Samstag, den 13. Februar 1932.
Gofales.
* Hindenburg- Ausschuß. Der Aufruf des Hindenburg- Ausschusses zur Kundgebung für die Wiederwahl des Reichspräsiden ten hat den Oberbürgermeister Dr. Keller veranlaßt, eine gleiche Auffordeung an die Bewohner der Povinzialhauptstadt zu rich
,, Gießener Zeitung"
gramm R. V. versehen, in die Hände fiel. Den Siegelring bat der Dieb inzwischen veräußert. Personen, die den Ring erworben haben, werden ersucht, umgehend der Kriminalabteilung, Zimmer 24, Mitteilung zu machen. Nur dem geschikten Vorgehen der Mansardenbewohnerin ist es zu verdanken, doß die Festnahme des Täters so schnell ilm=
Nr. 6.
laffen. Beim heutigen Stand der Technik sind störungsfreie Geräte zum fast gleichen Preis wie die veralteten zu haben.
Um eine Beunruhigung des Gewerbes zu vermeiden, soll künftig bei Streitigkeiten zwischen Rundfunk, Funkhilfe und Handwerk die zuständige Handwerkskammer gemeinsam mit der Rundfunkorganisation an den Störung verursachenden Betrieb funkorganisation in Zukunft nur unter vorheriger Anhörung der Handwerkskammer an Handwerksbetriebe richten.
ten, der sich u. a. Provinzialdirektor Graef, Landgerichtspräsi- fichtigkeit sei zur Nachahmung empolgen tonnte. Diese erantreten. Beschwerdebriefe und dergleichen wird die Rund
dent Neuenhagen, Se. Magnifizenz der Rektor der Landesuniversität, Professor Dr. Vanselow, angeschlossen haben.
*
Verlängerte Geltungsdauer der Wohlfahrtsbriefmarken. Wie jetzt bekanntgegeben wird, ist die Vertriebszeit der diesjährigen Wohlfahrtsbriefmarken bis zum 31. März 1932 verfängert worden. Ihre Gültigkeit erlischt erst einige Monate später, nämlich am 31. August. Nachdem inzwischen für Fernpostfarten und-briefe neue Sähe eingeführt worden sind, ist die Ausgabe neuer behelfsmäßiger Wohlfahrtsbriefmarken erfolgt. Die Marken können überall, auch durch den ev. Wohlfahrtsdienst und die Innere Mission, bezogen werden.
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* Evangelisch- kirchliche Nachrichten. Durch die Kirchenregierung wurde dem Pfarrer Georg Reith zu Bad Wimpfen die evangelische Pfarrstelle zu Seeheim, Dekanat Eberstadt, und dem Pfarrer Wilhelm Bornscheuer zu Schotten die evangelische Pfarrstelle an der Johannisgemeinde Nordbezirk Mainz, Dekanat Mainz, übertragen.
* Vor einem Bierstreit? In einer Versammlung der Freien Gastwirte- Innung für Gießen und Umgebung am Mittwochnachmittag wurde die Frage eines Bierstreifs nach Hamburger Vorbild ventiliert, da die durch die Bierpreissenkung geschaffene Situation für die Gastwirte untragbar sei. Es wurde beschlossen, eine Kommission zu bilden, die mit dem Oberbürgermeister über Senkung der Biersteuer verhandeln soll. Gleichzeitig soll mit den Brauereien verhandelt werden.
* Das Betreten zugefrorener Flüsse, Teiche usw. ist untersagt. Das Polizeiamt teilt hierzu mit: Nach Artikel 297 des Hessischen Polizeistrafgesetzbuches dürfen zugefrorene Flüsse, Teiche und tiefe Bäche bei Meidung gerichtlicher Bestrafung nicht betreten oder mit Schlittschuhen, Wagen oder Schlitten befahren werden, solange dies durch polizeiliche Anordnung ausdrücklich untersagt ist. Eltern, Erzieher und Lehrer werden ersucht, ihre Kinder und Schüler auf das Verbot und die Gefah= ren des verbotenen Betretens von zugeforenen Flüssen, Teichen und tiefen Bächen aufmerksam zu machen.
* Diebstähle. In der Nacht zum 24. Januar wurden aus einem Garten in der Ludwigstraße zwei Hühner und in der Nacht zum 29. Januar aus mehreren Hasenfästen im Neueweg 5 Stallhasen( weiße Riesen und blaue Wiener) entwendet. Aus dem Hofe des Gewerkschaftshauses wurde ein Fahrradsattel und eine elektrische Boschlampe und aus dem Fahrradunterstellraum des Volksbades eine elektrische Fahrradlampe gestohlen. In der Nacht zum Montag wurde in ein Geschäftshaus in Romcod eingebrochen und etwa a 1000.- RM. Bargeld gestohlen. Die Ermittlungen wurden von der Landeskriminalpolizeistelle Gießen aufgenommen.
* Festgenommener Mansardeneinbrecher. Im Herbst vergangenen Jahres wurde beiner einer in der Bahnhofstraße in der Mansarde wohnenden Frau geräuschlos die Kühentür ge= öffnet, wohl in der Annahme, es handele sich um ein Mansardenzimmer. Die Wohnungsinhaberin, die gerade in ihrer Küche tätig war, erschrat, als sie plötzlich einen Mann vor sich stehen sah, der aber auch stuzzig wurde und fragte, ob nicht eine Familie Schmidt zugezogen sei. Als ihm das verneint wurde, verließ er eiligst das Haus. Vor einigen Tagen sah diese Frau von ihrem Fenster aus zufällig den in Rede stehenden Mann wieder, als dieser das Haus betrat. Sie erkannte ihn sofort als diejenige Person, die im Herbst bei ihr erschienen war. Auf Grund des damaligen Verhaltens hegte die Bewohnerin Bedenken und beobachtete vom Treppenhaus aus den Fremden. Dieser ging geräuschvoll bis zum 2. Stockwerk und alsdann schleichend nach der Mansarde. Inzwischen hatte sich die Frau leise in ihre Küche begeben und von innen verriegelt. An der Küchtentüre lauschend bemerkte sie, daß der Unbekannte wiederum am Türdrücker der Küchentür langsam probierte. Als er aber die Türe verschlossen vorfand, suchte er auf dem Vorplatz umher und fand auf einem Brett, auf dem eine Gasuhr steht, den Schlüssel zu einem Mädchenzimmer. Kurz entschlossen riß jetzt die Frau, deren Küche dem Mädchenzimmer gegenüber gelegen ist, nach einigen Minuten ihre Küchentüre auf, sah, daß sich der Unbekannte im Mansardenzimmer befand, und schlug Alarm. Der Dieb, der inzwischen schon ein Schubfach durchstöbert und eine Geldbörse mit 3 RM. sich angeeignet hatte, ergriff die Flucht, konnte aber von dem Hausbesitzer und seinem Personal im Hof gestellt werden. Die inzwischen verständigte Kriminalpolizei nahm alsdann den Täter fest. Es handelt sich um den Arbeiter und Mezger Jakob Ames, geboren am 22. Januar 1867 zu Sotzweiler bei Saarbrüden. Ames fam in Untersuchungshaft. Der gleiche Täter hat zwei Tage vorher nach derselben Arbeitsweise in der Neuenbäue einen Mansardendiebstahl ausgeführt, wobei ihm ein Betrag in Höhe von 6. RM. und ein goldener Herrensiegelring mit dem Mono
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* Festgenommen. Vergangene Woche wurde der 25jährige Metzger Heinrich Sänger aus Hartenrod, der bei einem hiesigen Metzgermeister in Stellung war, wegen Einbruchsdiebstahls und Unterschlagung festgenommen, und dem Amtsgericht zugeführt. Ein Teil des Diebesgutes fonnte den Geschädigten wieder zurückerstattet werden. Wegen Diebstahls im Rüdjall wurde der Arbeiter Wilhelm Rübsam aus Elberfeld auf Grund ines Ausschreibens festgenommen.
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* Einbruchs- Diebstahl. Der in der Nacht zum 8. d. M. in Romrod ausgeführte Einbruchsdiebstahl z. N. des Kaufmanns Karl Werner, wobei dem Täter etwa 1000 RM. Bargeld in die Hände fielen, fand schnell seine Aufklärung. Beamte der Landeskrim.- Pol.- Stelle Gießen nahmen sofort nach Bekanntwerden des Einbruchs mit dem Polizeihund Carmen am Tatort die Ermittlungen auf. Bei Ankunft der Beamten in Romrod wurde noch der Diebstahl eines Motorrades 3. N. des Landwirts Konrad Wald gemeldet. Der an der Einsteigestelle angesetzte Polizeihund nahm sofort eine Spur auf, die nach der etwa 400 Meter entfernt davon liegenden Scheune führte, aus der das Motorrad entwendet wurde. Er stand nun mit großer Wahrscheinlichkeit fest, daß beide Diebstähle bzgl. der Täterschaft mit einander in Verbindung stehen. Da auf Grund der ge= sicherten Motorradspur die Fluchtrichtung des Täters feststand, außerdem der Besitzer des Motorrades erklärte, daß nur wenig Betriebsstoff im Tank vorhanden war, wurden Ermittlungen bei den in der Fluchtrichtung liegenden Tankstellen angestellt. Sie führten zum Erfolg, denn ein in Müde wohnender Tankstelleninhaber gab an, daß ein junger Mann mit Motorrad in der Frühe der Tatnacht bei ihm getankt habe. Da dem Besitzer die Sache verdächtig vorkam, sah er sich nicht nur das Motorrad mit Nummer, sondern auch den Fahrer genau an. Die Nummer stimmte mit der des gestohlenen Rades überein. Da sich bei der Bildersammlung der Landeskriminalpolizeistelle ein aus Romrod stammender bekannter Einbrecher befand, wurde das Lichtbild vorsorglich mitgenommen, um es bei den Ermittlungen als Hilfsmittel zu gebrauchen. Der Tankstellenbesitzer erkannte auf den ersten Blick die auf dem Lichtbild dargestellte Person ols diejenige wieder, die in der Frühe bei ihm getankt hatte. Nun stand einwandfrei fest, daß als Täter der 21jährige Spengler Heinrich Peter Didel aus Romrod in Frage fam. Die sofort auf dem Funkwege getroffenen Fahndungsmaßnahmen führten noch in der Frühe des 9. Februar zur Festnahme des Täters, und zwar durch die Gendarmerie in Arheiligen bei Darmstadt. Dickel verfügte bereits über ein neues Motorrad, das er im Laufe des 8. Februar in Darmstadt mit dem gestohlenen Gelde gekauft hat. Noch ein kleiner Teil des entwendeten Betrages hatte er im Besitz.
Vermög.Landw.u. Geschäftstöchter m M.2 000,- Serm. miên(.
glückt. Seirat
( auch Einheir. gebot.) d. 3.Edelmann, gegr. 07 Frankfurt M.- West, Molife- Allee 60
* Hessische Landesstelle für Pilz- und Hausschwamm- Beratung. Die Beratungsstelle in Darmstadt( Fernruf 4755) mird heute von F. Kallenbach, dem Leiter des Mykologischen Instituts der Deutschen Gesellschaft für Pilzkunde, verwaltet. Im letzten Halbjahr wurden ungefähr 300 Ratsuchende gezählt; 100 Hausschwammfälle bearbeitet; 40 Lichtbildervorträge und Cxkursionen wurden veranstaltet. Außerdem wurden zwei mehrtägige Pilzausstellungen in Darmstadt und in Worms staltet.
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Beseitigung von Rundfunkstörungen.
( Vereinbarungen mit der Südwestdeutschen Rundfunk A.-G.) In letzter Zeit sind des öfteren Rundfunkstörungen, die durch elektrische Geräte von Handwerkern verursacht werden, Gegenstand der öffentlichen Debatte und von Gerichtsverhand lungen gewesen. Um Streitigkeiten zwischen der Rundfunk organisation und den Handwerksbetrieben in Zukunft zu vermeiden und eine enge Zusammenarbeit zwischen Handwerk und Rundfunk zu ermöglichen, haben die Südwestdeutsche Rundfunk A.-G. und die Handwerkskammer, Geschäftsstelle Frankfurt a. M., nach Verhandlungen eine Vereinbarung getroffen. Bei Störungen, die durch Handwerksbetriebe verursacht werden, soll in jedem Einzelfall durch Verhandlung zwischen Rundfunk und Handwerkskammer eine gütliche Einigung erreicht werden.
Bei Streitigkeiten zwischen Hörer und Rundfunkgesellschaften einerseits und Rundfunkstörer andererseits, soll die zuständige Handwerkskammer für alle Handwerksbetriebe des Sendebezirks als Gütestelle wirken. Nach Möglichkeit soll versucht werden, durch Einbau außerordentlich billiger Vorrich tungen in die benugten Geräte eine Entstörung vorzunehmen.
Um in Zukunft Streitigkeiten von vornherein unmöglich zu machen, werden alle Handwerksbetriebe dringend gebeten, bei Neuanschaffung elektrischer Geräte jeder Art sich Störungsfreiheit vom Erzenger bezw. Händler garantieren zu
DAS ZEICHEN
Mit dieser Vereinbarung zwischen der Handwerksorgani fation und dem Rundfunk ist es erfreulicherweise gelungen, von vornherein ein Güteverfahren in Streitigkeiten einzuschalten und damit zu vermeiden, daß kostspielige Prozesse gegen Rundfunkstörer geführt werden. Die Handwerkskammern erwarten von allen Handwerksbetrieben, daß sie von der Möglichkeit der Herbeiführung gütlicher Ginigung und von der Inanspruchnahme vorbeugender Maßnahmen in weitestem Umfange Gebrauch machen, da es auch nicht zuletzt im Interesse des Handwerks liegt, gute Beziehungen zu den Rundfunkorganisationen zu schaffen und zu erhalten. In allen Zweifelsfällen ist die Handwerkskammer bereit, als federführende Stelle über alle Fragen der oben angeschnittenen Art Auskunft zu erteilen.
Aus Nab und Fern.
Arbeiterschulungswoche des Sess. Landesvereins für Innere Mission.
Lich. In der Woche vom: 31 Januar bis 6. Februar fand auf Veranlassung des Hess. Landesvereins für Innere Mission in unserer Gemeinde eine Arbeiterschulungswoche statt. Sie war von 38 Teilnehmern aus 13 Gemeinden Oberhessens und Starfenburgs besucht. Die Vorträge fanden an den Wochentagen im Gemeindejaal statt und behandelten die Hauptschlagworte der Kirchengegner. Es sprachen Direktor Röhricht- Darmstadt, Evangelist Hunke- Gütersloh, Pfarrer Simsa- Bad Nauheim und Prälat D. Dr. Dr. Diehl- Darmstadt. Sachkundige Führungen durch Kloster und Rettungshaus Arnsburg sowie durch Lich machten die Arbeitergäste mit den Sehenswürdigkeiten und der Geschichte von Lich und seiner Umgebung bekannt.
Niddq. In der Nähe der Gastwirtschaft ,, Gambrinus" in Nidda wurde in der vorletzten Nacht ein junger Mann durch einen Messerstich in den Leib schwer verletzt. Die Untersuchung über die Ursachen der Tat ist eingeleitet.
Die Lahn ist zugefroren.
Limburg( Lahn). Die überraschend schnell eingetretene Kälte, die an der Lahn 14 Grad unter Null brachte, hat ein rasches Zufrieren der Lahn in ihrer ganzen Breite zur Folge gehabt. Selbst die Wehre sind mit einer dicken Eisfruste überzogen.
Frankfurt a. M. Wegen starker Eisbildung auf dem Main mußte die Schiffahrt zu Verg durch Schleuse Kostheim und die Talfahrt durch Schleuse Frankfurt a. M. gesperrt werden.
Gute Beschickung der Westdeutschen Möbelmesse. Zur Westdeutschen Möbelmesse in Köln( 8. bis 10. April) haben sich bis jetzt schon mehr Ausstellerfirmen angemeldet als zur gleichen Zeit bei den früheren Möbelmessen in Köln.
Neue Bücher.
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,, Künstler am Rundfunk". Ein Taschenalbum für die Leser der illustrierten Rundfunk- Programm- Zeitschrift„ Der Deutsche Rundfunt" 256 Seiten mit 230 30 Abbildungen. Verlag Rothgießer& Diesing, A.-G., Berlin N 24. ist von der durchaus richtigen Voraussetzung ausgegangen worden, daß der Rundfunkteilnehmer Interesse daran hat, seine Rundfunklieblinge, deren Darbietungen er immer hört, auch einmal im Bild vor sicky zu sehen.
Die ausscheidenden Marinemannschaften? Die Februar Nummer der ,, See", Zeitschrift des Deutschen Flotten- Vereins, Berlin, Matthäikirchstraße 13, wirst die Frage auf: Was geschieht für die ausscheidenden Mannschaften der Marine?" Es werden sehr interessante Zahlen beigebracht. Sehr reich mit Schilderungen aus dem Gebiet der Seefahrt ist auch wieder der Unterhaltungsteil.
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