Nr. 26
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5 Juliheft der reichil ' ift in seinen Hauptle heim und dem eige auswirtschaftlicher nbauten, Durchreibe 5 Seft, das wieder ter praftischer Anregu jede Buchhandlung München.
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Klein in Gießen
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Gießener Zeitung
Erscheint Samstags.
( Gießener Tageblatt)
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44. Jahrg.
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Bolitische Rundschau.
Der Reichsrat verabschiedet in seiner Volligung am DonWeingeseh. nerstag die Ausführungsvorschriften zum Die
neuen Vorschriften sollen dem Fortschritt in der Weinherstellung Rechnung tragen, die bisherigen Vorschriften der Rechtsprechung anpassen und besonders den Qualitätswein schützen und dem Verbraucher Gewähr gegen Täuschungen bieten.
Drud und Verlag von Albin Klein in Gießen Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526. Postschedtonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. M.
Samstag, den 9. Juli 1932
trages, Reparationen und Kriegsschuldlüge und die Anerkennung der deutschen Gleichberechtigungsfrage nicht durchgesetzt werden konnten. Auf deutscher Seite vertritt man den Standpunkt, daß die Tributzahlungen Deutschlands endgültig mit dem 1. Juli 1932, dem Ablauf des Hoover- Moratoriums, als erledigt anzusehen sind, und daher Deutschland lediglich verpflichtet ist, die während dieses Jahres gestundeten Beträge zurückzuzahlen.
Der Reichsminister des Innern hat den badischen Innen- Erste Sißung des neuen Heis. Landtages.
minister ersucht, die Tageszeitung ,, Donaubote" in Donaueschingen auf fünf Tage zu verbieten. Anlaß zu diesem Ersuchen gab ein Artikel, in dem eine Beschimpfung und böswillige Ver ächtlichmachung des Reichswehrministers erblickt wurde. badische Innenminister hat defem Schreiben nicht entsprochen und die Entscheidung des Reichsgerichts angerufen.
Der
Namens der bisherigen sozialdemokratischen Reichstagsmitglieder hat jetzt der bisherige Abgeordnete Dr. Hertz den Reichstagspräsidenten in einem Schreiben gebeten, die nötigen Schritte zum Zusammentritt des Ueberwachungsausschusses des Reichstages einzuleiten. Es wird in diesem Schreiben erklärt, daß sich nunmehr seit fast 14 Tagen die Mehrheit der Ausschußmitglieder für die Einberufung eingesetzt haben.
Der Reichstagsabgeordnete Gregor Strasser hat als Vorsigender des Ueberwachungsausschusses des Reichstags die Anträge der Kommunisten. Sozialdemokraten, der Staatspartei, des Zentrums und der Bayerischen Volkspartei auf Einberusung dieses Ausschusses nunmehr endgültig abgelehnt.
Der Preußische Landtag setzte am Donnerstag, entsprechend dem gemeinsamen nationalsozialistischen und deutschnationalen Antrag, einen neunundzwanziggliedrigen parlamentarischen Untersuchungsausschuß ein, der die Geschäftsgebahrung des jetzigen
Am Donnerstag trat der neue hessische Landtag zu seiner tonstituierenden Sizung zusammen. Die Nationalsozialisten waren nicht in Parteiuniform erschienen. Zum Präsidenten des Landtags wurde der Präsident des vorigen Landtags, der nationalsozialistische Abgeordnete Professor Werner mit 45 gegen 25 Stimmen wiedergewählt.
In der Sitzung erklärte Staatspräsident Adelung, daß eine geschäftsführende Regierung in einem demokratischen Staatswesen auf die Dauer nicht wünschenswert sei. Es sollte deshalb angestrebt werden, daß alsbald eine tragfähige Mehrheit im Parlament die Regierungsverantwortung übernimmt. Das Zentrum schlug darauf die Annahme einer Entschließung vor, nach der der Landtag erwarte, daß die größeren Fraktionen spätestens nach der Reichstagswahl dem Lande eine neue Regierung geben. Der Fraktionsführer der Nationalsozialisten, Lenz, erklärte, auch die Nationalsozialisten seien der Meinung, daß eine Regierung gebildet werden müsse. Seine Fraktion behalte sich vor, in den nächsten Tagen entsprechende Schritte zu unternehmen. Die Entschließung des Zentrums wurde hierauf gegen die Stimmen der Nationalsozialisten und Kommunisten abgelehnt.
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Nummer 27
Reist in Deutschland!
Wir leben in einer Zeit, die uns erhöhte Verantwortlichkeit des Handelns, auch in unseren rein privaten Angelegenheiten auferlegt. Das gilt für jeden Deutschen, in noch höherem Maße aber für den deutschen Beamten, der dem Bürgertum ein Vorbild sein soll und von Berufs wegen ein Mitträger der Fürsorge am Gemeinwohl ist.
Unter diesem Gesichtspunkt muß heute der Beamte auch seine Urlaubsvorbereitungen treffen, sofern er als das beliebteste Opfer aller Abbaumaßnahmen heute überhaupt noch daran denfen kann, seinen Urlaub auf einer Erholungsreise zu verbringen. Es ist nicht gleichgültig, ob er im Lande bleibt oder die für seine Reisezwecke ausgeworfene Summe in das Ausland trägt.
Es liegt im Wesen des Deutschen, daß er bei aller Heimatliebe von einer starken Sehnsucht erfüllt ist, fremde Länder, deren Bewohner, ihren Volfscharakter, ihre Kultur und Besonderheiten aus eigener Anschauung kennen zu lernen. Die Stärke und die Vielseitigkeit dieses Dranges ist ein tulturell sehr schäzenswer= ter Wesenszug der Deutschen, den wir nicht missen möchten, weil er eines der wertvollsten und befruchtendsten Elemente für alle unsere Wissens- und Schaffensgebiete ist, den Blick weitet und nützliche Wechselbeziehungen zu anderen Völkern und Ländern herstellt. Wenn irgend es die Umstände erlauben, sollen wir diesen rein ideellen Drang nicht behindern, denn unter normalen Verhältnissen kann die Nation in ihrer Gesamtheit daraus nur Nutzen ziehen.
Diese normalen Verhältnisse liegen aber bei uns nicht vor. Deshalb müssen wir auch diesen ideellen Drang bis auf weiteres
preußischen Finanzministers Dr. Klepper bei der deutschen Ergebnisloje Präsidentenwahl im Heij. Landtag auditellen und die Sorge um die heimische Wirtschaft und die
Bächter- Kreditbank( Domänenbank) und der Domänenbetriebsgesellschaft nachprüfen soll.
Das oldenburgische Staatsministerium hat unter dem 6. Juli eine Verordnung erlassen, durch die aus Anlaß des Regierungswechfels für Bergehen und Uebertretungen, die aus politischen Beweggründen begangen, Straffreiheit gewährt mird. Daneben sollen aus besonderen Gründen in Einzelfällen Gnadenerweisungen erteilt werden.
Auf Grund der bekannten Listenverbindung zwischen DVP und DNVP landidieren auf der deutschnationalen Reichsliste: Dingelden, Dr. Hugo, Geheimrat Dr. Zapf, Bankdirektor v. Stauß, Frau Dr. Mag und Postdirektor Morath. Bis auf Ge= heimrat Dr. Zapf gehörten alle auch dem legten Reichstag als Mitglieder der volksparteilichen Fraktion an.
Die Staatspartei beschloß, unabhängig in den Reichstags= wahlkampf zu gehen. Für die Reichsliste wurden benannt Reichsfinanzminister a. D. Dr. Dietrich, Lemmer, Frau Lüders, Finanzminister a. D. Hoepker- Aschoff.
Der Internationale Gerichtshof wird die Verhandlungen ian Memelstreit am fommenden Montag wieder aufnehmen. Die Vertreter Spaniens, Schwedens, Norwegens, Dänemarks, Hollands, Belgiens, der Schweiz und der Tschechoslowalei auf der Abrüstungskonferenz haben beschlossen, darauf hin= zuwirken, daß in dem Resolutionsentwurf des Hauptausschusses ein uneingeschränktes Verbot des Bombenwurfes aus der Luft aufgenommen wird.
Die außerordentliche Völkerbundsversammlung beschloß am Mittwoch, die Türkei zum Beitritt zum Völkerbund einzuladen.
Der Schweizerische Ständerat hat einen Betrag von 18% Millionen Schweizer Franken für die Anschaffung von Kriegsmaterial bewilligt. Von dieser Summe sollen Gasmasken für 1,3 Millionen Schweizer Franken angeschafft werden.
Die fommunistische chinesische Armee ist in einer Stärke von über 50 000 Mann an der Grenze der Provinzen Kiangfi und Kwantang erschienen und hat mehrere Städte eingenom men. Die Kantonregierung befindet sich in größter Bestürzung und trifft Vorbereitungen zu einem militärischen Gegenunter
nehmen.
Deutschland gibt nach.
Lausanne. Zwischen Deutschland und den Gläubigermächten ist ein Abkommen erzielt worden. Premierminister MacDonald gab Freitag furz vor 14 Uhr den Abschluß des Abkommens offiziell bekannt. Es ist vereinbart worden, daß Deutschland eine Summe von 2,7 Milliarden als letzte und endgültige Repara
Mitgliedskarte ionszahlung leiſte. Ueber die Zahlungsweise soll auf einer
weiteren Sitzung, die nach der Mittagssitzung für 16 Uhr anbe= raumt ist, entschieden werden.
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Sämtliche politischen Fragen sind aus dem Vertrag ausgeschlossen worden, da die deutschen Forderungen des Teiles 8 des Versailler Diktates und auf Anerkennung der Gleichberech tigung Deutschland in der Abrüstungsfrage nicht durchgesetzt werden konnten. Die auf der Lausanner Konferenz teilnehmenden Mächte schließen ein Abkommen ab, das aus einer Präambel und dem direkten Tributvertrag zwischen Deutschland und den Gläubigermächten besteht. Sämtliche politischen Fragen ind aus den Vertrag ausgeschaltet worden, da die deutschen
Albinklein beorderungen auf Streichung des Teiles 8 des Verſailler Ver
Südanlage 2
Darmstadt, 8. Juli. Der große Tag, an dem Hessen einen neuen Staatspräsidenten erhalten soll, sieht wiederum ein vollbesetztes Plenum und überfüllte Tribünen.
Als erster ergreift der nationalsozialistische Fraktionsführer Abg. Lenz das Wort. Man möge den Nationalsozialisten endlich Gelegenheit geben zu zeigen, daß sie nicht die Partei, sondern Volk und Staat über alles stellen. Die NSDAP. schlage als fünftigen Staatspräsidenten Abg. Dr. Werner vor, der gestern wieder zum Landtagspräsidenten gewählt wurde.
Abg. Dr. Niepoth( DVP.) gibt darauf folgende Erklärung ab: Ich weise darauf hin, daß die Deutsche Volkspartei in Hessen schon seit 14 Jahren in entschiedenem Kampf gegen die Regierung der Weimarer Koalition steht und daher auch jeden Versuch unterstützt, der die Möglichkeit bietet, die seitherige Regierung durch eine andere zu ersetzen. In Konsequenz dieser Einstellung werde ich heute für den von den Nationalsozialisten vorgeschlagenen Staatspräsidenten meine Stimme abgeben.
Das Zentrum schlägt als Staatspräsidenten den Finanzminister Kirnberger, die Sozialdemokraten den bisherigen Staatspräsidenten Dr. Adelung, die Kommunisten ihren Fraftionsvorsitzenden Keil vor. Der Landvolksabgeordnete Glaser und der deutschnationale Abg. Böhm erklären, für Dr. Werner stimmen zu wollen. So hat die Abstimmung das erwartete Ergebnis.
Es erhalten:
Dr. Werner
Dr. Adelung
Dr. Kirnberger Abg. Keil
35 Stimmen,
17 Stimmen,
10 Stimmen,
8 Stimmen.
Der Präsident erklärt, daß damit die Wahl ergebnislos verlaufen sei, da kein Kandidat die absolute Mehrheit erhalten habe. Auf Antrag Lenz wird darauf eine Pause eingelegt. Die Pause dehnte sich auf drei Stunden aus. Nach ihrer Beendigung erklärt der Präsident, daß auf Wunsch verschiedener Fraktionen die Wahl des Staatspräsidenten heute abgesetzt und in der nächsten Woche vorgenommen werden wird.
Die Mißtrauensanträge.
Als zweiter Antrag kommt der nationalsozialistische Mißtrauensantrag gegen den Innenminister Leuschner und ein kommunistischer Mißtrauensantrag gegen die gesamte geschäftsführende Regierung zur Debatte. Die Abstimmung ergibt Annahme des kommunistischen Antrages, für den allerdings nur die Kommunisten stimmen. Sämtliche anderen Parteien enthalten sich der Stimme. Der Antrag auf Abberufung des Ministers Leuschner wird bei Stimmenthaltung des Zentrums und der Sozialdemokratie mit großer Mehrheit angenommen.
Ein Antrag, den 11. August aus der Liste der gesetzlichen Feiertage zu streichen, ist von den Nationalsozialisten einge= bracht worden. Der Antrag wird angenommen, so daß bereits in diesem Jahre der 11. August in Hessen nicht mehr gesetzlicher Feiertag sein wird.
Als letzter Tagungsordnungspunft fommen Anträge der Nationalsozialisten und der Kommunisten auf Aufhebung der letzten Reichsnotverordnungen zur Sprache. Nach längerer Debatte werden die Anträge angenommen eine zwedlose Handlung, da von Hessen aus teine Reichsnotverordnung aufgehoben werden kann.
statt.
Die nächste Plenarsizung findet am nächsten Donnerstag
Förderung des Gemeinwohls auch bei unseren Urlaubsgepflogenheiten in den Vordergrund rüden. Jeder im Ausland verbrachte Urlaub ist verknüpft mit einem Bartransfer in Goldmark in Höhe der verbrauchten Summe. Jeder ohne wirklich zwingenden Grund vorgenommene Bartransfer ist aber ein Passivposten in unserer Handels- und Zahlungsbilanz, eine zusätzliche Selbstschwächung der eigenen Zahlungskraft, aus der zwangsläufig Vermehrung der Arbeitslosigkeit entsteht. Infolge der ziemlich allgemein ausländischen Autarkiebestrebungen ist der Ausländerreiseverkehr in Deutschland auf ein Mindestmaß zusammenge= schrumpft. Wenn jetzt auch noch ein Teil der wenigen Deutschen, die sich überhaupt noch eine Urlaubsreise leisten können, seine Ferien im Ausland verbringt, dann muß, ganz abgesehen von den geschilderten Folgewirkungen, auch das deutsche Fremdengewerbe in Kürze zum völligen Erliegen kommen. Unsere Ge genwartsnot und unser nationalwirtschaftliches Gewissen sollten uns davor bewahren, jetzt auch noch unsere schwer bedrohte, hochentwickelte heimische Fremdenverkehrswirtschaft, in der allein schon in den Beherbergungsbetrieben und in den Einrichtungen der großen Kurorte ein Kapital von 3 Milliarden Mart investiert ist, leichtfertig einer unzeitgemäß gewordenen Neigung zu Auslandsreisen zu opfern und so dazu beizutragen, daß weniger bedrängte Staaten ihre passiven Handelsbilanzen mit den Ueberschüssen aus dem Fremdenverkehr ausgleichen können, während im eigenen Lande die Unterbilanz des Fremdenverkehrs erschreckende Ausdehnung annimmt und in der heimischen Wirtschaft über 12 Millionen Hände feiern.
Kein Deutscher hat schon die unendliche Fülle der Genußwerte seiner weiteren Heimat auch nur annähernd ausgekostet. Deutschland steht heute erst am Anfang seiner Entwidlungsmöglichkeiten als Reiseland. Mit seinen unvergleichlich vielgestal= tigen landschaftlichen Schönheiten, seinen Kunstschätzen und seinem tunstschöpferischen Leistungshochstand, seinen klimatischen Vorzügen und heilkräftigen Quellen, seinen historisch und architektonisch interessanten Plätzen und der international anerkann ten Leistungsfähigkeit seiner Gastronomie bietet es, wie faum ein anderes Land in gleicher Mannigfaltigkeit, Kur- und Erholungsgelegenheiten, Aufenthalts- und Studienreize aller Art. Wer nur will, kann überall und immer wieder in deutschen Landen neue, lohnende Entdedungen machen. Vielen Watteldeutschen, die bisher immer nur das südliche Deutschland bereist haben, ist der Osten, Westen und der Norden Deutschlands heute noch unbekanntes Land. Die gleichen Verhältnisse finden wir in allen Umkehrungen vor. Sie sind vielleicht eine der Hauptursachen des unseligen deutschen Partikularismus und der innerdeutschen Gegensätze wirtschaftlicher, politischer und kultureller Art zwischen den einzelnen Voltsteilen in den verschiedenen Staatsgebieten, zu deren Ueberbrückung und Ausgleichung ebenfalls viel geschehen könne durch einen auch im Ferienreiseverkehr regen gegenseitigen Austausch im Besuch der verschiedenen Landes- und Voltsteile. Aus der Besinnung auf die nationalwirtschaftlichen Pflichten und deren Erfüllung würden sich also für die Volksgesamtheit in jeder Beziehung recht segensreiche Auswirkungen ergeben. Von diesen Gesichtspunkten aus hat das alte Desterreich sich immer bemüht, seiner Beamtenschaft die Nüglichkeit des Urlaubsaufenthaltes innerhalb der Monarchie darzutun. Bei Beginn der Urlaubszeit flatterten regelmäßig Runderlasse mit einem Hinweis auf die besondere Zwedmäßigkeit der Urlaubsverbringung in der Heimat durch die Amtsstuben. So verfehlt das Prinzip wäre, den Beamten in


