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Samstag, den 9. Januar 1932.

Lokales.

Abbau der Pfändungsgrenze vorläufig verhindert! Die Anpassungsverordnung" vom 23. Dezember zur Not­verordnung bringt u. a. eine Verlängerung des jetzigen Lohn­pfändungsrechtes bis 30. Juni 1932 Damit sind die Bestre­bungen, höhere Beträge der durch die Krise schon stark her­untergegangenen Löhne und Gehälter als bisher für Pfändun­gen frei zu bekommen, gegen die der Gewerkschaftsring deutscher Arbeiter, Angestellten- und Beamtenverbände wiederholt ener= gisch Stellung genommen hatte, erfolgreich abgewehrt.

,, Gießener Zeitung"

* Kriegerverein. Heute, Samstagabend, den 9. Januar, 8.15 Uhr, im Café Leib, Familienabend mit Lichtbildervortrag über: Schutz der Heimat vor Luftangriffen."

* Spiel- Vereinigung 1900. Am Donnerstag, den 14. Ja­nuar, abends 8.30 Uhr, findet im ,, Postkeller" eine ordentliche Generalversammlung statt.

*

Lichtspielhaus. Zurzeit wird ein guter Militär-- Tonfilm­Schwank Reserve hat Ruh" gegeben, der uns wieder an die gute alte Zeit erinnert.

* Aufbewahrung giftiger Flüssigkeiten. Das Polizeiamt teilt hierzu mit: Vielfach werden sowohl im Haushalt als im Gewerbebetriebe Gefäße, die zur Aufnahme von Nahrungs­und Genußmitteln bestimmt sind, wie Wein-, Bier- und Mine­ralwasserflaschen, zur Aufbewahrung giftiger Flüssigkeiten, die im Haushalt oder im Gewerbebetrieb Verwendung finden sol­len( z. B. Salzsäure, Salpetersäure, Karbolsäure, Lysol, Sal­miatgeist, Sublimatlösung und dergl.) benutzt, ohne daß Vor­kehrungen getroffen werden, durch die der Gefahr einer Ver­wechslung des giftigen Inhaltes der Gefäße mit einem Näh­rungs- oder Genußmittel vorgebeugt wird. Infolge dieses auf Unkenntnis und Unachtsamkeit, auf Gleichgültigkeit oder Rück­sichtslosigkeit zurückzuführenden Verfahrens sind schon häufig Personen, die aus Versehen aus solchen Flaschen getrunken haben, schwer erkrankt oder gestorben. Ebenso wie es Gifthänd­lern durch§ 15 der Verordnung betreffend den Verkehr mit Giften, vom 17. April 1895, verboten ist, Gifte in Trink- oder Kochgefäßen oder in solchen Flaschen oder Krügen abzugeben," deren Form oder Bezeichnung die Gefahr einer Verwechslung des Inhalts mit Nahrungs- oder Genußmitteln herbeizuführen geeignet ist, so muß auch demjenigen, der giftige Flüssigkeiten im Besitz hat, um sie im Haushalt oder Gewerbe zu verwenden, schon im Hinblick auf seine zivil- und strafrechtliche Verantwort­lichkeit dringend empfohlen werden, die gleiche Vorsicht bei ihrer Aufbewahrung obwalten zu lassen.

* Ueberlandverkehr mit Kraftfahrzeugen. Gemäß§ 3 Abs. 1. und 2. der Abänderung der Durchführungsbestimmungen über den Ueberlandverkehr mit Kraftfahrzeugen vom 19. November 1931, RGBI. I Nr. 76 vom 27. November 1931 wird als Orts­mittelpunkt der Stadt Gießen die Straßenkreuzung Frankfurter­straße Seltersweg- Südanlage- Westanlage bestimmt.

* Der Verein für deutsche Schäferhunde( SV.), Hauptge­schäftsstelle Augsburg 3, der größte Rassezuchtverein, der an fast allen Orten des Reiches Unterabteilungen besitzt, hat auch im vergangenen Jahr wieder schöne Erfolge zu verzeichnen. Der Verein veranstaltete mit seinen Unterabteilungen über 1000 Leistungsprüfungen, an denen rund 6000 Hunde teilnahmen und hielt auch über 100 selbständige Ausstellungen und Schauen ab, auf denen ebenfalls rund 6000 Hunde gezeigt wurden.

* Bekämpfung der Schnakenplage. Die Grundstückseigen­tümer werden auf die Bekanntmachung des Kreisamts Gießen im Amtsverkündigungsblatt Nr. 85 vom 8. Dezember 1931 hin­gewiesen, wonach jeder Grundstüdseigentümer verpflichtet ist, in den Monaten Dezember bis Februar, die auf seinem Grundstüc befindlichen, den Schnaken zur Brut dienenden Gewässer ( Wassertümpel), Regenfässer, Bassins, Wasserlachen, Jauche­gruben, Abortgruben usw. mit einem zur Vertilgung der Brut geeigneten Mittel( Saprol, Petroleum usw.) zu übergießen. Nichtbefolgung hat Bestrafung gemäß§ 3 der Polizeiverord­nung betr. die Bekämpfung der Schnakenplage vom 28. No­vember 1911 zur Folge.

Gedenktage.

Es jährt sich jetzt zum 30. Male, daß im Jahre 1900/01 der Borerausstand in China mit großer Hilfe der Deutschen unter General Graf Waldersee erfolgreich niedergeschlagen wurde. Von den dort an Ruhr und Typhus erkrankten und verwunde­ten Soldaten sind viele erst in Deutschland in dem Lazarett in Münster( Lüneburger Heide) gestorben, die gemeinsam in dem Münsterlager begraben wurden. Unter diesen Kriegs­opfern befindet sich auch der Kanonier Heinrich Rinn von der 1. Batterie des ostasiatischen Feldartillerie- Regiments, geboren in Heuchelheim bei Gießen.

* Erwerbslosensiedlung. Dieses brennende Problem der Zu­rückführung der Erwerbslosen zu regelmäßiger aufbauender Tätigkeit wird im Südwestfunt in einem Vortrag am Donners­tag, den 14. Januar 1905 Uhr, durch Stadtrat Niemeyer, Frank­furth, und den Wirtschaftspolitiker Dr. Karl Busemann be­handelt.

* Konzertverein. Im fünften Konzert am morgigen Sonn­tagnachmittag um 5 Uhr in der Universitäts- Aula spielt die bekannte Violinistin Edith Lorand Werke von Bach, Frank, Händel, Mozart, Sarasate und Vieurtemps. Am Flügel: Karl Lothar Mikulicz.

* Goethe- Bund. Werner Beumelburg liest im 3. Dichter­Abend, Montag, den 11. Januar, abends 8 Uhr, in der Neuen Aula aus eigenen Werken.

Ein Spiel.

Aus Nah und Fern.

Nr. 1.

Büdingen. Jm Alter von 86 Jahren ist der hier im Ruhe­stand lebende Ehrenbürger von Büdingen, Oberamtsrichter Geh. Justizrat Ferdinand Rabenau, verstorben Der Heimgegangene hat 45 Jahre lang als Richter im Dienste der hessischen Juitiz gestanden und davon allein 43 Jahre am Amtsgericht in Bü­dingen gewirkt.

Butzbach. Bei der im Stadtrat getätigten Wahl zweier unbesoldeter Beigeordneten wurden an Stelle der seitherigen Beigeordneten Wittig( Soz.) und Ploch( Parteilos) zwei neue Herren gewählt: Fabrikant Louis Jouzz( rechtsbürgerlich) er­hielt 11 Stimmen, Dr. Schmidt( Nat.- S03.) 10 Stimmen. Dr. Schmidt war früher Bürgermeister der Stadt Gelnhausen.

Friedberg. Ein raffinierter Schwindler gab bei verschie= denen Fernsprechteilnehmern vor, er sei beauftragt, die Leitungen zu prüfen. Dabei zeigte er eine gefälschte Ausweiskarte vor und erhob jeweils sechs Mark, um sich dann aus dem Staub zu machen.

Schlitz. Bei Erdarbeitern an der alten Friedhofsmauer in Bernshausen hat man sonderbare Gräber entdeckt. Man ver­mutet, daß es mittelalterliche Gräber sind. Professor Helmke­Gießen und Baurat Pfeiffer- Lauterbach sind um ein Gutachten über die Funde ersucht worden.

Darmstadt. Ein Stafettenritt der hessischen Reitervereine nach Darmstadt findet am 25. Januar anläßlich des 70. Ge: burtstages des Präsidenten des Landesreiterverbandes, Land­stallmeister a. D. Oberstleutnant F. Schörke- Darmstadt, statt. Aus allen drei hessischen Provinzen werden größere Abordnun gen zu Pferde cintreffen.

Marburg. Beim Spielen mit einem Tesching verunglückte hier ein elfjähriger Junge. Ein unverhofft losgehender Schuj traf den Jungen in den Leib. Das schwer verletzte Kind mußte in die Klinik gebracht, werden.

Ein Familienvater von einem Lehrer erschossen. Diez. Ein in seinen Motiven noch nicht erkennbares Ver­brechen verübte am Dienstagnachmittag der Lehrer Schuster aus Freiendiez. Er erschoß in der Nähe des Hafens von Diez den in der Lahn fischenden Schreinermeister Thorn aus Diez mit seinem Revolver. Thorn, der sofort tot war, ist Vater von vier unversorgten Kindern.

Lehrling mehrfacher Brandstifter. Koblenz. In einer Schreinerei im sogenannten ,, Wöllers: hof" waren innerhalb kurzer Zeit sechs Brände ausgebrochen. Die Tatumstände ließen von vornherein auf Brandstiftung schließen. Jetzt ist es der Kriminalpolizei gelungen, einen 18: jährigen Schreinerlehrling als Brandstifter zu ermitteln.

Leibesübungen und Staatspolitik

Die enormen Einschränkungen, die in den letzten Jahren gerade auf dem Gebiete der Leibesübungen vom Reich, den Bundesstaaten und den Gemeinden gemacht wurden, haben den Deutschen Reichsausschuß für Leibesübungen veranlaßt, eine Ein­gabe an den Retchsinnenminister Dr. Groener zu richten, in der eine grundsägliche Umkehr in der bisherigen Einstellung zur Frage der öffentlichen Förderung der Leibesübungen und zu gleich eine neue, weitblickende öffentliche Sportpolitik gefördert wird. Die Eingabe weist auf die jüngste Rede des Innen­ministers hin, in der dieser selbst sagte, daß es gelingen muß, eine Jugend heranzuziehen, die mit gesundem Geist und startem Körper Deutschlands Geschide meistert. Demgegenüber betont der D.R.A. mit Recht, daß man an dem Beispiel der Hundert­tausende von jugendlichen Erwerbslosen die unserem Voike drohende Gefahr seelischer und körperlicher Verkümmerung schon jetzt erkennen kann. Der D.R.A. fordert deshalb eine

Beklemmend und beseligend zugleich war dieser Sonntag im Vorfrühling. Es hatte geregnet, und nun spannte sich ein leuchtender Himmel über die Stadt und das aufblühende Tal. Ein milder Wind trieb den Geruch vom Pfluge aufgewühlter Erdschollen vor sich her. Kinder pflückten am Wegesrand die ersten Haselkätzchen.

Ueber die Straße, die an grünen Spielfeldern und eben­mäßigen Tennisplätzen vorbeiführte, glitten die Automobile, ratterten die Motorräder, von unruhigem Sehnen getrieben, fernen Zielen zu, den Höhenzügen, die sich in verdämmerndem Blau gegen den Horizont abhoben.

Von den Tribünen des Sportvereins Rot- Weiß tönte es herüber wie das Summen eines aufgeregten Bienenschwarms, schwoll an, verebbte, steigerte sich zu dumpfem Lärm des Zor­nes und der Enttäuschung und zu tosendem Jubel.

Einige frühlingsfrohe Sonntagsbummler blieben vor dem Eingang stehen.

,, Was ist denn los?" fragte einer.

Staatspolitik auf weite Sicht auf dem Gebiete der Leibesübungen.

Er schlägt dann eine Anzahl von Richtlinien vor, die den Weg weisen, auf dem die vom Reichsinnenminister gestellte Auf­gabe, eine Jugend mit gesundem Geist und starkem Körper heran­zuziehen, gelöst werden kann. Statt des Abbaues, der mit ganzer Wucht das Schulturnen betrifft, sind eine tägliche Turnstunde in allen Schulen, ein verbindlicher Unterricht in den Leibes­übungen für die fortbildungsschulpflichtige Jugend und eine ver­stärkte Förderung des Hochschulsportes zur Führer- Ausbildung die geringsten Voraussetzungen.

,, Sm Fußball", sagte ein anderer geringschätzig. ,, Rot- Weiß spielt gegen Fortuna", erläuterte ein dritter, ,, die armen Rot- Weißen, die können sich auf ein schönes Paket gefaßt machen".

Eine große tiefschwarze Limousine glitt lautlos heran. Der Fahrer öffnete eifrig den Schlag. Eine träftige, robuste Gestalt zwängte sich durch die Tür, verharrte tiefatmend einige Augenblicke und schritt dann dem Eingange zu ganz mit der Würde eines Mannes, der weiß, wer er ist.

Neben der Schule sind die Vereine und Verbände für Lei­besübungen die geeigneten Faktoren, Volkskraft und Volks gemeinschaft durch Leibesübungen zu entwickeln. Darum müssen die Massen der unorganisierten Jugend den Vereinen für Lei­besübungen zugeleitet werden, aber nicht etwa durch einen Zwangssport, der Bereitwilligkeit und Freude vernichtet. Reich, Länder und Gemeinden müssen deshalb für die Heranbildung

Zwei Aufsichtsherren, tenntlich gemacht durch bunte Arm­binden, versuchten über die Menschenmauer hinweg einen Blick auf das Spielfeld zu tun. Sie redten sich fast die Hälse aus und starrten und starrten sie sahen nichts. Aber sie hör­ten das Spiel, wie es nur Ordner und Kassierer hören können. Aus den Pfiffen des Schiedsrichters und dem Rufen und Rau­nen der glücklicheren Zuschauer entstand vor ihrem geistigen Auge das Bild des großen, erbitterten Kampfes

Der Herr, der dem fabelhaften Wagen entstiegen war, tippte einem dieser Ordner auf die Schulter und fragte: Wie steht's?"

Der fuhr herum und riß den Hut herunter.

,, Herr Direktor Verzeihung, ich hatte.

Wie steht's?" klang es noch einmal.

Der Ordner zupfte verlegen an der Armbinde. ,, Eins zu eins, Herr Direktor!" ,, Danke!"

richtete sich auf.

Ein in der letzten Reihe stehender Zuschauer wandte sich

um: Wer war denn das, dieser Großfozz?"

,, Direktor Kornberg", antwortete er.

" Der Kali- Kornberg?" fragte der Neugierige respektlos weiter.

" Ja", erwiderte der Ordner kurz und abweisend. " So, so" brummte der Besucher und stürzte sich wieder in die bittersüßen Aufregungen des Spiels wie ein Kunstspringer in die Flut.

Der Kontrolleur mit der gelbweißen Fortuna- Armbinde

von Lehrkräften, für den Bau einfacher Uebungsstätten, nicht groß angelegten Stadien, für die Beschaffung von Sportgeräten und schließlich für eine wirkliche Anerkennung und Unterstützung der als gemeinnützig zu betrachtenden Vereine sorgen.

Schließlich wird in der Eingabe des D. R. A. auch die ent­scheidende finanzielle Seite erörtert. Der Reichsausschuß für Leibesübungen fordert vom Reich 5 Millionen Mart, sowie von den Ländern zusammen 10 Millionen Mart als unbedingt not­wendigen jährlichen Zuschuß. Im Rahmen des Gesamthaus­haltes ist der Betrag von 15 Millionen Mart ein überaus ge­ringer. Er ist sogar verschwindend klein im Verhältnis zu den Riesenbeträgen, die für den sozialen Etat und die äußeren Kriegslasten aufgebracht werden müssen. Bisher waren die größten Beträge, die vom Reich und von den Ländern gegeben wurden, 7,5 Millionen Mark im Etatjahr 1928/29. Das waren für das Reich nur 0,018 Prozent und für die Länder nur 0,115 Prozent ihrer Gesamtausgaben, denen ein dreifacher Betrag entgegensteht, der im gleichen Jahre zur Unterstützung von Theater- und Konzertunternehmungen aufgewendet wurde. Seit her sind diese Beträge auf die Hälfte, die Zuschüsse der Gemein­den auf ein Drittel heruntergesetzt, und selbst dieie Summen stehen mehr oder weniger auf dem Papier, da sie für die Aus­zahlung gesperrt sind. Bei den letzten Sparmaßnahmen aber sind die öffentlichen Mittel für Leibesübungen überall in unfa barer Ausnahmebehandlung am stärksten zusammengestrichen worden, denn gerade dieser Posten wurde nur nach der haushalt technischen Lage und nicht nach seiner Wichtigkeit für das Volt und die Volksgesundheit behandelt. Auch hier ist eine voll­kommene Umkehr der bisherigen Haltung der Regierungen und Behörden notwendig, denn nur dann kann der auch vom Reichs innenminister anerkannte Umschwung auf dem Gebiete der Er­ziehung der ganzen Jugend herbeigeführt werden und es ge lingen, die Jugend heranzuziehen, die Deutschland in schweren Stunden braucht.

Der Direktor hatte indessen die Tribüne erreicht. Er schob sich durch die dichten Bankreihen, einer reservierten Loge zu. Drei Herren standen auf, und es folgte eine fast dienstliche Begrüßung. Kornberg wies auf das Spielfeld: Wie ist das möglich? Scheint schlecht zu stehen?"

Reiner anwortete.

Der Sport- Club Fortuna, der vielfache Meister, eine Mannschaft von internationalem Ruf, verteidigte) Immer und immer wieder brandeten die Angriffswogen der Rot- Wei­ßen gegen das bewehrte Tor jeder sah es: hier zwang jugendliche Begeisterung, hinreißender, mitreißender Schwung erstarrte Schablone und zum Handwerk gewordene Kunst, in tausend Kämpfen erworbene Routine nieder. Hier wurde ein Meister entthront, und die Tausende ringsum jubelten, unbe­fümmert um Meinungen von gestern, ohne die Spur eines Mitleids für gefallene Größen, den neuen Helden zu.

Mehr und mehr zog der neue Mittelstürmer Roland Lichti, in der kleidsamen rotweißen Tracht, aller Blicke auf sich: schlank und geschmeidig, federnd und mühelos, beherrscht und flug überwand er die Hindernisse, spielte, schoß

Die vier in der Vorstandsloge konnten ihre Nervosität nur schwer verbergen. Mit einem Rud richtete sich Kornberg auf, zeigte auf den Mittelstürmer, dessen scharfgeschossener Ball unter dem Aufstöhnen der Menge eben um Haaresbreite das Ziel ver­fehlt hatte, und knurrte:

Wer ist das, Lange?"

Der Angeredete war der Vorsitzende des Spout- Clubs For­tuna und nebenbei Abteilungsleiter in der Kornbergschen Aktien­gesellschaft.

,, Lichti," antwortete er leise ,,, Roland Lichti." " Erkundigen! Näheres berichten! Und

Seelenruhig trat der Verteidiger den Ball ins Feld zurück. Ein Piff.

Tosend schwoll da der Lärm an. Der Mittelstürmer bekam eine weite Vorlage. Er stoppte den Ball, startete, immer die Lederkugel am Fuß, ließ den gegnerischen Mittelläufer, den rechten Verteidiger, ließ den linken Bed hinter sich unruhig hetzte der Tormann heraus, ratlos, was zu tun sei, hielt er im eiligen Lauf inne der blonde Stürmer setzte an zum Schuß

,, Pfui, pfui!" gellte es auf ,,, raus mit dem Kerl! Elfmeter! Elf- me- ter!!"

Wie ein Orfan brauste es über den Platz eine Frau schrie auf, Tausende brüllten der rechte Verteidiger stand hinter dem Schützen- ringsum ein Schrei der Mittelstürmer stürzte.

Direttor Kornberg schob den schwarzen Hut weit ins Ge­nid und wischte sich die Stirn.

Aber Roland Lichti hatte sich schon wieder erhoben, breitete die Arme aus, atmete tief. Der Spielleiter mies auf die Elf­metermarke.

Camsta

Atemlos schwiegen die Tausende. Ruhig und falt trat der Mittelstürmer herzu, ein Pfiff hinter dem Tormann init dem gelbweißen Querstreifen auf dem schwarzen Trikot, der sich verzweifelt, doch den Bruchteil einer Setunde zu spät, geworfen hatte, hing der Ball im Nez: Rot- Weiß führte 2: 1.

Minutenlag raste die Menge por Begeisterung. Spiel ging weiter.

1000 kg

Belz.

märt

Futt Somm

Dez.

März

Mai

Rogg

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Neue Grate

März

Mai

Gerfte

Brau

Futt

Hafer märt.

Dez.

März

Mai

Weißto Beißto

Birfing

Wirfing

Rottohl

Rottohl,

Rofento

Blumen

Blument

Rohlrüb

Rote R

Mohrri

Rübcher

Rübche

Spinat

Spinat

Spinat

Salat Salat

Rapung

Rapun

Champ

Gurlen

Kürbis

Rohlral Grünt

Tomat

Radies

Rettich

Rettich

Meerre

Gellerie

Gelleri

Borree

Beterfi

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Bwiebe

Zwiebe

Ratto

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,, Wie lange noch?" fragte Kornberg, der Protektor von Fortuna.

Der Vorsitzende sah hastig auf die Uhr.

Fortuna wehrte sich mit dem Mute der Verzweiflung. Sieben Mann schützten das Tor, verteidigten mit allen Mit­teln, und doch fühlte es jeder im weiten Rund, daß das Ver­hängnis nicht aufzuhalten war, daß die Entscheidung nahte. Geschlossen spielten sich die rotweißen Jungen durch. ,, Rol- li!" Rhythmisch dröhnte der Spielname" des Stür­mers über den Play. Rolli nahm den ihm zugespielten Ball in vollem Lauf an und schoß wuchtighart über den Boden fegte die Lederkugel, flirrte durch die Hände des Torwarts

3: 1!

,, Rot- Weiß! Rot- Weiß!" brauste es ,,, Rot- Weiß!" Direttor Kornberg stand auf, verabschiedete sich von den Herren und schritt an einer Front sich verbeugender Funktionäre vorbei in der Richtung auf seinen Wagen.

Doch plötzlich machte er die Bewegung eines Menschen, der etwas Wichtiges vergessen hat. Seine Augen suchten die lange ... Da saß sie, die schöne Frau, Doppelreihe der Logenplätze ab ganz links, das Glas auf ein Rudel gerichtet, in dem sich der In ihrem himmels rot- weiße Mittelstürmer Luft verschaffte. blauen, hermelinbesezten Samttape gehörte sie wohl mehr euf einem Rennplatz. Ich hätte ihr doch sagen sollen, daß es beim Fußball immer gut bürgerlich zugeht," dachte er. Aber dann nahm sein Gesicht doch den Ausdruck von heimlicher Genugtuung an, und die tühle Gelassenheit, die er so gerne zur Schau trug, ging in eine fast jugendliche Freude über. Er drehte sich mehr: mals um. Aber die Dame, der seine Aufmerksamkeit galt, hatte anscheinend nur Augen für das Spiel. Fortsetzung folgt.

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