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Gamsta

Samstag, den 5. März 1932.

Lokales.

Die Wahlzeit am 13. März

von 9 Uhr vormittags bis 6 Uhr nachmittags.

Die Abstimmungszeit dauert grundsätzlich von 9 Uhr vor­mittags bis 6 Uhr nachmittags. Der Reichsminister des Innern hat jedoch im Ausnahmeverfahren genehmigt, daß in Stimmbe­Birken mit weniger als 1000 Einwohnern eine kürzere, jedoch mindestens sechsstündige Abstimmungszeit von der zur Abgren= zung der Stimmbezirke. zuständigen Behörde festgesetzt werden tann. Die gekürzte Abstimmungszeit darf aber nicht später als 11 Uhr vormittags beginnen und nicht vor 4 Uhr nachmittags schließen. Eine Unterbrechung der Abstimmungszeit ist keines­falls zulässig.

Schulentlassung und Konfirmation.

In diesen Wochen werden in Deutschland 450 000 Jugend­liche die Volksschule verlassen und sich einen Weg ins Berufs= leben suchen, soweit sie es überhaupt wagen, Pläne für eine be­stimmte Gestaltung ihrer Zukunft durch eine Berufswahl zu machen. Viele Hunderte werden aus Mangel an geeigneten Lehrstellen die höheren Schulen weiter besuchen, obwohl ste wissen, daß ihre Berufsaussichten dadurch nicht besser werden. Jedenfalls ist die Jugend, die in diesem Jahr am Konfirma­tionstag vor den Altar tritt, anders gestimmt, als in früheren Jahren. Darum sind die letzten Wochen vor der Konfirmation eine ernste Zeit, und es versteht sich von selbst, daß davon auch in den Häusern der Konfirmanden zu spüren sein sollte; denn die Einsegnung fordert Entscheidungen innerer Art und vor allem die Bereitschaft, solche Entscheidungen zu treffen.

Darum sollte man sich auch um die äußeren Dinge weniger Sorge machen, als es früher geschah. Heute fommt es einzig und allein auf die innere Einstellung an, und nicht auf die neuen Kleider und Schuhe. Daß die Konfirmandin zwei neue Keider haben müsse, eins für die Vorstellung und eins für die Konfirmation selbst, ist durchaus nicht erforderlich. In diesem Zusammenhang wird nochmals daran erinnert, daß schon vor einigen Wosten das Landeskirchenamt zur größten Einfachheit in allen Aeußerlichkeiten bei der Konfirmation mit Recht ge­mahnt hat.

* Besorgt rechtzeitig Wahlscheine! Wer sich am Wahltag auf Reisen befindet, soll sich rechtzeitig durch die Bürgermeisterei einen Wahlschein ausstellen lassen. Kosten entstehen nicht.

* Ein Hindenburg- Ausschuß. In unserer Stadt hat sich ein Hindenburg- Ausschuß gebildet, der sich in einem Aufruf für die Wiederwahl Hindenburgs einsetzt. Dem Ausschuß gehören u. a. an: Dr. Eger, Univ.- Prof.; Graef, Provinzial- Direktor; Grieẞ= bauer, Bankdirektor; Dr. Hamm, Bürgermeister; Dr. H. c. Keller, Oberbürgermeister; Dr. Fr. König, Studienrat; Dr. Krä­mer, Univ.- Prof.; Naumann, Oberst a. D.; Neuenhagen, Land­gerichtspräsident; Dr. Poppert, Univ.- Prof.; Röhr, Syndikus der Handwerkskammer; Dr. Roloff, Univ.- Prof.; Schuldt, Land­gerichtsdirektor; Dr. Vanselow, Univ.- Prof. und derzeitiger Rektor der Universität.

* Landes- Buß- und Bettag. Wie stets, so wird auch in diesem Jahre der allgemeine Buß- und Bettag für Hessen am Sonntag Palmarum, dem 20. März, gefeiert. Die evangelische Bevölkerung Hessens wird zu einer ernsten Feier des Tages auf­gefordert. Gerade in Notzeiten ist es notwendig, sich auf die tiefsten Schäden im Volks- und Einzelleben zu besinnen, denn zur Gesundung fann es nur durch Erkennen und daraus sich ergebendes Bekämpfen des Grundübels kommen.

* Vorläufig noch feine 4- Pfennig- Stüde. Die bereits an­gekündigte Ausgabe von 4- Pfennig- Stüden hat sich verzögert. Bis jetzt sind erst für etwa 30 000 Mart 4- Pfennig- Stüde ge­prägt worden, ein Betrag, der nach Ansicht der zuständigen Stellen noch zu klein ist, als daß man die neue Münze bereits in den Verkehr bringen tönnte. Wie lange das neue Geldstück, dessen Herstellung im Zusammenhang mit den Preissenfungs­maßnahmen der Reichsregierung beschlossen worden ist, noch auf sich warten lassen wird, kann an zuständiger Stelle noch nicht gesagt werden.

* Bom Postamt. Das Telegraphenamt hier ist als selb­ständiges Amt aufgehoben und als Telegraphen- Betriebsstelle

Rolli, der Stürmer.

Roman von Falt Heldburg.

( 9. Fortsetzung.)

Plötzlich schredte sie auf ein vieltausendstimmiger Schrei erscholl. Geschlossen ging die deutsche Angriffsreihe durch, un­widerstehlich. Der Ball wanderte von Mann zu Mann, ratlos liefen die Pariser hin und her, schrien sich aufgeregt etwas zu. Jeder im weiten Rund fühlte es: Das ist der Sieg der Deut schen! Der Halblinke umspielte einen Gegner; gab den Ball nach rechts, der Mittelstürmer täuschte, der Halbrechte nahm das Leder aus der Luft, schoß gegen die Latte."

Der Ball flog ins Spielfeld zurück, dem Mittelstürmer ge= rade vor den Fuß, ein kurzes Stoppen, ein blitzschnelle Bewegung des Fußes. über die ausgestredten Hände des Torwarts hinweg sentte sich der Ball ins Netz: Die Deutschen führten 2: 1! Dr. Kurth fühlte, wie ihm die Augen naß wurden Er suchte nach der Zigarettenschachtel. Als er sie endlich in einer unmöglichen Tasche fand, stellte er fest, daß sie leer war. Die Rolli- Rufe wollten fein Ende nehmen.

Am tollsten gebärdete sich der Herr in dem modischen An­zug, er war auf die Bank gesprungen und dirigierte, das Spa­zierstöckchen in der erhobenen Rechten, eine imaginäre Musik­fapelle.

Schließlich sank der Mann erschöpft zurüd.

,, Hören Sie, Monsieur", sagte er atemlos zu seinem Nachbarn, einem behäbigen Tingeltangelwirt ,,, das ist der beste Mittelstürmer der alten und neuen Welt, so wahr ich Felipe Ximnez heiße. Rolli, Rolli, Rolliroi du football de Paris!" Der Abend in Paris.

Unter dem tosenden Jubel der Zwanzigtausend gingen die letzten Minuten dahin. Noch kurz vor dem Schlußpfiff erhob sich Maria Hedemann; sie schritt durch die Tribünenreihen, dem Ausgange zu.

Da vernahm sie hinter sich einen erstaunten Ausruf. ,, Sie hier, liebe gnädige Frau?"

Es war der Botschaftsrat Dr. Karsten, der mit ihrem ver­storbenen Mann vor Jahre in der türkischen Botschaft gearbeitet hatte.

,, Guten Tag, Dr. Karsten. Meine Pariser Zeit ist eigentlich

,, Gießener Zeitung"

dem Postamt angegliedert worden. Eine Aenderung in den Ein­richtungen des Telegraphen- und Fernsprechbetriebs tritt damit nicht ein.

* Von der Universität. Der ordentliche Professor an der Universität Dr. Leo Rosenberg hat einen Ruf an die Universität Leipzig auf den Lehrstuhl des Geheimrats Professor Dr. Richard Schmidt( Bürgerliches und Zivilprozeßrecht) erhalten.

* Schlägerei mit blutigem Ausgang. Am vergangenen Samstag fand in und vor einer Wirtschaft in der Krofdorfer= straße zwischen Schirmflidern und Händlern, die zum größten Teil An der Kläranlage wohnhaft sind, eine Schlägerei statt. einem Die Streitenden gingen mit Lattenstücken, die sie an nahen Gartenzaun abgerissen hatten, aufeinander los. Auch das Messer durfte nicht fehlen. Der Händler Peter Rieß, aus der mit Katharinengasse, verletzte einen gänzlich Unbeteiligten einem Küchenmesser derart an der Schläfe, daß sich dieser in ärztliche Behandlung begeben mußte. Ries wurde festgenom­men, aber am Sonntag, nach Vernehmung entlassen. Der Händler Georg Klein, An der Kläranlage, und der Händler Johann Ries, Teufelsluftgärtchen wohnhaft, wurden derart ver­letzt, daß sie in die chir. Klinit überführt werden mußten. Ries wurde nach Anlegung eines Verbandes wieder entlassen.

* Verkehrsunfall. Am letzten Sonntag ereignete sich an der Straßenkreuzung Ost- Nordanlage- Marburgerstraße- Walltorstraße ein Verkehrsunfall. Ein von der Ostanlage Richtung Nordan­lage fahrender Personenkraftwagen wurde von einem aus der Marburgerstraße kommenden Lieferwagen, der in Richtung Walltorstraße weiterfahren wollte, erfaßt und gegen das Haus Walltorstraße 81 geschleudert. Der Personenwagen wurde fast vollständig zertrümmert. Der Führer dieses Wagens wurde durch Glassplitter im Gesicht und an der linken Hand leicht verletzt. Der Führer des Lieferwagens fonnte nach Feststellung des Tatbestandes, da sein Wagen nur leicht beschädigt war, seine Fahrt fortsetzen. Die Ermittlungen über die Schuldfrage sind eingeleitet.

* Fahrpreisermäßigung der Kraftposten. Bei den vom Postamt Gießen betriebenen Kraftpostlinien wird ab 6. März der bisher gültige Fahrgeldsatz durchweg auf 8 Rpfg. und bei größeren Streden bis zu 7 Rpfg. je Kilometer ermäßigt. Für die Arbeiter und Schülerwochenkarten, die bisher schon mit einer Ermäßigung bis zu 50 v. H. des Regelfahrgeldsages ausgegeben wurden, werden die neuen Fahrpreise nach dem Sage von 4 u. U. 3 Rpfg. für 1 Kilometer berechnet. So z. B. ermäßigt sich. der Fahrpreis von Gießen Neustädter Tor nach Krofdorf und Launsbach von 40 auf 35 Rpfg., von Gießen Bahnhof nach Ho­chelheim und Rechtenbach von 100 auf 80 Rpfg., nach Hörns­heim von 90 auf 75 Rpfg., nach Lüzellinden von 60 auf 50 Rpfg., nach Klein- Linden von 30 auf 25 Rpfg. von Gießen Selterstor nach Steinberg von 50 auf 45 Rpfg., nach Holzheim von 100 auf 90 Rpfg. Die Preise sind trotz schlechter Ergebnisse aller Linien herabgesetzt worden in der Annahme, daß dadurch bessere Benutzung der Kraftwagen und höhere Einnahmen erreicht würden.

* Fundsachen im Monat Februar 1932. Das Verzeichnis über die im Monat Februar 1932 gefundenen bzw. abgelieferten Gegenstände kann an der Anschalgtafel im Flur des Polizeiamts, Landgraf- Philipp- Platz 1, eingesehen werden. Die Empfangs­berechtigten werden aufgefordert, ihre etwaigen Rechte inner­halb 2 Monaten beim Fundbüro während der Dienststunden geltend zu machen.

* Geflügelcholera. In dem Hühnerbestand der Frau Land­gerichtsdirektor Wilhelm Büding Wwe., Gießen, Südanlage 14, ist die Geflügelcholera ausgebrochen. Gehöftsperre ist ange­ordnet.

* 100. Gauturntag. Am morgigen Sonntag, den 6. März, findet in der Turnhalle des Turnvereins 1846 der 100. Gauturn= tag des Turngaues Hessen statt. Der Tagung geht am Vormit­tag eine Jubiläumsfeier in der Aula der Universität voraus. * Aus dem Stadttheater. Heute, Samstagabend 8,15 Uhr, wird in Heuchelheim, in der Turnhalle, ein einmaliges Gastspiel der Operette Die tolle Lola" gegeben. Am Sonntag gibt es zum letztenmal..Die drei Zwillinge". ,, Wilhelm Tell" ist heute, Samstagnachmittag, um 3,45 Uhr. * Konzert. Der Bauersche Gesangverein Gießen veranstaltet am Samstag, den 12. März, abends 8 Uhr, ein Konzert in der

der Herbst. Sie haben also Grund, erstaunt zu sein. Aber ich wollte meine Landsleute kämpfen und siegen sehen." Ach ja, richtig. Nun, und wie hat Ihnen das Spiel ge­fallen?"

Wundervoll, Doktor. Und Ihnen?"

Der Botschaftsrat lachte.

Ich bin ja gewissermaßen beruflich hier. Aber ich muß sagen, daß auch mich dieser Kampf begeistert hat. Ich habe hier Mannschaften der internationalen Extraklasse gesehen. Ungarn und Wiener, Engländer und Schotten, ja sogar den Olympia­sieger Uruguay. Sie spielten kunstvoller. Sie haben aus dem Sport eine Kunst gemacht. Aber fie blieben falt dabei, kalt und berechnend. Sie spielten im Gefühl ihrer Ueberlegenheit. Diese Deutschen jedoch waren, nachdem sie die Befangenheit überwunden hatten, mit ganzem Herzen bei der Sache, fämpften mit Begeisterung und Liebe, mit einem Schwung, der ihnen die Sympathien des Publikums eintrug. Dieser Mittelstürmer allein ein prächtiger Bursche. Fabelhaft, wie blitzschnell und doch überlegt er handelt!"

Sie bestiegen den Wagen der Botschaft, den sich Dr. Karsten telephonisch bestellt hatte.

,, Trinken wir eine Tasse Kaffe zusammen, lieber Doktor?" " In einer Stunde stehe ich Ihnen zur Verfügung, gnädige Frau. Ich muß zunächst nach der Botschaft, um für diesen Mittel­Stürmer einen Paß ausstellen zu lassen. Der junge Mann will heute abend schon zurückfahren."

Maria schloß die Augen.

Das war doch nicht möglich! Er wollte abreisen? Hatte er ihr nicht den Abend versprochen? Floh er von ihr? ,, Was ist Ihnen?" fragte der Botschaftsrat besorgt. " Ein wenig Kopfschmerzen. Es ist nichts. Bitte, lassen Sie mich hier aussteigen. Ich gehe die wenigen Schritte." Sie reichte ihm die Hand. Dr. Karsten sah ihr erstaunt nach. Maria Hedemann stand auf der Rue de Rivoli. Mechmisch setzte sie einen Schritt vor den anderen.

Das mußte ein Irrtum sein. Er hatte doch länger Urlaub und nur weil er ihr zugesagt hatte, mit ihr wenigstens einen Tag in Paris zu verbringen, war sie nach hier gelommen.

Sie würde telephonieren. Sie mußte Gewißheit haben. Stade Francais gab seinen Gästen ein Bankett, an dem auch der deutsche Botschafter, französische Sportführer und andere berühmte Sportler teilnahmen. Der Schwimmer Jean Taris

Nr. 9

Neuen Aula der Universität unter Leitung seines Dirigenten, Herrn Univ.- Musikdirektors Dr. Temesvary. Alles Nähere ist aus der heutigen Anzeige und den Programmen ersichtlich.

* Der Edela- Verbandstag findet in der Zeit vom 22. bis 25. Mai d. J. in Hannover statt. Zur gleichen Zeit und am gleichen Orte werden die ordentlichen Generalversammlungen der Edekazentrale, e. G. m. b. H., und der Edekabant, e. G. m. b. H., sowie die ordentliche Jahreshauptversammlung des Reichsverbandes Deutscher Kaufleute des Kolonialwaren-, Fein­fost und Lebensmittel- Einzelhandels e. V.( Rekofei) und eine gemeinsame öffentliche Kundgebung des Edeka Verbandes e. V. und des Refofei e. V. abgehalten.

Nach langem Kampf rehabilitiert.

Im Dezember 1930 wurde ein Schupooberwachtmeister aus Butzbach vom Gießener Schöffengericht unter der Anklage des Einbruchs in eine Jagdhütte bei Pohl- Göns, der im September 1930 verübt wurde, zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Gegen diesen Urteilsspruch wurde Berufung verfolgt, jedoch fam die Erweiterte Straftammer in Gießen zur Verwerfung der Berufung. Der Prozeß wurde aber von der Verteidigung des Verurteilten an das Reichsgericht weitergeleitet, dort wurde das Urteil aufgehoben und die Sache an die Gießener Straffammer zurückverwiesen. In einem erneuten Prozeß wurde dann das Urteil dahin abgeändert, daß wegen Unterschlagung auf zwei Monate Gefängnis erkannt wurde. Auch gegen dieses Urteil erging wieder Revision an das Reichsgericht, das der Revision stattgab und den Prozeß nunmehr an die Straftammer Darm stadt verwies. Dort wurde der Angeklagte in einem erneuten Prozeß dieser Tage völlig freigesprochen, und die gesamten Pro zeßkosten wurden der Staatskasse aufgebürdet. Insgesamt hatten sich mit diesem Prozeß das Gießener Schöffengericht und die Gie­ßener Straffammer, sowie das Reichsgericht je zweimal, die Straffammer Darmstadt einmal zu beschäftigen.

Steuerfalender für März 1932.

mitgeteilt von der Südwestdeutschen Revisions- u. Treuhand­vertretung Weise& Co., Komm.- Gef. Frankfurt a. M. Reich:

7.( 6) Einreichung der Aufstellung über die im Februar ge tätigten Devisengeschäfte für alle Unternehmen, die generell die Erlaubnis zum Devisenerwerb haben. a) Börsenumsatzsteuer für Februar 1932.

IO.

b) Umsatzsteuervorauszahlung und Voran- für Monats zahler( Schonfrist 17. 3.).

c) Anmeldung der Beträge eingegangener Gexportvalu ten an die Reichsbank.

d) Bürgersteuer.

e) Einkommensteuervorauszahlung für das für das 1. Vierteljahre 1932( außer Landwirtschaft) It. let tem Bescheid.

f) Körperschaftsteuervorauszahlung für das 1. Viertel jahr 1932 It. leztem Bescheid.

g) Krisensteuervorauszahlung für Veranlagte besonderem

Bescheid.

21.( 20.) Lohnabzug für die Zeit vom 1. bis 15. 3. 1932 beim Markenverfahren; im Ueberweisungsverfah

ren nur, falls die Lohnsteuerbeträge dieser Zeit RM. 200,- überstiegen haben.

21.( 20.) b) Gleichzeitig ist Ledigen und Krisenlohnsteuer zu bezahlen, soweit sie im Steuerabzugsverfah ren einbehalten worden.

c) Anmeldung der Beträge der eingegangenen Exportvaluten.

24. Bürgerstener für Lohnsteuerpflichtige bei wöchentlicher Ent lohnung nach der Steuerkarte.

31. a) Anmeldung der Exportvaluten.

b) Letzter Termin für die Abgabe der Körperschaft steuererklärung.

Hessen:

5. Letzter Tag für verzugszinsenfreie Zahlung der am 25 Februar fällig gewesenen Landessteuern.

29.

6. Vorauszahlungsrate auf Kommunalsteuern.( Grund Gewerbe- und Sondergebäudesteuer für Gemeinde, Kreis und Provinz.)( Schonfrist meist bis 5. April 1932.)

saß da neben Jules Ladomégue, dem Weltrekordläufer, und dor befand sich Borotra, einer der französischen Tennis- Musketiere in angeregter Unterhaltung mit dem Botschaftsrat Dr. Karsten Dieser hatte Dr. Kurth den Paß für Roland Lichti übergeben Dr. Kurth hatte gerade auf eine Begrüßungsansprache ge antwortet, als ihm ein Kellner zuflüsterte, daß Herr Lichti an Fernsprecher verlangt würde.

Von wem?" fragte der Vorsitzende leise.

Vom Hotel de la Régence für Madame Hedemann." Danfe es ist gut. Herr Lichti wird wieder anrufen." Das fehlte noch! Er sah zu Roland Lichti hinüber, der vo dem Botschafter ins Gespräch gezogen war. Dieser fapriziofe Frau war alles zuzutrauen, und Dr. Kurth befürchtete sehr, da ein kurzes Rendezvous das ungeeignetste Mittel sei, den Mittel Stürmer mit dieser unverhofften und überſtürzten Abreise zu ver söhnen.

Ueberhaupt daheim würde er den guten Rolli einmal in Gebet nehmen.

Roland Lichti lächelte still in sich hinein. Er hatte Mari persprochen, anzurufen. Er würde aber nicht telephonierer sondern zu ihr fahren und sie mit der Nachricht überraschen, daß er noch ein paar Tage in Paris bleiben wollte. Was gin ihn die Bank noch an!

Er malte sich ihr Erschrecken aus, wenn er das Telegram zeigen und erzählen würde, er müsse um 22,25 Uhr reisen. Dann aber würde er sagen, daß sein Entschluß feststände, de Ruf seiner Firma zu überhören.

Er warf einen verstohlenen Blick auf die Armbandu Schon halb zehn!

Er sprach mit seinem Klubpräsidenten.

,, Aber Junge, du hast doch reichlich Zeit. Außerdem b gleite ich dich."

Roland Lichti wehrte ab.

,, Sehr freundlich von Ihnen, Herr Doktor, aber Sie doch hierbleiben. Lassen Sie mir die Freude, allein fertig

werden."

,, Meinetwegen, hier hast du deinen Paß und Geld. Glü liche Reise!"

Unterdessen hatte Maria Hedeman vergebli auf den Anruf Roland Lichtis gewartet. Ungeduldig ging in ihrem Salon auf und ab.

Fortsetzung folgt.

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