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Samstag, den 12. November 1932

Aus Rab und Fern.

Zugzusammenstoß.

Donnerstag vormittag gegen 7.30 Uhr fuhr im Bahnhof Saasen ein von Fulda nach Gießen fahrender Personenzug auf einen im Bahnhof Saajen haltenden Güterzug auf. Hierbei entgleisten vier Wagen. Durch den Anprall wurde eine Anzahl Reisender verlegt. Vier der Verletzten wurden mit einem Kran­fenwagen der Reichsbahn von der Unfallstelle aus nach der Klinit in Gießen gebracht. Einige Verletzte fuhren mit dem Hilfszug nach Gießen und wurden dort von dem anwesenden Bahnarzt behandelt. Die Ursache des Zusammenstoßes ist mit größter Wahrscheinlichkeit auf ein Versehen des Weichenstellers des Bahnhofs Saasen zurückzuführen, der dem Personenzug die Einfahrt in das durch den Güterzug besetzte Gleis frei gab. Da auch noch sehr starker Nebel herrschte, sah der Lokomotiv­führer des Personenzuges den haltenden Güterzug erst, als es zu spät war.

Grünberg. In diesem Jahre feiert Grünberg recht spät seinen Gallusmartt. Schon der Auftakt am Sonntag war ein guter. Am Dienstag wurde alter Tradition entsprechend die Marktfahne gehißt. In der Herbstsonne des ersten Markttages am Mittwoch boten die alten winkligen Straßen der Stadt durch den reichlichen Flaggenschmud ein reizendes Bild. Der Zuzug zur Stadt stand hinter dem früherer Märkte zurück.

Hungen. Die im Rahmen der Notstandsarbeiten zur Aus­führung kommende Regulierung der durch unsere Gemarkung fließenden Horloff geht ihrem Ende entgegen.

Bad Nauheim. Bis zum 10. November 1932 betrug der Gesamtbesuch 24 672 Gäste, darunter 3982 Ausländer. Anwe­send waren an diesem Tage 594 Gäste.

Friedberg. In der Gemarkung Steinfurth stieß ein Land­wirt bei Herstellung einer Rübengrube auf ein altes Grab, in dem ein Dolch und ein Schwert lagen. Es handelt sich um ein altfränkisches Grab aus dem 6. Jahrhundert.

Vilbel. Die 31. Oberhessische Verbands- Geflügelschau findet hier vom 18. bis 20. November statt.

Alsfeld. In der letzten Stadtvorstandssitzung gab Bürger­meister Dr. Völsing bekannt, daß das Kreisamt mit Geneh­migung des Ministers des Innern auf Grund der Verordnung zur Sicherung der Haushalte der Gemeinden vom 25. Sep­tember 1931 verfügt habe, daß in der Stadt Alsfeld für das Kalenderjahr 1933 die Bürgersteuer mit 500 Prozent des Lan­desjazzes zu erheben ist.

Büdingen. Auf Grund einer Abmachung zwischen der Stadt Büdingen und der Fürstlich Ysenburgischen Verwaltung wird in aller Kürze auf dem Jagdschloß Thiergärtner Hof ein Ar­beitsdienstlager für 150 Personen erwerbslose Jugendliche aus dem Kreis Büdingen zur Errichtung gelangen.

Mainz. Die Stadtverwaltung hat sich dazu entschlossen, ab 20. November die 40- Stunden- Woche in den Betrieben der Stadt Mainz einzuführen. In erster Linie wird die 40­Stunden- Woche durchgeführt, um einen entsprechenden Betrag an Lohnausgaben für den Rest des Rechnungsjahres einzu­sparen.

Mainz. Die traditionell am Abend des 11. im Elften statt­findende Generalversammlung des Mainzer Carnevalvereins im großen Saal der Stadthalle, der ,, Gut' Stubb", nahm einen glänzenden Verlauf.

Altenkirchen. An der Westerwaldbahnstrecke Altenkirchen­Linz wurde das Personenauto eines Händlers aus Linz vom Zuge erfaßt und 30 Meter mitgeschleift. Infolge des Nebel­wetters sah der Wagenführer den herannahenden Zug nicht. Der Wagen ging in Trümmer, der Insasse wurde getötet.

Bolivianisches Militärflugzeug abgestürzt. Asuncion. Nach einer Meldung des paraguayanischen Kriegsministeriums ist im Chacogebiet ein bolivianisches drei­motoriges Großflugzeug abgestürzt und verbrannt. Sämtliche Insassen, drei bolivianische Generäle und zehn Offiziere wurden getötet.

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Aus Hauptners Tor knarrt der Wagen mit den Kartoffel­fäden. Hilf Gott, es muß sein! Der Bauer hat einen dicken Blaustift in der Tasche. Bevor die Arbeit anfängt, geht er an die Verbotstafel, streicht Die Gutsverwaltung" durch und schreibt darunter: Der Inhaber. Gut, nun kann die Arbeit beginnen. Ein Jammer, ein Jammer", sagt Hauptner zu seiner Tochter. ,, Sieh bloß den schönen Hafer. Es tut einem ja in der Seele weh, den umadern zu müssen. Die Zügel her, Albin, ich acere, ihr legt aus." Die Steine knirschen, die Saat­hälmchen sinken und werden von den Schollen zugedeckt. Un­erbittlich, mit eisernem Gesicht, geht der Bauer hinter dem Pfluge her. Das Knirschen der flachen Schieferplatten ist ihm wie Schreien, und die Saathälmchen haben Seelen und klagen. Wollte Gott, ich könnte euch und mir den Jammer ersparen. Es muß sein. Furche um Furche zieht der Pflug, und fleißige, flinke Hände legen die ganzen und halben Kartoffeln hinein. Der und jener geht näher oder ferner vorüber, sieht die Ar­

Ein automatischer Feinrechenreiniger als Lebensretter. Ein erst 8 Tage zuvor in den Fluder des Elektrizitätswertes der Stadt Oberwölz eingebauter automatischer Feinrechenrei­niger rettete am 22. 10. I. J. ein 4- jähriges Kind vor dem Tode des Ertrinkens. Der selbsttätige Feinrechenreiniger für Turbinenanlagen ist eine Erfindung des bekannten Meteoro­logen Major Josef Schaffler in Oberwölz in Steiermark und ist patentiert.

Die Universität Warschau war wieder der Schauplatz von Ausschreitungen zwischen nationaldemokratischen und regie­rungstreuen Studenten, die den Rektor zur Schließung der Hochschule auf drei Tage veranlaßten.

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Fürchtmichnit, der Nachtwächter vom Donnerwald. Märchen­Bilderbuch für kleine und große Kinder. Vollbilder und viele Bilder im Text. Halbl, RM. 4,50. Verlag Josef Müller, München 13, Friedrichstr. 18. Ein Märchenbuch! Die Welt ist märchenfremd und märchenfeind geworden. Und doch hat das Märchen auch heute seine Bedeutung. Es versetzt uns in eine Schönheit. Schau hineine in das Kinderauge, dieses Paradies reiner Unschuld! Da wirst du die geheimnisvolle Zaubermacht des Märchenbuches erfassen.

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Hier hat Klatsch und Tratsch aufgehört, hier geht es um Ent­scheidungen, bei denen Menschenleben auf dem Spiele stehen. Die Arbeit ist zum guten Teil getan. Da kommt Förster Schlei­nitz. Einer seiner Arbeiter hat ihm gesagt: Hauptner acert das Dreieck." Der Förster ist ohne Antwort in das Haus ge= gangen. Das Gesicht gefurcht, die Augen tief in ihren Höhlen, tritt er vor seine Frau. Ich muß hinaus, Hauptner acert das Dreied." Hauptners Knecht sieht Schleinig zuerst über' den Hügel herkommen. Er hat schon die ganze Zeit auf ihn ge= wartet. ,, Der Förster kommt," ruft er seinem Herrn zu. Hat es Hauptner nicht gehört? Er adert seine Furche weiter. Nur einen furzen Seitenblick wirft er über das Feld. Das Stück, das noch übrig ist, ist nicht mehr groß. Schleinitz ist heran und tritt dicht vor den Bauern. Läge ein Stein dort, wo der Förster steht, es würde Hauptner geradesowenig gefümmert haben.!" Fünf, sechs, zehn Schritte läuft der Förster nebenher. Zorn steigt ihm in das Gesicht. Hauptner!" Ein verächtlicher Seitenblid.!" Schleinitz springt vor die Pferde und faßt in die Zügel. Lassen Sie die Pferde los!" Ich verbiete Ihnen, hier zu adern!" Die Pferde loslassen!" ,, Nein!" ,, Die Pferde loslassen!" Die Peitsche schwingt hoch. Der Bauer holt weit aus.

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