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Gamstag, den 14. tai 1932.

ter, bei geöffnetem Fenster oder wenn möglich im Freien. Zum Baden und Schwimmen in freier Luft ist dagegen im Mai das Wetter meist noch ungeeignet.

Von hohem gesundheitlichem Werte ist auch ein längerer oder kürzerer Frühlingsspaziergang, und ein jeder sollte seine Freizeit dazu benutzen, sich auf diese Weise von den gesundheits­schädlichen Einflüssen der winterlichen Stubenluft und des Stu­benhodens zu befreien. Man vermeide dabei aber, etwa schon im Mai im frischen Grase oder auf Feldsteinen am Wege zu rasten. Das Gras ist meist noch feucht, der Feldstein balt, und mancher Rheumatismus, mancher Blasentatarrh schreibt sich her von solcher frühlinghaften Unvernunft. Vom Wochenmarkt sollten unsere Hausfrauen jetzt vor allem die frischen, billigen Gemüse, wie Spinat und Möhren, ferner Schnittlauch, Peter­silie, Kresse, Radieschen, Rettich u. a. mit heimbringen für die Mahlzeit. Mit dieser Art von Frühlingskost führen wir unserem Körper nicht nur Vitamine und Salze zu, die er vielleicht ent­behrt hat, sondern auch die Sonne, der alle diese Gemüse und Kräuter gleich uns ihr Leben und Wachsen verdanken.

Kinder des Mai sind ferner noch Spargel, Erdbeeren und Krebse, deren Genuß sich allerdings meist wohl nur der leisten bann, dessen Geldbeutel dafür noch start genug ist. Erdbeeren und Krebse eignen sich aber auch sonst nicht für jedermann, denn manche Menschen müssen ihren Genuß mit einem fieber­haften, start judenden Ausschlag, dem sog. Nesselfieber, büßen. Wer dazu gehört, dem sei geraten, sich dieses Leckerbissens des Monats Mai lieber zu enthalten. Dr. C. K.

Bange machen gilt nicht!

Gießener Zeitung"

Mit Achgelis auch Kronfeld in Weimar.

Der soeben von seiner Berufung zum Segelfluglehrer des Schweizerischen Aeroklubs nach Deutschland zurückgekehrte Re­ford- Segelflieger Robert Kronjeld wird seine weiteren techni­schen Versuchsarbeiten an der Ingenieurschule Weimar durch­führen. Da diese Anstalt über sehr leistungsfähige Versuchs­anlagen und Flugzeugwertstätten verfügt, dürfte eine erfolg­reiche Weiterarbeit gewährleistet sein.

Neue Bücher.

,, Ehrenbuch der deutschen Schweren Artillerie".( 620 S. 590 Bilder.) Trotz der wirtschaftlichen Notlage hat man sich ent­schlossen, die Herausgabe eines 2. Bandes( nicht Ergänzungs­band) sondern Vollband) in absehbarer Zeit, wohl gegen Ende 1932, zu wagen. Wer das Ehrenbuch der deutschen Schweren Artillerie-40 RM. in 10 Raten, auf Wunsch Ansichtsendung auf 5 Tage frei gegen frei noch nicht besitzt oder wer schrift= liche Beiträge zum kommenden 2. Band liefern will, wende sich an den Herausgeber des Werkes, Major a. D. Kaiser, Schrift­leiter der Zeitschrift ,, Die Schwere Artillerie, Pasing vor Mün­chen, Elisabethenstraße 27.

Amerika ist bekanntlich der Alten Welt stets in allem vor­aus. Das gilt auch für die vielfachen Warnungen vor der Un­hygiene im täglichen Leben. So will das betriebsame Amerika wieder entdeckt haben, daß das Anleden der Brief­marken mit der Zunge eine ganz schlimme gesundheitliche Ge­fahrenquelle sei. Das flingt recht einleuchtend, und wenn es nur dazu führte, daß stets und ständig das für den Gelegenheits­briefschreiber so bequeme Anleden vermieden würde, könnte das Graulichmachen ohne weiteres hingehen. Man darf aber bei solchen ,, Warnungen" nie vergessen, daß sie gerade ängstliche Menschen sehr ungünstig beeinflussen können, eine Nebenwir­fung, die die Warner ganz sicher nicht beabsichtigen können.

Nr. 19.

Das Geheimnis des Orchester- Dirigenten. Die großen Ka pellmeister sind in den letzten Jahrzehnten immer mehr in den Vordergrund des Interesses getreten. Woher fommt das? Ge= neralmusikdirektor Kleiber äußert sich über die Kunst des Dirigie rens in einem interessanten Gespräch in der neuen Woche". Ueberall für 40 Pfg.

Unser Hausarzt. Monatsschrift für Gesundheitspflege, Diät­und Wasserheilkunde. 38. Jahrg. Halbjährl. postfrei 2,20 M. Hausarzt- Verlag H. Stoß. Berlin- Steglitz, Postf. 21. Aus dem Inhalt des Maiheftes: Fußbeschwerden. Aus der Kinder pflege.

Spargelzeit. Eine Reihe schmackhafter Repezte zur Her­stellung herrlicher Spargelgerichte bringt das neue Heft der Gartenlaube". Ueberall für 30 Pfg.

Bezugspreis Fedaktionsfchluß

fendung nicht

te kommt in Deutschland night oft vor, daß die Zuschauer 45. Jah

eines Fußballspiels so in Eifer geraten, daß sie auf den Platz stürmen. Die dramatischen Szenen, die sich dabei abspielten, hat der Photograph der Münchner Illustrierten Presse" festgehal ten. In der neuesten Nummer( Nr. 20) finden wir diese un­gewöhnlichen Bilder.

Turnen und Sport.

Um die Deutsche Fußballmeisterschaft.

Die zweite Runde

In Frankfurt: Eintracht

In Hamburg:

Tennis- Borussia Berlin.

Holstein Kiel- 1. FC Nürnberg.

In Leipzig:

Polizei Chemnitz-

In Bochum:

-

Bayern München.

Schalke 04 Hamburger SpV.

Ergebnisse vom 8. Mai:

Vorrunde zur Deutschen Meisterschaft:

in Königsberg: Hindenb. Allenstein Eintr. Franff. 0: 6( 0: 4) in München: Bayern München Minerva Berlin 4: 2( 1: 1) in Fürth: 1. FC. Nürnberg- Borussia Fulda 5: 2( 2: 0) in Chemniz: Polizei Chemnit Beuthen 09 5: 1( 3: 0)

-

in Berlin: Tennis- Bor. Berlin Vittoria Stolp 3: 0( 2: 0) in Breslau: Breslau 08- Holstein Kiel 1: 4( 0: 2) in Dortmund: FC. Schalke 04- SuBC. Plauen 5: 4( 2: 1) in Altona: Hamburger SV.- VfL. Benrath 3: 1( 3: 0)

Darum ist es wertvoll, daß ein deutscher Gelehrter, Professor Sport an Pfingsten

J. W. Bach, vom Preußischen Medizinaluntersuchungsamt der Frage der Gefährlichkeit des Briefmarkentlebstoffes tatkräftig nachgegangen ist. Seine äußerst verschmitt angestellten Unter­suchungen haben erheben, daß die Briefmarke in keiner Weise gefährlicher ist als tausend und aber tausend andere Gegen­stände des täglichen Lebens. Also: Bange machen gilt nicht. Daß es trotzdem stets zweckmäßig und vorzuziehen ist, eine Briefmarke anders als durch Anleden zu befeuchten, versteht sich natürlich von selbst. Aber gewöhnlich stirbt man nicht dran.

Rattenschäden sind gewaltig.

-

ein

wenn

dem Der Laie hat oft nicht die rechte Vorstellung von Schaden, den die Ratten der Volkswirtschaft zufügen. Nach wird den Feststellungen eines französischen Professors Fünftel der gesamten Welternte von Ratten und Mäusen ver= tilgt. Der Schaden, den diese gefährlichen Nager in den ein­zelnen Ländern durchschnittlich anrichten, beläuft sich in Amerika auf eine man dem Statistiker glauben darf Milliarde Dollar, in Frankreich auf fünf Milliarden Francs, in England auf 15 Millionen Pfund Sterling und in Deutsch­land auf 200 Millionen Mark. Unter den deutschen Städten hat wohl Düsseldorf am meisten unter der Rattenplage ju leiden; denn der Schaden, den die Ratten hier anrichten, wird auf ungefähr 2 Millionen Mark in jedem Jahre geschätzt. In Frankreich wird besonders Paris von den widerlichen Tieren heimgesucht.

Uns sind bis jetzt folgende Spielabschlüsse für die Pfingst­Feiertage bekannt geworden: 1. Feiertag:

Der Schaden ist also gewaltig, und da es bisher noch nicht gelungen ist, der Vermehrung des Ungeziefers Einhalt zu tun, haben verschiedene Gelehrte den Vorschlag gemacht, mehrere Ratten mit einer todbringenden, anstedenden Krank­heit zu impfen, damit diese dann ihre Artgenossen verseuchen und somit vernichten. Vielleicht würden wir im Laufe der Zeit von diesen Werte zerstörenden Nagern mehr und mehr be­freit.

Für jeden Haus- und Grundstückbesitzer ist es deshalb Pflicht, etwas zu unternehmen zur Vernichtung dieser schäd­lichen Tiere, wenn sie sich auf seinem Anwesen bemerkbar Sch. machen sollten.

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VB.- Kurhessen Marburg Sp.- Vgg. Fürth Garbenteich FSV. Frankfurt a. M. Reserve Garbenteich Jgd. Nidda Jgd.

Garbenteich Schüler 1900 Gießen 1. Schüler

2. Feiertag:

VFR. Butzbach

Breidenstein

Weidenhausen

Höntrop

Lichtenplatz- Gevelsberg 2.

Rot- Weiß Frankfurt a. M. Reserve Garbenteich Jgd. Nieder- Ursel Jgd.

Am 2. Feiertag steigt in Gießen zur Eröffnung der Leichtathletitsaison auf dem 1900er- Plaz eine Veranstaltung von besonderem Anreiz. Die 1900er empfangen zum Klubkampf den Akademischen Sportverein Köln. Die Kölner stellen eine der Sie fonn stärksten westdeutschen Leichtathletik- Mannschaften.

des Rovers", als der Sucht, das Neue zu bekämpfen und am Althergebrachten festzuhalten. Die kleine Maschine setzte sich durch und als sie die Zuneigung weiterer Kreise gewonnen hatte, begann der Kampf der Techniker um die Gunst der Masse.

ten 1931 sieben Bezirksmeisterschaften an sich bringen. Die be= tanntesten Leute sind: Busch( 1,80 Meter im Hochsprung); De bus( 42,50 Meter im Distuswurf und 13,90 Meter im Kugel­stoßen); Nottbrod( 1:57 Min. im 800 Meter- Lauf); Socke( lief die 400 Meter in 49,3 Sef.!).

Sport, Technik und Mode.

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Das Luxusbedürfnis der ersten Radfahrer ließ den Fahr radverschönern einen weiten Spielraum. Man suchte zuerst die Linie des Fahrrades zu verbessern. Alsdann suchte man fein Gewicht zu erleichtern und seinen Schwung zu erhöhen. Später verlegte man die Modernisierung auf das Aeußere und unbewußt wurde die Radlerwelt in den Strudel der Mode gerissen. Die Technik ließ sich diese Förderung gern gefallen und so schwankte gesetzt hatte und man zu der Ueberzeugung gekommen war, daß das Fahrradmodell vor weiland 40 Jahren von der Parteien Saß und Gunst verwirrt in der Geschichte des Sports.

erkannt

Einen Stillstand gab es, als man den heute noch üblichen Rautenrahmen als das alleinseligmachende Modell hatte, als die heute noch verwendete Tangentspeiche sich durch man das Fahrrad aus bestem Stahl herstellen, mit luftgekühlten Reifen versehen und seine schwingenden und drehenden Teile mit Kugellagern ausrüsten mußte. Ehe es aber soweit fam, hatte das Fahrrad viele Modekrankheiten über sich ergehen lassen, und wir wollen hier einige dieser Kinderkrankheiten" unseres Stahlrosses der Vergessenheit entreißen.

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In der Hand der ,, oberen Zehntausende" war das Fahrrad ein Luxusgerät. Alles was praktisch wirten fonnte, war ver pönt. Man hatte beine Schmutzfänger, sah auch eine möglichst kleine Glode, auf ein Lämpchen mit vernideltem Gehäuse und auf eine möglichst unscheinbare und ebenso unwirksame Bremje Das Fahrrad mußte schid aussehen, aber in der Praxis zeigte sich die Schattenseite dieser ,, Eleganz" des Rades bald. Die Rad ler und Radlerinnen wurden von oben und von unten naß, die Gefahr der unwirksamen Brems- und Signalvorrichtungen wuchs und man versuchte nun Eleganz und Komfort zu vereinen Dieser Versuch brachte einen harten Kampf, in dem die Fahr Sie belieferte beide radindustrie fein leidtragender Teil war. Kämpferparteien und in unermüdlichem Verbesserungstreiben gab sie dem Fahrrade die von der Mode diktierte Gestalt. Eine Modenarrheit war die Benutzung hoher Uebersetzun gen. Die ,, Lanzierer" dieser Mode verlangten wahre Schwung scheiben als Kettenräder, um mit der Uebersetzung über 100 Zoll zu kommen. Hand in Hand mit diesem Uebersetzungsfimmel ging die Mode der tiefgebogenen Lenter. Bis unter den Gabel topf reichten manche Lentstangen und in unmöglicher Haltung rasten die Modenärrchen die Landstraße entlang. Dann kam die Zeit der ganz kleinen Kettenräder, der holzartig lackierten Lenker und Felgen, der riesenhaften Gloden und Laternen, der vernidelten oder verfupferten Felgen, der sogenannten ,, Polizei bremse" die mehr dekorativ, als zwedentsprechend war, dann sehnte man sich nach ungeheuer breiten Lentstangen, nach far bigen Gummireifen und nach farbigen Rahmen. Der Technifer wurde allen gerecht und der Ladierer stand nicht hinter ihm zurüd. Eine Zeit lang mußten die Fahrräder rot, grün, gelb oder blau sein, alsdann verlangte man bambusartig gestrichene Fahrräder und die ganz Feinen wollten vernidelte oder ver Lupferte Fahrradrahmen haben.

Der Titel dieser kleinen Abhandlung kann leicht den An­schein erweden, als wolle ein Taschenspieler drei grundverschie= dene Dinge durch Fingerfertigkeit unter einen Hut bringen, aber der Titel ist durchaus ernst gemeint und wir werden sehen, daß die tyrannische Königin Mode sowohl zur Technik, als auch zum Sport Beziehungen besitzt. Es soll hier nicht die Rede von dem Einfluß der Mode auf die Bekleidung der Sportsleute sein, sondern auch die von ihnen benutzten, von Technikern hergestell­ten Geräte. Wohl könnte man sagen, daß bei den großen Fort­schritten in der Technik von einer Mode nicht gesprochen werden fann, sofern es sich um Verbesserungen der Sportgeräte auf Grund von Erfahrungen handelt, aber dieser Einwurf ist nur dann berechtigt, wenn man die vom Techniker gewissermaßen ,, troden" hingelegte Verbesserung anerkennt, aber die Macht der Mode, d. h. das Verlangen nach dem Neuen leugnet.

Schon vor fast einem halben Jahrhundert hat man in der Technit die werbende Kraft der Mode erkannt und wenn wir aus der Fülle der Sportgeräte nur das Fahrrad herausgreifen, werden wir bald sehen, welchen Einfluß der Wunsch nach Neuem, Epochalen auf die Vervollkommnung des Fahrrades gehabt hat. Wir wollen nicht zu weit zurückgehen und den Einfluß der Mode auf das Dreirad und das Hochrad erörtern, sondern nur so weit zurückbliden, wie es die in den besten Mannesjahren stehenden Sportleute vermögen, und zwar bis auf das Erscheinen des Niederrades, wie wir es heute zu Millionen in Deutschland sehen. Wohl stieß die Einführung des mit gleichen Rädern aus­gestattetem ,, Rovers" auf Widerstand, aber dieser Widerstand entsprang weniger der Ueberzeugung von der Unbrauchbarkeit

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Die Haltung des Fahrers auf dem Rade wurde ebenfalls von der Mode diftiert. Als der Hannoveraner Willy Arend die Weltmeisterschaft gewonnen hatte, wollte jeder Jüngling fo auf dem Rade sitzen, wie Arend. Sattel und Lenker wurden ,, arendmäßig" montiert, aber Arend fam aus der Mode, als der Münchener Dauerfahrer Robl populär wurde. Unter un fäglichen Qualen versuchten die Moderadler die für Rennen hinter Motoren gebauten Spezialmaschinen mit dem fleinen Vorderrade und nach vorn gerüdten Sattel und Lenker auf de Landstraße zu benutzen und schließlich wurden sogar die 3weurchgearbeitet sizer auf Huberseidl montiert, als diese Mannschaft ihre große Erfolge hatten.

Die Mode erstreckte sich auch auf Einzelteile, wie Pedale Ketten, Tretfurbellager und Kurbeln, aber eine epochale Ver änderung erfuhr das Fahrrad erst durch die Feilaufnabe, ohn die ein ,, modernes Fahrrad" damals undentbar war. Und wen man heute von einem Fahrrade spricht, sagt man, ohne dabe etwas zu denken: Jedes moderne Fahrrad hat Freilaufnab Man gibt also den Einfluß der Mode unbewußt zu, was beweisen war.

Verantwortlich: Paul Christian Klein in Gießen

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