Samstag, den 6. September 1930.
beträgt 5 Prozent der für das vergangene Jahr festgesetzten Einkommensteuer; also ein Zwanzigstel dieser. Wer hierfür in Frage kommt, erhält, ohne selbst etwas veranlassen zu müssen, eine Aufforderung durch das Finanzamt, nämlich den oben bereits erwähnten Zuschlagsbescheid. Dieser Zuschlag ist ebenfalls zahlbar in zwei Raten am 10. Dktober und am 10. Januar kommenden Jahres.
Die Ledigensteuer trifft alle ledigen Einkommensteuerpflichtigen ohne Altersgrenze. Wer als ledig in diesem Sinne anzusehen ist, geht aus dem nachfolgenden Merkblatt hervor. Die Ledigensteuer der Lohnempfänger ist vom Arbeitgeber an den Bezügen für die in der Zeit vom 1. September bis 31. März kommenden Jahres geleistete Arbeit mit dem Steuerabzug einzubehalten.( siehe Merkblatt) Die Ledigensteuer der Gewerbetreibenden wird vom Finanzamt berechnet und durch den erwähnten Zuschlagsbescheid zusammen mit der etwaigen Reichshilfe für Aufsichtsratsmitglieder und dem Zuschlag für Einkommen über 8 000 RM angefordert.( Zahlungstermine 10. Oktober und 10. Januar kommenden Jahres). Sie berechnet sich etwas kompliziert, nicht nach dem gegenwärtigen Einkommen wie bei den Lohnempfängern, sondern nach der für das letzte Jahr festgesetzten Einkommensteuer und zwar wie folgt:
1. Die Einkommensteuerermäßigungen nach den Geseßen von 1927 und 1928 in Höhe von 25 Prozent( höchstens 3 RM monatlich) fallen für die Ledigen wieder fort( mehrstenteils also 36 RM).
2. Zur vollen tariflichen Einkommensteuer wird ein Zuschlag von 10 Prozent erhoben, sofern das veranlagte Einkommen 2160 RM im vergangenen Jahre überstiegen hat. Erhoben werden nur 60 Prozent von 1 und 2, da die Steuer ja nicht für ein ganzes Jahr, sondern nur für 7 Monate gelten soll. Maßgebend ist der Familienstand am Schlusse des Steuerjahres 1929.
I
Ledige, die nachher geheiratet haben, müssen dies dem Finanzamt mitteilen. Wer noch schnell bis zum 1. Dktober heiratet, braucht nichts zu zahlen, wer bis zum 1. Januar heiratet, braucht nur das erste Ziel zu zahlen.
Besehen wir uns die genannten neuen Reichssteuern vom Standpunkt des Handwerkers, so können wir feststellen, daß man bei der Suche nach Deckungsmitteln von dem sattsam überbürdeten Gewerbebetrieb endlich abgelassen und nach anderen Quellen gesucht hat, nämlich:
Die Reichshilfe der Beamten berührt das Handwerk nicht. Die Reichshilfe der Aufsichtsratsmitglieder wird nur fehr ausnahmsweise auf Handwerker zutreffen.
Den Zuschlag für Einkommen über 8000 RM. zahlen zu müssen, wird nur einer verhältnismäßig geringen Zahl von Handwerkern beschieden sein.
Die Ledigensteuer schließlich wird im Handwerk ebenfalls nur in Ausnahmefällen zu entrichten sein. Denn wo ein selbständiger Meister ist, stellt sich notwendigerweise auch sehr bald eine Frau Meisterin ein, wenn sie nicht schon vorher da war.
Die Notverordnung des Reichspräsidenten beschränkt sich nicht darauf, den Etat des Reichs zu ordnen, sie eröffnet vielmehr auch den Gemeinden neue Einnahmequellen. Namentlich die Kosten der Wohlfahrtspflege haben sich in den Gemeinden erheblich beängstigend gesteigert, und die Gemeinden wußten sich nicht anders zu helfen, als die Realsteuern auf ein unerträgliches Maß zu erhöhen. Mit sofortiger Wirkung ist den Gemeinden daher zur Ermöglichung des Abbaus der übertriebenen Realsteuern die reichsgesetzliche Ermächtigung erteilt worden, eine Steuer auf den örtlichen Verbrauch von Bier( Gemeindebiersteuer) oder eine Bürgersteuer oder beide Steuern nebeneinander zu erheben. Gemeinden, deren Etats durch die Wohlfahrtserwerbslosenfürsorge außerordentlich hoch belastet sind, erhielten weiterhin das Recht, auch von den übrigen Getränken außer Bier( Wein, Schaumwein, Trinkbranntwein, Mineralwasser, Kaffee, Tee usw.) eine Steuer, die sog. Gemeindegetränkesteuer zu erheben.
Steigerung des Reallohnes über die Landwirtschaft.
Immer mehr bricht sich die Erkenntnis Bahn, daß wir trog aller Schwierigkeiten unserer Lage nicht zu verzweifeln brauchen, wenn wir nur die Energie aufbringen, um die im innerdeutschen Lebensraum selbst noch vorhandenen Möglichkeiten auszuschöpfen. Dazu gehört, wie nachgerade unser ganzes Volf begriffen hat, neben weitgehender Einschränkung der öffentlichen Ausgaben in erster Linie der Schuß und die Stärkung der deutschen Landwirtschaft und damit des inneren Marktes, den wir um so nötiger brauchen werden, je größeren Schwierigkeiten wir draußen in der Welt begegnen.
Daß die Kaufkraft des inneren Marktes nicht dur Lohn oder Gehaltserhöhungen, also durch bloße er verschiebungen von einer Seite zur anderen, gestärit werden kann, sondern nur dadurch, daß wir dem Boden und unserer Arbeitskraft mehr an Leistungen abringen als bisher, ist auch in den Kreisen der Gewerkschaften und der Arbeiterschaft erkannt worden. Man sollte also hoffen dürfen, daß der Weg für eine großzügige Wirtschaftspolitik frei geworden ist, deren Ziel sein müßte, das Heer der Arbeitslosen durch die Stärkung des inneren Marktes und durch eine fühlbare Entlastung der auf den Export angewiesenen Wirtschaft zu verringern, gleichzeitig aber durch rationelle Erfassung, Verarbeitung und Verteilung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse die preiserhöhende Wirkung der neuen Schutzölle hintanzuhalten, um auf diese Weise den Reallohn des deutschen Arbeiters und seine Lebenshaltung zu stützen und im Laufe der Zeit fortschreitend zu verbessern.
Diese grundlegende Erkenntnis hat auch Industrie und Landwirtschaft mehr un mehr zueinander geführt. Der Reichsverband der Deutschen Industrie hat ein eingehendes Agrarprogramm ausgearbeitet, und diesem tritt nun unter dem Titel ,, Wege zur Steigerung des Reallohnes über die Landwirtschaft" eine von A. Colsmann, einem der führenden württembergischen Industriellen, verfaßte Schrift zur Seite, in der wertvolle Anregungen zur Zusammenarbeit aller Wirtschaftskreise bei der Erfassung und Verarbeitung landwirtschaftlicher
„ Gießener Zeitung"
Die Bürgersteuer wird einheitlich für alle Gemeinden durch das Land geregelt. Erfreulicherweise ist gegenüber frü heren Absichten eine soziale Staffelung möglich, die auch vom Standpunkt des Handwerks dringend zu fordern ist. Bestimmte Mindestsätze sind vorgeschrieben, z. B. bei Einkommen von m ter 8 000 RM eine Bürgersteuer von mindestens 6 Rmk., bei Einkommen zwischen 8 000 Rmk. bis 25 000 Rmk. minde stens 12 Rmk. usw. Wer einkommensteuerfrei ist, muß die Hälfte des niedrigsten Saßes zahlen. Für Ehefrauen branche ebenfalls nur die Hälfte gezahlt zu werden. Pflichtig sind alle über 20 Jahre alten Personen, also alle Wahlfähigen. Befreit ist nur, wer Krisenunterstüßung seit einem Monat bezieht, oder wer laufend öffentliche Fürsorge genießt.
Die Bürgersteuer muß eingeführt werden, wenn die Realstenersäge eine bestimmte Höhe erreicht haben. Beim Erlaß der hessischen Vorschriften wird sorgfältig darauf geachtet werden müssen, daß die Bürgerstener in den einkommensschwachen Schichten des Handwerks für die gesamte Familie des Handwerkers nicht höher wird, als Realstenerermäßigungen für ihn zu erwarten sind.
Kölner Herbstmesse.
Die Fachschau ,, Büro, Vertrieb und Werbung", die mit der Kölner Herbstmesse am Freitag, 19. September, eröffnet wird, wird immer mehr als eine Veranstaltung von großem wirtschaftlichem Wert erkennbar. Auch ist es möglich geworden, wichtige Spezialgebiete zu einer abgerundeten Darstellung zu brin gen. So ist eine Sonderveranstaltung für Einzelhandel, hiermit wird ein Kursus über Verkaufskunde mit praktischen Vorträgen durchgeführt. Das Handwerk findet seine besonderen Interessen vertreten durch eine Sonderschau des Deutschen Handwerksinstituts, Abteilung„ Kaufmännische Betriebsführung“, die durch verschiedene Vorträge über aktuelle Einzel fragen ergänzt wird. Der Verein Deutscher Ingenieure gliedert in den Rahmen der Fachschau seine Wanderveranstaltung „ Der Vertriebsingenieur" ein. Die Verpackungsmittelschau" des Ausschusses für wirtschaftliche Fertigung beim Reichs furatorium für Wirtschaftlichkeit, Berlin, ergänzt die Gruppe Vertrieb" in ausgezeichneter Weise.
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Raubüberfall in Kassel.
Kassel. Ein ungewöhnlich frecher Geldraub wurde in der Nackt zum Donnerstag in dem Bureau der Kasseler Omnibusgesellschaft im Stadtteil Bettenhausen ausgeführt. Am Mittwoch hatte das Luftschiff„ Graf Zeppelin" zwei Landungen in Kassel vorgenommen. Die Kasseler Omnibusgesellschaft hatte infolgedessen mit ihrem gesamten Autopark einen außerordentlich starken Verkehr zu bewältigen. Diese Tatsache gab 2 jungen Leuten den Gedanken, einen Raub auf die Kasseler Omnibusgesellschaft auszuführen. Um% 1 Uhr nachts fletterten diese beiden jungen Leute über die zwei Meter hohe Bretterwand des umzäunten Geländes der Omnibusgesellschaft, sprangen aus der anderen Seite hinab und drangen plötzlich mit vorgehaltenen Revolvern, durch Schutzmasken untenntlich gemacht, in den Rassenraum. Der dem Kassierer beigegebene Schaffner wurde von dem einen jungen Mann mit vorgehaltenem Revolver in Schach gehalten. Der andere Räuber zwang den Kassierer, die Drahthaube des Zahltisches aufzuziehen. Im Augenblick hatte der Räuber 3800 Martin 20- und 10- Markscheinen gebündeli- ergriffen und in eine bereitgehaltene Tasche gesteckt und mit einem zweiten Griff 5-6000 Mark in Silberrollen erbeutet. Als die beiden Räuber ein Geräusch hörten, gingen sie mit vorgehaltenem Revolver rückwärts zur Tür, drehten das Licht aus und suchten schnell das Weite. Als ein Werksangehöriger hinzukam, wurde sofort eine Absuchung des Geländes mit elektrischen Taschenlampen vorgenommen. Gleichzeitig wurde die Polize alarmieri. Trotzdem konnte man keine Spur von den Räubern finden.
Produkte und bei der Belieferung der Konsumenten gegeben werden. Die Landwirtschaft muß Erzeugung und Vertrieb nach kaufmännischen Grundsäzen organisieren: das ist der Grundgedanke des ausgezeichneten Buches. Von besonderem Wert sind die Ratschläge, die der Verfasser der Landwirtschaft auf dem Gebiete der Organisation des Getreide- und Fleischabsazes gegeben hat auch die Anregung über Viehverwertung und Schlachtereien, die durch einen Sondervorschlag für das württembergische Oberland wie an einem Schulbeispiel erläutert werden, erscheinen sehr beachtenswert. Vor allem aber verdienen Colsmanns Ausführungen über Ostpreußen Beachtung. Er führt an, daß alle Osthilfe erfolglos sein muß, wenn sie nicht in erster Linie zur Selbsthilfe wird", und empfiehlt der ostpreußischen Landwirtschaft, in dem Streben nach höchster Qualität noch mehr als bisher den Weg zur Wiederherstellung ihrer Wirtschaftlichkeit zu suchen, wobei sie allerdings, nach dem Vorbilde der dänischen Landw waft, ihre Lebenshaltung aufs äußerste einschränken muß. Die Vorschläge Colsmanns werden vielleicht im einzelnen von landwirtschaftlicher Seite hier und dort Kritik erfahren. Aber es bleibt ihr dauernder Verdienst, die großen Zusammenhänge zwischen Industrie und Landwirtschaft in besonders klarer und einleuchtender Weise dargestellt zu haben. Die zentrale Wichtigkeit des landwirtschaftlichen Problems kann durch nichts besser als durch die Tatsache illustriert werden, daß eine Einfuhr landwirtschaftlicher Produktion im Werte von 1 Milliarde Mark der deutschen Landwirtschaft neben dieser Milliarde noch eine weitere Milliarde Mark innerer Belastung durch Arbeitslosenunterstügung und Steuerausfall fostet. Die Gesamtkosten dieser Einfuhr sind also zwei Milliarden Mart, von denen außerdem eine Milliarde an das Ausland unwiederbringlich verloren geht. Falls die inländischen Gestehungskosten der gleichen Menge landwirtschaftlicher Produkte bei hinreichender Rente 1,5 Milliarden Mark betragen, kostet also das Inlandsprodukt nicht allein eine halbe Milliarde weniger als das aus dem Ausland eingeführte, sondern es bleibt auch dieser gesamte Betrag von 1,5 Milliarden Mark im Lande, womit gleichzeitig dreiviertel Millionen deutscher Volksgenossen vor der Arbeitslosigkeit bewahrt
Lokales.
Sonntagsgedanken.
Nr. 71.
,, Und der's der einen Schwalbe sagt: Es blüht daheim der Flieder,
gab uns ein Ahnen. unverzagt: Wir haben bald uns wieder!
Paul Keller, dessen Bücher mir die wertvollsten unter allen sind, nennt die Heimat nicht Raum, nicht Freundschaft oder Liebe, er nennt sie den Frieden. Wenn die Heimat. Friede ist, dann ist Heimweh Sehnen nach Frieden. Du sagit in deiner Heimat sein, die dir als Kind die ganze Welt bedeutete, du magst vielleicht nie den Kirchturm deiner Heimat aus deinen Blicken verloren haben und doch trägst du Heimweh in deinem Herzen. Mächtiger erst wird dieses Sehnen, wenn du in der weiten Welt draußen stehst; und magst du glücklich sein und alle Güter dir erworben haben-- in stillen Stunden klopft es leise an deiner Herzen kammer und führt dich über Berge und Meere in das Land deiner Heimat, zu dem Fleck chen Erde, wo deine Wiege ſtand. Heimat und Heimweh, wir haben euch lennen gelernt, als wir draußen im großen Kriege auf fremder Erde standen; da haben wir Brücken gebaut über unendliche Weiten, da schlich nach dem Kampftag das Heim: weh durch die Schützengräben und machte den und jenen ver sonnen und schweigsam und traurig. Und er hörte durch die unendlichen Fernen die Abendgloden seiner Heimat läuter, hörte Vater und Mutter, Weib und Kinder den Abendsegen beten und fühlte das Gedenken auch an ihn. Aus hunderttausend Augen weint Tag und Nacht dieses Heimweh in der Welt, In der Großstadt sitt manch heimwehkrankes Landfind und schluchzt in sich hinein nach Vater und Mutter. Und manches Bündel, das bei Ankunft in der Fremde, scherzend und lachend cusgeknüpft wurde, ist unter Tränen wieder zusammenge schnürt und heimwärts getragen worden. Und mancher frohe Bursche ist draußen in der Welt zum stillen Träumer gewor den und hat es nicht ausgehalten und ist wieder heimwärts gewandert über Berg und Tal. In Millionem Briefen geht das Heimweh täglich über die Erde, still verschämt leise trauernd, oder laut klagend und verzweifelt weinend. Aber immer weckt as das Beste und Tiefste in des Menschen Brust Heimweh ist Sehnsucht nach der Heimat; es kann aber aus und hat schon Tausende gerettet: aus dem Strudel dieser Welt Sehnsucht sein nach einem Menschen, den man liebt.- Wer hat dort nicht schon ein Stück seiner Heimat gefunden? Der Sonntagsschreiber.
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Kränze und Blumen als letzte Freundesspende. Die uralte und ans Herz greifende Gitte will es, daß wir das letzte Lager eines lieben Toten mit Blumen schmücken- der Gruß des Lebens an den Scheidenden. Alle Völker mit alter Kultur kennen die Sitte und halten sie heilig wie eine Pflicht, die sie dem Toten gegenüber haben. Alle Freunde und Bekannten, die von dem Hinscheiden Nachricht erhalten, senden das Symbol der Unendlichkeit, den lebensgrünen Kranz ,. mit den Blüten der Jahreszeit geschmückt, in das Trauerhaus ,. oder lassen es sich nicht nehmen, den letzten Gruß selbst an die Gruft zu tragen, die den Verschiedenen aufnehmen soll.
Seitdem die Verbrennung als Bestattungsart besonders. in den Großstädten, mehr und mehr in Aufnahme gekommen ist, wissen viele nicht, ob die alte Sitte der Kranz- oder Blumenspende noch aufrechterhalten wird. Die Hinterbliebenen glauben auch oft, der wirtschaftlichen Verhältnissen der ande ren Rechnung tragen zu sollen, und bitten, von Kranz- und Blumenspenden abzusehen. Sie berauben damit die Freunde und Bekannten einer Liebespflicht Mag sie vielleicht auch richt immer leicht zu tragen sein, weil Schmalhans den Tag. regiert, aber die Gemütswerte überwiegen dann und besiegen die wirtschaftlichen Erwägungen. Man möchte doch dem Toten letzte Ehre and Freundschaft erweisen, an der wir es im Leben so oft in der Hehjagd des Tages fehlen lassen mußten. Und wir drücken durch einen Strauß von Blumen, selbst eit paar lose Blüten, auch den Hinterbliebenen aus, daß wir ihre Trauer mitempfinden und mit ihnen den letzten Gang feierlió und würdig gestalten wollen. Worte send dürftige Spender innig und herzenswarm sprechen die Blüten, der Kranz 3 den Trauernden. Es ist weder Verschwendung, noch eine Ueber
bleiben. Also: Das landwirtschaftliche Problem vor allem und das Colsmann'sche Buch in möglichst viele Hände!
Die Ernährung des Sportsmannes.
Zu diesem Thema werden von sportärztlicher Seit beachtenswerte Ausführungen gemacht, die in der Er fahrung gipfeln, daß mit einer Kost, die Vollkornbrot rohes Obst, rohe und gekochte Gemüse, grüne Salate Reis, Kartoffeln, Suppen und Milch in mäßigen Men gen bevorzugt, ausgezeichnete Erfolge erzielt werde können. Fleisch soll höchstens dreimal in der Woche in fleinen Portionen als Genußmittel gereicht werden Ebenso ist das Ei nur sparsam und nur zu einfacher Mehlspeisen zu verwenden. Zum Frühstück wird anstell von Kaffee, Tee und Kakao eine Hafersuppe oder Hafer brei mit Milch empfohlen.
Diese hier angegebene Kost hat noch den ganz be sonderen Vorzug, daß sie nicht nur die allgemeine Leistungsfähigkeit hebt, sondern sie vermindert auch nich zuletzt durch den geringen Verbrauch von Kochsalz di Sucht nach den Reizmitteln, nach Alkohol und Tabak, die unserer Jugend besonders im Sport so verderblich sind. Was den wiederholten Alkoholgenuß bei Sports Leuten angeht, so braucht der Sportsmann noch lang fein„ Trinker" zu sein, aber immerhin wird durch die Summierung auch kleiner Alkoholmengen der Kreis laufapparat, vor allen Dingen Herz und Gefäße, all mählich aber sicher geschädigt.
Man wird von vielen aktiven Sportlern die Be stätigung erhalten, daß eine naturgemäße Lebenswei sie erst befähigt hat, Welthöchstleistungen zu vollbrin gen. Man denke hierbei an das größte Laufwunder, das das zwanzigste Jahrhundert hervorgebracht ha den finnischen Meisterläufer Pavvo Nurmi. Dieser Sportheros hat in einem seltenen Anflug von Bered samkeit, bekanntlich ist er einer der schweigsamsten Men schen, die es gibt, darauf hingewiesen, daß er von früher Jugend an Anhänger einer vegetarischen Lebensweise ist und daß trok härtestem Körpertraining und größter Beanspruchung seiner förperlichen Kraftreserven er nu mit dieser Lebensweise zu seinen großen Erfolgen auf sportlichem Gebiet gekommen ist.
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