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Samstag, den 8. November 1930.

,, Gießener Zeitung"

Rokereien hergestellt

wird. Die Teerbauweisen ermöglichen uns die Ersparnis bedeutender Geldmittel im Straßenbau, denn von den verschiedenen Methoden moderner Deckenbefestigungen sind sie die billigsten.

wertungsgenossenschaften des Fleischerhandwerks, die Einkaufs­genossenschaften der Bäcker, die Handwerkerbaugenossenschaften, die Edeka u. a. m. Auch die Innung wird in vielen Fällen eine Grundlage der wirtschaftlichen Organisation sein können, wie z. B. der rheinisch- westfälische Tischlerinnungsverband vor­bildlich bewiesen hat. Hat die wirtschaftliche Drganisation des gewerblichen Mittelstandes die Aufgabe, den Einzelbetrieb felb­ständig und leistungsfähig zu erhalten mittels gemeinsamer Wahrnehmung gleichartiger wirtschaftlicher Interessen, so ist es die Aufgabe der standespolitischen Organisation des Hand­werks, Gesetzgebung und Verwaltung in einem dem Mittel­stand günstigen Sinne zu beeinflussen. Mit der Stärkung dieses Einflusses betreibt das Handwerk keine selbstsüchtige Interessenpolitik, sondern verhilft der Volkswirtschaft zur Ge­sundung, indem es die tragende, in Heimat und Volk verwur­zelte, auf selbständiger werkfreudiger Leistung aufgebaute Volks­schicht erhält, ohne die auf die Dauer kein Staat lebensfähig ist. Hier, in Bezug auf einheitliche tatkräftige Wahrung ge­meinsamer Interessen, die sich nur auf ein starkes Solidaritäts­gefühl stüßen kann, muß der Mittelstand noch sehr viel von der Industriearbeiterschaft lernen, die es verstanden hat, durch eine straffe, zielbewußt geleitete Gewerkschaftsorganisation die Ge­schicke unserer Politik seit Kriegsende in hohem Maße zu be­einflussen. Leider liegt gerade hier eins der bedenklichsten Pro­bleme für die Zukunft des Handwerks. In falsch verstandener Interessenpolitik werden heute in einer Zeit der schwersten Ge­fährdung des Gesamtstandes unvermindert kleinliche Konkurrenz­kämpfe zwischen den einzelnen Meistern ausgefochten und auf Grund persönlicher Mißgunst und Verärgerung das Gebot der Stunde, der solidarische Zusammenschluß, nicht erkannt.

Das gilt sowohl von der Oberflächenbehandlung der Stra­ßen mit Teer, durch die die Schotterdecken unserer Landstraßen mit geringstem Kostenaufwand in widerstandsfähige Fahrbah­nen umgewandelt werden können, wie auch von den mittelschwe­ren und schweren Teerstraßendecken.

Nach den Angaben der Wirtschaftlichen Vereinigung deut­scher Gaswerke stellen sich die Herstellungskosten je Quadrat­meter bei Kleinpflaster auf rund 10 bis 14 RM., bei Beton auf 9 bis 12 RM., bei Walzasphalt auf 8 bis 10 RM., aber bei schwerem Teermakadam oder Teerbeton nur auf 6 bis 7 Rmt. Bei einer Fahrbreite von 5 Meter betragen also die Anlagekosten je Kilometer für Kleinpflaster rund 50 000 bis 70 000 RM., für Beton 45 000 bis 60 000 RM., für Walzasphalt 40 000 bis 50 000 RM., für Teermatadam oder Teerbeton da­gegen nur 30 000 bis 35 000 RM. Die Teerdecken ersparen da­her gegenüber den anderen Decken je Kilometer etwa 10 000 bis 35 000 RM.

Erst wenn es dem Handwerk und dem gesamten gewerb­lichen Mittelstand gelingt, in Wirtschaft und Politik geschlos­sen aufzutreten, wird er zu der Bedeutung in Staat und Volk gelangen, die ihm gebührt. Nicht eher aber wird unser Volk in der Lage sein, die ihm von der Geschichte gestellten großen Aufgaben im Kreise der Weltvölker zu erfüllen."

Geldnot und Straßenbau.

Nr. 89

Effert und der übrigen Mitglieder der Zentrumsfraktion im Preußischen Landtag verbreitet worden, in der einleitend ve­hauptet wurde, daß die Klagen der Bergarbeiter über Unfälle, die auf nicht genügende Beachtung der bergpolizeilichen Vor­schriften durch die Grubenverwaltungen zurückzuführen seien, zugenommen hätten. Als Beispiel wird ein Fall von Zeche Graf Moltke 3/4 erwähnt, der dem Bergarbeiter Gesing aus Gladbeck das Leben gekostet habe. Auf dieser Zeche würde die Bestimmung, daß der Strom in den Zugangsstrecken zum Schacht 20 Minuten vor der Seilfahrt ausgeschaltet werden müsse, in der Regel ignoriert.

Infolge dieser niedrigen Anlagekosten ermöglichen es die Teerbauweisen, mit den verfügbaren Geldmitteln mehr Stra­ßen automobilfähig zu machen, als andere Bauweisen. Hat man z. B. einen Betrag von 3 Millionen RM. zur Verfügung, so reicht dieser für rund 43 bis 60 Kilometer Kleinpflaster, etwa 50 bis 60 Kilometer Beton und 60 bis 70 Kilometer Walz­asphalt, während man mit der gleichen Summe Teermakadam oder Teerbeton auf einer Strede von etwa 86 bis 100 Kilo­meter einbauen kann.

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Dazu erklären die Vereinigten Stahlwerke, Abt. Bergbau: ,, Der Unfall des Bergarbeiters G. steht mit einem zu späten -Ausschalten des Stromes in keinerlei ursächlichem Zusammen­hang. Nach den Vorschriften ist der Strom in dem in Frage kommenden weiter entfernt liegenden Revier 5 20 Minuten und in dem Schachtquerschlag, also in der Nähe des Schachtes, 10 Minuten vor Beginn der Seilfahrt auszuschalten. Der Un­fall ereignete sich im Schachtquerschlag, und zwar 15 Minuten vor Beginn der Seilfahrt. Von einem zu späten Ausschalten des Stromes kann daher keine Rede sein. Die Stromzufuhr war in der Strecke infolge Kurzschlusses einige Zeit ausgeschal­tet gewesen. Während des Stillstandes verließ der Lokomotiv­führer den Führerstand, ohne hierbei die Kurbel in die Null­stellung zu bringen, bezw. die Kurbel, wie vorgeschrieben, ab zunehmen. Beim Wiedereinschalten des Stromes lief die Lo­tomotive führerlos nach dem Schacht weiter und überfuhr den Hauer G.

Auch unter Berücksichtigung der Unterhaltungskosten und der Lebensdauer der verschiedenen Deckenarbeiten schneiden die Teerstraßen günstig ab. So zeigen z. B. die Vergleiche, die Landesoberbaurat Becker in der Denkschrift zum Etat 1930 der Landstraßenbauverwaltung der Provinz Hessen- Nassau ange­stellt hat, mit voller Deutlichkeit, daß eine Teertränkdecke bei jeder ernsthaft in Erwägung kommenden Lebensdauer wirt­schaftlicher ist als Kleinpflaster. Nimmt man an, daß Klein­pflaster 40 Jahre und eine Teertränkdecke 15 Jahre alt wird, so stellt bei einem Zinssatz von 8 Prozent die Kleinpflasterdecke eine Kapitalbelastung von 12,28 RM. je Quadratmeter dar, die Teerträndecke eine Kapitalbelastung von 6,74 RM. Bei einer Fahrbahnbreite beider Decken von 5 Meter ergibt also die Teerkonstruktion für den laufenden Meter eine Ersparnis von 27,70 RM. und für den Kilometer eine Ersparnis von 27 700 RM.

Der allgemeine Abbau der öffentlichen Ausgaben, zu dem die trostlose Wirtschafts- und Finanzlage zwingt, bringt über­all mehr oder weniger starke Einschränkungen der Straßenbau­ausgaben mit sich. Das braucht aber keineswegs eine allge­meine Einschränkung der Bautätigkeit zu bedeuten, solange man noch auf andere Weise beim Bauen sparen kann. Eine wesent­liche Verlangsamung im Tempo des Aus- und Umbaues unserer Straßen wäre ein untaugliches Mittel, denn sie widerspräche dem volkswirtschaftlichen Interesse. Der Kraftfahrzeugverkehr ist ein so wichtiger Faktor unserer Wirtschaft geworden, daß man das Tempo der Straßenverbesserung eher beschleunigen sollte, denn jeder Fortschritt im Straßenbau erhöht die Wirtschaftlich­keit und Betriebssicherheit des Kraftverkehrs. Unsere Stra­ßenbauverwaltungen sollten daher unter dem Zwang zur Spar­samkeit mehr als bisher danach streben, so billig wie möglich zu bauen, damit die verfügbaren geringen Geldmittel zur In­standsetzung eines möglichst großen Teiles des Straßennetzes ausreichen. Im Interesse unserer Kraftverkehrswirtschaft sollte man also corzugsweise solche Bauweisen anwenden, die die ge­ringsten Anlagekosten für geeignete Fahrbahndecken verursachen.

Wir bauen in Deutschland trotz unserer geringen Geldmit­tel vielfach noch zu teuer. So werden häufig schwere Pflaste­rungen und teure Auslandsbaustoffe ohne zwingenden Grund auf Straßen eingebaut, für die sich nach den im In- und Aus­land gemachten Erfahrungen z. B. die Teerbauweisen ebenso gut eignen. Sie verwenden als Bindemittel für das Decken­gestein Straßenteer, der aus dem Rohteer unserer Gaswerke und

Es ist der Kraftverkehrswirtschaft durchaus nicht gleichgül­tig, ob wir unser gesamtes Straßennek in 10, 20 oder 30 Jah­ren modernisieren werden. Nicht Einschränkung der Bau­tätigkeit" muß daher die Parole im Straßenbau lauten, son­dern ,, Anwendung der billigsten Bauweisen", mit denen man gute, widerstandsfähige und betriebssichere Fahrbahnen erzielen tann. Dann wird man auch mit den geringen Mitteln, die für den Straßenbau vorläufig verfügbar sind, beachtliche Fort­schritte in der Straßenverbesserung erzielen, die unsere Kraft­verkehrswirtschaft dringend benötigt.

Dr. B.

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Es haben eingehende Vernehmungen durch die Bergbehörde stattgefunden, die aber sämtlich keinen Anhaltspunkt für die Richtigkeit der Behauptung, es sei in der Regel zu spät aus­geschaltet, ergeben haben. Es sind auch in dieser Hinsicht bis­her der Verwaltung keinerlei Beschwerden vorgebracht worden. Dem Betriebsführer ist lediglich in einer weit vor dem Unfall liegenden Zeit eine Beschwerde gemacht worden, die er aber nach Prüfung als berechtigt nicht hat anerkennen können. Durch die Bergbehörde ist im Gegenteil tatsächlich festgestellt worden, daß nicht zu spät ausgeschaltet, sondern zu früh Schicht gemacht worden sei."

Crkläsung der Vereinigten Stahlwerke zu einer Großen Anfrage der Zentrumsfraktion über Zunahme der Grubenunfälle und nicht genügender Beachtung der Sicherheitsvorschriften.

Der neue Schiebsspruch im Ruhrbergbau. Bekanntlich hat die Schlichterkammer am 4. Sep­tember den Antrag der Ruhrkohlenzechen auf Abbau der tariflichen Löhne im Ruhrkohlenbergbau um 10%, eben­so wie die Forderung der Bergarbeitergewerkschaften auf Erhöhung des Schichtlohnes um 50 Pf. abgewiesen und das von den Arbeitgebern gekündigte Lohnab­fommen in unveränderter Form mit erstmaliger Kün­digungsmöglichkeit zum 31. 12. 30 wieder in Kraft ge­setzt. Der Schiedsspruch ist inzwischen für verbindlich erklärt, und die Folgen beginnen sich in den täglich ver­mehrten Entlassungen von Bergarbeitern bereits jetzt bemerkbar zu machen. Das ist kein Wunder, denn rein wirtschaftlich gesehen waren diese Entlassungen längst erforderlich, wurden aber immer wieder hinausge­schoben, da der Bergbau hoffte, durch Verringerung der Arbeitskosten eine Senfung seiner Selbstkosten zu er reichen. Nachdem diese Hoffnung nunmehr auf längere Zeit als gescheitert angesehen werden muß, blieb nichts anderes übrig, als die Entlassungen vorzunehmen, da die Zechen nicht in der Lage sind, die bisherige Verlust­wirtschaft fortzusetzen.

Der Verein für die bergbaulichen Interessen in Essen schreibt uns:

Nach dem Grubenunglück auf Zeche Anna II ist in der Presse weitgehend eine Große Anfrage der Abgeordneten Harsch,

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Einfuhr und Umsatzsteuer.

Bei der Einfuhr nach Deutschland sind ausländische Erzeug­nisse frei von Umsatzsteuer, stehen somit günstiger da als ein­heimische Ware. Es ist geradezu unverständlich, wie eine solche Maßnahme zur Durchführung gelangen tann.

Die Türkei, die übrigens sonst keine Umsatzsteuer kennt, er­hebt dagegen auf alle eingeführten Güter, und zwar auf den cif- Preis zuzüglich Zoll und Abladung, eine Einfuhrumsatz­steuer von 6 Prozent.

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Wir wollen uns gar nicht so weit versteigen. Aber zum Schutze der deutschen Arbeit müßte doch folgende Mindestforde­rung in die Praxis umgesetzt werden: Für jede Position des den Zolltarifen zugrundeliegenden Warenverzeichnisses wird festgestellt, ein wievielfacher Umsat der Verkauf des Im= portiers eingerechnet in jeder Ware enthalten ist. Beim ersten Umsatz in Deutschland( Verkauf des Importeurs) ist der so errechnete Betrag an Umsatzsteuer abzuführen, Berechnung auf die Nettofaktura dieses ersten Verkaufs, also einschl. Zoll. Zu bemerken wäre hier noch, daß Polen bereits ein in die­ser Beziehung ziemlich ausgebildetes Steuersystem hat.

So würden Einfuhrwaren nicht besser gestellt sein als ein­heimische, ohne daß auch nur einer der bestehenden Handelsver­träge gekündigt werden brauchte oder sich einer unserer Handels­zertragspartner zurüdgesetzt fühlen könnte.

Nettoerlöse des Ruhrkohlenbergbaues auf mindestens 18-20 m. je Tonne belaufen, was durch die eigenen Angahen der Gewerkschaften widerlegt wird. Inzwischen sind übrigens von den Unternehmungen diejenigen Zechen nochmals einer genauen Untersuchung unter­zogen, die im vergangenen Jahre don der Schmalenbach­Kommission untersucht waren und die, da sie zu den besten und modernsten Zechen des Reviers gehören, eher ein zu günstiges als ein zu schlechtes Bild ergeben. Diese Untersuchung zeigt, daß seit Beginn des Jahres 1930 der gesamte Bergwerksbetrieb mit steigenden Ver­lusten arbeitet. Die Verluste sind im wesentlichen durch die infolge der Absazlage notwendig gewordenen-- Drosselung der Förderung und die Umlegung der firen Kosten auf die geringer gewordene Förderung entstan den. Hierzu kommt noch die Verzinsung der erheblich gewachsenen Haldenbestände, die sich Ende August auf 7 Millionen Tonnen gegenüber einem Haldenbestande von 1,75 Millionen Tonnen im Dezember 1929 be liefen. Auch die Absatziffern zeigen seit Januar 1930 eine abfallende Tendenz, sie sind von 260 000 Tonnen auf 201 000 Tonnen im Juli 1930 gesunken. Einen noch erheblicheren Nüdgang- weist die arbeitetägliche Kohlenförderung auf, die von 427 000 Tonnen im Ja nuar auf 330 000 Tonnen im August 1930 gesunken ist. Angesichts dieser Lage bleibt dem Bergbau kaum etwas anderes übrig, als neue Entlassungen. Hätten sich seine Forderungen eines Lohnabbaues erfüllen las­sen, so wäre er in der Lage gewesen, die Feierschichten zu berringern und unter Beibehaltung der bisherigen Belegschaft die Betriebe weiterzuführen. Dem Arbeiter wäre damit besser gedient gewesen, als mit diesem Schiedsspruch.

Liegt nun in der Tat- das ist die Frage, auf die sich das öffentliche Interesse mit Recht konzentriert eine Verlustwirtschaft vor? Wie hoch belaufen sich die Selbstkosten auf die Tonne Förderung, wie hoch sind die Verkaufspreise und die Gewinne des Unternehmers auf die Tonne? Nach Angaben der Gewerkschaften soll dem Ruhrbergbau bei Arbeitskosten von 9 RM. je To. noch eine Gewinnspanne von 4,50 Rm. verbleiben. Demgegenüber geben die Unternehmer auf Grund ein­gehender Statistiken die Arbeitskosten mit 10,10 RM. je Tonne an und verweisen auf die erheblichen Ma­terialkosten, Frachten Steuern, Abschreibungen usw., die außer den Arbeitskosten zu berücksichtigen sind und nicht entfernt den von gewerkschaftlicher Seite errechne­ten Gewinn zulassen. Schon eine oberflächliche Be­trachtung zeigt, daß die Rechnung der Gewerkschaften einen inneren Widerspruch aufweist. Wenn man näm­lich, die Arbeitskosten in Uebereinstimmung mit den Gewerkschaften auf 9 RM. berechnet, und außer 2,50 RM. Materialkosten noch den von ihnen behaupteten Gewinn von 4,50 RM. dazu nimmt, so ergibt sich als Gesamterlös 16 RM. Da der Fettförderkohlenpreis, der von den Gewerkschaften als Standardziffer angenommen wird, aber nur 16,85 RM. beträgt, so schrumpft die Biffer von 4,50 RM. schon auf 85 Pf. zusammen. Da­mit sich ein Gewinn von 4,50 ergibt, müßten sich die

Die Aufwertung unserer Speisen.

Dr. Winckel.

so daß die von ihm herkommenden Nahrungsmittel langsam entwertet, d. H. an wertvollen Nährstoffen mer werden. Die Mühlenindustrie entfernt aus dem Getreide die Kleie und damit die wichtigsten Vitamine, Nährsalze und das Lecithin, so daß das wertvollste und billigste von unseren Nahrungsmitteln, das Brot, immer mehr und mehr entartet und denaturiert wird.

Man spricht viel in unserer Zeit von der Auswer­tung der im Kriege und in der Inflation in Verlust ge­gangenen Vermögenswerte. Man streitet sich und pro­zessiert, daß man wenigstens einige Werte zurückerhält, von dem, was die Zeit geraubt hat.

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Kurz vor zum Warschau

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im Wahlkreis rund 5000 de hin" aus der behauptet, es bürger. Die Büngermeiste Verbandes Listen selbst in irgendw weil diese ausschlagge

Unkundige Köchinnen kochen die Speisen zu Tode oder gießen die nährwerthaltigen Koch- und Brühwässer in den Rinnstein. Durch diese und viele andere Maß­nahmen wird dauernd die Nahrung entwertet und die Gesundheit des Menschen bedroht. Da ist es wichtig, in geeignetem Falle Ergänzungs- und Aufwertungs­möglichkeiten für die herabgeminderte Nahrung zu schaffen; überlegt man, welche Auswertungsmittel den falorienreichen, aber nährsalz- und vitaminarmen Nah­rungsmitteln hierzu gehören die fein ausgemahlenen Mehle, die Teigwaren, der Reis, die Hülsenfrüchte- oder den durch zu langes Kochen entwerteten Speisen, Konserven usw. zugefügt werden sollen, so kommen wir zu der Erkenntnis, daß die nährsalz- und vitamin­reichen Nahrungsmittel Obst und Gemüse sind. Die eben angeführten entwerteten Nahrungsmittel wären eine einseitige Nahrung, wenn sie nicht durch jene Le bens- und Gesundheitsstoffe des Obstes aufgewertet wür den. Die Hausfrauen müssen infolgedessen streng darauf achten, daß die tägliche Kost, die sie der Familie vor segen, stets solche Auswertungsnahrung in Form von Obst, Gemüsen und Salaten enthält. Durch diese Le­benswerte ist die Nahrung alsdann vollwertig und hoch­wertig gemacht, sie führt zu dauernder Gesundheit und Kraft.

Aehnlich so verhält es sich in vielen Fällen bei unjeren Nahrungsprodukten; hier haben Technik und Zivilisation, sowie schlechte Sitten und Gewohnheiten uns viel wertvolles genommen. Am landwirtschaft­lichen Boden ist Raubbau getrieben worden, er hat nicht mehr die Nähr- und Düngekräfte, wie ehedem, es fehlen ihm zum großen Teil Kalt, Kali, Phosphorsäure,

Für die praktische Küche der Hausfrau ergibt sich aus dieser Weisheit folgende praktische Lehre: die Zu bereitung von Teigwaren, Mehlspeisen, Reisgerichten usw. nach gewohnter Weise verlangt als Beilage einen Obstjalat aus Aepfeln, Bananen, Beerenobst oder fri schen Gemüsesalat aus Salatblättern, reichlich Tomaten u. a. Bestandteile, um den notwendigen Vitamin- und Mineralsalzbedarf zu decken. Wo immer es möglich ist, soll man zur gefochten Kost Rohkost verabreichen. Zu Salaten und vielen gekochten Speisen gehört an Stelle von Essig der Saft einer Zitrone. Die alten Kochbücher sind im Sinne der Ernährungsreform revisionsve dürftig. Die Gesundheit der einer Hausfrau anvel trauten Familienmitglieder verlangt für den Küchen dienst die Befolgung und das Ausproben neuer Nat­schläge.

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