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Gamstag, den 14. Juni 1930.

* Oeffentliche Bausparkassen. Die durch den Krieg und seine Folgen hervorgerufene Wohnungsnot hat bewirkt, daß man in Deutschland mit zunehmender Aufmerksamkeit einem System sich zuwendet, welches in England, Amerika und anderen Staaten schon vor dem Kriege gehandhabt wurde. Es sind dies die öffentlichen Bausparkassen. In diesen Ländern ist das Eigenheim bein Neuling, sondern fast Allgemeingut, bewirkt durch die öffentlichen Bausparkassen. Seit einigen Jahren sind in Deutschland ebenfalls eine große Anzahl derartiger Bauspar­fassen gegründet worden, die teils recht Gutes geleistet haben, zum großen Teil haben sie aber durch ihr nicht einwandfreies System und Geschäftsgebaren die Hoffnungen der ihnen ange­schlossenen Bausparer nicht erfüllen können. Aus diesem Grunde haben die öffentlichen Sparkassen, so auch die im Hessischen Sparkassen- und Giroverband vereinigten Sparkassen sich ent­schlossen, eine öffentliche Bausparkasse ins Leben zu rufen und denjenigen Teil der Bevölkerung, der auf solider Grundlage sich ein Eigenheim erwerben will, zum sicheren Ziele zu führen. Eine am 18. Juni ds. Js., abends 8 Uhr, im früheren, Hotel Einhorn", stattfindende Versammlung wird den Interessenten die nötige Aufklärung geben.( Näheres ist im Anzeigenteil ersichtlich).

* Heimatgeschichtlicher Kursus. Auf besondere Anregung des Landeskirchenamtes wird ein heimatgeschichtlicher Kursus zur Einführung in die Literatur und Benutzung von Gemeinde-, Pfarr- und Staats- Archiv abgehalten werden, bei dem Prälat D. Dr. Diehl und Archivdirektor D. Herrmann Vorträge halten werden. Der Kurs findet erstmalig am 16. bis 17. Juni, vor­mittags 10 Uhr, in Michelstadt statt. Anmeldungen an Ober­Pfarrer Schäfer, Michelstadt.

* Aus dem Stadttheater. Das Stadttheater eröffnete die Sommerspielzeit mit Fred Antoine Angermayers Volksstüc ,, Flieg' roter Adler von Tirol", das mit stürmischem Beifall auf­genommen wurde. Die alte Eggthalerin der Liselotte Fuhr­mann war eine selten gute schauspielerische Leistung. Franz Arz­dorf gefiel als ruhiger, schwerfälliger Sohn. Den Enkel gab Eduard Wesener frisch und sympathisch. Die Episode des alten Kräuterwaberls gelang Louise Schubert- Jüngling ausgezeichnet. Ludwig Linkmann eignete sich sehr gut für die zum ersten Male größere Rolle des Kapuzinerpaters, während der wieder einmal sichtbare Hans Haeser sehr ansprechend den Knecht gab.

* Koche und brate elektrisch. Unter dieser Devise fand am Donnerstag nachmittags im Kaffee Leib eine Hausfrauenver­sammlung statt, auf der die Hausfrauen- Beratungsstelle praktisch und theoretisch über das hygienische Kochen und Braten mittels elektrischen Strom unterrichtet. Die Veranstaltung fand solchen Anklang, daß sie gestern abend wiederholt wurde.

* Bootstaufe. Morgen früh tauft der Ruderklub Hassia" ein Motorboot, das er sich für Trainingszwecke hat bauen lassen. * D. H. V. Der D. H. V. hält heute abend seine Monats­versammlung auf der Hardtterrasse ab.

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Der Bauersche Gesangverein unternimmt morgen einen Familienspaziergang nach Rödgen.

* Wiedersehensfeier der ehem. 138er in Hessen. Die Wie­dersehensfeier der Kameraden des ehem. 3. Inf.- Regt. Nr. 138 findet am 15. Juni d. Js in Darmstadt im Verein Gesellschaft statt. Gleichzeitig wird bekanntgegeben, daß das Ehrenmal des Regiments in Saarbrücken errichtet wird.

Gelbe Raucherzähne. Nach langem Suchen endlich das Richtige für meine Zähne. Nach dreimaligem Gebrauch blendend weiße Zähne, trotzdem dieselben durch vieles Rauchen braun und unschön wirkten. Ich werde nichts anderes mehr gebrauchen, als Chlorodont." B., Horst Berg. Chlorodont: Zahnpaste 60 Pf. und 1 Mt., Zahnbürsten, Mundwasser 1 Mt. bei höchster Qualität. In allen Chlorodont- Verkaufsstellen zu haben.

erst einige Jahre perpachtet, bis es durch Kauf an den an­verwandten Inhaber Ph. Damm überging. In den 1860er Jahren übernahm der Steinhauer- und Maurermeister Joh. Sommer­lad, ein Bruderssohn des genannten Ph. S., den gleichfalls schon erwähnten herrschaftlichen Bruch unter dem Hasäcker für 400 Gulden. Nach Ausbeutung desselben hat Sommer­lad an verschiedenen Stellen Steine gebrochen: 1. auf dem Hasader, von wo er u. a. die Werksteine zu dem Neubau der Stallungen auf dem Hofe zu Winnerod lieferte, 2. in der Michelbach zwischen H. Ad. Lindenstruth und Heinjes, 3. in der Honbach, wo er zwar mitunter einen sehr zarten, bisweilen aber nicht wetterbeständigen Stein gewann( Schleußen auf der Au bei Gießen, 4. am Ziegelberg, wo er sich kurze Zeit neben Belling und Fuhr eingenistet hatte. Er lieferte damals Steine an das neue Pfarrhaus. Wie sein Vetter, befaßte sich Sommerlad auch mit Maurerarbeiten, es ist ihm aber trotz seiner Klugheit und der Ausnüßung aller Vorteile nicht ge­lungen, die Höhe zu erklimmen, die ersterer erreicht hat. Es sprechen da auch gewiß die Zeit- und sonstigen Verhältnisse mit.

Zwischen dem mehrfach genannten herrschaftlichen Bruche und den wiederholt erwähnten Sommerlad'schen Brüchen hatte auch ein anderer Neffe des letzteren, der Maurer- und Stein­hauermeister Konrad Sommerlad, einen Steinbruchsbetrieb ein­gerichtet. Er hatte die Stelle am südlichen Abhange des roten Holzberges sich zur Anlage erwählt, wo es auf der Stein­faute" hieß. Wie jetzt am Ziegelberg, so hatten die Alten auch hier in früheren Zeiten( 14. Jahrhundert) die Werksteine zum Kirchenbau gebrochen. Man fand noch Spuren ihrer Tätigkeit: Schablonen, Bogenstücke usw. Ferner räumte man ein zum Abtrennen angeschrotetes Felsstück auf. Es hatte den Anschein, als sei die Arbeit plötzlich verlassen worden, da auch das Tabaktonpfeifchen des Steinmetzen dabeilag.( Nach letz­terem Gegenstand zu schließen, haben wir doch erst an eine spä­tere Zeit als die des Beuerer Kirchenbaues zu denken, in der der Gebrauch des Tabaks noch nicht bekannt war.) Es war ein schöner Stein, der unter der Steinbaute gebrochen wurde. Fortsetzung folgt.

,, Gießener Zettang

Aus Nah und Fern.

Massenentlassungen in den Opelwerten.

Rüsselsheim. Den Betriebsrat der Opelwerke, der aus gewählten Mitgliedern aller gewerkschaftlichen Richtungen be steht, haben die fortgesetzt erfolgenden Massenentlassungen aus den Opelwerken und die damit in Zusammenhang stehende erheb liche Zunahme der Erwerbslosen in dem Rhein- Main- Gebiet veranlaßt, sich mit einem Hilferuf an die Reichsregierung und an die Regierungen in Hessen und Preußen zu wenden. In dem Schreiben wird darauf hingewiesen, daß die Opelwerke bereits im Mai, zu einer Zeit, wo sonst in den Opelwerken in aufsteigender Linie produziert wurde, die Belegschaft um 40 Prozent vermindert wurde. Weitere Entlassungen und eine Einschränkung der täglichen Arbeitszeit für die Restbelegschaft sowie Wochenkurzarbeit werden folgen.

1000 Weinreben abgeschnitten.

Oppenheim. Ein niederträchtiger Racheaft wurde in einem jungen Weinberg im Grohußweg verübt. In dem einem Wein­gutsbesitzer gehörigen Weinberg wurden 1000 dreijährige Reben von einem unbekannten Täter abgeschnitten.

Weinheim. Am vergangenen Mittwoch verunglückte hier ein Autoomnibus mit 40 Schulkindern aus Mannheim. Die verunglückten Kinder erlitten meist nur leichte Verletzungen durch Glassplitter.

Nackenheim. Ein Deutsch- Amerikaner verlor in der Eisen­bahn einen wertvollen Brillant. Der Verlierer hatte Glück; der Stein wurde gefunden und er bekam ihn von der Eisenbahn wieder zurück.

Braunfels. Die Regierung in Koblenz hat die Genehmi­gung zur Stillegung des Personenverkehrs auf der Ernstbahn erteilt. Daraufhin wird die Ernstbahn am Samstag, den 14. Juni, abends, eingestellt werden. Die Reichspost wird am Sonn­tag, den 15. Juni, den Verkehr eröffnen.

Weilburg. Der Leiter des Wohlfahrtsamtes wurde ver­haftet. Ihm werden Unterschlagungen zur Last gelegt.

Schwerer Wolkenbruch.

Frankfurt a. M. In den gestrigen Spätnachmittagsstunden ging über Frankfurt ein Wolkenbruch nieder, wie er mit ähn­licher Heftigkeit seit Jahren nicht mehr dagewesen sein dürfte. Jm Nu waren die Straßen der Stadt in Bäche verwandelt. Be­sonders schlimm war es, daß das Gewitter von starkem Hagel­schlag begleitet war, wodurch der Schaden auf den Fluren und Gärten noch vergrößert wurde. Das Unwetter versachte nament­lich in den Sachsenhäuser Gärtnereien großen Schaden. Die zeit­weise fast zwei Zentimeter starken Hagelförner haben die Kul­turen streckenweise vollkommen vernichtet. Das Unwetter brach­te aber auch erhebliche Verkehrsstörungen mit sich. In kurzer Zeit waren sämtliche Eisenbahnunterführungen so stark über­schwemmt, daß weder Straßenbahnzüge noch sonstige Fahrzeuge von der einen Seite auf die andere gelangen konnten.

Diez a. d. Lahn. Wegen der rapid zunehmenden Erwerbs­losigkeit hat die SPD- Fraktion des Kreistages dringliche Ein­berufung des Kreistages für den Unterlahnkreis gefordert. Der Kreistag soll eine Anleihe von 250 000 RM. für Ausführung von Notstandsarbeiten beschließen, auch soll die gesamte Aus­gesteuerten- Fürsorge auf den Kreis übergehen.

25 Jahre Reichswaisenheim am Rhein.

Am 10 Juli sind 25 Jahre verflossen, seitdem das 5. Deut­sche Reichswaisenheim in Niederbreisig- Rh. feierlich eröffnet wurde, um fortan 50 deutschen Waisen, Halbwaisen und sonst verlassenen Kindern ohne Unterschied des Glaubens und aus allen deutschen Gauen eine neue Heimat und Ersatz für das verlorene Elternhaus zu bieten. 329 Kindern beiderlei Ge­schlechts ist das Heim im ersten Vierteljahrhundert seines Be­stehens ein treuer Behüter vor allen Gefahren gewesen und hat dadurch unserem Volte unschätzbare Dienste erwiesen. Von einer

Ludwig Müller.

Zu der Aufführung des Kaufmann von Venedig" bei den Marburger Festspielen.

Vor uns steht der deutsche Mensch. Ein zergrübeltes, ge­furchtes Antlitz, graue, gütige Augen, lange, wehende Greisen­haare, eine ungebeugte ferzengerade Gestalt, so sehen wir Lud­wig Wüllner vor uns, der der Shakespeare- Aufführung der Marburger Festspiele den Stempel seiner großen Persönlichkeit ausdrücken wird. Mit ihm wird ein Stück deutscher Theaterge­schichte lebendig, in deren goldenes Buch sein Name als der eines der Größten eingebrannt ist. Mit ihm sehen wir einen Künstler von Gottes Gnaden, der ein Leben lang mit beispielloser Ener­gie an sich gearbeitet hat, um sich zu vollenden und der mit beispielloser Frische in seinem 73. Lebensjahre wie ein Junger vor uns steht, den Geist und die Welt der dichterischen Vision zu erfülen, die das Werk eines Meisters ihm vorschreibt.

Ursprünglich war Ludwig Wüllner Philologe und Privat­Dozent an einer deutschen Universität. Dann wurde er Sprecher und Interpret deutscher Lyrik, Erfüller im Dienst am Wort, Kämpfer für das Wahre, Gute und Schöne. Mit 50 wandelte er sich zum Sänger, um Brahms, Schubert, Schumann in unver gleichlicher Weise dem Hörer nahezubringen. Schließlich hatte er des Vaters bedeutende Begabung geerbt; er dirigierte Wag­ner und Beethoven, List und Bach mit gleicher Hingabe und Meisterschaft.

Ludwig Wüllner, ein Könner und Gestalter größten Stils. Er hat als Faust" und Manfred", als Shylock( den er ja auch in Marburg spielen wird) und als Nathan schauspielerische Leistungen von erlesenster Kultur der Sprache und Erfüllung jeder Geste vollbracht, sodaß sein Auftreten in Marburg außer­ordentliche Hoffnungen in uns wedt.

Vor zwei Jahren hat Ludwig Wüllner sein 70. Lebensjahr vollendet. Die ganze Kulturwelt stand da, ihm die Hand zu schütteln, um Seiner in Ehren zu gedenken. Tausende von Gedenkartikeln wurden geschrieben. Und man schilderte uns den Mann, wie Alle, wie wir ihn sehen sollten. Folgen wir einem Bericht Emil Ludwigs: ,, Nordisch von Wuchs und Gang, riesig wie ein Wikinger, mit Zügen, groß, mehr Furche als

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großen Feier ist Abstand genommen worden, weil der Reichs­verband für Waisenfürsorge, der am 13. Oktober 1880 in Mag­deburg gegründet wurde, dortselbst am 12. Oktober ds. Js. die Feier seines 50jährigen Bestehens zu feiern gedenkt.

Automobilunglück der Mindener Pioniere.

Kassel, 13. 6. Wie aus Vederhagen( Weser) berichtet wird, ereignete sich gestern abend ein außerordentlich schweres Auto­mobilunglüd am Hemelberg. Das Mindener Pionierbataillon passierte mit mehreren Personenwagen, einer großen Anzahl von Motorrädern und 25 bis 30 Lastautomobilen mit Anhängern die Straße von Hemelberg nach Beckerhagen. Infolge Versagens einer Bremse fuhr der erste Lastkraftwagen in einer unübersicht­lichen Kurve mit großer Geschwindigkeit auf eine kleine Brücke auf und stiez dort gegen eine Mauer, wobei er sich quer über die Straße legte. Ihm folgten mehrere Lastautos, die den ersten Wagen rammten und mit furchtbarer Wucht über die Brücke hinweg in eine Tiefe von vier bis fünf Meter stürzten. Im ganzen sind vier Lastautos des Zuges, der die Kurve passieren hatte, auf die Brücke gerast. Nach Berichten sind etwa acht Schwer- und zehn Leichtverletzte festgestellt worden.

Köln. Universität. Im Sommer- Semester 1930 zählt die Universität Köln 6160 eingeschriebene Studierende. Hiervon haben 5820 Studierende Vorlesungen belegt, 340 Studierende sind beurlaubt. Außerdem haben 570 Gasthörer, 243 Studierende der Universität Bonn und 68 Studierende der Musikhochschule Köln private Vorlesungen belegt; an den öffentlichen Vorlesun­gen nehmen 374 Hörer teil, sodaß die Gesamtzahl der Hörer 7415 beträgt.

Schweres Gewitter in Westdeutschland. Essen, 13. Juni. Die ungewöhnlich schweren Gewitter, die gestern und die Nacht hindurch über dem Ruhrgebiet und ganz Westdeutschland niedergingen, haben großen Schaden angerichtet. Das Proviantmagazin für Weltrevolution". Halle. Der Allgemeine Konsumverein, der neuerdings ganz unter die Herrschaft der Kommunisten geraten und zu einer Propagandazentrale für Sowjetrußland geworden ist, wurde auf der in Goslar abgehaltenen Tagung der mitteldeutschen Konsumvereine aus dem Zentralverband der Konsumvereine ausgeschlossen, weil es sich mit dem genossenschaftlichen Geist nicht vertrage, so würde wörtlich gesagt, wenn aus dem Konsums verein ein Poviantmagazin für die Weltrevolution werde. KPD.- Blätter gehen ein.

Wie Berliner Blätter melden, läßt die Kommunistische Par­tei in Thüringen die Parteiblätter, die bisher in Jena, Gera, Suhl und Gotha erschienen, eingehen. Die Druckereien werden verkauft. Es bleibt der Partei nur noch eine Zeitung in Er­furt. Gleichzeitig wird mitgeteilt, daß auch die Veräußerung des Leipziger Druckereiunternehmens der Kommunistischen Par­tei, das zu den besteingerichteten Betrieben der KPD. gehört, bevorsteht.

Sechs Wohnhäuser abgebrannt.

Schwerin. Von einer schweren Brandkatastrophe wurde das Ostseebad Niehagen bei Ribnitz heimgesucht. Es wurden insgesamt 6 Wohnhäuser vollständig eingeäschert.

Wissen Sie schon?

.. daß in Bad Aachen vom 12. bis 16. Juni die Tagung der Deutschen Kolonialgesellschaft stattfindet?

... daß in Bad Hombug am 17. Juni ein Internationales Tanztournier stattfindet. Die große Homburger Festwoche mit Automobiltournier, Wendling- Quartett, Ballonverfolgungen, Feuerwerk, Internationalem Tontaubenschießen ist vom 22. bis 27. Juni geplant.

daß das Internationale Wurstaubenschießen dieses Jahres vom 25. bis 27. Juni in Bad Nauheim stattfindet; in Bad Nauheim wird der, Große Preis Emil Jürgens" auf 300 Wurf­tauben geschossen, welche in vier Einzelfonfurrenzen eingeteilt sind.

Fläche und das nicht nur ein Alter, Westfalensohn. So steht er da, solange er schweigt, urzeitlich von Rasse, doch denkerisch, Faust zugleich und Brand in den Zügen. Und doch, kaum hebt er seine Stimme empor, schon fließt ein Atem her, wie von Siziliens Winden, pathetisch, gespannt, im hohen Sinne musisch, eine Stimme geschaffen, zu verkünden, gebildet, um zu Es ist die Stimme, die uns als bilden, südlich durchrauscht. Knaben das deutsche Lied lehrte: Einzig und urdeutsch!" So hat der Berufene des deutschen Schrifttums unserer Zeit Ludwig Wüllner gesehen und gezeichnet. Mögen ihm viele un­serer hessischen Brüder und Schwestern so sehen lernen, um aus seinem Munde die Verkündigung des Werkes eines der größten Dichter aller Zeiten in seiner ganzen Tiefe zu empfinden.

Weihe eines deutschen U- Boot- Denkmals.

Ueber die Einweihung eines Denkmals, das der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, der Besatzung des deutschen Un­terseebootes UC 12 auf dem Gemeindefriedhof von Tarent er­richtet hat, berichtet das Deutsche Generalkonsulat Neapel u. a. folgendermaßen:

,, Am 4. ds. Mts. ist die Einweihung des Grabmals für die Besatzung von UC 12 auf dem Friedhof in Tarent in Anwesenheit von einigen Angehörigen und etwa 100 Ein­wohnern der Stadt erfolgt. Die Feier hat einen einfachen, aber sehr würdigen Verlauf genommen. An ihr haben als Vertreter der Deutschen Reichsregierung teilgenommen der Bruder des erkrankten Konsuls in Brindisi, Herr Teodore Titi, sowie Herr Keller aus Tarent. Für die italienischen Behörden waren Konteradmiral Exzellenz Cuturi, der Prä­fekt Exzellenz Natoli und der Bürgermeister Dr. Ortolano mit ihrer Begleitung erschienen. Namens der Reichsregie­rung Sprachen Herr Titi in italienischer und Herr Keller in deutscher Sprache herzliche Worte des Gedentens an die Gefallenen. Ihnen schloß sich im Namen der italienischen Regierung der Präfekt an. Im Auftrag der Reichsregie­rung und des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge wurden von den deutschen Vertretern Kränze mit Schleifen am Denkmal niedergelegt."