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Nr. 45

Samstag,

Samstag, den 12. November 1932

Der Wille des Reichspräsidenten.

Amtlich wird mitgeteilt: Reichspräsident v. Hindenburg nahm am Donnerstag den Vortrag des Reichskanzlers v. Papen über die Auffassung des Kabinetts zur innerpolitischen Lage entgegen. Der Herr Reichspräsident betonte, daß er an dem der Bildung der Regierung v. Papen zugrundeliegenden Ge­danken einer nationalen Konzentration auch weiterhin fest­halte. Dementsprechend beauftragte er den Reichskanzler, in Besprechungen mit den Führern der einzelnen in Frage kom menden Parteien festzustellen, ob und inwieweit sie gewillt seien, die Regierung in der Durchführung des in Angriff ge­nommenen politischen und wirtschaftlichen Programms zu un­terſtützen.

Wahlkreis 33( Hessen- Darmstadt):

Gültige Stimmen 819 041. Nat. 329 521, G03. 190 807, Rom. 112 326, 3. 114 366, Dn. 24 727, DVp. 24 132, Sta. 6091, Chr.- Soz. 9989, Wi. 712, Ldv. 2174.

Juli: Abgegebene Stimmen 853 616. Nat. 364 736, Soz. 221 720, Rom. 86 183, 3. 125 667, Dn. 15 715, DVp. 12 743, Gta. 4840, Chr.- Soz. 7621, Wi. 2038.

Stadt Gießen: NSDAP. 8905( 10 111), G03. 4529( 5281), R. 1970( 1469), 3. 1074( 1163), Dn. 2095( 1048), DBp. 1478 ( 756), Stp. 333( 233), Chr.- S03. 434( 298), p. 42( 86),

Gießen- Land: NSDAP. 20 722( 22 642), G03. 11 749 ( 14 016), R. 3105( 1929), 3. 208( 235), Dn. 1153( 986), DVp. 671( 468), Stp. 158( 150), Chr.- Soz. 476( 421), Wp. 23( 63), Versch. 774( 176).

Wie würde der Hessische Landtag aussehen?

Das Ergebnis der Reichstagswahlen in Hessen würde um­gerechnet auf den Hessischen Landtag folgende Mandatsver­teilung im Hessenparlament ergeben:

NSDAP.

GPD.

KPD.

Zentrum

DNVP.

DVP.

Landbund SAP.

Reichstagszusammentritt

jetzt 29 bisher 32

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17 10

17

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7

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10

10

1

1

,, Gießener Zeitung"

Sowjetwirtschaft.

Eine der Haupttätigkeiten unserer linksradikalen Presse be­steht darin, immer wieder Schilderungen über die direkt para­disischen Zustände im Sowjetstaat in die Welt zu setzen. Die Absicht, auf diese Weise Geschmad an russischen Regierungs­und Wirtschaftsmethoden zu weden, wird zum Bedauern aller

gefahren und es wurde ihnen erklärt, der Betriebsrat hätte Wichtigeres zu tun, als sich mit ihren Interessen zu befassen."

Keine Schilderung über russisches Leben vermag besser die wahren Verhältnisse darzustellen, wie die Beschwerden der russischen Arbeiterschaft, die die Gewerkschaftspresse in steigen­dem Maße abdruckt.

Bolschewiſtenfreunde nur zu häufig durchkreuzt. Kein geringerer Finanzierung der

als die russische Presse selbst sorgt dafür, daß die blumenreichen Darstellungen, wie wir sie in unseren Blättern radikaler Rich­tung lesen, erheblich abgeschwächt werden. Mehr noch: Die immer häufigeren Beschwerden über das, System aus Ruß­land selbst zeugen davon, wie durchlöchert und hohl der ge= samte Unterbau dieser Staatsform ist, die vielleicht noch vor wenigen Jahren sämtlichen Kulturnationen als die Gefahr von morgen erschien. Das ist endgültig überholt, wenn man die Berichte liest, wie sie z. B. die Zeitung ,, Trud", das Organ der Gewerkschaften, Mitte Juli kurz hintereinander veröffent­lichte.

In Nr. 164 dieses Blattes vom 10. Juli ist der Brief eines Betriebsrates des Werkes Elektrozwiet" abgedruckt, in dem es heißt: Die Arbeiterkollektive dieses Unternehmens hatte vom 8.- 30 Juni dieses Jahres eine ganze Reihe Waren ange= fertigt, die zum Lager des Zentralverbandes geschickt wurden, um von hier aus auf den Markt zu kommen. Bei späterer Kon­trolle zeigte sich, daß alle Erzeugnisse in buntem Durcheinander mit den Waren anderer Werke beim Zentralverband gestapelt worden waren, ohne Buch zu führen. Zum Teil waren die Sachen zertrümmert und beschädigt, so daß kein Mensch sich

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5400

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5. Dezember?

Ueber den Termin, an dem der neugewählte Reichstag zu­sammentreten soll, sind Beschlüsse zunächst selbstverständlich nicht zu erwarten. Aus Regierungsfreisen hören wir aber, daß als vermutliches Datum der Konstituierung des neuen Parlaments der Montag, 5. Dezember, in Frage kommt. Der neue Reichs­tag wird von General Litzmann, dem Abgeordneten der NSDAP., eröffnet werden.

Zehn Reichstagsmandate vergeudet.

Nicht weniger als 55 Parteien hatten sich an dem Ringen um ein Reichstagsmandat beteiligen wollen. Sie haben es leider auch größtenteils getan. Gewählt worden sind aber nur Vertreter von 14 Parteien. Daraus erhellt, daß 41 Parteivor­schläge überhaupt nicht zum Zuge gekommen sind. Die für diese Parteilisten abgegebenen Stimmen sind nutzlos vertan worden. Sie hätten aber eine Einwirkung auf das Wahler­gebnis gehabt, wenn von vornherein auf den Luxus verzichtet worden wäre, der Eigenbrötelei zu frönen.

75 Millionen fostet das Wahljahr 1932.

Das Jahr 1932 wird vermutlich als eines der mit Wahlen gesegnetsten in der deutschen Geschichte verzeichnet werden. Seit der Reichsgründung ist jedenfalls in Deutschland nicht so oft gewählt worden wie in diesem Jahre. Dreizehn große Wahlen, darunter zwei Reichspräsidentenwahlen, verteilen sich auf acht Sonntage. Dazu kommen noch zahlreiche Kleine Landtags= wahlen in den verschiedenen deutschen Ländern. Die Wahl­fosten für 1932 werden einschließlich der Reichstagswahl vom 6. November von unterrichteter Seite auf insgesamt 75 Milli­onen Mark geschätzt. Damit entfielen auf den Kopf der Be­völkerung im Reich mehr als eine Mark Wahlunkosten.

Die Landsknechte

Sportroman von Emil Wöhner.

( Nachdruck verboten.)

( 27. Fortsetzung.) Wenn seine Eltern den heutigen Tag, an welchem er die Nachricht von der Aufstellung in der Ländermannschaft er­halten hatte, miterlebt hätten! Wie hätten sie an seiner Freude teilgenommen! Aber es gab noch jemand, der sich mit ihm freuen würde: Marieliese!

Und während der letzte Ton des Weihnachtsliedes ver­klang, dachte er: Vielleicht ist es das letzte Weihnachtsfest, das ich hier verlebe. Jm nächsten Jahre... wer weiß."

Theo stand vom Klavier auf, nahm Marieliesens Brief und das Geschenk für Frau Bauer und Ami mit und ging in die Stube seiner Wirtin hinüber. Ami lag beim warmen Ofen und blinzelte schläfrig in die hellen Lichter des Tannen­baumes.

,, Komm mal her, du merikanischer Bluthund," lockte Theo lächelnd den diden, unbeholfenen Mops zu sich. ,, So hier hast du auch etwas zum Weihnachtsfest."

Er wickelte ei.te Leberwurst aus dem Papier und steckte sie dem Hund ins Maul.

,, Eigentlich ist die ja viel zu gut für dich, du vollgefressene Kleinbahnlokomotive", dachte Theo, aber einmal hast du durch meine Schuld Prügel gekriegt, die du nicht verdient hast. Jetzt sind wir beide quitt."

,, O, Herr Hansen, eine ganze Wurst für Ami." ,, Ach, lassen Sie ihn man, Frau Bauer. Seine schlanke Linie ist er nun doch einmal los."

Nachdem Theo seiner Wirtin ein schön gemustertes Um­Schlagetuch als Ersatz für den damals demolierten Hut ge= schenkt hatte, setzte er sich in einen Sessel und öffnete Marie­liesens Brief:

,, Mein lieber Junge!

Wenn ich es mir richtig ausgerechnet habe, bekommst Du diesen Brief gerade am heiligen Abend. Vielleicht

140.00

3.00

5.30

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1050

17.- 3

25.10

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2780

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70,10

82,00

Haushaltjahr 1929/30

5060

Die Ausgaben pro Kopf der Bevölkerung für die Wehrmacht Kriegslastent den Schuldendienst Wohlfahrswesent

D.L.D.

mehr herausfinden konnte. Es handelte sich bei den Waren um 1200 verschiedene Löffel, 8700 fleine Krüge und fast 200 Schüsseln, Lampen und anderer Gebrauchsgegenstände." Ein anderes Beispiel der sowjetrussischen Planwirtschaft gibt das­selbe Blatt in seiner Ausgabe vom 17. Juli: ,, Auf dem nach Max Hölz, dem roten Mordbrenner, benannten Werk in Lenin­grad ist ein Büro für Planarbeit, dessen Tätigkeit darin be= steht, daß es monatlich Tausende von Rubeln planlos ausgibt. Dank der ,, ausgeflügelten" Betriebssystematik mußte das Werk in den 2 Monaten März und April 3200 Feierstunden einlegen. In diesen Feierstunden durften die Arbeiter den Betrieb nicht verlassen, weil sie sonst eventuell auf den Gedanken hätten kommen können, Unterstützung zu verlangen. Allein in der Fräserabteilung des Werkes mußten von Mitte Mai an täglich 5 bis 6 Mann wegen Arbeitsmangel feiern." Auch mit dem fulturellen Verständnis der sowjetrussischen Machthaber ist es nicht weit her. Darüber berichtet ebenfalls ,, Trud" in der Aus­gabe vom 16. Juni dieses Jahres: In einem kleinen Gerber­städtchen hatte die Arbeiterschaft beschlossen, ihren Kindern einen Spielplatz zu bauen. Nachdem die Anlage fast fertiggestellt war, fehlten noch einige Rubel für die Anschaffung verschiedener Ausstattungsgegenstände. Man wandte sich deswegen an den Betriebsrat, wurde aber taltblütig und erbarmungslos abge= wiesen. Als vor allem die weiblichen Arbeiterinnen ihre Be= mühungen weiter fortsetzten, wurden sie in barschem Tone an­

sitzt Du jetzt in Frau Bauers Stube beim brennenden Weihnachtsbaum und denkst ein wenig an mich.

Wir sind noch immer in Paris, werden aber wohl bald weiterreisen. Mir ist es auch schließlich einerlei, so­lange ich nicht da sein kann, wo ich sein möchte.

Du glaubst nicht, wie es mich freut, daß eure Mann­schaft immer so erfolgreich kämpft. Ich lese hier alle deut­schen Sportzeitungen, die ich bekommen kann und bin des halb über die größeren Fußballereignisse im Bilde. Beide Daumen werde ich halten, damit ihr die Verbandsmeister­schaft erringen sollt, obwohl ich glaube, daß ihr es auch so schaffen werdet. Aber besser ist besser.

Wir werden das Weihnachtsfest hier im Hotel feiern. Mein Vater wird, wie immer, mich reich beschenken, aber ich würde auf alles gern verzichten, könnte ich dafür mit Dir zusammen sein und wäre es auch nur für eine Stunde. Wenn es nur erst Mai wäre! Dann sehen wir uns wieder, lieber Theo.

Ein frohes Weihnachtsfest und herzliche Grüße von Deiner Marieliese, die Dich lieb hat." Langsam faltete er den Brief zusammen, frank vor Sehn­sucht nach ihr wie ein Primaner, der seine ersten Liebes­erfahrungen sammelt

Seine Augen fielen auf das Bild eines jungen Soldaten, das an der Wand hing und mit einem Tannenkranz geschmüďt war. Er war Frau Bauers einziger Sohn, der im Felde ge= fallen war. Wie tief mußte dieser Verlust sie getroffen haben, daß sie nun noch immer sein Bild schmückte.

Frau Bauer sah Theos Blid.

,, Ja, ja," seufzte sie ,,, wie lange ist es nun schon her, daß ich die Nachricht von seinem Tode bekam."

,, Wann ist Ihr Sohn gefallen, Frau Bauer?" Gleich im Anfang des Krieges. Er ging noch zur Schule und war erst achtzehn Jahre alt. Eines Tages tommt er nach Hause, es war am 20. August- ich weiß das noch so gut, als wenn es gestern gewesen wäre wirst seine Büchertasche auf den Tisch und ruft ganz begeistert: Schluß mit der Paukerei!

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Hausinstandseßungsarbeiten.

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Nach den Bestimmungen über die Gewährung eines Reichszuschusses für die Instandsetzung von Wohnungen, die Teilung von Wohnungen und den Umbau gewerblicher Räume zu Wohnungen vom 17. September dieses Jahres wird ein Reichszuschuß in Höhe ejnem Fünftel der Kosten gewährt, wenn die Kosten für das einzelne Grund­stück mindestens 250 RM. betragen. Diese Regelung bleibt insofern unzulänglich, als sie offen läßt, woher der Hausbesitzer die übrigen 80 Prozent der Kosten nehmen soll. In der Praxis scheitert nun die Ausführung notwendiger Instandsetzungsarbei­ten zu einem erheblichen Teil daran, daß dem Hausbesitzer die Beschaffung der anteilsmäßigen Kosten nicht gelingt. Der Reichsverband des deutschen Handwerks hat daher beim Reichs­arbeitsminister unbeschadet der weitergehenden Forderung wegen Einbeziehung der Hauszinsstener in das Steuergutscheinverfah­ren erneut eine Vorfinanzierung der Steuergutscheine ar Grundsteuerzahlungen angeregt, um so die Beschaffung der fehlenden Mittel zu erreichen. Augenblicklich können nur die Hausbesitzer von den Reichszuschüssen Gebrauch machen, die ent­weder noch über eigene Mittel oder über Sicherheiten zur Auf­nahme von Darlehen verfügen, während die notleidenden Haus­besitzer davon ausgeschlossen sind und ihre Häuser noch weiter verfallen lassen müssen. Der Reichsverband des deutschen Handwerks bezeichnet in seiner Eingabe eine baldige Regelung dieser Frage als dringend notwendig.

Gleichzeitig fragt der Reichsverband an, wie es mit einer etwaigen Fortsetzung der Aktion nach dem 1. April 1933 steht. Auch hierüber wird eine baldige Stellungnahme für erwünscht bezeichnet, damit die Instandsegungsarbeiten nach diesem Zeit punkt nicht ins Stocken geraten.

Kunkel Worms

Präsident der hessischen Handwerkskammer. Darmstadt. Als Nachfolger des bisherigen Vorsitzenden Nohl- Darmstadt wurde der Bäderobermeister Kunkel- Worms zum Präsidenten der Hessischen Handwerkskammer gewählt. Kunkel erhielt 26 Stimmen, sein Gegenkandidat Falf- Mainz 25 Stimmen. Der neue Kammerpräsident ist seit geraumer Zeit führend im hessischen Handwerk und auch in den Spitzen verbänden der deutschen Bäder tätig. Als Abgeordneter der Deutschen Volkspartei gehörte Kunkel bis zum vorigen Jahre auch dem Hessischen Landtag an.

Ein Haus für 250 Mart.

Limburg( Lahn). Das vor etwa 45 Jahren erbaute massive Wohnhaus bei dem früheren Kalkwerk oberhalb des Ortes Elz ging bei der jetzt stattgefundenen Zwangsversteigerung zu dem Preise von sage und schreibe 250 Mark in den Besitz der Ge­meinde über. Der frühere Besitzer( Lahnkalfwerk- Verein Diez) war mit 250 Mark Steuern im Rückstand.

80 000 RM. unterschlagen und verspekuliert. Kassel, 11. Nov.. Die Große Straffammer in Kassel ver urteilte einen 28jährigen Bankkassierer aus Kassel, der in seiner Stellung als Kassierer der Depofitentasse einer Bank im Laufe von fünf Jahren etwas über 80 000 RM. unterschlagen und in der Hauptsache verspekuliert hatte, zu zwei Jahren Gefängnis. Gefängnisrevolte.

Bielefeld, 11. Nov. Unter den im Bielefelder Gerichtsge fängnis untergebrachten Festungsgefangenen tam es gestern nachmittag zu einer Revolte. Unter Anführung des früheren Leutnants Scheringer tam es im Gemeinschaftsraum zu tur­bulenten Lärmszenen. Die Beamten der Gefängnisverwaltung vermochten die Revolte ohne Unterstützung der Polizei nieder­zuschlagen.

Mutter, ich melde mit freiwillig. Sechs von meinen Klassen­kameraden sind schon fort. Heute nachmittag werden hier wieder Freiwillige eingestellt. Fast alle meine Mitschüler wollen sich melden."

Ich suche ihn davon abzubringen, weil ich doch man den einen Jungen habe. Aber er hört taum auf meine Worte. ,, Bis Weihnachten bin ich doch wieder zu Hause. Dann ist der Krieg längst vorbei! Du meinst, daß ich zu jung bin und die Strapazen nicht aushalte? Ach Mutter, das glaubst du doch selbst nicht. Wozu bin ich denn in einem Sportverein gewesen? Ein Fußballspieler macht überhaupt nicht schlapp, darauf kannst du dich verlassen. Ich werde schon gesund wiederkommen, die meisten Kugeln gehen vorbei." Und weil er nicht aufhörte mit seinen Bitten, habe ich schließlich meine Einwilligung gegeben. Vierzehn Tage ist er hier dann ausgebildet worden. An einm Septembermorgen ist seine Kompagnie ins Feld gerückt. Es waren alles Kriegs freiwillige. Ich war noch mit auf dem Bahnhof. Aber viel fonnten wir uns nicht mehr erzählen, denn seine Kameraden standen dabei, und alle waren sie so vergnügt. Und er war einer mit von den Lustigsten.

Acht Tage später bekam ich die Nachricht von seinem Tode. Er hatte einen Schuß durch Herz bekommen und ist gleich tot gwesen. Irgendwo in Frankreich liegt er begraben

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Theo sah sinnend in die Lichter des Tannenbaumes. Sie waren nun schon ganz heruntergebrannt. Eins nach dem an deren flacerte noch einmal furz auf und verlöschte. Er warf noch einen Blick auf das bekränzte Soldatenbild an der Wand und dachte: ,, Unsere toten Kameraden dürfen wir nie vers gessen...

"

Eine Stunde später lag der Mittelstürmer in tiefem Schlaf und träumte von seinem ersten Länderkampf. Ihm zur Seite tämpfte ein Spieler, den er nicht tannte. Aber als er genauer hinsah, war es sein toter Fußballkamerad, der junge Kriegsfreiwillige. Als das Spiel zu Ende war, tam Marie­liese und setzte ihnen beiden den Siegerkranz auf. ( Fortsetzung folgt.)

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