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Emstag, den 11. Juni 1932.

FALSCH

RICHTIG

Jeder Bauer, jeder Gärtner und jeder Gartenbesizer raucht täglich eine Anzahl von Handgeräten zur Bearbei­ung des Bodens. Es lohnt daher, die Formen der wich­aften Hilfsmittel zur Kultivierung des Ackers, wie Spaten, Hace und Rechen( Harke), und des bekanntesten Erntegerätes, der Sense, auf ihre Tauglichkeit oder Ver­eferungsmöglichkeit zu untersuchen.

Der größte Teil aller bäuerlichen Betriebe muß auch heute noch trop Steigerung der maschinellen Anlagen mit immer Arbeit rechnen, die zu 60 bis 80 Prozent aus Hand­rbeit besteht, von den Kolonisten und Kleingartenbesizern ja nz zu schweigen, da hier maschinelle Hilfsmittel über­aupt nicht zur Verfügung stehen. Wieviel Kraft wird ier umsonst verbraucht, nur weil das Arbeitsgerät un­weckmäßig ist und grundlegende Regeln bei dessen Kauf icht beachtet sind.

Am überraschendsten ist das Ergebnis einer Unter­uchung bei den verschiedenen Spatenformen( 2500!), die emite noch im Handel sind. Von diesen sind tatsächlich nur be nige Formen überall zu verwenden. Es ist durchaus nicht leichgültig, wie lang ein Spaten ist, weil die Länge des Spatenblattes für die Tiefarbeit der Kultivierung aus­hlaggebend ist Ein Spaten soll etwa 30 Zentimeter lang in 17 bis 20 Zentimeter breit sein, um am meisten leisten fönnen. Wichtig ist auch die Form der Schneide! Am btesten arbeitet ein zugespiẞter Spaten, doch mit dem icht geringen Nachteil der ungleichen Tiefenbearbeitung. Douber ist die ideale Form eine ovale Schneide, wobei dar­auf zu achten ist, daß das Spatenblatt etwas gewölbt ist, in die abgestochene Erde gut zusammenzuhalten. Nicht it nder wichtig ist der Stiel. Wieviel gute Spaten werden los fortgeworfen, wieviele fostbare Stunden vergeudet, weil der Stiel abgebrochen ist. Daher sind nur solche watenblätter zu empfehlen, die einen festen Sitz des Srieles gewährleisten und im Falle eines Bruches das eze Einstielen leicht und schnell ermöglichen. Ein Spaten ß dazu eine hochsitzende Dülle haben, die eine Kürzung es Stieles zuläßt. Als Griff, am oberen Ende des et ieles, ist der sogenannte Spaltgriff- Stiel" zu bevor­jgen, der die Handhabung des Spatens bequem macht.

Die Hacke ist mit das notwendigste Gerät zur Locke­ung des Vodens, dient damit dessen Feuchthaltung und

,, Gießener Zeitung"

Handgeräte für

Nr. 23.

Handgeräte für Acker und Garten

ist unentbehrlich bei der Vernichtung Hackarbeit ist gerade des Unkrautes. deshalb anstrengend, weil sie in den meisten Fällen im Sommer in der prallen Sonne ausgeführt wird. Des­halb muß doppelt so aufmerksam und vorsichtig bei dem Kauf der die Hade vorgegangen werden, um Schwere der Arbeit nicht noch zu vergrößern. Eine Hacke soll aus bestem Material gearbeitet, der Hals richtig gebogen, der Stiel gerade und am oberen Ende etwas dicker sein, da­mit die Hand nicht abrutscht. Aufrechter Gang bei der Arbeit ermüdet nicht so sehr, als das Hacken in gebückter Stel­lung; der Stiel muß also genügend lang sein. Die Hacke soll auch mehr gezogen werden, um nicht bereits gelockerte Erde wieder festzutreten und schon ent­wurzelten Unfrautpflanzen durch Antreten das Wieder­anwachsen zu erleichtern.

Die hochsitzende Dülle ist der tief, sitzenden vorzu

ziehen.

Der Rechen oder die Harke soll die Erdschollen zer­fleinern. Dieses fann zweifellos am besten ein eisernes, aus einem Stück geschmiedetes Gerät, dessen Zinken leicht gebogen sind.

Trop aller Modernisierung wird auch die Sense nie durch die Maschine ganz verdrängt werden, da nicht jedes

Die obere Sense ist Damit

zu gerade.

der

Schnitt weit und ziehend wird, verwendet man vor­teilhafter die un tere gebogene Form

Feldstück sich mit einer Maschine bearbeiten läßt Durch viele Versuche ist festgestellt, daß eine Sense genügend start gebogen sein muß, um einen weiten, ziehenden Schnitt beim Mähen zu erreichen. Die Länge etwa 75 bis 85 Zentimeter. Die beste Sensenform ist die Schweizer" und auch die Sächsische", da infolge ihrer günstigen Griff­stellung die Sensenspite weit nach oben gehalten wird.

Viel tausend fleißige Hände arbeiten heute noch mit ungeeigneten Handgerätschaften. Jedes Gerät aber, mit dem nicht der größte Nußen erzielt wird, fostet viel Zeit und Geld. Eine allgemeine Umstellung der Käufer mit der Forderung nach erprobten Geräten an die Industrie wird diesem Übel erst endgültig abhelfen fönnen, und so dazu beitragen, daß veraltete und unsachgemäße Arbeits­geräte aus Haus und hof verbannt werden..

all

1.

Viel Arbeit wird erspart, wenn die Form der Hade eine Ziehbewegung gestattet.

Geift und form.

das

Es ist der Geist, der sich den Körper baut." So dachte man m. flassischen Zeitalter der deutschen Literatur Unsere stoff­idle Zeit verachtet den Geist, hält Bildung für Lurus oder erimentale überlieferung Der Borhandschuh und Beshstagerennen symbolisieren den Triumph der Körperkraft. Tempo heißt das Motto unserer bis an den Rand gefüllten Enge. In dieser Hast steckt ein gut Teil Selbstbetäubung. Man ichtet sich vor der inneren Leere, die man erkennen würde in e Stille. Man fürchtet sich vor der Zukunft mit ihrer Un­ermißheit und verliert sich bis zur Erschöpfung an die laute Begenwart.

Leute, die in diesem Treiben abseitsstehen, die noch Bücher jon, Kunst betrachten, tiefsinnige Gespräche führen, über sich in das Leben nachdenken und dabei zu einer weisen Gelassen­leit bordringen, haben die Angst des Irdischen" von sich ge­boorfen,- sich von der zehrenden Unruhe um das, was ein­haul drohen kann, befreit. Es sind nicht reiche Leute,- was it und gilt heute Reichtum? Es sind nicht große Verdiener; lern die Jagd nach dem Gelde verstrickt ja gerade in Unrast In Nervenpein. Es sind bescheidene, aber vorsichtig fluge Menschen, die sich beizeiten einen Rückhalt schufen, der sie der bar enthebt. Mit fleinem Einkommen und fleinen Ansprüchen ewöhnten sie sich, seit sie einen Hausstand begründeten, ans eg dlmäßige Sparen. Jeden Monat führten sie ihre Prämie aihre Lebensversicherungsgesellschaft ab, wußten sich dadurch bor vornherein geborgen für ihr Alter oder die Ihren für die Möglichkeit ihres frühen Todes, genossen nach einigen Spar­ph ten den Vorzug der Gewinnbeteiligung, indem die Höhe hr er Monatsprämie sich verringerte ein besonderer Anreiz les Sparens-, und brauchten sich niemals in den zermür­lemben und sinnverwirrenden Reigen um das goldene Kalb türzen.

Am besten ist der Spaltgriffstiel.

Das erhielt ihnen ihr edles Gleichgewicht; sie blieben Charaktere, statt zu Geldraffmaschinen zu entarten. Wenn sie scharfblickend und start genug sind, auch bei verminderten Be zügen und den vielerlei Einschränkungen, die wir uns jetzt auferlegen müssen, ihre Versicherung nicht abzubrechen, dann stehen sie gefestigter da als die sogenannten Reichen. Diese tönnen schon morgen die Armen sein Alle Vermögenswerte wurden zweifelhaft Eine Fabritaftie tann über Nacht von 4000 Mart auf den vierten Teil ihres Wertes sinten,- der Wertsturz eines Attienpaletes einen Zusammenbruch für den Besitzer bedeuten. Eine Versicherungspolice ist ein Wertobjekt ohne die Gefahr von Kursverlusten, eigentlich das einzige zu­verlässige Wertobjekt,- unfündbar seitens der Versicherungs­gesellschaft und nur persönlich zu entwerten, indem der Ver. sicherte die Prämienzahlueg einstellt. Dies jedoch tönnte nur in einer Augenblidswallung geschehen, hinter der pflichtmäßige Fürsorge für die Familie und das Schwergewicht der materi­ellen Gründe, die zum Festhalten, zum Stillhalten" bewegen, sich wie hinter einer Nebelwolle verschleiern. Klare Vernunft gibt nicht auf, was niemals oder nur unter Verlusten und Opfern wieder zu erringen ist. Jene ruhigen, in sich ruhenden Menschen verfügen über solche Einsicht, darum eben stehen sie auch seelisch unerschüttert im Sturm der Zeit und bauen sich ihre eigene schöne Geisteswelt, wie es die Gebildeten zu Zeiten Goethes und Schillers taten-, und darum haben sie geist­geprägte Gesichter von einer selten gewordenen Eigenart.

Technik, die jeder braucht. Photo- Kopiermaste. Das Kopieren von Photos mit Vig­netten war bisher dadurch erschwert, daß sich die Vignetten oft beim Einlegen in den Kopierrahmen verschieben, wodurch schiese Bildausschnitte oder schwarze Ränder entstehen. Eine neue praktische Anschlag- Kopiermaste" macht das unmöglich.

Ste besteht aus einem nach Art eines Briefbogens gefalteten Bogen schwarzen Papiers, dessen einer Teil den Bildausschnitt enthält. Das Kopierpapier wird in diese Maste bis zur Falte hineingelegt und kann sich dann nicht mehr verschieben Ein weiterer Vorteil besteht darin, daß man bei der Prüfung der Belichtung nicht mehr die lichtempfindliche Seite des Kopier­papiers berühren tann, wodurch Fingerabdrücke vermieden werden. Dadurch wird auch der Gefahr einer Fleckenbildung beim Tonen und Fixieren vorgebeugt.

Neues vom Rundfunk.

Der Weltempfänger.

Die durch mehr oder weniger Objektivität bedingte Unzu­friedenheit des Rundfunkhörers mit dem Sender des eigenen Bezirtes, mehr aber noch die Freude am Suchen und Tifteln stellte von jeher das Verlangen nach Fernempfang in den Vordergrund. Aber Kostenfrage und technische Unzulänglich­feit haben bisher überwiegend den Wunsch Vater des Ge­dantens sein lassen Das aber soll nun anders werden. Denn lange vor der großen Berliner Funkausstellung, zu der die Firmen gewöhnlich mit ihren neuesten Errungenschaften auf zuwarten pflegen, ist jetzt ein Fernempfänger herausgekommen, der berufen zu sein scheint, alle noch ausstehenden Wünsche restlos zu erfüllen

Der neue Schaub- Superhet mu Bardfilter und Kurz­wellenbereich übertrifft die bisherigen Empfänger mit Hoch­frequenzverstärkung ganz erheblich Während die Empfänger bisher mit einer Hochfrequenzstufe arbeiteten, wählte die Firma Schaub für ihr neues Gerät das überlagerungsprinzip( Super. het) mit mehrfachem Bandfilter Nunmehr erfolgt die Ver­stärfung sämtlicher Wellen auf einer Zwischenfrequenzwelle, die für diesen Zwed besonders günstig ist Durch Mehrfach­bandfilter wird eine bisher ungekannte Trennschärfe gewähr­leistet. Der neue Schaub- Superhet trägt auf der geeichten Stationsstala die Namen aller wichtigen Sender, und zwar auch für Kurzwellenempfang von 16-50 Metern Unter günstigen Verhältnissen ist es also möglich, Überseestationen schon am Tage zu empfangen. Durch die neue Konstruktion

wird der be. rüchtigte Emp fangsschwund vollkommen be­fettigi Es ist eine Tonblende eingebaut, die eg

ermöglicht, Klangfarbe

nach dem per sönlichen Ge

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tönen.

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Für weniger hohe Ansprüche tommt in erster Liniedie Schaub Europa Serie S G. 1932 in Frage, die Se rie, bei der hinsichtlich der Preisstellung auf die jeẞige ungünstige Wirtschaftslage

schon weitestgehend Rücksicht genommen ist. Auch diese Serie besitzt geeichte und beleuchtete Stala mit den eingedruckten Namen der wichtigen Stationen und bringt diese Sender ohne Suchen und ohne Raten flar und einwandfrei Die Trenn schärfe ist so schari ausgeprägt, daß selbst Stationen, deren Wellenlänge nur um etwa 10 Meter von der Länge des Cris. senders differiert, ohne Störung durch diesen empfangen werden können, da die absolute Trennschärfe 9 KH beträgt Der eingebaute Sperrfrets crbeiter außerordentlich präzise und die Einstellung der Stationen erfolgt durch einen einzigen Knopf Der Empfindlichkeitsregler und die Lautstärke brauchen für alle Wellenbereiche nur einmalig eingestellt zu werden Sowohl der Übersee- Empfänger wie auch der Europa­Empfänger werden in verschiedenen Kombinationen geliefert. Einmal als Tischgerät von 135 Marf an), außerdem als Kombinationsgerät mit besonders angepaßtem: elettrodyna mischem Lautsprecher und als Truhen mit elettrodynamischem Lautsprecher und elektrischem Schallplattentriebwert

Radio biete nur wirklich freude, wenn es möglich ist, unabhängig von den Darbietungen des nächsten Grossenders in der Welt herumzuschweifen und mit seinem Apparat heran­zuholen, was die einzelnen Sendeprogramme an Interessantem und Schönem bieten Voraussetzung aber ist eine gute Trenn­schärfe und edle Tonqualität. Diese Forderungen sind aber bei den neuen Schaub- Geräten trop niedrigster Preise in vollem Umfange erfüllt.

Vergeudete Werte im Haushalt.

Eigentlich haben ausländische Kritiker ganz recht, wenn sie die deutsche Hausfrau als die rückständigste der Welt bezeichnen. Trotzdem fann man der Ansicht sein, und wir Deutschen wissen es, daß dieses in vielen Beziehungen ein Vorteil ist, aber wirt­schaftlich hat diese Rückständigkeit" oft schwerwiegende Nach­

teile.

Besonders groß sind die Nachteile im deutschen Haushalt betrejfs der Pflege metallener Gegenstände. Der Rost und andere chemische Einwirkungen verschlingen an Haushalts­dingen ein jährliches Vermögen von gut 100 Millionen Mart, so daß pro Familie ein Verlust von 10 Mart in jedem Jahre zu verzeichnen ist

Sicherlich trägt zum Teil die allgemeine Geldknappheit ihr Teil dazu bei, daß solch ansprechende Summen Jahr für Jahr dem Volksvermögen verloren gehen, da nicht jede Hausfrau heute in der Lage ist, Schußmittel für ihre Haushaltgeräte zu faufen und durch neuzeitliche Verchromung oder Verlobaltung besonders von Messern das Metall vor chemischen Einwirtun­gen zu schützen. Auch nichtrostender Stahl ist unbedingt vor­zuziehen.

Wenn man eine Gurte oder Zitrone schneidet und das Messer liegen läßt, tönnen die sich bildenden schwarzen Flecke auf der Klinge nur mit Hilfe von viel Buzmittel und Soda wieder abgescheuert werden Würde die Hausfrau dagegen die Messer sofort nach Gebrauch troden reiben, wäre der Verbrauch und damit die Ausgaben für die Puzmittel geringer und die Lebensdauer des Gebrauchsgegenstandes wesentlich höher.

Die Verwendung von Säuren in scharf wirtender Konzen­tration läßt sich bei Kochgeschirren und start verrosteten Eisen­teilen rechtfertigen. Es muß nur darauf geachtet werden, daß anschließend auch die letzten Säurerefte im Wasser durch mehr­faches träftiges Schwenten abgespült werden und das ge reinigte Gerät am offenen Fenster oder sonst über warmer Luft gut getrocknet wird.

Nur durch solche gründliche und billige Reinigungsmittel ist eine Dauerhaftigteit metallener Gegenstände sichergestellt, und damit sind der Hausfrau die loftspieligen Ersaßläufe in ihrem Haushalte zum mindesten verringert.