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Mittwoch, den 11. Februar 1931.

Marburg, der sich am Schluß des Vorjahres unter den vier besten Vereinen der Tabelle in der Südgruppe der 1. Bezirks­flasse befunden hatte; diesmal erzielte er nur den 6. Platz mit 10:18 Punkten. Die 1. Bezirksklasse bestand aus 4 Gruppen: Lahn, Kassel, Fulda und Südhannover. Die Gruppe Lahn ver­einigte wieder 8 Vertreter des ehemaligen Lahnkreises: FB. Odershausen 20: 8, VfB. Gießen 20: 8, SpVg. 1900 Gießen 19: 9, Germania Marburg 17:11, Weglarer SB. 13:15, FV. Breiden­bach 8:20, S. Herborn 8:20 und FV. Wallau 7:21. Die 2. Bezirksklasse paßte sich nun ganz den 6 Gauen des Bezirkes an. Im Gau Gießen- Wetzlar gehörten ihr 9 und im Gau Mar­burg ebenfalls 9 Vereine, nämlich einerseits Oranien Frohn­hausen 22:10, SC. Niedergirmes 19:13, Spuip. Ehringshausen 18:14, Spusp. Burg 16:16, Sportogg. Dillenburg 16:16, VfB. Aplar 15:15, SB. Heuchelheim 15:17, VfR. Butzbach 14:18 und Alemannia Sechshelden 9:23; andererseits( alphabetisch geord­net, da die endgültigen Punktegewinne nicht bekannt wurden) Eintracht Allendorf, Spusp. Auf der Heide" Bottenhorn, SV. Feudingen, Hessen Frankenberg, SC. Gladenbach, FC. Laasphe, FV. Marbach, VfB. Wetter und FV. Wiesenbach. Frohnhau­sen und Wiesenbach stiegen zur 1. Bezirksklasse auf; diese gab ihrerseits im ganzen Bezirk 9, von der Gruppe Lahn 2 Vereine an die Bezirksliga ab, so daß lettere im Jahre 1930-31 in zwei Gruppen, Süd und Nord, geteilt werden mußte. Die Süd­gruppe hat 9 Vereine, darunter VfB.- Kurhessen Marburg, VfB. Gießen und FV. Odershausen. In der Gruppe Lahn der 1. Bezirksklasse spielen 3. 3t. noch 7 Vereine, nachdem VfB. Kirchhain( der im Vorjahre in der Gruppe Kassel hatte mit spielen müssen) und SV. Herborn verzichtet haben. Durch die Bildung des Gaues Dill" hat der ehemalige Lahnkreis jetzt drei Gaue, also auch drei Gruppen 2. Bezirksklasse, und zwar Gau Marburg mit 10, Gau Gießen- Wetzlar mit 8 und Gau Dill mit 8 Vereinen. Im ganzen beherbergt also das Gebiet des Lahnkreises die respektable Zahl von 36 Ligavereinen! Ob diese Quantität im richtigen Verhältnis zur Qualität steht, ist eine andere Frage; jedenfalls kann man mit Recht seufzen: ,, Neufo­System, höre auf mit deinem Segen!"

Aus Gießen und Umgegend.

Wieseck 1. Daubringen 1. 2: 5( 2: 3).

Beide Mannschaften standen sich in einem Freundschaftsspiel gegenüber. Daubringen ging gleich mächtig aus sich heraus und lag bald mit 3: 2 in Führung. Nach dem Seitenwechsel ließ Wiesed merklich nach und mußte sich noch weitere zwei Tore gefallen lassen. Die Playzelf gab sich die größte Mühe, das Resultat noch zu verbessern, doch vergebens. Bei besserer Lei­stung des Ersatz- Torhüters hätte manches Tor verhütet werden können.

Daubringen 2. Leihgestern 1. 0: 5( 0: 2).

Hier wartete man vergebens auf den angesetzten Schiri. Ein Schiedsrichter des Plazvereins leitete das Spiel zur Zu­friedenheit beider Parteien.

an.

Aus Steinberg. Steinberg 1. Steinbach 1. 5: 0( 4: 0). Steinberg 2. Steinbach 2. 1: 3( 1: 1).

Die beiden ersten Mannschaften lieferten sich von Anfang an einen fairen Kampf. Steinbach trat in alter Aufstellung In den ersten 10 Minuten war das Spiel verteilt aber dann übernahm Steinberg die Führung und schoß in der ersten Halbzeit in regelmäßigen Abständen 4 Tore. In der zweiten Halbzeit gelang Steinberg nur noch ein Elfmeter, denn Stein­bach verteidigte recht gut, wenn auch manchmal zahlreich.

Auch die beiden zweiten Mannschaften lieferten sich einen harten Kampf, der bis zur Halbzeit 1: 1 stand. In der zweiten Halbzeit konnte Steinbach noch zwei weitere Tore erzielen. Die Schiris bei beiden Spielen leiteten gut.

Bobenhausen Ulrichstein 1: 2( 0: 2).

Der pünktliche Anpfiff des Schiedsrichters Kreuder­Grünberg schien teilweise eine ungewohnte Sache zu sein, denn als er das Leder um 1% Uhr freigab, war der Platzverein noch nicht vollzählig zur Stelle. Nachdem sich die Plazzelf vervoll­ständigt hatte, entwickelte sich ein recht flottes Spiel, bei dem man auf beiden Seiten recht hart, wie in einem Lokal- Derby üblich, kämpfte. Ulrichstein übernahm bald nach Anstoß die Führung und erhöhte bis Halbzeit durch Elfmeter auf 2: 0. Einig Edbälle konnten auf keiner Seite verwandelt werden. Durch einen schönen Schuß erzielte der Platzverein das Ehrentor.

Lich 1. Jgd. 1900 Gießen 1. Jgd. 1: 6( 0: 4). Am Sonntag standen sich obige Jugendmannschaften im Pflichtspiel gegenüber. Die 1900er traten mit Ersatz an, der sich aber ausgezeichnet in der Mannschaft bewährte. Als die Besseren entschieden die 1900er das Spiel für sich. Die Licher Jugend leistete aber den erdenklich größten Widerstand. In den ersten 15 Minuten konnten die Einheimischen das Spiel sogar völlig offenhalten, bis sich die Gäste mehr und mehr ge­funden hatten und als Abschluß eines schönen Kombinations­Spieles in turzen Zeitabständen bis zur Halbzeit vier pracht­volle Tore einsandten. Nach der Pause wurde das Spiel härter, doch der Schiedsrichter Schott Butzbach sorgte dafür, daß das Spiel keine allzu harten Formen annahm. Ein schneller Vorstoß der Plazmannschaft überrumpelte die Gießener Hinter­mannschaft und brachte den Einheimischen den verdienten Ehren­treffer. Die technische Ueberlegenheit der 1900er führte noch zu zwei weiteren Toren, an denen selbst der ausgezeichnete Tor­hüber der Licher nichts ändern konnte. Die Licher kamen dann wieder mehr auf, brachten es aber nicht fertig, die gute Hinter­mannschaft der Gäste zu überwinden.

Ehringshausen 1. Buzbach 1. 6: 2( 2: 2). Vor ungefähr 350 Zuschauern begann 3.15 Uhr das inter­

Gießener Zeitung"

essante Treffen. Als Schiedsrichier mußte Herr Böche r- Gießen noch in letter Stunde für den zu einem höheren Spiele be­stimmten Schr. Kunze fungieren. Darüber großes Murren in beiden Lagern. VjR. Butzbach hatte nämlich auch einen großen Anhang mitgebracht. Das Treffen war für Butzbach insofern von großer Bedeutung, als sie bei diesem Spiel zur Erlangung der Meisterwürde nur noch einen Punkt benötigten. Doch es fam anders. Anfangs ging Buzzbach sehr aus sich heraus und fonnte innerhalb 16 Minuten mit 2: 0 führen. Da trat ein flei­ner Zwischenfall ein. Ein Ehringhauser Spieler wurde vom Schr. verwarnt. Daraufhin drang ein Fanatiker von E. aufs Spielfeld. Jm Augenblid begaben sich zirka 20 Zuschauer beider Parteien auf das Spielfeld. Das Spiel mußte infolgedessen für vier Minuten unterbrochen werden. Nachdem sich alles aufge= flärt hatte und die Zuschauer durch die tadellos funktionierende Plazordnung beruhigt waren, konnte der Schr. das Spiel bis zum Schluß ohne jeden Anstoß durchführen. Es entwidelte sich gleich auf beiden Seiten ein sehr lebhaftes Spiel. Bis zur Pause konnte E. ausholen und beim Seitenwechsel stand die Partie 2: 2.

Nach der Pause ließ B. merklichy nach, sie hatten sich in der 1. Hälfte offensichtlich zu sehr verausgabt. Ehringsh. fonnte in regelmäßigen Abständen noch vier weitere Tore erzielen. Das Spiel stand beim Schlußpfiff 6: 2 für E.

Des=

Der Platz war mit einer leichten Schneeschicht bedeckt. halb piiff der Schr. auch schließlich bei jeder Kleinigkeit, sicher, weil er die ihm anvertrauten Spieler in Gefahr glaubte. Seine Leitung im allgemeinen war forrekt und einwandfrei.

Handball.

Kurhessen Kassel wieder Handball- Bezirksmeister. Sportklub 03 Kassel 7: 3( 2: 1).

Kurhessen Kassel

Mit der Ermittlung des Bezirksmeisters ist wieder eine Spielzeit um, die auch dieses Jahr wieder im Endspiel ihren Höhepunkt erreichte. Kurhessen und Sportklub 03 waren die übriggebliebenen Gegner und zweifellos auch die beiden besten Mannschaften des Bezirks. Abermals hat Kurhessen den Mei­stertitel errungen und damit die Aufgabe, Hessen- Hannover in den Endspielen um die Westdeutsche Meisterschaft zu vertreten. In dem Schlußspiel stand den Kurhessen eine gute Portion Glüd zur Seite, denn einmal mußte 03 ohne den ausgezeichneten Torhüter Engelhardt antreten und zum anderen waren die 03er im Felde unbedingt die bessere Elf. die den Kampf mit größe: rem Eifer und besserer Taktik bestritt. Noch in der Mitte der zweiten Halbzeit beim Stande von 3: 3 glaubte man an eine Verlängerung, als plötzlich eine Wendung eintrat. Die Kur­hessen tamen mehr auf, und als sie ihren linken Flügel besser be­dienten, gelangen von dieser Seite noch einige Tore, die den Sieg sicherstellten. Hinzu kam, daß Georges im 03er- Tor bei einer Abwehr sich an der Hand verletzte und nun sehr unsicher

wurde.

Die Kurhessen ervangen Sieg und Titel mit folgender Mannschaft: Amling Müller, Thomas Hegler II, Höschen, Vogt Thiel, Hegler I, Benscher, Orthen, Wassermann. In Westdeutschland muß die Elf unbedingt mehr zeigen, wenn sie unseren Bezirk würdig vertreten soll.

Sportliches Allerlei.

Folgen der Amateurkrise.

Der bekannte ehemalige Ligaspieler Dr. Steinlein ist aus dem Vorstand des 1. FC. Nürnberg ausgeschieden. Dr. Steinlein hat sich auf dem grünen Rasen und in der Verwaltung des Klubs" mit großem Erfolg betätigt. Sein Ausscheiden er­folgte, weil er für die gegenwärtigen Kompromisse in der Ama­teurfrage nicht zu haben ist, sondern flare Verhältnisse wollte und daher die Einführung eines Berufsspielertums befürwortete. Die deutsche Stimeisterschaft gewann Gustl Müller zum Britten Male; Rednagel siegte im Sprunglauf.

Aus Nah und Fern.

Beuern, 10. Februar. Bei Gastwirt Sommerlad fand eine gutbesuchte Handwerkerversammlung statt. Nach einem Vor­trag des Syndikus der Handwerkskammer- Nebenstelle Gießen, Röhr, über ,, Die Notwendigkeit und Bedeutung der Organi­sation des Handwerks", sowie einem Referat des Geschäfts­führers, Herrn Herm. Kirchner Gießen, über die Beratungs­stelle des Bezirksverbandes der Gewerbevereine wurde ein Ge­werbeverein gegründet, dem sofort 21 Mitglieder beitraten. Die Vorstandswahl hatte folgendes Resultat: Friedrich Karl Nebe­ling, Malermeister, 1. Vorsitzender, August Ranft, Glasermeister, 2. Vorsitzender, Wilh. Fuhr, Steinhauermeister, Schriftführer und Wilh. Volf, Schuhmachermeister, Rechner.

Lich. Die jüngste Tochter des Fürstenpaares von Solms­Hohensolms- Lich, Prinzessin Maria Anna, hat sich mit dem Burggrafen und Grafen Christoph zu Dohna- Schlobitten verlobt.

Hungen. Beim Holzfällen wurde ein Arbeiter von cincm stürzenden Baum getroffen und auf der Stelle getötet.

Bad Nauheim. Bis zum 5. Februar 1931 betrug der Gesamt­besuch 827 Gäste. Anwesend waren am 5. Februar 544 Gäste. Schlitz. Bei einer abgehaltenen Polizeijagd auf Schwarz­wild wurden im Schutzbezirk Sassen zwei Sauen erlegt.

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Nr. 12

Büdingen. Die Meggerzwangsinnung für den Kreis Bü­dingen mußte in ihrer Jnnungskasse Veruntreuungen feststellen, die sich auf rund 2300 Reichsmart belaufen. Wichtige neue ministerielle Bestimmungen für die Einkommen,

Büdingen. Infolge Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche auf Hof Rinderbügen kann der auf den 17. Februar d. J. fest­gesetzte Rindvieh- und Schweinemarkt nicht stattfinden. Der Pferde und Krämermarkt bleibt in dem angekündigten Um= fange bestehen.

Erschließung von Tonlagern im Vogelsberg. Wüstwillenroth. Die gegenwärtig im Bau befindliche ,, Vo­gelsberger Südbahn"( Verlängerung der Wächtersbach- Birstei­ner Kleinbahn nach Norden bis Hartmannshain) ermöglicht es endlich, die ausgedehnten Tonlager der Gemeinde Wüstwillroth zu erschließen; im kommenden Frühjahr soll bereits mit der Her­stellung von Feldbrandsteinen begonnen werden.

Darmstadt, Gegen den ,, Dadderich" wurde wegen Beleidi­gung des Ministers für Arbeit und Wirtschaft, Korell, Klage erhoben.

Darmstadt. In der vergangenen Nacht wurde ein Pelzge­schäft in der Wilhelminenstraße ausgeplündert. Die Einbrecher raubten 25-30 Pelzmäntel im Werte von ungefähr 6000 RM. Darmstadt. Am 10. Februar konnte der langjährige verdienst­volle Vorsitzende des Hessischen Verkehrsverbandes, Kaufmann Theodor Stemmer in Darmstadt, seinen 70. Geburtstag begehen. Wetzlar. Die Leitz- Werke widmeten die 50 000. 2cica­Kamera dem verdienten Asienforscher Dr. Filchner.

Dillenburg. Auf den Höhen des Westerwalds macht sich in letzter Zeit eine große Wildschweinplage bemerkbar. Durch die Kälte werden die Tiere aus ihrem Versted hervorgelockt und können leicht abgeschossen werden.

Dillenburg. Einer Anregung des Gemeindevorstandes ent­sprechend, haben sich in Mandeln sämtliche Krisenunter­stützungsempfänger entschlossen, in jeder Woche einen Tag für die Gemeinde zu arbeiten.

Marburg. Eine exemplarische Strafe erhielt ein junger Mann, der aus Uebermut einen Feuermelder einschlug. Er wurde zu 500 RM. Geldstrafe verurteilt.

Biedenkopf. Bei der hiesigen Kreiskommunaltasse ist in Fehlbetrag von 1000 Mark festgestellt worden. Der vera it vort­liche Beamte ist vom Dienst suspendiert worden.

15 Kinder beim Rodeln verlegt.

Grebenstein. Beim Rodeln schlug ein mit 15 Kindern be­setzter Schlitten in einer Kurve um. Sämtliche Kinder erlitten Verletzungen, davon zwei Geschwister so schwere, daß sie ins Kasseler Krankenhaus eingeliefert werden mußten.

Entgleisung von zwei Wagen eines D- Zuges. Frankfurt a. M., 10. Februar. Heute nacht entgleiste von dem Schlafwagen- D- 3ug D 4 Frankfurt- Main- Basel bei der Durch­fahrt des Bahnhofes Gernsheim der Packwagen und der nach­folgende Schlafwagen. Personen wurden nicht verletzt. D 4 erlitt eine Verspätung von 150 Minuten. Die Ursache der Ent­gleisung ist noch nicht geflärt.

Paris. In Paris wurden zwei Bankiers verhaftet, die zum Schaden ihrer Kunden 14 Millionen Franc unterschlagen hatten. Das betreffende Bankhaus hatte in der Provinz 150 3weigstel­len. In den Kassen befanden sich insgesamt 500 Franc.

Fünf Millionen Drachmen gesucht! Flüchtig nach Unterschlagung von fünf Millionen Drachmen zum Schaden der griechischen Nationalbank ist ein Konstas.

Auszeichnung eines Deutschen in Rußland.

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Dem deutschen Bergwerksingenieur Liebhardt, der im Donezbeden beschäftigt ist, wurde von der Sowjetregie­rung der Lewin- Orden verliehen. Zugleich erhielt Liebhendt eine Prämie von 5000 Rubel. Die Auszeichnung erfolgte für eine Erfindung des Ingenieurs, die eine Art Kohlenförderung am laufenden Band gestattet. Die Kohlenwagen können ent­laden werden, ohne auseinandergekuppelt zu werden.

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So sehen uns die Japaner. Köstlich sind diese bunten Bilder= bogen bildchen eines alten japanischen Holzschnittmeisters, auf denen er seinen Landsleuten die merkwürdigen Sitten und Ge­bräuche der Europäer darstellte. Das neue Heft der ,, Woche" bringt zu einem aufschlußreichen kleinen Aufsatz viele dieser Bil­der in farbiger Reproduktion.

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