanada nur 630 000 Kilometer, Argen­tinien 212 000 Kilometer und Brasilien 121 000 Kilometer an Straßen besitzen. In Europa mit seinen 4 Millionen Kilo­meter Straßenlänge steht Rußland mit 1% Millionen Kilometer an erster, Frankreich mit 650 000 Kilometer an zweiter und Deutschland mit 250 000 Kilometer an dritter Stelle, obwohl es als das Herz Europas im Verhältnis zu seiner Größe an erster Stelle stehen müßte. Hier zeigt sich also deutlich seine Rückstän­digkeit.

Der Kraftwagenverkehr ist hinsichtlich der Kosten für Wagen­unterhaltung, Bereifung und Treibstoffe, sowie in bezug auf Ausnutzung der Zeit und des Leistungsvermögens der Wagen infolge seiner auf der Schelligkeit beruhenden Eigenart beson­ders stark von der Beschaffenheit der Straßen abhängig, da erst deren durchgehend allen Anforderungen entsprechender Ausbau ohne alle Behinderungen die Vorteile einer ununterbrochenen Durchschnittsgeschwindigkeit auszunutzen gestattet. Es ist er­rechnet worden, daß einwandfreie Straßen für den Kraftwagen eine Ersparnis von etwa 20 Prozent der Unkosten bedeuten. Diese Ersparnis setzt sich in Verbindung der Güter um, bedeutet demnach erhöhten Güterumiaz. Daher sieht man fast alle Länder der Erde den größten Wert auf den Ausbau der Straßennetze legen, und auch für ausgebeutete Länder wie Deutschland ist, hat der Wegeausbau auch schon deswegen die allergrößte Be­

Rolli, der Stürmer.

Roman von Falk Heldburg.

7. Fortsetzung.

Asien weist 1 Millionen Kilometer, Australien 0,61 Mil­lionen Kilometer und Afrika 0,4 Millionen Kilometer auf. Ganz allgemein geben die Zahlen wichtige Ausschlüsse über die cinzel­nen Erdteile und Länder, chne daß hier alle angeführt werden können, da die Zahlen nur in der Vergleichung der Ländergrößen einen brauchbaren Wert erhalten, die hier zu weit führt.

,, Ein bißchen war ichs vielleicht aber ich habe Ihnen schon verziehen Da kommt mir eben der Gedanke, ob es Ihnen recht wäre, wenn wir nachher Hänschens Geburts­tagstisch zusammen aufbauen? Ich habe meinem Jungen vom großen Rolli schon soviel erzählt! Mein Hänschen wird Ihnen gefallen."

,, Natürlich komme ich gern."

,, Und was haben Sie morgen vor?"

Ja morgen! Da ist letztes Training für Paris angesetzt. Das gestrige habe ich schon verpaẞt!"

,, Und Donnerstag?"

,, Zum Donnerstag harre ich Ihrer Befehle!"

" Und Freitag?"

Das Gesamtnetz der Erde des Jahres 1930 wird auf 12,8 Millionen Kilometer Länge angegeben. Das bedeutet, daß man den Erdball damit 320 mal umwideln fönnte. Würde man die Straßenlängen nebeneinander herumlegen, so würde bei einer durchschnittlichen Breite der Straße von 4 Meter sich ein Band von 1200 Meter Breite um den Aequator ergeben. Gm.

,, Abfahrt nach Paris, so gegen fünf mit dem Fern- D- Zug." Das habe ich mir gedacht! Sie Glüdlicher! Was wür den Sie sagen, wenn ich als Marketenderin mit der Fußball­truppe ins Feld rücken würde?! Ich möchte Paris auch gerne einmal wiedersehen."

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Entwicklung zum Radikalismus im Bergbau.

Am Sonntag, den 7. Februar, hat in Essen der Abg. Jm= busch, Führer des Gewerkvereins christlicher Bergarbeiter, vor den Vertrauensleuten eine Rede gehalten, in der er die in einer früheren Versammlung gegen die Unternehmer erhobenen An­griffe wiederholte. Am gleichen Tage sprach auch der Führer des alten sozialdemokratischen Bergbauindustriearbeiterverban­des, der Abg. Husemann, der nach Zeitungsberichten den

Ein märchenhaft schöner Gedanke, Frau Maria. Wir sprechen noch darüber! Empfehlen Sie mich den hohen. Herren der Bank, und richten Sie meinen herzlichen Dank aus Auf Wiedersehen! Noch eins! Freuen Sie sich wirk­lich, daß ich Sie in Paris spielen sehen will?"

,, Ich freue mich, wie noch nie in meinem Leben.." Und damit hatte Roland Lichti nur gesagt, was ihn innerlich bewegte. An sein Pult zurückgekehrt, konnte er sich nicht einmal soweit sammeln, um wenigstens den Anschein zu erweden, als ob er arbeitete.

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Amtsenthebung von Betriebsvertretungsmitgliedern.

Der Deutsche Industrieschutzverband, Dresden- 2. 1, Bür gerwiese 24, teilt uns mit: Nach§ 39 des Betriebsrätegesetzes kann das Arbeitsgericht auf Antrag des Arbeitgebers bekanntlich das Erlöschen der Mitgliedschaft eines Betriebsvertretungs­mitgliedes in der Betriebsvertretung wegen gröblicher Pflicht­verlegung beschließen.

die Avenuen fast taghell. Vom Boulevard des Italiens schob und drängte sich die Menge hinüber nach der Place de l'Opera. Das Theater öffnete, nach beendeter Vorstellung, seine Pforten und entließ die festlich gekleideten Besucher.

Zu der für die Praxis bedeutsamen Frage, ob eine Pflicht­verlegung der Betriebsvertretungsmitglieder in diesem Sinne auch dann als vorliegend angesehen werden kann, wenn diese auf Anweisung ihrer Drganisation grundsätzlich und ohne jede Berücksichtigung der Betriebsinteressen allen Kündigungsein­sprüchen nach§ 84 BRG. stattgegeben, hat das Reichsarbeits gericht in einer Entscheidung vom 17. Oktober 1931( RAG. B 73/31) Stellung genommen.

Roland Lichti jaß vor dem Café de la Paix, aus dem ab­gerissen und gedämpft Musik herüberklang, die sich mit dem Tu­ten der in endloser Kette vorübergleitenden Kraftwagen und dem babylonischen Sprachengewirr der Gäste dieses Caféhauses zu einer einzigartigen Weise verband.

Wozu auch? In der Bank waren seine Tage sowieso ge­zählt. Er hatte immer geglaubt, daß Lieben so viel be­deutete, wie unglücklich sein, leiden. Nun erlebte er, daß ihn das Vertrauen, das ihm Maria Hedemann schenkte, in einen Taumel des Glücks versetzte. Er bekam Furcht vor all dem Köstlichen, das ihm vielleicht noch bevorstand. Er freute sich auf Paris. Ihn überkam ein großer Rausch, und Andacht er­füllte ihn. Diese Stunde war für ihn voller Wunder

Und die Tage hielten, was Roland von ihnen erhoffte. Mit Erstaunen und Entzücken erlebte er eine Frau, die feinen anderen Beruf zu haben schien, als den: ihn, Roland Lichti, in Träume, goldene Träume einzuspinnen.

Der junge Deutsche gab sich ganz dem Zauber der Pariser Frühlingsnacht hin. Die weiche Luft umschmeichelte ihn, und alles, was er schaute, schien ihm seltsam unwirklich und fern. Aber beglückt sah er in das zudende blutvolle Herz von Paris, mit tiefinnerer Erregung fühlte er den Pulsschlag dieser wunder­vollen Stadt.

Sport und Training wurden ihm zu nüchternen Angelegen­heiten des Alltags.

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Vorm Café de la Paix

Ueber Paris sprühten und sunkelten die Lichter. Glühende Kreise rundeten sich am nachtschwarzen Himmel, feurige Buch­stabenbänder liefen um schweigende Häuserfronten, und auf dem Eiffelturm leuchtete die Reklame einer Automobilfabrik.

Tausendfältig erglänzten die Lichter vor den großen Kauf­häusern, den Cafés, Theatern und Brasserieren und erhellten

Er tranf einen Türkenkassee, und seine Gedanken gingen

,, Verzeihen Sie, mein Herr, habe ich die Ehre, mit Herrn Lichti zu sprechen?"

In dieser Entscheidung wird vom Reichsarbeitsgericht die Auffassung vertreten, daß das in Rede stehende Verhalten der Betriebsvertretungsmitglieder als Amtsmißbrauch für außer betriebliche Zwecke angesehen werden müsse. Es stelle deshalb eine so gröbliche Verlegung der gesetzlichen Pflichten der Be triebsvertretungsmitglieder dar, daß die Aberkennung der Aemter als gerechtfertigt anerkannt werden müsse. Die Aufgabe des Arbeiterrates aus§ 86 BRG. gehe wie die der übrigen Be­triebsvertretungen, nämlich zweifellos nicht dahin, einseitig die Belange der gekündigten Arbeitnehmer dem Arbeitgeber gegen­über zu vertreten, sie erstrecke sich vielmehr darauf, die Gründe des Einspruches gewissenhaft und unparteiisch zu prüfen und dem Einspruch nur dann stattzugeben, wenn einer der in§ 84 BRG. aufgezählten Tatbestände nachgewiesen sei.

wunderliche Wege. Der beschwingte Rhythmus der Weltstadt, dem sich niemand entziehen kann, ließ sein Blut schneller durch die Adern fließen. Leicht und froh war ihm zumute.

Diese Stunde zielloser Träumerei war ein kostbares Ge schenk. Sehnsüchte und Hoffnungen blühten in ihm auf, aber er wußte nicht, was er ersehnte und erhoffte.

Er schrat empor, als ein fremdländisch Aussehender mit höflichem Gruß an seinem Tisch Plaz nahm. Der Fremde, der etwa vierzig Jahre alt sein mochte, war modisch, beinahe stuzzer­haft gekleidet. Er strich sich das kleine schwarze Bärtchen, das seine Oberlippe zierte, und musterte Roland Lichti ungeniert.

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Pardon, Senor", begann er plötzlich auf spanisch, besann sich jedoch schnell und fuhr in fließendem Deutsch fort: Ber zeihen Sie, mein Herr, habe ich die Ehre, mit Herrn Lichti zu sprechen?"

Dieser sah erstaunt auf.

Ich heiße Lichti. Darf ich.

" Oh, ich wußte es", rief der Fremde lebhaft aus Intransigeant" bringt heute abend Ihr Bild. Ich erkannte Sie sofort und preise das Geschick, das mich mit Ihnen zu sammenführte. Uebrigens gestatten Sie: Ximenez, Felipe Ximenez, Montevideo".

Er machte eine tiefe Verbeugung. Dann ergriff er Ro­land Lichtis Hand und schüttelte diese mit südlichem Ueber­schwang.

Ehe der erstaunte Lichti etwas sagen konnte, sprudelte sein Tischnachbar heraus:

Herr Lichti, ich bin der Manager der Uruguay- Mann­schaft, des zweifachen Weltmeisters. Ich bin zweds einiger Spielabschlüsse seit Tagen in Paris. Meine Mannschaft trifft übermorgen an Bord des Maréchal Foch" in Cherbourg ein". Der Mittelstürmer erinnerte sich, gelesen zu haben, daß die Mannschaft des FC. Penarol, des Meisters von Uruguay, meh­rere Spiele auf dem Kontinent austragen wollte.

,, Ich freue mich sehr", sagte er höflich.

Jch auch, junger Freund, ich auch. Dieses zufällige Zu­sammentreffen fann unser beider Glüd sein. Ich habe mit Aufmerksamkeit die Vorschauen auf Ihr morgiges Spiel gegen Stade Francais gelesen. Haben Sie nicht Lust, für uns zu spielen? Nach Beendigung des Europatrips mit uns nach Montevideo zu gehen?"

Roland lachte.

Sie scherzen, Herr Ximenez".

,, No, Senor, nein, nein, es ist mein Ernst. Selbstver ständlich müßte ich mich morgen erst überzeugen, daß die Zei tungen nicht zuviel gesagt haben. Ich werde Sie morgen abend nach dem Spiel anrufen. Darf ich das?" ,, Selbstverständlich, trotzdem es ist zwedlos. Ich bin Amateur und habe nicht die Absicht, Berufsspieler zu werden. Wir werden sehen. Wo wohnen Sie?"

Im Hotel Marboeuf, Rue Marboeuf".

,, Ah ich weiß. Dort pflegt Stade Francais seine Gäste unterzubringen. Ich wohne im Hotel Littré auf dem Mont­parnasse. Auf Wiedersehen morgen. Sie werden von mir hören".

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